Am liebsten haben Bundesregierung und Qualitätsmedien die Kriege, die andere "für unsere Freiheit" führen. Niemand in Europa ist so besessen und beflissen, ukrainische Rekruten zu verheizen, auch um Erfahrungen auf dem Schlachtfeld der heimischen Industrie zugute kommen zu lassen. Wie Sauerbier bietet Pistorius Raketenabwehrsysteme an, die er noch nicht einmal besitzt – und praktisch alle Länder winken ab. Der Plan der EU-Kommission, den BürgerInnen riesige Geldmittel abzuverlangen, um sie in die Kassen der Rüstungsfirmen zu lenken, trifft überall auf Ablehnung und selbst im kriegsgeilen Berlin kaum auf Zustimmung.
Den Vogel erlegt die Bundesregierung allerdings mit der Weigerung, sich dem Aufruf zur Beendigung des Gazakrieges anzuschließen. Wenn überhaupt über die Initiative der wichtigsten Bündnispartner (mit Ausnahme der USA) berichtet wird, dann verkürzt und falsch. Deshalb sei hier die Erklärung wiedergegeben:


»Wir, die Unterzeichnenden, kommen mit einer einfachen, dringenden Botschaft zusammen: Der Krieg in Gaza muss sofort beendet werden.
Das Leiden der Zivilbevölkerung in Gaza hat neue Ausmaße erreicht. Das Modell der israelischen Regierung zur Lieferung von Hilfsgütern ist gefährlich, schürt Instabilität und beraubt die Bewohner Gazas ihrer Menschenwürde. Wir verurteilen die spärliche Lieferung von Hilfsgütern und die inhumane Tötung von Zivilisten, darunter auch Kinder, die versuchen, ihre grundlegendsten Bedürfnisse nach Wasser und Nahrung zu befriedigen. Es ist erschreckend, dass über 800 Palästinenser auf der Suche nach Hilfe getötet wurden. Die Verweigerung lebenswichtiger humanitärer Hilfe für die Zivilbevölkerung durch die israelische Regierung ist inakzeptabel. Israel muss seinen Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht nachkommen.
Die seit dem 7. Oktober 2023 von der Hamas grausam gefangen gehaltenen Geiseln leiden weiterhin schrecklich. Wir verurteilen ihre fortgesetzte Inhaftierung und fordern ihre sofortige und bedingungslose Freilassung. Ein ausgehandelter Waffenstillstand bietet die beste Hoffnung, sie nach Hause zu bringen und das Leiden ihrer Familien zu beenden.
Wir fordern die israelische Regierung auf, die Beschränkungen für den Hilfsfluss unverzüglich aufzuheben und den Vereinten Nationen und humanitären Nichtregierungsorganisationen dringend zu ermöglichen, ihre lebensrettende Arbeit sicher und wirksam zu leisten.
Wir fordern alle Parteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen und die Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts einzuhalten. Vorschläge, die palästinensische Bevölkerung in eine „humanitäre Stadt“ umzusiedeln, sind völlig inakzeptabel. Die dauerhafte Vertreibung von Menschen ist ein Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.
Wir lehnen jegliche Schritte hin zu territorialen oder demografischen Veränderungen in den besetzten palästinensischen Gebieten entschieden ab. Der von der israelischen Zivilverwaltung angekündigte Siedlungsplan E1 würde, sollte er umgesetzt werden, einen palästinensischen Staat in zwei Teile teilen, was einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht darstellen und die Zwei-Staaten-Lösung entscheidend untergraben würde. Unterdessen hat der Siedlungsbau in der Westbank einschließlich Ostjerusalem zugenommen, während die Gewalt der Siedler gegen Palästinenser eskaliert ist. Dies muss aufhören.
Wir fordern die Parteien und die internationale Gemeinschaft nachdrücklich auf, sich gemeinsam für ein Ende dieses schrecklichen Konflikts durch einen sofortigen, bedingungslosen und dauerhaften Waffenstillstand einzusetzen. Weiteres Blutvergießen hat keinen Sinn. Wir bekräftigen unsere uneingeschränkte Unterstützung für die Bemühungen der USA, Katars und Ägyptens, dies zu erreichen.
Wir sind bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um einen sofortigen Waffenstillstand und einen politischen Weg zu Sicherheit und Frieden für Israelis, Palästinenser und die gesamte Region zu unterstützen.
