La Deutsche Vita im Härtetest. Mit Drohnen vor die Welle kommen. Und was von Drosten

Die Algorithmen bei "Bild" wis­sen schon, wie sie Geschäft und Meldung zusam­men brin­gen kön­nen. Der jun­ge Mann testet übri­gens kei­ne Impfspritzen.

»… Die unbe­mann­te Sanitäts-Drohne „Grille“ wird ent­wickelt, um ver­wun­de­te Soldaten vom Schlachtfeld in Sicherheit zu brin­gen. Dazu kann die Drohne bis zu 50 Kilometer weit flie­gen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 86 km/​h…

Heute ließ sich Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) die „Grille“ zei­gen – beim Besuch des Innovations­labors (InnoLab) der Bundeswehr in Erding. „Wir sehen jeden Tag in der Ukraine, wie moder­ne Technologien das heu­ti­ge Kriegsbild beein­flus­sen. Aber wir müs­sen auch bei den neu­en Technologien nicht nur Schritthalten, unser Anspruch muss sein 'vor der Welle' zu sein“, sag­te Pistorius…«

So, wie in der Coronazeit Kriegsmetaphern auf­ka­men, greift heu­te die Kriegsbegeisterung auf Begriffe des "Kampfes gegen die Pandemie" zurück. Die Wellenbilder waren damals so bescheu­ert wie heu­te. Man woll­te jedes­mal die Welle bre­chen oder eben vor sie kom­men wie ein Surfer.

Unsterbliches zur Welle haben wir Christian Drosten zu ver­dan­ken. Ich zitie­re Auszüge aus einem Beitrag, der sich mit einem Interview in der "Zeit" vom 23.11.22 beschäftigte:

Christian Drosten: "Die Lage für das Virus wird prekär"

»DIE ZEIT: Herr Drosten, in die­sem Jahr haben wir bereits vier Corona-Wellen erlebt, zuletzt in sehr schnel­ler Abfolge. Ist die­se Dynamik das neue Normal?

Christian Drosten: Sie ist das Zeichen für das kom­men­de Ende der Pandemie. Die Wellen ste­hen stär­ker auf der Kippe …

ZEIT: … und sie bre­chen schnel­ler. Warum?

Drosten: Der R‑Wert ist dra­ma­tisch gesun­ken. Er gibt an, wie vie­le Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Jetzt liegt er nicht mehr wie frü­her über zwei, son­dern bei unge­fähr eins – selbst ohne schüt­zen­de Maßnahmen. Schon klei­ne Einflussfaktoren wie eine Wetteränderung rei­chen des­halb, um eine Welle anzu­schie­ben oder bre­chen zu las­sen: Mitte September war es kalt und nass, die Fallzahlen gin­gen hoch. Mitte Oktober gab es eine Art Spätsommer, sofort gin­gen die Zahlen wie­der run­ter…«

Wir mer­ken uns: Ist das Wetter kalt und nass, hat das Virus gro­ßen Spaß!

Virus nimmt Umleitung über die BA.2.75 und BA.5

»Drosten: Dieses Virus hat sich jetzt auf eine Nische fest­ge­legt. BA.1 und BA.2, die ersten Omikron-Varianten, hat­ten noch nicht per­fekt auf die wach­sen­de Bevölkerungs­immunität reagiert, und da hat das Virus noch mal einen Schwenk gemacht: in Richtung BA.2.75 und BA.5. Seitdem stam­men eigent­lich alle Varianten von die­sen bei­den ab. Die BA.5‑Variante ist wohl die evo­lu­tio­nä­re Anpassung des Erregers an eine Bevölkerung, die zusätz­lich zur Impfung auch schon eine BA.1‑Durchbruchinfektion hat­te. Die BA.2.75-Variante wie­der­um passt zu einer Bevölkerung, die stark mit Delta kon­fron­tiert war…«

Doch auch die Umleitung führt das Virus nicht zum Ziel:

