Die Daten entstammen einer offiziellen Publikation des RKI aus dem November 2023 mit dem Titel "Serologische Untersuchung von Blutspenden auf Antikörper gegen SARS-CoV‑2 (SeBluCoStudie) – Blutspendedienste unterstützen die Pandemieüberwachung". Anders als die Öffentlichkeit wußte die Bundesregierung davon: "Die Bundesregierung wurde über mehr als zwei Jahre in wöchentlichen Berichten über die Ergebnisse der SeBluCo-Studie informiert". Was sagen die Daten aus?

»… Die meisten Personen entwickeln nach einer Infektion bzw. Impfung messbare Antikörper. Seroprävalenzstudien können daher helfen, jene Infektionen zu identifizieren, die nicht im Meldesystem erfasst werden…
In Deutschland sind nur Impfstoffe mit Spike-Protein-Antigenen zugelassen, so dass nach einer ausschließlichen Impfung nur Antikörper gegen das S‑Antigen nachweisbar sind, während nach einer Infektion auch N‑Antikörper nachgewiesen werden können…«
Lassen wir das so stehen und stellen fest: Mit dieser Methode wäre es ein Leichtes gewesen, den "Impfstatus" auf den Intensivstationen zu ermitteln, was aus durchsichtigen Gründen jahrelang unterlassen wurde.
- »Die Gesamt-SARS-CoV-2-Seroprävalenz wurde als die Prävalenz von Proben mit S1-Antikörpern definiert.
- Die infektionsinduzierte Seroprävalenz entsprach im Jahr 2020 vor der Durchführung von Impfungen der Prävalenz von S1-Antikörpern. In 2021 und 2022, nach Beginn der Impfungen, wurde die infektionsinduzierte Seroprävalenz als Prävalenz von Proben mit sowohl S1- als auch N‑Antikörpern definiert.
- Impfinduzierte Seroprävalenz wurde definiert als Gesamtseroprävalenz minus infektionsinduzierte Seroprävalenz nach Einführung von Impfungen.«
Ich mag voreingenommen sein, aber wird hier angenommen, "Geimpfte" wiesen keine infektionsinduzierte Antikörper auf?
Das RKI hatte Vorsorge getroffen, den Anteil der durch "Impfung" erzeugten Seroprävalenz zu erhöhen:
»Alle Spendenden waren bei der Spende beschwerdefrei. Nach den Vorgaben des Paul-Ehrlich-Instituts wurden Spendewillige nach einer abgeklungenen (Coronavirus-) COVID-19-Infektion für vier Wochen zurückgestellt. Eine SARS-CoV-2-Impfung führte bei Wohlbefinden nicht zu einer Rückstellung…«
»3.1. Seroprävalenz im Zeitverlauf
In KW 19 bis 22 (Mai) 2020 betrug die adjustierte Seroprävalenz insgesamt 1,2 % (95 %-KI: 0,6–2,1 %). In KW 27 bis 34 (Juli bis August) fiel sie dann auf 0,6 % (95 %-KI: 0,4–0,9 %). Danach stieg sie wieder an, blieb aber bis Dezember 2020 unter 2 % und erreichte in KW 47 bis 50 1,8 % (95 %-KI: 1,4–2,2 %). Ende 2020 begann die Gesamtseroprävalenz zu steigen und erreichte 18,1 % (95 %-KI: 17,2–19,0 %) in KW 14 bis 17 (April) 2021. In KW 36 bis 37 (September) 2021 wurde die Gesamtseroprävalenz auf 89,4 % (95 % KI: 88,4,3–90,4 %) und in KW 17 bis 20 (April/Mai) 2022 auf 100 % (95 % KI: 98,5–100 %) geschätzt (Abbildung 2).
Am 27. Dezember 2020 begannen die COVID-19-Impfungen in Deutschland, wobei die am stärksten gefährdeten Personen, Angehörige der Gesundheitsberufe und Pflegende priorisiert wurden. Ab diesem Zeitpunkt galten nur Proben mit Antikörpern gegen S1 und N gemäß Studiendefinition als infektionsbedingt…
Die Studie wurde finanziell aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages durch die Bundesregierung gefördert (Förderkennzeichen 2520COR402 und 2520COR418).«
Pikantes am Rande: Zu den Organisationen, die in "28 Entnahmeregionen" die Untersuchungen vornahmen, gehörte mit dem "DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen, Frankfurt" jene Institution, bei der Christian Drosten angeblich seine Dissertation erarbeitete (siehe u.a. Was stimmt eigentlich am akademischen Lebenslauf von C. Drosten?).
