Wir kennen es von Corona. Gauner, die mit Testcentern betrogen, werden knallhart bestraft, BezieherInnen von Coronahilfen gnadenlos durchleuchtet. Die großen Fälle, bei denen Milliarden Steuergelder für Masken und "Impfstoffe" verschwendet wurden, die für viel Geld entsorgt werden müssen, schaden den TäterInnen hingegen kaum. Jens Spahn wurde zum Fraktionschef der Union geadelt, Lauterbach kann weiter unbehelligt sein Unwesen treiben, von der Wiederholungstäterin Ursula von der Leyen ganz zu schweigen. Das System hat Methode, nicht erst sein Corona. Gegenwärtig erleben wir eine mediale Hetze gegen BezieherInnen von Bürgergeld. Wie bei "messerstechenden Ausländern" wird über einzelne Fälle eine ganze Gruppe stigmatisiert.

Offiziell stellt das Bürgergeld einen Beitrag zur Sicherung des Existenzminimus dar. Es ist umstritten, ob seine Höhe das leisten kann. Wir erfahren, daß dieses Minimum schon jetzt um bis zu 30 % gekürzt werden kann. Die angebliche SPD-Linke strebt einen vollständigen Leistungsentzug an. (Die Bezüge der AsylbewerberInnen liegen ohnehin darunter.)
»… Winfried Leitke: Wir wünschen uns Änderungen, die mehr Verbindlichkeit schaffen. Wir haben oftmals die Situation, dass Menschen eingeladen werden und dann nicht zum Termin erscheinen. Die Ausfallquote liegt zwischen 30 und 50 Prozent. Dafür gibt es Gründe, die sind vielfältig und oft auch wichtig.
Aber es gibt eben auch Menschen, die drei, vier, fünf Mal eingeladen werden und trotzdem nicht erscheinen. Da haben wir derzeit nur die Möglichkeit, zehn Prozent des Bürgergeldes zu kürzen, und das reicht in bestimmten Fällen nicht aus. In diesen Fällen würden wir uns tatsächlich andere Möglichkeiten wünschen. Dass wir zum Beispiel, wenn Leute permanent nicht kommen, die Leistung erstmal ganz einstellen können. Dafür bräuchten wir allerdings eine gesetzliche Grundlage.«
Die Zahlen wirken so belastbar wie die des RKI. Wer mit Betroffenen spricht, erfährt, daß Termine vom Amt oftmals willkürlich vergeben werden, ohne Rücksicht darauf, daß eine Alleinerziehende etwa ihr Kind in die Kita bringen muß. Die Gängelei der Jobcenter hat durchaus Methode, sie soll die Menschen zermürben. Dazu gehört die Auflage "bestimmter Pflichten":
»Bewirken Leistungskürzungen denn wirklich, dass Menschen schneller in Arbeit kommen, oder geht es eigentlich darum, sie zu bestrafen?
Es geht uns nie darum, die Leute zu bestrafen. Es geht uns darum, mit den Menschen sprechen zu können. Wir können aber nur mit den Menschen sprechen, wenn sie zu uns kommen. Und es geht auch darum, zu signalisieren, dass die Leistungen nicht ohne Bedingungen gewährt werden, sondern dass sie bestimmte Pflichten mit sich bringen. Wir reden von Menschen, die grundsätzlich erwerbsfähig sind, also arbeiten können. Und wenn Menschen arbeiten können, erwarte ich, dass sie sich so verhalten, wie jeder Arbeitnehmende in einer Firma: Der muss auch kommen oder Bescheid sagen, wenn irgendetwas ist.«
Hier ist es, das Klischee der Drückeberger, "die grundsätzlich erwerbsfähig sind", aber offenbar in der sozialen Hängematte verbleiben wollen. Jeder gilt als grundsätzlich verdächtig:
»Sie sagen, 30 bis 50 Prozent der Termine werden nicht wahrgenommen, das ist fast jeder zweite Termin. Warum kommen die Menschen nicht?
