"Vermeidbare Todesfälle" an der Front. "Drohne, die einen menschengroßen Kasten mit sich trägt"

Würden sich ÄrztInnen im Gazastreifen gegen das Mordbrennen der israe­li­schen Armee bewaff­nen, könn­te man sich des Geschreis über eine Terrormiliz sicher sein. Dem "FAZ"-Redakteur geht es hin­ge­gen um das Einstimmen der deut­schen Bevölkerung auf den auch im Gesundheitswesen tota­len Krieg.

»Der Generaloberstabsarzt der Bundeswehr, Ralf Hoffmann, ent­wirft ein Szenario, an des­sen Ende der Verteidigungsfall steht. Phase eins: hybri­de Angriffe, etwa Cyberattacken oder Sabotage, gegen Deutschland und sei­ne Gesundheits­versorgung. Phase zwei: der Truppenaufmarsch eines Feindes an der NATO-Grenze. Phase drei: Der Bündnisfall wird aus­ge­ru­fen. Phase vier: Das deut­sche Territorium wird bedroht. Ein Worst-Case-Szenario, wie der ober­ste Arzt der Bundeswehr betont. Jedoch müs­se das deut­sche Gesundheitssystem dar­auf vor­be­rei­tet sein.«

Wie Lothar Wieler von 2011 bis 2020 ist Hoffmann "wehr­me­di­zi­ni­scher Berater des Verteidigungsministers" und dar­über hin­aus – Wieler wur­den ande­re Aufgaben zuteil – "Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr".

Frei deli­rie­rend ver­kün­det er:

»Es gebe immer wie­der Aktionen, die die deut­sche Gesell­schaft aus­te­sten soll­ten – ver­mehr­te Cyberattacken, Sprengungen von Verteilerkästen oder Sabotageversuche gegen die Wasserversorgung.«

Gemeinsam mit der Pharmaindustrie

Auch aus der "Corona-Pandemie" saugt er sei­nen Honig:

»Ein ent­schei­den­der Faktor, meint Generaloberstabsarzt Hoffmann, sei die ambu­lan­te Versorgung durch nie­der­ge­las­se­ne Ärzte.

So sei­en wäh­rend der Corona-Pandemie im ambu­lan­ten System viel mehr Patienten behan­delt wor­den als im Krankenhaus. Hoffmann ver­traut dar­auf, dass das ambu­lan­te System auch im Kriegsfall sei­ne Leistungsfähigkeit auf­recht­erhält. Vertreter aus dem nie­der­ge­las­se­nen Bereich hät­ten betont: „Wir wer­den für unse­re Patienten da sein; auch im Krieg wer­den wir uns um sie kümmern.“… 

Schon in Friedenszeiten gebe es Schwierigkeiten bei der ver­läss­li­chen Versorgung mit Arzneimitteln und Medikamenten aller Art. „Es besteht das Risiko, dass wir in einer kri­sen­haf­ten Entwicklung tat­säch­lich Lücken in der Versorgung bekom­men könn­ten.“ Es brau­che ent­we­der eine bes­se­re Lagerung von Medizinprodukten oder die Wiederherstellung eige­ner Produktionskapazitäten etwa gemein­sam mit der Pharmaindustrie…«

So kommt die Pharmaindustrie, die sich mit Corona dumm und däm­lich ver­dient hat (und über lang­fri­sti­ge Verträge wei­ter ver­dient), auch in den Genuß der Kriegsprofite. Karl Lauterbach war es nicht mehr ver­gönnt, dies festzuklopfen:

»Die Ampelkoalition konn­te das geplan­te Gesundheits­sicherstellungsgesetz nicht mehr umset­zen. Der frü­he­re Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) woll­te damit das Gesundheitswesen für mili­tä­ri­sche Konflikte rüsten, die Zuständigkeiten und Verteilung von Patienten im Krisenfall regeln.

Bundeswehr will Züge für Verwundete beschaffen

… „Wir beab­sich­ti­gen, inner­halb von drei Jahren Transportzüge für Verwundete zu orga­ni­sie­ren“, sagt Hoffmann. In der Ukraine sehe man, dass Züge ein wich­ti­ges Transportmittel für eine gro­ße Zahl an Patienten sei­en. Umfunktionierte Züge wären laut Hoffmann nicht nur für den Kriegsfall, son­dern auch für ande­re Katastrophenlagen im Inland gedacht…«

Putin war­tet bekannt­lich mit sei­ner Vollinvasion, bis die Bundeswehr anno zwei­tau­send­paa­r­und­drei­ßig am Ende des Tages gut auf­ge­stellt sein wird. Bis dahin wird es der Bahn gewiß gelin­gen, ihre Pünktlichkeit auf 62 % zu steigern.

