Die Blauäugigkeit, mit der Gorbatschow 1986 ff. dem Westen begegnete, soll es nach Putin nie mehr geben. Ungewollt gibt die "Süddeutsche Zeitung" ihm dabei Futter.

Rußland habe "zum Leidwesen Wladimir Putins viel vom imperialen Glanz vergangener Zeiten eingebüßt", lesen wir. Das kann man so sehen. Gesichert erscheint, daß eine "Spiegel"-Überschrift wie "Obama verhöhnt Russland als Regionalmacht" heute Stirnrunzeln hervorriefe.
Die "SZ" benennt einige der 50 Gipfeltreffen nach dem Zweiten Weltkrieg ausführlicher.
»So war es im Juni 1961 in Wien, als sich der damals neu gewählte US-Präsident John F. Kennedy und der Sowjetführer Nikita Chruschtschow zu einem Gipfel trafen. Der Russe war mit Kennedys Vorgänger Dwight Eisenhower ganz ordentlich ausgekommen. Er respektierte den einstigen Oberbefehlshaber der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, hatte ihn 1955 in Genf kennengelernt und 1959 nach einer fast zweiwöchigen Reise quer durch Amerika auf dem Landsitz der US-Präsidenten in Camp David besucht. Kennedy aber misstraute er. Der hatte im Wahlkampf den missile gap beklagt (den angeblichen Vorsprung der Sowjetunion bei den Nuklearraketen, den es nicht gab, ganz im Gegenteil) und neue Rüstungsanstrengungen angekündigt.«
Das Gespräch sollte ergebnislos verlaufen: »Am Ende verabschiedet Kennedy den polternden Russen an dem sommerlichen Junitag in Wien mit einem ominösen Satz. „Es wird ein kalter Winter werden.“«
»Nach einer längeren Eiszeit aber folgt eine Reihe historischer Treffen. 1972 unternimmt Richard Nixon die erste Reise eines US-Präsidenten nach Moskau. Dort unterzeichnen er und der damalige Sowjetführer Leonid Breschnew die ersten einer ganzen Serie von nuklearen Abrüstungsabkommen. 1975 besiegeln Nixons Nachfolger Gerald Ford und Breschnew in Helsinki die Gründung der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, der heutigen OSZE.«
Es ist müßig, darüber zu spekulieren, warum die "SZ" unterschlägt, auf welch gewaltige Widerstände der NATO und der Bundesregierungen die Abrüstungsinitiativen der UdSSR stießen. Das Totrüsten der Sowjetunion blieb auch danach erklärtes (und erfolgreiches) Ziel. Schon Ronald Reagan sprach wieder von einer "Enthauptung" der sowjetischen Führung durch atomare Präzisionsschläge und verkündete "Victory is Possible" (s. z. B. hier und hier).
Zum Treffen von 1986 berichtet die "SZ":
»... Der alternde US-Präsident weist erste Entspannungssignale des noch jungen Sowjetführers brüsk zurück. Doch nun treffen sie sich, auf Initiative des Russen, auf halbem Weg in der isländischen Hauptstadt Reykjavík.
In Reykjavík fürchten die Amerikaner eine Falle – doch es kommt anders
Gorbatschow hat einen dicken schwarzen Aktenkoffer dabei, voll mit detaillierten Abrüstungsvorschlägen. Reagan fühlt sich überrumpelt, doch wittert er die Chance auf einen Deal...
Am Ende scheitert der Gipfel allerdings doch. Die Amerikaner wollen weiterhin ein weltraumgestütztes Raketenabwehrsystem entwickeln. Die Sowjets wollen das nicht, weil sie wirtschaftlich nicht mehr mithalten können. Reagan reist wutentbrannt mit hochrotem Kopf ab…«
Der Artikel endet mit einem Blick auf die Treffen von Präsident Franklin D. Roosevelt und "dem sowjetischen Diktator Josef Stalin", dessen Wiedergänger bekanntlich der heutige "Machthaber" ist:
»... damals teilten die beiden Staatsführer (assistiert vom britischen Premier Winston Churchill) die Welt neu auf. Verschoben Grenzen, verteilten ganze Landstriche neu, sicherten sich wechselseitig Einflusssphären zu…«
Die Vorgeschichte muß man sich dazu denken.

Soweit ich weiß, und ich bin kein Historiker, haben in der Geschichte Europas, so wie wir es heute kennen, drei Länder Russland angegriffen: Schweden, Frankreich, Deutschland. Vermutlich wird man das in Russland ebenso wissen.
Gorbatschow hat das weitergeführt was Chruschtschow 1953 begonnen hat: Den Verrat, die Konterrevolution und die systematische Zerstörung der UdSSR.
Stalin sagte noch kurz vor seinem Tod 1953: Eine Zerstörung der UdSSR, wäre nicht nur für das Volk der vereinten Sowjetrepubliken eine Katastrophe sondern eine Katastrophe für die ganze Welt.
Die heutige Situation zeigt, daß Stalin absolut Recht hatte.
"Das Totrüsten der Sowjetunion blieb auch danach erklärtes (und erfolgreiches) Ziel."
Man setzte die Ausgaben des sogenannten Westens in Relation und bedenke die Folgen von dessen Schuldenorgien, mittels derer die finanzielle und wirtschaftliche Substanz extrahiert wird.