Seit einer Woche finden wir in den Medien halbstündig Einschätzungen von Experten, die stets gleichlautende Spekulationen zur Ukraine von sich geben:
Menschen auf der Straße wollen keine Katapultation, virtueller Führer Merz, kein Gebieteraustausch, jedenfalls nicht so, große Verschlossenheit der EU, Trump, Putin, pfui, EU nichts zu melden, geht so nicht.
Einen Punkt haben sie dabei. Daß zwei imperialistische Führer über den Kopf der Ukraine hinweg Gebiete in Osteuropa aufteilen, ist ein Unding. Getrübt wird das Argument dadurch, daß seit Bestehen der NATO genau so mit anderen Ländern verfahren wurde (Syrien, Afghanistan, Irak, Gaza…). Schmerzhaft für die bisherigen Herren der Welt ist nun, daß sie hier nicht mehr über ein Alleinstellungsmerkmal verfügen. Die EU, die alles tat, den Krieg zu befeuern, ist als letzte geeignet, über Friedenspläne mitzureden.

Kapitalisten geht es ständig um die Neuaufteilung der Welt. Die da lebenden Völker/Menschen wurden diesbezüglich noch nie gefragt.
die "aufteilung" wurde auf dem "Schlachtfeld" erkämpft, nicht am Grünen Tisch.
Das russische Kriegsziel ist die "Befreiung" (aus westlicher Sicht: "Eroberung") der der russischen Föderation beigetretenen ukrainischen Ostgebiete.
Aus russischer Sicht sind diese Gebiete "besetzt".
> die "aufteilung" wurde auf dem "Schlachtfeld" erkämpft, nicht am Grünen Tisch.
Nunja, die Aufteilung findet hauptsächlich an den Börsen statt. Und wer nicht verkaufen will, kriegt an Angebot was er nicht ablehnen kann.
das können Sie den Familien der "Gefallenen" sagen.
@holger, die Familien "der Gefallenen" wissen sehr wohl was da gespielt wird, denen muß man gar nichts erklären.
die Familien der "Gefallenen" wissen, daß ihre "Gefallenen" tot sind.
und die wissen auch wer dahinter steckt! Sagt mein Schwager aus Libyen.
Bei den Minsker Abkommen saßen die USA nicht selbst am Tisch. Bekanntlich diente es lt. Merkel dazu Zeit zu gewinnen, um die Ukraine militärisch zu stärken. Gehalten haben sich wohl weder Russland noch die Ukraine an die Abmachungen.
https://libmod.de/10-jahre-abkommen-von-minsk-10-lehren-fuer-verhandlungen-mit-moskau/
".…Was sind die Lehren aus dem Scheitern des Abkommens – auch mit Blick auf neuerliche Verhandlungen mit Russland über ein Ende des Ukraine-Kriegs? Die wichtigste Lektion: Europa muss alles daransetzen, damit die Ukraine aus einer Position militärischer Stärke verhandeln kann. Und es muss klar sein, was nicht zur Verhandlung steht: die Souveränität und Sicherheit der Ukraine, einschließlich ihrer Integration in die euro-atlantische Gemeinschaft.…"
Ich vermute letzter Punkt ist das Hauptmotiv für Merz und Co. und der erste ein Feigenblatt. Es besteht leider keinerlei Interesse an der Souveränität der Ukraine, sonst würde man anders handeln.
@o.W.: Ich vermute, es gibt bessere Quellen als die Hochburg des Bellizismus "Zentrum Liberale Moderne".
Apropos Minsker Abkommen,
erinnern wir uns doch mal wie die Antwort der West-Alliierten auf das 1945 in Potsdam getroffene Abkommen lautete:
2 Atombomben auf Japan (da waren die Unterschriften noch gar nicht trocken).
Aha. Minsker Abkommen: Schall und Rauch. So steht die Antwort auf das Alaska-Treffen übermorgen auch schon fest. Falls das überhaupt zustande kommt, wird es von Terroranschlägen begleitet sein.
> Die wichtigste Lektion: Europa muss alles daransetzen, damit die Ukraine aus einer Position militärischer Stärke verhandeln kann.
Das ist eine so richtig hohle Phrase aus der Mottenkiste der Staatspropaganda.
Alles geht auch "informell"!
https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/20973-teilung-europas-vor-75-jahren-besiegelt.html
(hätte mir natürlich eine bekanntere und mglw. "seriösere" Quelle gewünscht, aber das mit dem Zettel ist wohl "unstrittig", auch wenn man diesen als Bestandteil Churchill'scher Legendenbildung und Selbstbeweihräucherung interpretieren kann).
Haken dran, reicht!
Und dann einfach weiterwerkeln – genügte ja 1945 auch, um das Gerüst für ein paar Jahrzehnte einigermaßen stabil zu halten (Bürgerkriege – in Griechenland – und Stellvertreterkriege außerhalb des Zettels waren entweder bereits eingepreist oder "Kollateralschäden", die "uns" nicht so sehr betrafen).
Im Kreml reicht(e) 2022 – bzgl. Kriegszielen, nebst "Behandlung der Nachkriegsukraine" ‑wahrscheinlich ein kurzer Griff ins Archiv:
https://de.wikipedia.org/wiki/Konferenz_von_Moskau#Au%C3%9Fenministerkonferenz_1943
EU-seitig würde ich mich, trotz deren (bis auf die von beiden offiziellen Kriegsgegnern erwartete Bezahlung der Kriegsschäden) faktischer Bedeutungslosigkeit, nicht auf "Kriegsbefeuerung" kaprizieren, da diese ja lediglich eine Konsequenz der Erkenntnis eigener Ohn(!)macht ist:
ohne die Hegemonialmacht geht's wohl nicht – und "plötzlich und unerwartet" zerbröselt dieselbe auch noch den festen Glauben daran, dass man den Brückenkopf Europa schon nicht aufgeben werde. Sei es wegen der "gemeinsamen Werte" oder weil er eben zum "Interessengebiet" gehört, bei dem "100%" auf dem Zettel steht.
Also hofft man lieber entweder darauf, dass es sich nur um einen weiteren Gaga-MAGA-Bluff handelt und/oder auf "bessere Zeiten" hoffen – die, vielleicht, in 3 Jahren oder bereits bei den 2026 "Mid-Terms" anfangen mögen
(Und auch hier eine Parallele zum "Corona-Regime": als man einen "Endsieg gegen die Pandemie" propagiert hatte, von dem man dann – wegen des, zu Recht!, befürchteten Vertrauensverlustes auf allen Seiten – nicht mehr abweichen wollte: der Krieg gegen die eigene Bevölkerung konnte ja nicht umsonst gewesen sein?!).
Bleibt die Frage, wie "nachhaltig" dieses Mal die "Nachkriegsordnung" sein wird.
Kodifizierung des Rechts des Stärkeren, statt der Illusion, dass sich auch diese an eine (vielleicht neu zusammengebastelte) UN-Charta halten?
Als Linker lernt man Grenzen sind unwichtig. Zumal die Ukraine anscheinend auch aus ideologisch höchst unterschiedlichen Menschengruppen besteht. Da dies in der demokratischen Phase der Ukraine nicht akzeptiert wurde und die EU sowieso andere Ziele hat, sind neue Grenzziehungen angebracht. Das Grenzen nicht akzeptiert werden ist aber auch sonst normal. Hat man in Jugoslawien ja auch gemacht