"Vermischtes"

aerz​te​blatt​.de /​dpa (18.8.25)

»Halle – Eine neue Onlinedatenbank soll die Schicksale der Opfer erzwun­ge­ner medi­zi­ni­scher Untersuchungen wäh­rend der Zeit des Nationalsozialismus sicht­bar machen.

Die Sammlung ent­hal­te Tausende Profile von Opfern und mut­maß­li­chen Opfern, teil­ten die Max-Planck-Gesellschaft und die Nationale Akademie der Wissenschaften mit. Sie haben die Datenbank heu­te gemein­sam mit betei­lig­ten Forschenden vorgestellt.

Insgesamt sei­en in der Datenbankprofile von rund 16.000 Menschen zu fin­den, die nach­weis­lich zum Opfer von NS-Zwangsforschung – unter ande­rem medi­zi­ni­schen Experimenten in Konzentrationslagern – gewor­den sind. Zudem sei­en mehr als 13.000 Profile von Menschen dort ein­ge­pflegt wor­den, bei denen die Forschung noch nicht abge­schlos­sen sei…«

Wesentlich infor­ma­ti­ver berich­tet die Max-Planck-Gesellschaft über ihre Vorläuferinstitute:

»… Im Nationalsozialismus wur­den bei­de Kaiser-Wilhelm-Institute zu skru­pel­lo­sen Profiteuren eines Systems, das Menschen aus ras­si­sti­schen und euge­ni­schen Gründen mil­lio­nen­fach ermor­de­te. Beide Institute erhiel­ten in den Jahren 1939 bis 1945 eine gro­ße Zahl von Gehirnen von Opfern der Krankenmordaktionen („Euthanasie“), aus psych­ia­tri­schen Heil- und Pflege­einrichtungen. In der soge­nann­ten „Kindereuthanasie“ wur­den rund 5.000 Kinder mit­tels über­do­sier­ter Medikamentengabe ermor­det. Im Zuge der „Aktion T4“ wur­den zwi­schen 1940 und 1941 über 70.000 Psychiatriepatienten und Patientinnen in Tötungsanstalten depor­tiert. Die Forschenden an den Kaiser-Wilhelm-Instituten für Hirnforschung und für Psychiatrie waren nicht nur Mitwisser und Profiteure die­ser Morde, son­dern sie tru­gen durch ihre histopa­tho­lo­gi­schen Forschungen auch zu deren wis­sen­schaft­li­cher Legitimation bei.

Verdrängung der NS-Vergangenheit

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wur­de ins­be­son­de­re Julius Hallervordens Beteiligung an den „Euthanasie“-Verbrechen im Rahmen der Nürnberger Prozesse the­ma­ti­siert, doch stieß dies im Nachkriegsdeutschland auf wenig öffent­li­che Resonanz. Auch in der MPG setz­te man auf Verschweigen und Verdrängen. Die bela­ste­ten Forscher der bei­den Kaiser-Wilhelm-Institute wur­den, wie auch die Forschungseinrichtungen selbst, geräusch­los in die MPG übernommen.

1984 konn­te der Historiker und Journalist Götz Aly nach­wei­sen, dass sich in den Sammlungen des MPI für Hirnforschung in Frankfurt Hirnschnitte von „Euthanasie“-Opfern befan­den. Zu Beginn des Jahres 1989 berich­te­te Aly in einem Artikel in der „Zeit“ über die Sammlung Hallervordens und die Widerstände der MPG gegen sei­ne Recherchen. Unmittelbar zuvor hat­te die Kultusministerkonferenz der Länder auf inter­na­tio­na­len Druck hin den Beschluss gefasst, alle Präparate von poten­zi­el­len NS-Opfern aus den Sammlungen deut­scher Universitäten zu ent­fer­nen. Daraufhin ent­schied sich die Max-Planck-Gesellschaft die Präparate zu bestatten…

Das Projekt kon­zen­triert sich pri­mär auf die Opfer und ihre Schicksale. Es will die­sen Menschen ihre Identität und so einen Teil ihrer Würde zurück­ge­ben…«

Mehr zu einem der benann­ten Täter aus der neu­ro­pa­tho­lo­gi­schen Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung, Julius Hallervorden:

»… Hallervordens Name fiel bereits 1946 beim Nürnberger Ärzteprozess und stand 1947 im Namensverzeichnis der zwei­ten Ausgabe des Berichtes der Deutschen Ärztekommission beim Amerikanischen Militärgericht I in Nürnberg. Dessen unge­ach­tet arbei­te­te Hallervorden ab 1949 als Abteilungsleiter am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Gießen. 1956 wur­de er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz aus­ge­zeich­net, 1962 erhielt er die Ehrendoktorwürde. Er starb am 29. Mai 1965 im Alter von 82 Jahren an Blasenkrebs…«
de​.wiki​pe​dia​.org, Abruf 19.8.25, hier zitiert ohne Links und Fußnoten – Hervorhebungen von mir. Im Artikel gibt es mehr Einzelheiten.