Einer der drei VerfasserInnen, Matthias an der Heiden, begegnet uns einige Male in den RKI-Protokollen. Er beschäftigte sich mit "Sprachregelungen" und sorgte dafür, daß die vollständig absurden Modellierungen der "Bewegungsdaten" von Dirk Brockmann (und seine eigenen) in die Stellungnahmen des RKI eingingen. An der Heiden war der Kontaktmann zur Gruppe, die das berüchtigte Schock-Papier des Innenministeriums verfaßt hatte. Mehr dazu in RKI-Protokolle, Nachträge (3): "EMA und Pfizer überlegen, ob sie ggf. die Phase III Studien auslassen und direkt in eine breite Anwendung gehen" und RKI-Protokolle, nächste Runde (XVIII): "Masken keine Empfehlung für die Gesamtbevölkerung". Wielers Alleingang. Ausdrücklich auf Wunsch des damaligen Kanzleramtschefs Braun modellierte an der Heiden ein Gruselszenario, rechtzeitig zum vom Kabinett beschlossenen "Entwurf eines Dritten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite". Siehe dazu Die Macht der Modellierer. Werden sie zur Rechenschaft gezogen? Kreationen des Kanzleramtschefs Braun. Bemerkenswert ist, daß der Modellierer im Dezember 2020 ein Werk der Kollegin Viola Priesemann in der Luft zerriß. Im Krisenstab wurde damals dazu festgehalten, es handele sich um eine "Irreführung da dies als Nachweis kommuniziert wird, jedoch hilfreich für die Politik", s. hier.
Dieser Beitrag wurde angeregt durch einen Thread von stefanie @Quo_vadis_BRD.
(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

Wer solchen Zahlen glaubt der glaubt auch daß der Weihnachtsmann einen 2 Tonnen Elektro-Rennschlitten fährt der auf 100 km nur 18 kWh braucht.
stefanie
@Quo_vadis_BRD
1h
1/Am 08.04.22, einen Tag nach der Impfpflicht-Abstimmung im BT, berichtete RKI-Chef Wieler auf der BPK über die Seroprävalenz-Studie SeBluCo:
Man werde jetzt im April nochmal etwa 15000 Blutspender-Seren auf Covid-Antikörper testen, Daten dazu angeblich dann im Mai/Juni.
https://nitter.net/Quo_vadis_BRD/status/1960268270302351759#m
"Thomas Wieland@GeoWieland 9h
Kommen wir zum 2. knackigen Punkt: Wie auch in der Reviewstudie der Royal Society angemerkt wird, verwenden die meisten NPI-Studien die effektive #Reproduktionszahl, R_t, a.k.a. den #RWert als Outcome. Nichts dagegen einzuwenden, aber:"
"Dieser Indikator stellt eine Wachstumsrate dar, und die sinkt *automatisch* über den Verlauf einer Infektionswelle, weil die Zahl der suszeptiblen Personen sinkt. Das ist bereits im knapp 100 Jahre alten #SIR-Modell, Basismodell der #Epidemiologie, bedacht
de.m.wikipedia.org/wiki/SIR-…"
"Dann kommen noch andere Faktoren hinzu, genau wie das unberücksichtigte Wassertrinken oder der Rollmops beim Kater (s.o.). Im #Corona-Kontext können das bspw. freiwillige Schutzmaßnahmen sein – es bleibt unberücksichtigt."
"In vielen Studien treten alle genannten Probleme auf einmal auf. Das führt zu einer verzerrten Einschätzung der Maßnahmen-#Effektivität (im Zweifelsfall: einer zu hohen). Die Modelle sind fehlspezifiziert, es besteht der sog. "omitted variable bias"
en.m.wikipedia.org/wiki/Omit…"
"Ausführlich auf Deutsch habe ich das hier zusammengefasst: doi.org/10.24945/MVF.01.24.1…. Einen Überblick zur Methodik und zu Ergebnissen bzgl. Deutschland siehe hier: link.springer.com/epdf/10.10…"
"Ach so: wer jetzt wirklich dachte, dass es hier um Kater und Kopfschmerzen ginge oder wem gerade die Birne dröhnt, bitte hier entlang: br.de/radio/bayern1/was-hilf…"
Mehr Aufklärung unter
https://nitter.net/GeoWieland