»Es ist ein wenig fest­ge­fah­ren und opti­miert gegen­wär­tig nur nach – wobei es, das traue ich mich jetzt zu sagen, in unmit­tel­ba­rer Zukunft wahr­schein­lich auch etwas von sei­ner Virulenz opfern muss…

Drosten: Genau. Meine momen­ta­ne Sorge gilt aller­dings China, das in einer ganz beson­de­ren Situation ist. Das Virus kann sich immer dann beson­ders gut ent­wickeln, wenn es sehr vie­le Infektionen gibt. Und das könn­te in China bald der Fall sein. Weltweit ist die Immunität recht homo­gen ver­teilt, in Industrieländern durch Infektion auf dem Boden der Impfung, in ärme­ren Ländern sogar durch mehr­fa­che Infektion der Bevölkerung…«

Vielleicht bleibt das Virus in seiner Ecke

»Und es kann genau­so gut sein, dass erst ein­mal gar nichts mehr pas­siert. Dass das Virus in sei­ner Ecke bleibt. Dann wird es im jet­zi­gen Serotyp ende­misch, wan­dert zwi­schen den Hemisphären im Winter hin und her und wird recht zahm…«

Nachhaltiger Schutz vor Tod

»Drosten: Vielleicht hat man bei den Zulassungsstudien ein biss­chen zu schnell gefei­ert, weil sich nach drei Monaten nie­mand mehr ansteck­te. Es fehl­te die Erfahrung. Und weil sich seit Omikron mehr Geimpfte ansteck­ten, ent­stand der Eindruck, dass die Impfstoffe nicht so gut wir­ken. Man muss aber ein­deu­tig fest­hal­ten: Gegen eine schwe­re Infektion und den Tod schüt­zen die Impfstoffe abso­lut und nach­hal­tig – auch bei Omikron… Xi Jinping weiß ganz genau, dass er das Virus nicht ein­fach so lau­fen las­sen kann. Zunächst muss die chi­ne­si­sche Bevölkerung so gut geimpft wer­den wie bei uns…

Nehmen wir Südafrika, eines der weni­gen ärme­ren Länder mit guten Daten. Hier ist exakt die erwar­te­te Zahl von Menschen in den ver­schie­de­nen Altersklassen gestor­ben, ganz wie vor­her­ge­sagt. Und das ganz ein­fach, weil sich da so vie­le Leute infi­ziert haben, bevor geimpft wer­den konn­te. Die Maßnahmen bei uns dien­ten ja dazu, auf die Impfung zu war­ten, bevor man Infektionen zulässt…«


Auch lustig:


Vielleicht soll­te sich Pistorius von Leif Sandmann bera­ten las­sen. Der wuß­te schon früh:

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

3 Antworten auf „La Deutsche Vita im Härtetest. Mit Drohnen vor die Welle kommen. Und was von Drosten“

  1. die "wel­le" ist eine "Mode".
    pisto­li­us zwackel­mann will "Modemacher" sein.
    "Modedesigner".
    die "wel­le" wird gebro­chen mit: "Vorsprung durch Technik" (audi).
    die "wel­le" wird aus der Zukunft gebro­chen, mit erfin­dungs­geist, der die "wel­le" überspringt.
    man ist dann ein über­flie­ger, wie mit der drohne.
    das funk­tio­niert so:
    die ver­wun­de­ten wer­den an einen sam­mel­platz gebracht, wo Erste Hilfe gelei­stet wird.
    "Bald traf ein lan­ger Zug von Bahren am Verbandplatz ein."[Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 80]
    Die Drohne ist eine flie­gen­de Bahre.
    Vom Verbandplatz aus fliegt die Bahre zu einem Arzt, der in einem Feldlazarett ope­riert, das bis 25 Kilometer ent­fernt liegt, mit 86 km/​h.
    Bahren flie­gen über den Bäumen.
    wie­vie­le bah­ren sind ein­setz­bar? wie­vie­le leu­te braucht man, die­se dro­hen zu steuern?
    am ende wird man doch wie­der sani­täts­fahr­zeu­ge benutzen.
    oder geht man von einem ver­wun­de­ten aus, von zeit zu zeit?

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