
»… Fake-Artikel landen auch in seriösen Fachzeitschriften
Wo letztlich ein Fake-Artikel veröffentlicht wird, hängt von der Bezahlung ab. Am günstigsten scheint es, in Fake-Journals zu veröffentlichen. Das sind Pseudo-Fachzeitschriften, die einen wissenschaftlichen Namen tragen und zum Zweck der Veröffentlichung von Fake-Artikeln gegründet werden. Sie fliegen allerdings häufig als Fälschung auf.
Die zweite Möglichkeit ist, in Fachzeitschriften zu veröffentlichen, die zwar einen seriösen Namen haben, aber eingestellt wurden – zum Beispiel das ehemalige Fachblatt "HIV Nursing". Sie werden gekapert, indem ihre Webseiten-Domain gekauft wird. Der Name des ehemaligen Fachjournals und damit die Reputation werden einfach weiter genutzt.
Die Luxusvariante schließlich ist die, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestochen werden, die dann den Fake-Artikel positiv bewerten und auch in renommierten echten Fachzeitschriften unterbringen.
Publikationsdruck verleitet Forschende zur Fake-Veröffentlichung
Das Geschäftsmodell funktioniert so gut, weil der Druck auf Forschende wächst, möglichst schnell Ergebnisse zu bringen und viel zu publizieren. Das ist im Wissenschaftsbetrieb die Währung, um an Fördergelder für die eigene Forschung und Karriere zu kommen…
Die meisten Fakes kommen aus der Biomedizin
Bernhard Sabel hat 2024 das Buch "Fake Mafia in der Wissenschaft" veröffentlicht. Er hat recherchiert, dass besonders viele Fälschungen aus dem Bereich der medizinischen Publikationen kommen. Das sei aber nicht verwunderlich, da ein Drittel bis die Hälfte aller Publikationen aus der Biomedizin stammten.
Sabel warnt, dass die Fälschungen nicht nur für die Biomedizin – also für die Versorgung der Menschen – gewisse Risiken bergen, sondern auch für die Industrie. Wenn zum Beispiel aufgrund falscher Angaben bei der Herstellung von Produkten falsche Materialien verwendet würden oder falsche Experimente geplant seien…«
Es sei denn, die Hersteller werden staatlich freigestellt von der Verantwortung… Hier sind wir auch bei den Limitationen des Artikels und der Studie, wie es dort meist heißt. In der Studie, auch in ihren Anhängen, werden die TäterInnen nicht benannt. Das wäre insbesondere für die genannte Luxusvariante von erheblichem Interesse, bei der Fälschungen "in renommierten echten Fachzeitschriften" plaziert werden. Es gibt keinen Hinweis darauf, wer wohl außer den Fälschenden, die sich Fördergelder erschleichen, ein Interesse etwa an geschönten Impfstoffstudien haben könnte. Deshalb findet keine kritische Einbettung statt in ein profitgetriebenes System, das zu Fälschungen geradezu einlädt. Insofern muß die Schlußfolgerung bestenfalls hilflos bleiben:
»Die Wissenschaft muss sich besser kontrollieren
Um die Glaubwürdigkeit des Wissenschaftsbetriebs als Ganzes zu erhalten, sollte sich die Wissenschaft selbst besser kontrollieren, so das Fazit der jüngsten Studie aus Illinois. Bernhard Sabel von der Uni Magdeburg schlägt dazu eine Art unabhängige und übergeordnete Instanz vor, die auf die Einhaltung der Regeln schaut – also eine Art TÜV für die weltweite Wissenschaft. Der sollte auch den Fachzeitschriften stärker auf die Finger schauen und den Wildwuchs der Journale genau durchforsten.«
Das klingt wie die gern genommene Selbstregulierung der Wirtschaft und muß wie diese fehlschlagen. Es steht zu erwarten, daß der Beitrag abgeheftet wird in der Kategorie "Gut, daß wir mal drüber gesprochen haben". Und das trotz der realistischen Prognose:
»Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz drehe sich die ganze Betrugsmasche immer schneller und werde irgendwann möglicherweise gar nicht mehr kontrollierbar. Denn schließlich würden die Modelle künstlicher Intelligenz dann auch mit falschen Fakten weitertrainiert und würden diese immer weiter replizieren.«
Ich bleibe beim Interrete delendum esse. (Der Kapitalismus sowieso.)

Man sollte hin und wieder darauf hinweisen:
Im Kapitalismus geht es hin und wieder auch ums Geld.
Das scheint vielen Zeitgenossen oft gar nicht bewusst zu sein.
Und erst recht, wenn sich Kapitalisten zum Projekt “Lebensretter für alle” zusammen geschlossen haben.
Neulich las ich in einer Praxis: "Lebensretter werden Klimaretter"… hmmh, werden nun Leben nicht mehr gerettet, damit "das Klima" gerettet wird? Wie kann so ein Satz Sinn ergeben? Garnicht vermutlich.
> Tagesschau: "Die meisten Fakes kommen aus der Biomedizin"
Korrektur: Die meisten Fakes kommen aus der Tagesschau.
@Erfurter
"Die meisten Fakes kommen aus der Tagesschau"
Die meisten Fakes kommen in die Tagesschau!
@ Bessermecki sagt:
> Die meisten Fakes kommen in die Tagesschau!
Ja.
@Erfurter
😀
Betrug und Lügen: Endlich Themen, zu denen sich die Redaktion der Tagesschau unbestreitbar kompetent äußern kann. Und prompt macht sie es, in ihrer bewährten Art und Weise.
Ich dachte mir, ich schau mir mal an, was für einen Scheiß die zum bevorstehenden Antritt Selenskis im Anzug (!) in Washington verzapfen. Der Text ist uninteressant. Nichts als ein Brei von Lügen und Manipulationen. Aber das oberste Bild hat es in sich:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-europa-usa-100.html
Wer ist "Call-in User_15"?