Wir kennen das ja aus der Corona-Zeit. Kritische Medien wie der "Tagesspiegel" berichten neutral, was der Staat unternimmt und geben kritischen Stimmen Raum. Hier geht es um die übergriffigen Nordländer, die den Kindern etwas wegnehmen wollen, und mahnende ExpertInnen.

Die Nachrichten sind schon angealtert, die Kritik aber um so wichtiger, weil hierzulande Digitalisierung immer mehr verpönt wird.
»… Schwedens Regierung verbannte digitale Geräte aus Vorschulen, auch in den Grundschulen sind Bücher und Handschrift wieder zurück. Insgesamt 106 Millionen Euro stellte die Regierung 2024 bereit, um im großen Stil gedruckte Lehrbücher anzukaufen.
Bildungsminister entschuldigt sich für digitales Experiment
Schwedens Bildungsministerin Lotta Edholm erklärte den Schritt mit einem klaren Plädoyer für Stift und Papier: „Analoge Umgebungen und Lernmittel bieten die besten Voraussetzungen, um grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten zu entwickeln.“
In Dänemark entschuldigte sich der Bildungsminister Mattias Tesfaye sogar dafür, Jugendliche zu „Versuchskaninchen in einem digitalen Experiment“ gemacht zu haben. Was ist schiefgelaufen im digitalen Klassenzimmer? Und kann Deutschland etwas daraus lernen?…
2018 hatten bereits ein Viertel aller schwedischen Grundschulkinder – Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren – Zugang zu einem persönlichen Gerät.
Ähnlich war die Situation in Dänemark: 2018 gaben mehr als 80 Prozent der befragten Lehrpersonen in Grundschulen an, im Unterricht digitale Endgeräte einzusetzen.
Der Rest der Welt blickte damals noch gespannt auf diesen Versuch, Bildungswissenschaftler aus anderen Ländern lobten die Weitsicht der Skandinavier. Doch je länger das Experiment andauerte, desto häufiger stellten empirische Untersuchungen den Nutzen der digitalen Lernmittel infrage.
Entscheidend für die Trendwende war – ähnlich wie jetzt in Deutschland – eine wissenschaftliche Stellungnahme, die das Karolinska-Institut in Stockholm am 28. April 2023 veröffentlichte.
Das Urteil der Wissenschaftler aus den Bereichen Neurowissenschaft, Entwicklungspsychologie und Geriatrie fiel eindeutig aus: „Die Digitalisierung der Schulen hat große negative Auswirkungen auf den Wissenserwerb der Schüler“…
Wer etwa Texte auf Bildschirmen las, lag nach Erkenntnissen des Karolinska-Instituts im Durchschnitt etwa zwei Jahre hinter Schülern zurück, die Texte auf Papier lasen. Die Wissenschaftler forderten daher, zumindest in den frühen Schulstufen, eine Rückkehr zu traditionellen Lernmitteln…«
Wir wissen alle, welchen gefährlichen Weg skandinavische Länder, allen voran Schweden, in den "Zeiten der Pandemie" Schulen und Kindern wiesen. Während in der BRD auf den großen Forscher Christian Drosten gehört wurde und die europaweit längsten Schulschließungen verordnet wurden, setzte man dort leichtfertig auf die Durchseuchung der Gesellschaft. Auf erzieherische Maßnahmen wie jahrelanges gemeinsames Nasestochern, Masketragen und In-die-Ecke-Stellen von "Ungeimpften" mußten die Kids in Schweden verzichten.
Nun folgt der gleiche Leichtsinn bei der dringend nötigen Digitalisierung. Doch der "Tagesspiegel" bleibt auf der Hut. Er ruft die Medienwissenschaftlerin Ingrid Forsler auf:
»Fragwürdig ist aus ihrer Sicht vor allem, dass die Regierung offenbar nur die kognitiven, medizinischen Aspekte der Digitalisierung berücksichtige. „Andere Standpunkte, wie beispielsweise die Bedeutung der Medienkompetenzbildung oder die digitalen Rechte von Kindern, lässt man völlig außer Acht“, sagt Forsler…«
Ich enthalte mich einer Kommentierung, man hat eine gewisse Selbstachtung.
»Digitale Technologien sind weder die Lösung noch das Problem. Es kommt vielmehr darauf an, wie die Technologie in den Klassenzimmern eingesetzt wird.
Das ist ein Standpunkt, den auch die schwedische Pädagogin Inger Enkvist vertritt, eine der prominentesten Stimmen unter den Gegnern der überhasteten Digitalisierung. Sie sieht Tablet und Laptop nicht per se als Problem, sondern das pädagogische Prinzip, das häufig damit einhergehe: eigenständiges Lernen.…
Medienwissenschaftlerin Ingrid Forsler hofft darauf, dass die Regierung noch einen guten Mittelweg zwischen unüberlegter Digitalisierung und radikaler Rückkehr zu Stift und Papier findet. „Es gibt zahlreiche Best-Practice-Fälle, die zeigen, wie man digitale Technologien auf pädagogisch wertvolle Weise in den Unterricht integriert. Anstatt die Digitalisierung komplett rückgängig zu machen, hätte man sie von Fall zu Fall verbessern können.“
Die Debatte ist also auch in den nördlichen Nachbarländern noch längst nicht erledigt.«
Noch einmal: Wie bei Corona erhalten KritikerInnen den ihnen zustehenden Raum, um die Regierung vor falschen Schritten zu warnen. Kein Framing, sondern Gleichberechtigung von Positionen. Das Karolinska-Institut, das die Entscheidung über den Medizin-Nobelpreis trifft, darf ebenso freimütig kritisiert werden, wie es beim Robert-Koch-Institut der Fall war und ist.