5 Antworten auf „"Vermischtes"“

  1. Auch nur im Sinne der Propaganda. Die Hintermänner und Auftraggeber wer­den da genau­so ver­schlei­ert wie die hin­ter Corona. Es geht also dar­um von den Auftraggebern sowie von denen die davon pro­fi­tiert haben abzulenken.

  2. Eine inzwi­chen im Netz gelösch­te Hochschularbeit zum Thema offen­bar­te noch viel wei­ter rei­chen­des. Es ging um Justitz im Dritten Reich und erläu­ter­te am Beispiel "Rassenhygiene" die Vorgehensweise. Wie gesagt gelöscht, oder ver­scho­ben /​Umbenannt .…

    Die NS Rassenhygiene basiert auf Listen, die (ver­meint­li­che) "Erbkrankheiten" auf­führ­te, wel­che aus dem Erbmaterial der "Herrenrasse" zu ent­fer­nen waren. Die Mittel dazu waren Sterilisation und Tötung der Träger. Die Wahl des Mittels erfolg­te nach einer Nützlichkeits- und einer Unterhaltsbetrachtung. Konnte eine Familie also für ein als "erb­krank" erach­te­tes Kind bei­spiels­wei­se voll­um­fäng­lich auf­kom­men, und war die­ses in der Lage etwas zu arbei­ten, konn­te Sterilisation vor Tötung erfolgen.

    Die Ärzte stell­ten die Diagnosen und teil­ten ggf. mit. Die "Erbkranken" wur­den dar­auf­hin begut­ach­tet und unter Umständen zur Tötung nach Vorgabe der Regierung emp­foh­len. Diese "Empfehlung" ging ganz offi­ziel an die (Nazi-) Justitz, wel­che i.d.R. die Tötung/​Sterilisation dar­auf­hin auch anordnete.

    Grundsätzlich war also der gesam­te Gesundheits- und Justitzkomplex, ins­be­son­de­re Gerichte, in die­se Praxis mit inbe­grif­fen. Man muß also davon aus­ge­hen daß allen prak­ti­zie­ren­den Ärzten und Richtern die Vorgehensweise bekannt war, und durch die­se prin­zi­pi­ell, (ggf?) auch aus­ge­übt wur­de. – Fazit!

    Somit ist der gesam­te Grundaufbau der BRD, "behaf­tet". Vermutlich mei­nen das die Leute, die oft sagen es hät­ten Alle mit­ge­macht. Tatsächlich waren es wohl "sehr Viele". Die Überlebenden wur­den mei­nes Wissens nicht ent­schä­digt. Das bedeu­tet unter ande­rem daß auch gegen Beteuerungen die Vorgehensweise bis Heute einen "legi­ti­mie­ren­den" Ansatz auf­weist. Behauptete also jemand das wäre "Richtig" gewe­sen, pflich­tet ihm die Justitz zumin­dest "pas­siv" bei.

    Was ich per­sön­lich ger­ne dazu anfü­gen möch­te, ist die Tatsache das nicht alle so dia­gno­sti­zier­ten tat­säch­lich "erb­krank" gewe­sen sein muß­ten, dazu kom­men wohl auch noch will­kür­lich wie unwill­kür­li­che Fehldiagnosen und schät­zungs­wei­se wohl mut­maß­li­che Opfer von Verbrechen – was sie dann letz­ten­en­des sowie­so Alle gewe­sen sind.

    Unser Staat sagt zwar: Ja, das waren Verbrechen. Aber es lohnt sich mei­nes Wissens mal die Zahlen der Opfer und der ver­ur­teil­ten Straftäter im Kontext, zu ver­glei­chen. Dann stel­le ich abschlie­ßend die Frage. Wenn bekannt ist, oder bekannt sein könn­te, wer die Tötung began­gen hat, und wer "Beihilfe" lei­ste­te, wie kann man dann die weit­ge­hen­de Ignoranz erklären.
    In wel­cher Form wur­den bei­spiels­wei­se Angehörige ange­hal­ten Stillschweigen zu bewah­ren? Was pas­sier­te wenn mal einer erzähl­te: ja, der Arzt XY hat den Dingsbums "dia­gno­sti­ziert" und mit zur Tötung vor­ge­schla­gen, wor­auf das durch Richter YZ dann ange­ord­net, und durch Anstalt WY dann durch­ge­führt wur­de, wo sei­ner­zeit übri­gens Arzt Dingsbums aus Dingenskirchen-Praxis damals tätig war.
    Rein fik­tiv natür­lich, aber hat man dann "die juri­sti­sche Keule" geschwun­gen, gab's ech­te phy­si­sche Dresche, oder hat nie einer so etwas sagen gewollt? Was ich den­ke behal­te ich mal für mich. Seltsamerweise habe ich noch nie von so einem Fall inner­halb der BRD gehört. Sonst Einer – Das wäre mal interessant.

