Trumps Staatskapitalismus

Staatliche Förderung von Industrieunternehmen ist pfui, wenn sie woan­ders geschieht, vor allem in China. Diese Lesart gilt nicht nur in den USA und nicht erst seit Trump. "Ab 2026 ver­spricht Dorothee Bär nun pro Jahr 125 Millionen Euro für die Spieleförderung im Bundeshaushalt – deut­lich mehr als bis­her", berich­te­te am 20.8.25 tages​schau​.de, was wahr­lich Peanuts sind im Vergleich zu den Subventionen etwa für Rüstungs- und Energieunternehmen.

faz​.net (22.8.25)

»… Die nun ver­ein­bar­te Transaktion ist nach Angaben in der Intel-Mitteilung so struk­tu­riert, dass die Regierung im Gegenzug für die bis­lang noch nicht gezahl­ten Fördermittel von 8,9 Milliarden Dollar Intel-Aktien bekommt…

„Die Vereinigten Staaten zahlen nichts“

Trump schrieb auf Truth Social: “Die Vereinigten Staaten zah­len nichts für die­se Aktien.“ Das stimmt inso­fern, als die Regierung den Angaben zufol­ge nichts über die schon zuge­sag­ten Fördermittel hin­aus bezahlt. Dieses Geld ist nun kei­ne rei­ne Subvention mehr, son­dern es gibt eine Gegenleistung in Form von Aktien…

Die Gespräche über eine Staatsbeteiligung erga­ben sich offen­bar im Zusammenhang mit einer Attacke von Trump auf Tan. Vor rund zwei Wochen for­der­te der Präsident den Intel-Chef zum sofor­ti­gen Rücktritt auf, weil er „hoch­gra­dig befan­gen“ sei. Er kon­kre­ti­sier­te sei­ne Bedenken nicht wei­ter, aber offen­bar ging es dabei um etwa­ige Verbindungen Tans nach China…

Wenige Tage nach Trumps Rücktrittsforderung kam Tan ins Weiße Haus, und dabei wur­de offen­bar über die Beteiligung gespro­chen. Trump erzähl­te am Freitag auf einer Presse­konferenz, er habe bei dem Treffen zu Tan gesagt: „Weißt Du was? Ich den­ke, die USA soll­ten 10 Prozent an Intel bekom­men.“ Weiter habe er gesagt, es wäre gut für Intel, die Regierung als Partner zu haben, und Tan habe zuge­stimmt. „Er kam her­ein, um sei­nen Job zu ret­ten, und am Ende hat er uns 10 Milliarden Dollar für die USA gege­ben.“ Tan sag­te am Freitag: “Wir sind dank­bar für das Vertrauen, das der Präsident und die Regierung in Intel gesetzt haben.“…«

Es geht um Rüstung

»Der Einstieg bei Intel ist eine wei­te­re in einer Serie bemer­kens­wer­ter Interventionen Trumps in der Privatwirtschaft. Kürzlich hat der Präsident eine Umsatzbeteiligung der Regierung in Höhe von 15 Prozent an Chipexporten von Nvidia und dem Wett­bewerber AMD nach China aus­ge­han­delt. Das Verteidigungs­ministerium hat unlängst auch eine Beteiligung von 15 Prozent an MP Materials ver­ein­bart, einem Spezialisten für Seltene Erden. Auch in die­sem Fall wird die Regierung zum größ­ten Aktionär. Trump sag­te am Freitag, er wol­le in der Zukunft wei­te­re Vereinbarungen wie jetzt mit Intel schließen.

Donald Trump ist ein Sozialist“

In der Mitteilung von Intel kamen auch eine Reihe nam­haf­ter Kunden des Unternehmens zu Wort, die sich lobend über die Trump-Regierung und das mit Intel geschlos­se­ne Abkommen äußer­ten. Satya Nadella, der Vorstandschef des Software­konzerns Microsoft, beschei­nig­te Trump eine “küh­ne Strategie“, um die Halbleiterindustrie auf ame­ri­ka­ni­schem Boden “wie­der auf­zu­bau­en“. Matt Garman von Amazon Web Services, der auf Cloud Computing spe­zia­li­sier­ten Tochtergesellschaft des Onlinehändlers Amazon, sag­te: “Wir applau­die­ren den Anstrengungen der Trump-Regierung, eine neue Ära ame­ri­ka­ni­scher Innovation in Partnerschaft mit ame­ri­ka­ni­schen Unternehmen einzuläuten.“

Ganz ande­re Töne schlug am Freitag der kali­for­ni­sche Gouverneur Gavin Newsom an, der in jüng­ster Zeit einer der schärf­sten Kritiker Trumps in der Demokratischen Partei war. Er nahm den Einstieg bei Intel zum Anlass, um auf der Plattform X zu schrei­ben: “Donald Trump ist ein Sozialist.“ Auch in den Reihen der Republikaner stößt Trumps indu­strie­po­li­ti­scher Kurs nicht nur auf Zustimmung. Der Senator Rand Paul nann­te einen mög­li­chen Einstieg der Regierung bei Intel schon vor weni­gen Tagen einen “Schritt in Richtung Sozialismus“ und eine “schreck­li­che Idee“.«

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

3 Antworten auf „Trumps Staatskapitalismus“

  1. Nurmalso neben­bei, Staatsanleihen wer­den genau­so gehan­delt wie Aktien. Und zwar glo­bal, also über Ländergrenzen hin­weg, dar­über hat sich schon Hitler künst­lich auf­ge­regt (Mein Kampf).