Diese Erklärung wurde unterzeichnet von:
den Außenministern Australiens, Österreichs, Belgiens, Kanadas, Zyperns, Dänemarks, Estlands, Finnlands, Frankreichs, Islands, Irlands, Italiens, Griechenlands, Japans, Lettlands, Litauens, Luxemburgs, Maltas, der Niederlande, Neuseelands, Norwegens, Polens, Portugals, Sloweniens, Spaniens, Schwedens, der Schweiz und des Vereinigten Königreichs
dem EU-Kommissarin für Gleichstellung, Krisenvorsorge und Krisenmanagement
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Wenn die "Tagesschau" meldet: "25 Staaten fordern sofortiges Ende des Gaza-Krieges", dann unterschlägt sie Griechenland, Malta und Schweden. Die Zahl wird von fast allen Medien so verbreitet. Die richtige nennt welt.de. Die "FAZ" bringt es fertig, die Nachricht in zwei Sätzen abzuhandeln: "25 Länder, darunter Großbritannien, Frankreich und Italien, fordern ein sofortiges Ende des Krieges im Gazastreifen. Deutschland und die USA zählen nicht zu den Unterzeichnerstaaten."
Es ist kein Zufall, daß die Herrschenden im Land der perfektionierten Konzentrations- und Vernichtungslager nach 1933 heute schweigen zur israelischen Praktik, wie damals und dort Menschen auf dem Hof hin und her zu scheuchen, um sie zu erniedrigen und nach Gutdünken zu ermorden. Die Nachfahren der Opfer von damals haben von den Tätern gelernt. Deren Nachfahren zollen ihnen dafür Beifall. Die innige Rüstungs‑, Polizei- und Geheimdienstzusammenarbeit zwischen Israel und Deutschland hat dabei nicht mit dem Massaker der Hamas begonnen, so wie der Jahrzehnte andauernde Bruch des Völkerrechts durch die israelischen Regierungen damit nicht zu begründen ist.
Konnte man bei den juristischen Initiativen Südafrikas noch die Antisemitismuskeule schwingen, fällt es bei der Erklärung aus den Ländern, die überwiegend dem gemeinsamen "Verteidigungsbündnis" angehören, schwer. Da hält man sie lieber weitgehend unter der Decke.

"Die Nachfahren der Opfer von damals haben von den Tätern gelernt."
Die "Nachfahren" der Täter zollen den "Nachfahren der Opfer von damals" keinen Beifall dafür, daß sie von den Tätern gelernt hätten.
Der Staat Israel stellt "Gerechtigkeit" gegen sich her.
Die Nazis haben niemals Gerechtigkeit getan.
Der Maßstab von Gerechtigkeit steht in Frage.
Gerechtigkeit ist nicht äquivalent, reziprok, wechselseitig.
Gerechtigkeit ist maßlos, wenn der Schaden unermeßlich ist.
Mit der Vertreibung der Palästinenser 47/48 haben sich die ehemaligen Opfer als Herrenmenschen qualifiziert und seither haben sie ein Recht ihre Beute selbstzuverteidigen.
Es wäre besser für alle, wenn in der Zukunft ein Staat Palästina entstünde in dem Juden und Palästinenser friedlich zusammenleben können weil der Kolonial- Rassen- und religiöse Wahn überwunden wurde.
Natürlich wollen Menschen Frieden. Das ist doch unstrittig!
Und wieder wird nicht angeregt, gar gefordert, dass die Ägyptische Regierung die Grenze zu Gaza öffnen möge für jede/n, der dem Krieg entfliehen möchte.
Dies würde "Beschränkungen für den Hilfsfluss unverzüglich aufheben, und den Vereinten Nationen und humanitären Nichtregierungsorganisationen ermöglichen, ihre lebensrettende Arbeit sicher und wirksam zu leisten."
Stattdessen: "Vorschläge, die palästinensische Bevölkerung in eine „humanitäre Stadt“ umzusiedeln, sind völlig inakzeptabel."
https://www.axios.com/2025/07/18/israel-send-palestinians-gaza-indonesia-ethiopia
Hunderttausende Bewohner Gazas könnten jetzt schon Aufnahme in Äthiopien, Libyen, Indonesien finden – aber das ist vermutlich ebenso "völlig inakzeptabel." Ein ausdrückliches Angebot seitens Indonesiens schon im Frühjahr wurde nicht angenommen.
Wenn Gaza das größte Gefängnis der Welt ist: Die Kerkermeister heißen Israel UND Ägypten, die Schließertruppe heißt Hamas.