    Geschmacklos – oder?

    Komisch, wie heu­ti­ge Mediziner sich schein­bar ange­pisst füh­len wenn man mal was sagt. Auch wenn man gar nichts zu ihnen, oder über sie per­sön­lich spricht. Vermutlich ver­wackelt es den Heiligenschein, unse­rer "Halbgötter in Weiß". Und ganz schön "Dumm" wenn man gar dazu genö­tigt wird.

    Und wer zieht dar­auf hin die Aufmerksamkeit auf sich? Unsere angeb­lich auf­ge­klär­te und rund­um­auf­ge­ar­bei­te­te, total auf­ge­schlos­se­ne Gesellschaft, hat doch auf alles eine Erklärung parat – oder? Erwägt man es in Zukunft viel­eicht wie­der, oder möch­te man sich bloß die Option offen halten.

    1. Und des­we­gen war es umso unver­ständ­li­cher und absto­ßen­der, war­um Behinderte oder Menschen mit Handikap ab 2021 unbe­dingt "geimpft" wer­den soll­ten, war­um es sogar eine "Impf"-Pflicht geben soll­te!!! ÄTZEND, absto­ßend, widerlich:

      https://​www​.lebens​hil​fe​.de/​p​r​e​s​s​e​/​p​r​e​s​s​e​m​e​l​d​u​n​g​/​m​e​n​s​c​h​e​n​-​m​i​t​-​b​e​h​i​n​d​e​r​u​n​g​-​v​o​r​-​c​o​r​o​n​a​-​s​c​h​u​e​t​z​e​n​-​l​e​b​e​n​s​h​i​l​f​e​-​f​u​e​r​-​i​m​p​f​p​f​l​i​c​h​t​-​u​n​d​-​r​a​s​c​h​e​-​i​m​p​f​u​n​g​e​n​?​s​r​s​l​t​i​d​=​A​f​m​B​O​o​q​6​p​1​d​N​L​k​o​R​2​c​o​Q​D​a​7​4​J​o​C​6​8​k​n​Y​S​6​b​D​h​K​m​v​M​P​Y​c​k​X​u​B​R​z​1​x​W​HFr

      Sie woll­ten an den Behinderten, in irgend­ei­ner Weise beein­träch­tig­ten Menschen wahr­schein­lich testen, wie die Mod-RNA-Stoffe wir­ken, was sie mit der Behinderung machen. Wie die kör­per­lich und men­tal ein­ge­schränk­ten auf die Substanzen reagie­ren. Widerlich. Zum Fremdschämen, zum Erbrechen wider­lich. Das Ganze dann noch als "Teilhabe am gesell­schaft­li­chen Leben" zu dekla­rie­ren, das den Behinderten zusteht. Teilhabe an "Impf"-Nebenwirkungen ist das rich­ti­ge Wort.

  3. Herrenmenschen-Ideologie trifft auf Profitstreben in einem tota­li­tär-faschi­sti­schen System. Opportunistische Duckmäuser wei­gern sich, die Realität wahr­zu­neh­men. Opportunistischen Profiteuren und Kapitaleignern ist das Leid und Schicksal der Objekte egal, solan­ge die eige­ne Machtfülle und das eige­ne finan­zi­el­le und gesell­schaft­li­che (und poli­ti­sche) Wohlergehen funktionieren.

    Warum nur kommt dies so bekannt vor? Geschichte wie­der­holt sich? Selbstverständlich! In Endlosschleife.

    1. @Clarence O'Micron:

      Gut for­mu­liert mei­ne ich, und ein deut­li­ches Schippchen drauf wäre zumin­dest nicht unrealistisch.

      Ich versuch's mal. Wiederholen kann man nur was ende­te. Vieleicht etwas zu stark for­mu­liert – im "brei­ten Kontext". Unsere Ärzte und Juristen haben sich stets sicht­lich bemüht sich am Riemen zu rei­ßen. Schade daß immer die Extreme den Ruf der Gruppe schlecht machen. In vie­len Fällen aber lei­der auch "sel­ber Schuld"?

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