Rechercheteam publiziert Geheimrede von Merz. "Warum ich jahrelang nur vom Frieden redete"

Ein Rechercheteam der "Süddeutschen Zeitung", von NDR und WDR, "Politico" und der "New York Times" zitiert am 8.8.25 aus einer bis­her unver­öf­fent­lich­ten Rede von Friedrich Merz vor aus­ge­wähl­ten Pressevertretern Ende Juli 2025.

Darin legt der Kanzler dar, auf wel­che Weise seit gerau­mer Zeit die Kriegstüchtigkeit Deutschlands her­ge­stellt wer­den sollte:

»… Erstens die lang­sa­me Vorbereitung des deut­schen Volkes selbst. Die Umstände haben mich gezwun­gen, jahr­zehn­te­lang fast nur vom Frieden zu reden. Nur unter der fort­ge­setz­ten Betonung des deut­schen Friedenswillens und der Friedensabsichten war es mir mög­lich, dem deut­schen Volk Stück für Stück die Freiheit zu errin­gen und ihm die Rüstung zu geben, die immer wie­der für den näch­sten Schritt als Voraussetzung not­wen­dig war. 

Es ist selbst­ver­ständ­lich, daß eine sol­che jahr­zehn­te­lang betrie­be­ne Friedenspropaganda auch ihre bedenk­li­chen Seiten hat; denn es kann nur zu leicht dahin füh­ren, … daß die deut­sche Nation, statt den Ereignissen gegen­über gewapp­net zu sein, mit einem Geist erfüllt wird…

Der Zwang war die Ursache, war­um ich jah­re­lang nur vom Frieden rede­te. Es war nun­mehr not­wen­dig, das deut­sche Volk psy­cho­lo­gisch all­mäh­lich umzu­stel­len und ihm lang­sam klar­zu­ma­chen, daß es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit fried­li­chen Mitteln durch­ge­setzt wer­den kön­nen, mit Mitteln der Gewalt durch­ge­setzt wer­den müs­sen. Dazu war es aber not­wen­dig, nicht etwa nun die Gewalt als sol­che zu pro­pa­gie­ren, son­dern es war not­wen­dig, dem deut­schen Volk bestimm­te außen­po­li­ti­sche Vorgänge so zu beleuch­ten, daß die inne­re Stimme des Volkes selbst lang­sam nach der Gewalt zu schrei­en begann. 

Das heißt also, bestimm­te Vorgänge so zu beleuch­ten, daß im Gehirn der brei­ten Masse des Volkes ganz auto­ma­tisch all­mäh­lich die Überzeugung aus­ge­löst wur­de: wenn man das eben nicht im Guten abstel­len kann, dann muß man es mit Gewalt abstel­len; so kann es aber auf kei­nen Fall wei­ter­ge­hen. Diese Arbeit hat Monate erfor­dert, sie wur­de plan­mä­ßig begon­nen, plan­mä­ßig fort­ge­führt, ver­stärkt. Viele haben sie nicht begrif­fen, mei­ne Herren ; vie­le waren der Meinung , das sei doch alles etwas übertrieben. 

Das sind jene über­züch­te­ten Intellektuellen, die kei­ne Ahnung haben, wie man ein Volk letz­ten Ende zu der Bereitschaft bringt, gera­de­zu­ste­hen, auch wenn es zu blit­zen und zu don­nern beginnt. 

Zweitens war es auch not­wen­dig, die Propaganda gegen­über der Welt zu machen, und zwar nach einer gan­zen Reihe von Gesichtspunkten hin. Erstens: es war not­wen­dig, der übri­gen Welt die Probleme , die uns selbst bewe­gen, natur­ge­mäß auch als dring­li­che und schwe­re auf­zu­zei­gen. Zweitens: war es not­wen­dig, der ande­ren Welt klar­zu­ma­chen, daß die deut­sche Nation all­mäh­lich in den Zustand kommt, daß mit ihr nicht mehr gespaßt wer­den kann. Das muß­te man aus der Art der Behandlung die­ser Probleme lang­sam her­aus­füh­len. Und end­lich muß­te man die Überzeugung erhal­ten von der Geschlossenheit der deut­schen Nation. Auch dafür muß­te die Presse wesent­lich mit ein­ge­setzt wer­den. Weiter aber war es not­wen­dig, mit die­ser Presse und son­sti­ger Propaganda auf den Feind einzuwirken…

Eines ist sicher, mei­ne Herren: eine Verzögerung auch nur von ein oder zwei Jahren hät­te uns mili­tä­risch in eine außer­or­dent­lich schwe­re Lage gebracht… Irgendwie glau­be ich, hat sich die­se Platte, die pazi­fi­sti­sche Platte, bei uns abge­spielt. Man hät­te wahr­schein­lich die­se Melodie nicht mehr gehört oder ihrem Inhalt nicht mehr geglaubt. Ich war der Überzeugung, daß es jetzt nur noch den ande­ren Weg gibt, näm­lich den, ganz bru­tal und rück­sichts­los die Wahrheit zu sagen, nicht mehr und nicht weniger…