    Kapitalexport ist der rich­ti­ge Begriff, die Verschmelzung von Staatskapital mit Privatkapital fin­det auf glo­ba­ler Ebene statt.

  2. Beide Seiten spre­chen von einem "histo­ri­schen Abkommen", so die faz. Das ist es nicht. Die faz ver­brei­tet Pressemüll.

    Die Regierungen der USA, von der Bundesregierung, die der Bundesstaaten, bis hin zu den Kommunen haben sich immer wie­der an bedeu­ten­den Unternehmen betei­ligt und Vorhaben finan­ziert, wenn Unternehmen ernst­haft bedroht waren oder poli­ti­sche Ziele ver­folgt wer­den soll­ten. Manchmal tritt eine Regierung nicht nur als Teilhaber auf. "Fannie Mae" und "Freddie Mac" wur­den vom Kongress der USA geschaf­fen, womit ein hun­dert­pro­zen­ti­ges Staatsunternehmen ent­stand. Die Banken und die Rüstungsindustrie sind wei­te­re Bereiche, in denen die Regierungen der USA sich finan­zi­ell betei­li­gen, auch als Anteilseigner.

    Die USA sind pleite.

    Wenn der Aktienkurs von Intel auf­grund der viel­sei­ti­gen Probleme von Intel abstürzt, dann wer­den unter ande­rem vie­le staat­li­che und staats­na­he Investoren viel Geld ver­lie­ren. Das könn­te zum Kollaps des gesam­ten Haushalts der Regierung füh­ren. Deshalb tut die Regierung Trump alles, um eine sol­che Kettenreaktion zu verhindern.

    Die EU ist pleite.

    Schneewittchen und die sie­ben Zwerge.

    Während die Grünen mit Freude die Deindustrialisierung fei­ern, die SPD wei­ter­hin mehr arme Menschen /​SPD-Wähler schafft und die CDU den­sel­ben Auftraggebern wie die ande­ren Parteien gehorcht, hat es Scott Bessent, der Finanzminister der USA, die­ser Tage klar for­mu­liert: Die USA ver­stan­den die EU als etwas, in das die USA inve­stiert haben. Nun zie­hen die USA ihr Kapital aus der EU ab, sag­te er wei­ter. Obendrauf kom­men Forderungen in Höhe von weit über einer Billionen Euro bzw. USD, die die EU (die Bürger) an die USA zah­len muss. Die Leyen hat dem ein­fach nur zustim­men müs­sen, weil sie genau weiß, was es bedeu­tet, wenn die USA sich schlag­ar­tig und voll­stän­dig aus der EU zurück­zie­hen. Die Schulden der EU könn­ten nicht mehr getilgt wer­den. Die Auftraggeber der EU-Kleptokratie, jene in den USA und die Oligarchen in der EU haben der Leyen das soweit klar gemacht, dass die Leyen alle Forderungen von Trump wort­los akzep­tier­te. Sie durf­te das sogar im Alleingang machen, ohne jeg­li­che Beteiligung zustän­di­ger Stellen in der EU, ohne jemals gewählt wor­den zu sein, weil den Bücklingen der EU die Situation voll­kom­men bewusst ist.

    In der Zwischenzeit hält Merz bescheu­er­te Reden im Weißen Haus, will den gro­ßen Führer spie­len und den tota­len Krieg gegen Russland will er eben­falls. Die Innenpolitik über­lässt er der SPD, weil die so gut sind in der Schaffung neu­er SPD-Wähler. Mehr Steuern, mehr Abgaben.

    Angesichts der Situation fra­ge ich mich, was die­se knapp 10 Milliarden USD bedeu­ten. In Deutschland zah­len die Bürger so viel allein für den zwangs­fi­nan­zier­ten Staatsfunk, damit die Bürger im Konzert mit eben­falls aus Steuereinnahmen finan­zier­ten Konzernmedien pau­sen­los belo­gen werden.

    Als gäbe es nichts wich­ti­ge­res, wie z. B. die eige­ne Halbleiterindustrie (das ist nicht Intel), wird in Europa die näch­ste Inszenierung einer "Pandemie" vor­be­rei­tet, samt "Maßnahmen", Zwangsimpfung, digi­ta­len Zertifikaten und "digi­ta­lem Euro" (…). Es gibt tat­säch­lich in "unse­rer Kleptokratie" nichts wich­ti­ge­res, weil das Regime der EU die tota­le Kontrolle über alle Bürger der EU sicher­stel­len muss. Denn die Kleptokraten "unse­rer Demokratie" und deren Auftraggeber wis­sen, dass ihre Raubzüge ein jähes Ende fin­den wer­den und sie wol­len mit allen Mitteln die Kontrolle behalten.

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