Manche sagen, sie kriegen die Post nicht, andere lassen sich schnell krankschreiben. Da fragen wir uns dann: Sind sie wirklich krank oder nicht?«
Diese Anmaßung ist (noch) klar gesetzeswidrig. Weder ein "Arbeitgeber" noch die Bürokratie der Jobcenter hat darüber zu befinden, ob ÄrztInnen zu Recht krankschreiben. Wenn dieses Prinzip durchbrochen wird, wird jeder von uns zu einem potentiellen Opfer von Willkür, denn warum sollte dies auf die beschriebene Gruppe beschränkt bleiben? Schon jetzt gibt es darüber hinaus Erwägungen, Jugendliche im Bezug mit Geldkarten zu versehen, ein weiterer Schritt hin zum Überwachungsstaat.
Nahezu täglich lesen wir von Massenentlassungen oder jedenfalls einem Abbau von Stellen. Zugleich erleben wir die Fortsetzung der verstörten Wirtschaftspolitik der Ampel, deren Orientierung an den Vorgaben der US-Regierung zu weiteren Betriebsschließungen führen muß. Investitionsprogramme stehen mit Ausnahme der Rüstungsprojekte lediglich auf dem Papier und unterliegen dem "Finanzierungsvorbehalt". Es ist also zu erwarten, daß die Zahl der 5,5 Millionen EmpfängerInnen von Bürgergeld weiter steigen wird. Auch ihnen droht die Knute der Leitkes dieses Landes. Denn natürlich wird es weiterhin Betrugsfälle geben, die medial hochgekocht werden.
Auch die "Berliner Zeitung" stößt in das populistische Horn. Unter der irritierenden Überschrift "50 Prozent der Termine fallen aus: So tricksen die Berliner Jobcenter jetzt beim Bürgergeld" wird am 11.8.25 das rbb-Interview zusammengefaßt.

Das Bundesverfassungsgericht hat bekanntlich bereits im Jahr 2019 entschieden, dass jenes, was von z.B. Herrn Leitke, den SPD-"Linken" oder auch anderen Personen in regelmäßigen Abständen wieder und wieder eingefordert wird, als NICHT (!) verfassungskonform zu bezeichnen ist! (1)
Hier sind meiner Ansicht nach also eindeutig verfassungsfeindliche und somit staatsdelegitimierende Tendenzen zu auszumachen, die deshalb (in einer "besseren" Welt) vom Bundesamt für Verfassungsschutz umgehend bearbeitet und streng sanktioniert werden sollten.
(1) >>> https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bverfg-1bvl7-16-sanktionen-hartz-4-alg-2-teilweise-verfassungswidrig
> Die großen Fälle, bei denen Milliarden Steuergelder für Masken und "Impfstoffe" verschwendet wurden
Ein kapitalistischer Staat wird mit seinem Kapital (Steuern, Zölle usw.) nie etwas anderes machen als das was Sie hier beschreiben. Es wäre also töricht, etwas Anderes zu erwarten.
Die Reservearmee an verarmten Lohnsklaven wird benötigt, um diese gefügig zu halten. Teile und herrsche. Das Problem ist die Trägheit der Masse, sich gegen diese Unterdrückung zu wehren, da dies mit dem Bild des Rechtsstaats und der repräsentativen (Schein)demokratie nicht vereinbar ist. Den "normalen" Lohnabhängigen kann dies ja nicht treffen, nur die faulenzenden Hartzer, das arbeitsscheue Gesindel. So zumindest doch wohl die noch immer vorherrschende überwiegende (öffentliche) Meinung.
Man hört bereits munkeln, nächstes Jahr solle es im Bürgergeld wieder eine "Nullrunde" geben.
Während Corona bekamen die Leute zum ersten Mal angemessene Regelsatzerhöhungen. Die will man ihnen jetzt wieder wegnehmen. Es kann nicht sein, dass Menschen im Leistungebezug nicht finanziell stranguliert werden.
Das gibt wieder ein paar hunderttausend neue Wähler für die AFD – rein aus Protest.
Aber die soll ja demnächst verboten werden – sagen die Erfinder des Schweinesystems Hartz-IV. Dann ist alles wieder gut.
"Gauner" wurde nicht gegendert.
Als männlich gelesenen haarloser Steppenaffen fühle ich mich arg diskriminiert.
@NT: Wie konnte das passieren?! 🙂