Ich möch­te nun fest­stel­len, daß tat­säch­lich die­se Propaganda in die­sem Jahre her­vor­ra­gend gear­bei­tet hat, ganz her­vor­ra­gend, und daß auch die Presse tat­säch­lich sich ganz hin­ein­ge­lebt hat in die­se Arbeit und daß ich per­sön­lich mit einer gro­ßen Freude jeden Tag so die­se zahl­rei­chen deut­schen Zeitungen durch­sah und mir wirk­lich sagen muß­te, daß das erstens auf das deut­sche Volk auf die Dauer die Wirkung aus­üben muß, zwei­tens daß die Wirkung auch nicht aus­blei­ben kann auf das Ausland und drit­tens, daß vor allem aber die Nerven der ver­ant­wort­li­chen Herren und beson­ders der Herren in Prag dem nicht stand­hal­ten kön­nen…«

Spätestens hier soll­ten Zweifel auf­kom­men. Und in der Tat han­delt es sich um eine Rede, die Adolf Hitler am 10.11.38 bei einem "Abendempfang für die deut­sche Presse, zu dem über 400 nam­haf­te deut­sche Journalisten und Verleger gela­den waren", hielt. So spricht Friedrich Merz natür­lich nicht. Doch abge­se­hen vom Stil, sind bei der Zurichtung der öffent­li­chen Meinung, die heu­te nicht mehr Propaganda genannt wird, nicht ganz ähn­li­che Muster der Gegenwart erkenn­bar? Spielt nicht die Presse, ver­stärkt durch Onlinekanäle, eine ver­gleich­ba­re Rolle in die­sen Tagen? Sie ist nicht gleich­ge­schal­tet wie 1938, so daß eine sol­che Rede heut­zu­ta­ge kaum vor­stell­bar wäre. Aber erle­ben wir sie seit den Coronajahren nicht über­wie­gend als mit einer Stimme spre­chend? Damals wie heu­te wäre eine sol­che Praxis nicht denk­bar ohne das finan­zi­el­le Engagement von Medienmogulen und die wil­lig Unterwerfung des Journalismus, auch des öffent­lich-recht­li­chen, unter die herr­schen­den Narrative, die immer schon die der Herrschenden waren.

Die Originalrede ist im Wortlaut zu lesen in den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte aus dem April 1958. Dank für die Anregung zu die­sem Beitrag an Leser Erfurter, der das Thema in einem Kommentar ansprach.

2 Antworten auf „Rechercheteam publiziert Geheimrede von Merz. "Warum ich jahrelang nur vom Frieden redete"“

  1. Ja genau. Verstehe die Propagana. Eine Tusse aus der Uckermark trenn­te sich von ihrer FDJ-Vergangenheit, zog ins Kanzleramt ein und: Wurde Bundeskanzler! Aber hat sich sie wirk­lich von ihrer DDR-Vergangenheit getrennt? Da kom­men doch Zweifel auf! War es nicht eher so, daß es die Stasi war die eine IM Erika ins Kanzleramt ein­ge­schleust hat um die BRD von innen her­aus zu zer­stö­ren!? Um mit den Methoden der Stasi die Demokratie des Westens zu stür­zen und aus der BRD einen sozia­li­sti­schen Staat zu machen!? Und um die­se ver­bre­che­ri­schen Ziele zu errei­chen, das Land mit Millionen Migranten überflutete!? 

    In der Tat, seit eine IM Erika Kanzler wur­de, ist die beschau­li­che Bundesrepublik nicht mehr die­sel­be son­dern wur­de sozia­li­stisch! Menschen wer­den bespit­zelt und über­wacht und vom SEK emp­fan­gen wenn sie ihr Haus mit dem Ziel Bundestag verlassen!

    Also mal ehr­lich, wer glaubt den die­sen gan­zen Mist? Überlegt doch mal logisch: Der Bundestag hat über­haupt nichts zu bestim­men. Da könn­te man genau­so­gut einen belie­bi­gen Kindergarten über­fal­len, das Ergebnis wäre das­sel­be. Aber die Menschen im Westen ver­ste­hen die Propaganda nicht. Jahrzehntelange Propaganda zeigt Wirkung. Und die­se Propaganda ist geschickt. Die Merkel-Epoche dien­te dazu, den Menschen ins Gehirn zu pflan­zen was sie unter Sozialismus zu ver­ste­hen haben: Mangelwirtschaft, feh­len­de Medikamente, lan­ge Wartezeiten auf einen Arzttermin, über­füll­te Krankenhäuser, Wohnungsmangel und wegen Klopapier Schlange stehen.

    Scheiß Wetter.

  2. Stammt aus einem Essay heu­te auf den Nachdenkseiten:
    Ein Russe und ein Amerikaner neben­ein­an­der im Flugzeug nach New York. Der Amerikaner fragt: Warum flie­gen Sie nach New York? Ich will die ame­ri­ka­ni­sche Propaganda stu­die­ren. Aha, wel­che Propaganda? Der Russe: Genau!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert