Deutsche Rüstungskapitäne zu Gast bei lettischem Präsidenten. Steinmeier darf auch mit

»Im Hafen von Riga, gleich hin­ter einem gro­ßen Kreuzfahrtschiff mit mal­te­si­schem Heimathafen, liegt seit Montag und noch bis Mittwoch die deut­sche Korvette „Braunschweig“…

Nun steht ein Großteil der Besatzung der „Braunschweig“ an Deck, auf­ge­reiht für den Besuch des let­ti­schen Präsidenten Edgars Rinkēvičs und sei­nes Gasts, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der schließt am Dienstag in Lettland eine Reise ab, die ihn am Sonntag und Montag zunächst nach Litauen geführt hat. Am Nationalfeiertag des Landes besuch­te Steinmeier die deut­sche Panzerbrigade 45, die in Litauen sta­tio­niert und vor Kurzem for­mal in Dienst gestellt wor­den ist, indes erst Ende 2027 ein­satz­be­reit sein soll. Am Montag waren Steinmeier und sei­ne Frau, Elke Büdenbender, in Klaipėda und Nida, einst Memel und Nidden, besuch­ten unter ande­rem das Thomas-Mann-Haus auf der Kurischen Nehrung…

An Bord der „Braunschweig“ ste­hen auch zwei deut­sche Rüstungsmanager, Armin Papperger, der Vorstands­vorsitzende von Rheinmetall, und sein Kollege Helmut Rauch von Diehl Defence, dem Unternehmen, wel­ches das in der Ukraine ein­ge­setz­te Luftabwehrsystem Iris‑T her­stellt. Auch Lettland hat es gekauft, die Auslieferung soll im kom­men­den Jahr statt­fin­den, bestä­tigt Rauch an Bord. Papperger bestä­tigt Berichte, Rheinmetall wol­le ein Werk in Lettland bau­en. Nahe Riga sol­le es sein, um die 400 Leute soll­ten dort arbei­ten, man hof­fe auf Unterstützung der Politik. Aktiv ist der Konzern schon in Litauen, baut dort ein Munitionswerk, will sich auch in Estland engagieren…

Rauch und Papperger ver­schwin­den mit Steinmeier und Rinkēvičs im Inneren der Korvette, spä­ter steht ein gemein­sa­mes Mittagessen unter Beteiligung der Rüstungs­industriellen auf dem Programm

Man [müs­se] sich, sagt Steinmeier „auch ein biss­chen befrei­en von die­ser selbst­zwei­feln­den deut­schen Debatte“.«


»… Die Debatte sei wich­tig und rich­tig, beton­te Steinmeier. "Weil für den Fall, dass die Freiwilligen nicht aus­rei­chen, die Lücken zu fül­len, dann wird uns mit Blick auf die ver­än­der­te Sicherheitslage in Europa auch nichts ande­res übrig blei­ben als zurück­zu­keh­ren zur Wehrpflicht."…«


Passend hat der Deutschlandfunk die Flaggen des Landes dane­ben gestellt, das in die­sen schwe­ren Zeiten die Idee der Freiheit beson­ders hoch hält. An sei­nem Begriff von Verteidigung sol­len wir uns offen­bar ein Beispiel nehmen.


»… Die Mehrheit der Menschen las­se sich imp­fen, um sich und ande­re zu schüt­zen. "Diejenigen, die sich nicht imp­fen las­sen, set­zen ihre eige­ne Gesundheit aufs Spiel, und sie gefähr­den uns alle."

Wie groß das Leid sei, kön­ne man auf vie­len Intensivstationen sehen. "Es sind vor allem Ungeimpfte, die dort um ihr Leben kämpfen."…

Steinmeier erhielt im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin den Wirkstoff von Biontech, wie das Bundespräsidialamt mit­teil­te. Er ließ mit der drit­ten Spritze sei­nen Impfschutz auf­fri­schen.«

In einem coro­dok-Beitrag vom 14.11.21 hieß es dazu:

Da hat er sich nun angeb­lich zum drit­ten Mal die Spritze set­zen las­sen und fühlt sich immer noch gefähr­det? Und zwar von denen, die sich die­sem Risiko nicht aus­set­zen wol­len. Die Panik der Offiziellen rührt in Wirklichkeit aus dem Wissen oder der Ahnung, daß die Spritzen sie min­de­stens nicht schützen.