»Ärzte an der Front

Im Ernstfall wür­den dort spe­zia­li­sier­te Ärzte und Sanitäts­personal ein­ge­setzt, das bewaff­net sei und geschult, sich selbst und sei­ne Patienten zu ver­tei­di­gen, sagt Hoffmann. Sie hät­ten aber kei­nen Kombattantenstatus, sol­len sich also nicht aktiv an Kampfhandlungen betei­li­gen. Die größ­te Gefahrensituation für einen Soldaten sei der Zeitraum zehn Minuten nach der Verwundung; Verblutungen sei­en nach wie vor die Hauptursache von „ver­meid­ba­ren Todesfällen“ an der Front…

Der Sanitätsdienst [erprobt] „als einer der ersten welt­weit“, Patienten mit Drohnen zu eva­ku­ie­ren. „Das ist eine Drohne, die einen men­schen­gro­ßen Kasten mit sich trägt. Die wird nach vorn geschickt, der Verwundete ein­ge­la­den, und die Drohne fliegt zurück zur näch­sten Behandlungs­einrichtung.“«


Man soll­te sich nie vom harm­lo­sen Aussehen eines "FAZ"-Redakteurs täu­chen lassen:

Sein Herausgeber ist der­weil mit Geografiekenntnissen à la Trump gesegnet:

Ganz eigent­lich und histo­risch gese­hen ist das Baltikum auch sowie­so urdeutsch.

6 Antworten auf „"Vermeidbare Todesfälle" an der Front. "Drohne, die einen menschengroßen Kasten mit sich trägt"“

  1. Beim lesen die­ses Blogbeitrags habe ich mich wirk­lich köst­lich amü­siert. Dabei war mir fol­gen­de genia­le Strategie ein­ge­fal­len, soll­ten Putins Truppen mal wie­der an der baltisch/​deutschen Grenze 😎 stehen:
    Artur fol­gen­de Aufgabe hät­te ich dabei für Dich: Übersetze den Text bit­te ins Russische. Den Rest, also das vor­le­sen über Megaphonen, erle­digt dann die deut­sche Bundeswehr…

    Vorlage für dies Idee: https://​you​tu​.be/​2​P​Y​q​S​j​g​1​Wmg

    😎
    Der Ösi

  2. Menschengroßer Kasten? Das Ding heißt Sarg! Obwohl man ja kosten­be­wusst auf Leichensäcke umge­stie­gen ist. Egal. Es ändert nichts an der berufs­be­dingt men­schen­ver­ach­ten­den Einstellung eines im Sold der Armee ste­hen­den Arztes. Statt sich für Frieden ein­zu­set­zen, wird die Arbeit mit dem Verbrauchsmaterial krie­ge­ri­scher Auseinandersetzungen hervorgehoben. 

    Wie ger­ne sich doch das Verbrauchsmaterial für die Profitinteressen des Großkapitals met­zeln lässt. Übertroffen wird die­se Leistung noch durch den Priester, der die Waffen und das Verbrauchsmaterial vor dem Metzeln seg­net. Alles so sinn­voll, alles so men­schen­freund­lich. Krieg ist staat­lich sank­tio­nier­ter Mord. Je mehr geg­ne­ri­sches Verbrauchsmaterial gemet­zelt wird, umso höher das Ansehen der dies Ausführenden.

  3. Tja, es ist wirk­lich wie bei "Corona":
    die weit­aus mei­sten der Protagonistinnen (d/​m/​w) glau­ben tat­säch­lich an eine unmit­tel­ba­re Bedrohung (Szenario egal), der man sowohl aktiv als auch prä­ven­tiv ent­ge­gen­tre­ten muss, und nicht nur mit einem abstrak­ten Sicherheitsgefühl, son­dern beim Eintreten dafür auch mit ziem­lich siche­ren Geschäftchen, Pöstchen oder ein­fach nur Lob
    belohnt wird (das sich u.U. eben­falls poli­tisch oder gesell­schaft­lich nut­zen lässt).

  4. @aa:
    ich fin­de, man soll­te dem FAZ-Herausgeber das geo­gra­phi­sche Wissen zubil­li­gen, dass alle 3 Baltischen Republiken ohne­hin ans Putin-Reich grenzen.
    Das bedeu­tet aller­dings noch (lan­ge?) nicht, dass des Kreml-Paten "Invasionstruppen" dort bereits zu ein­schlä­gi­gen Einsätzen bereit sind.

  5. Corona war eine Ertüchtigungsübung für den Sanitätsdienst, die Luftwaffe. 

    Die Bertelsmannstiftung konn­te aus­te­sten, mit wie­viel weni­ger Kliniken bzw. Betten man aus­kä­me. Sie for­der­te die Streichung Januar 2020.

    Eine Vorkriegsübung sozusagen.

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