Es reicht mir. Alle diese Falschinformationen sind ebenso dokumentiert wie die zeitweise tägliche Hetze und die Verbandelung des "Tagesspiegel" mit der Pharmaindustrie. Dutzende weitere Beiträge dazu auf https://www.corodok.de/?s=tagesspiegel. Dort ist auch zu lesen, wie das gleiche Personal auf Kriegsbegeisterung umschwenkte, als Corona zu langweilen begann.

"… , sondern das pädagogische Prinzip, das häufig damit einhergehe: eigenständiges Lernen.…"
Dies ist der Dreh- und Angelpunkt. Aus ökonomischer Perspektive ist dies gewünscht, da Personalkosten eingespart werden. Die Vereinzelung der Person verhindert darüber hinaus Debatten und das Aufkommen alternativer Lösungsmöglichkeiten. Spontanität wird verbannt. Es ist ein überaus mächtiges Mittel der Dressur. Von Kindesbeinen an. Dies setzt sich über die gesamte Spannbreite des Lebens fort. Schule, Ausbildung, Studium, Fortbildung etc.
Die Verbannung von Spontanität wird im Übrigen auch als ein Kennzeichen faschistischer Systemen genannt.
> Die Digitalisierung der Schulen hat große negative Auswirkungen auf den Wissenserwerb der Schüler.
Genau das ist ja beabsichtigt. Sonst würden ja die Schüler merken daß das mit dem grünen Wasserstoff alles nur Schwindel ist.
Vermutlich wünschten sich viele Politiker sogar, auf digitalisierte Schulen gegangen zu sein. Das würde ob ihres schwer nachvollziehbaren Verhaltenskontingentes "den Ach-So-Reflex in der Massenpsychologie" w.o.h.l. enorm reizen.
Ach – So, Ja Dannn .…. ; ooch, der/die Arme .….. ; komm, wählen wir nächsma' wieder, konnt' ja keiner wissen … das is so traurisch .….
Die Seele der breiten Massen scheint wohl fast annähernd, in Gänze ganz, unergründlich, nearly zu sein ?
Achso, fast vergessen – by the way – Haben die PCR-Testungen den spezifischen "Covid-19" damals nun nachgewiesen, oder irgendeinen "Wald-und-Wies'n‑Corona". Und warum diagnostizierten die politics, less the medicinicks?
Hat die fröhliche Dame von der Süddeutschen Zeitung sich schon geäußert? Sie meinte kürzlich sinngemäß, dass Ärzte ihre diagnostische Kompetenz verlieren, sei nicht so schlimm, weil das mache ja dann die KI.
Wieso sollte das bei Lese- und Schreibfähigkeiten von Schülern anders sein.
Mir haben gerade zwei Brandenburger Grundschulkinder erzählt: bei uns in der Schule ist Handyverbot. Wir müssen das in der Schultasche lassen, dürfen es aber auf dem Schulweg benutzen.
🙂
Ich:
Und? Vermisst Ihr das nicht, immer online mit dem Handy?
Beide, einstimmig:
Nö. Wir können es ja zu Hause einschalten.
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Ich gebe dafür 5 Sterne: * * * * * Ob die zwei hier mitlesen, weiß ich nicht und ob ich eine AllerseeNixe bin, wissen sie auch nicht … 😉
Die beiden HABEN natürlich Handys, aber die Idee, die Teile nur auf dem Hin- und Rückweg zu aktivieren oder eben sie komplett abgeschaltet zu lassen, finde ich gut. Ich will nicht schon wieder von meiner eigenen Kindheit erzählen, wo ich immer dann "nach Hause musste, wenn die Laternen angehen" und in der Zwischenzeit wussten meine Eltern nicht, wo ich war. Weder als Kind noch als Teenager – sie wussten es nicht. Ich war eben eben draußen mit Freunden oder allein, weit weg, irgendwo, draußen. Nicht getrackt, nicht mit App., nicht überwacht mit der Apple-Watch, mit gar nichts. Ich hätte mir beide Beine brechen können, vom Auto überfahren werden können, niemand wusste, wo ich bis zur Dämmerung war.
Herrlich!
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News4teachers
STUTTGART. Gut 7.500 Jugendliche verließen im vergangenen Jahr die Schulen in Baden-Württemberg ohne Abschluss. Dagegen will der Grünen-Spitzenkandidat Özdemir angehen – mit einer Art «Frühwarnsystem».
https://www.news4teachers.de/2025/08/oezdemir-bildungs-id-fuer-jeden-schueler-als-fruehwarnsystem-gegen-schulabbruch/