Vor lan­ger Zeit, als in der Süddeutschen Zeitung noch JournalistInnen tätig waren, konn­te man dort in einem Interview mit dem Anwalt von Murat Kurnaz noch erfah­ren, wie Steinmeier mit "Gefährdern" umging:

»Docke: Steinmeier stand im Zentrum derer, die damals ent­schie­den haben, Kurnaz in Guantanamo zu belas­sen – das hat ihm vier zusätz­li­che Jahre im Folterlager eingebracht.

sued​deut​sche​.de: Steinmeier recht­fer­tig­te sei­ne Entscheidung jüngst damit, dass gegen Kurnaz damals noch "drin­gen­der Tatverdacht" bestan­den habe.

Docke: Das ist expli­zit falsch. Zu die­sem Zeitpunkt, als Herr Steinmeier über das Schicksal von Murat Kurnaz ent­schie­den hat – am 29. Oktober 2002 – gab es eine zwei­fa­che Entlastung: US-Ermittler hat­ten erklärt, dass sie ihn für unschul­dig hal­ten. Auch die Staatsanwaltschaft Bremen ver­nein­te einen Tatverdacht. Es gab also zu dem Zeitpunkt kei­nen gegen Herrn Kurnaz Tatverdacht, und schon gar kei­nen drin­gen­den.«

Im "Stern" war sei­ner­zeit zu lesen:

»Murat Kurnaz – ein Name, der bei Frank-Walter Steinmeier unan­ge­neh­me Gefühle her­vor­ru­fen dürf­te. Der tür­kisch­stäm­mi­ge Bremer Kurnaz wur­de jah­re­lang im US-Gefangenenlager Guantanamo ver­hört und gefol­tert – und das, obwohl er unschul­dig war. In sei­ner dama­li­gen Funktion als Chef des Bundeskanzleramts war Steinmeier ent­schei­dend am Beschluss der deut­schen Behörden betei­ligt, Kurnaz im berüch­tig­ten US-Gefangenenlager inter­niert zu las­sen, obwohl die Amerikaner im Jahr 2002 sei­ne Freilassung ange­bo­ten hat­ten. Kurnaz' Schicksal wur­de 2013 in dem Kinofilm "5 Jahre Leben" nach­er­zählt

Dem genann­ten n‑tv-Artikel war ein Video bei­gefügt, in dem Jens Spahn und Lothar Wieler ihren Maßnahmenkrieg auf "Geimpfte und Genesene" aus­wei­te­ten. Ich habe es an eini­gen Stellen ergänzt:

Dabei war seit einem Jahr bekannt:

(Hervorhebungen in blau nicht in den Originalen.)

3 Antworten auf „Deutsche Rüstungskapitäne zu Gast bei lettischem Präsidenten. Steinmeier darf auch mit“

  1. Der auf einem Berliner Politbazar aus­ge­han­del­te soge­nann­te Bundespräsident, der es ver­stan­den hat, die Verräterpartei an der Arbeiterklasse ziel­ge­recht zu füh­ren bevor er auf den Vollversorgungsposten gehan­delt wur­de, spricht zu uns. Er meint allen Ernstes, dass die Untertanen von der Aussicht, auf den Schlachtfeldern mit­tels Wehrpflicht ver­recken zu müs­sen, gro­ße Begeisterung oder Einsicht in die Notwendigkeit för­dert. Notwendigkeit, den Profit der welt­weit täti­gen ulti­ma­ti­ven Eigentümer des Großkapitals zu gewährleisten.

    "man hof­fe auf Unterstützung der Politik."

    Man hof­fe auf Subventionen, da es ja gegen den bösen Russen, den Leibhaftigen selbst, geht und Arbeitsplätze mit der Herstellung von Menschenvernichtungsprodukten geschaf­fen werden. 

    Das Einzige, was her­vor­ste­chend ist, ist die Fähigkeit, mit den­sel­ben pri­mi­ti­ven Mitteln der Propaganda und wil­li­ger "Parlamente" das Abschlachten von Menschen, die der glei­chen Klasse ange­hö­ren, zu ermög­li­chen, nur weil sie eine ande­re "Nationalität" besit­zen. Es ist ein Krieg um Unterwerfung unter das Großkapital des Westens. Nicht mehr, nicht weni­ger. Ein Eroberungsfeldzug mit (wie immer auch) Raubzugcharakter im eige­nen Land.

  2. Ergänzend kann und muss man den Stern mit sei­nem abstru­sen Bild von "Gerechtigkeit" hervorheben:

    "Der tür­kisch­stäm­mi­ge Bremer Kurnaz wur­de jah­re­lang im US-Gefangenenlager Guantanamo ver­hört und gefol­tert – und das, obwohl er unschul­dig war."

    Die Folterung ist dann ok, wenn der Gefolterte schul­dig ist? Oder wenn er sich auf­grund der Folter schul­dig bekennt? Na dann, passt ja per­fekt zum Genozid an Palästinensern.

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