Es klappert wieder laut am Bach

Der völ­lig kom­pe­ten­te Ex-Verbeugeminister zur aktu­el­len US-Konkurrenz (die man nicht mögen muß):

Zum dro­hen­den Stoppen der atlan­ti­schen Wärmedecke:

Im Gegensatz zu den ver­bre­che­ri­schen Waffen Putins sind die von uns gelie­fer­ten selbst­ver­ständ­lich klimaschonend.

Jenseits der absur­den Modellierung bis ins Jahr 2500 und der ver­mut­lich bewußt wir­ren Grafik steht in dem genann­ten Artikel (der kei­ne Studie ist) noch nicht ein­mal das, was Lauterbach behaup­tet. Schon der erste Satz lautet:

»28.08.2025 – In Szenarien mit hohen Emissionen könn­te die atlan­ti­sche meri­dio­na­le Umwälzung (AMOC), ein wich­ti­ges System von Meeresströmungen, zu dem auch der Golfstrom gehört, nach dem Jahr 2100 zum Erliegen kom­men.«

Es wird also will­kür­lich aus einem "obser­ved trend" in den Jahren 2005–2023 ein auf die näch­sten 500 Jahre hoch­ge­rech­ne­ter worst case betrach­tet. Was soll da passieren?

»Zusammenbruch der Tiefenkonvektion im Winter als Kipppunkt
Die AMOC trans­por­tiert son­nen­ge­wärm­tes tro­pi­sches Wasser in der Nähe der Oberfläche nach Norden und schickt käl­te­res, dich­te­res Wasser in der Tiefe zurück nach Süden. Dieses „Förderband“ des Ozeans trägt dazu bei, dass Europa rela­tiv mild bleibt, und beein­flusst die Wetterverhältnisse welt­weit. In den Simulationen ist der Kipppunkt, der das Abschalten der AMOC aus­löst, ein Zusammenbruch der Tiefenkonvektion im Winter in der Labradorsee, der Irminger See und der Nordsee. Die glo­ba­le Erwärmung ver­rin­gert den Wärmeverlust des Ozeans im Winter, da die Atmosphäre nicht kühl genug ist. Dies schwächt die ver­ti­ka­le Durchmischung des Meerwassers: Die Meeresoberfläche bleibt wär­mer und leich­ter, wodurch sie weni­ger dazu neigt, zu sin­ken und sich mit tie­fe­rem Wasser zu ver­mi­schen. Dies schwächt die AMOC, wodurch weni­ger war­mes, sal­zi­ges Wasser nach Norden fließt.
In den nörd­li­chen Regionen wird das Oberflächenwasser dann küh­ler und weni­ger salz­hal­tig, und die­ser gerin­ge­re Salzgehalt macht das Oberflächenwasser noch leich­ter und weni­ger anfäl­lig für Absinken. Dies führt zu einer sich selbst ver­stär­ken­den Rückkopplungsschleife, die durch die Erwärmung der Atmosphäre aus­ge­löst wird, aber durch geschwäch­te Strömungen und die Entsalzung des Wassers auf­recht­erhal­ten wird.

„In den Simulationen tritt der Kipppunkt in den wich­tig­sten Meeren des Nordatlantiks in der Regel in den näch­sten Jahrzehnten ein, was sehr besorg­nis­er­re­gend ist“, sagt Stefan Rahmstorf, Leiter der Forschungsabteilung Earth System Analysis des PIK und Mitautor der Studie. Nach dem Kipppunkt wird die Abschaltung der AMOC auf­grund einer sich selbst ver­stär­ken­den Rückkopplung unver­meid­lich. Die vom hohen Nordatlantik abge­ge­be­ne Wärme sinkt dann auf weni­ger als 20 Prozent der der­zei­ti­gen Menge, in eini­gen Modellen sogar fast auf Null, so die Studie.

Der Hauptautor Drijfhout fügt hin­zu: „Jüngste Beobachtungen in die­sen tie­fen Konvektionsregionen zei­gen bereits einen Abwärtstrend in den letz­ten fünf bis zehn Jahren. Das könn­te eine Schwankung sein, aber es stimmt mit den Prognosen der Modelle über­ein.“…«

Kann also sein, kann nicht sein.

Der Studienleiter Sybren Drijfhout wird u.a. finan­ziert durch das Projekt ODYSEA, einem Satellitenprogramm der fran­zö­si­schen staat­li­chen CNES und, jeden­falls noch, der NASA… Er ist ver­ant­wort­lich für das Programm SMURPHS, das allei­ne über das bri­ti­sche Pendant der DFG £361,782 erhält. Wie vie­le Gelder aus dem EU-Projekt Blue-Action flos­sen, habe ich nicht ermit­telt. Für das Programm der EU PRIMAVERA wur­den fast 15 Millionen Euro im Jahr 2020 aus­ge­wie­sen. Bei der­ar­ti­gen Summen und Geldgebern fällt eine Bringschuld an. Analog zur Corona-Zeit lie­fert "die Wissenschaft" dann ger­ne alar­mi­sti­sche Befunde.

Für Stefan Rahmstorf gilt ähn­li­ches. Schon 1999 erhielt er eine Million Dollar von der James-Smith-McDonnell-Stiftung des US-ame­ri­ka­ni­schen Herstellers von Kampfflugzeugen. Ein Jahr spä­ter bekam er eine Professur im Fach „Physik der Ozeane“ in Potsdam.

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

4 Antworten auf „Es klappert wieder laut am Bach“

  1. Kalle ver­fügt über mas­sig Kompetenz. Kompetenz, die wirr­sten und absur­de­sten Theorien voll­kom­men sinn­be­freit und fern von Fakten mit­tels Überschriften der Welt näher zu brin­gen. Und die her­aus­ra­gen­de Kompetenz, der Pharma- und Gesundheitsindustrie Milliarden Profite zu gewähr­lei­sten (noch andau­ernd mit den Einkaufsverträgen). Im Übrigen ist er ein Meister im Realitätsbiegen und beur­laubt als Professor. Letzteres dürf­te sich einem Guiness-Buch-Rekord nähern. Es soll­ten ca. zwan­zig Jahre sein. Das muss gebüh­rend gefei­ert werden.

  2. Bei aller Kritik an Kennedy: Man muss beden­ken was für einen gigan­ti­schen Bigpharma-Augiasstall er aus­mi­sten muss. Das geht nicht alles auf ein­mal und nicht ohne Kompromisse. Frühestens nach der *näch­sten* Amtszeit eines Präsidenten, also in 8 Jahren wird man sehen, was ihm wirk­lich gelun­gen ist, wenn er solan­ge im Amt blei­ben kann.

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