Interrete delendum esse

Schon wahr, das Internet hat auch ein paar gute Seiten. Da ist es wie mit der ePA, mit Impfstoffen und vie­len ande­ren Dingen, die in einer gerech­ten Gesellschaft nütz­lich sein könn­ten. Ohne Internet gäbe es die­sen Blog nicht und auch manch ande­re Information könn­te kaum ver­brei­tet wer­den. Unterm Strich han­delt es sich aus mei­ner Sicht aller­dings um eine phä­no­me­na­le Verblödungs- und Propaganda­maschine. Bei den Besitz- und Machtverhältnissen ver­wun­dert es nicht, daß der eman­zi­pa­ti­ve Anteil völ­lig mar­gi­nal ist. Zieht man die gigan­ti­sche Verschwendung von mensch­li­chen und stoff­li­chen Ressourcen in Betracht, die für sei­nen Betrieb erfor­der­lich sind, so bleibt nur die Lösung, es abzu­schal­ten. (Es wird wahr­lich Zeit für Utopien!)

Das Internet ist nicht nur Grundlage für eine gewal­ti­ge Abschöpfung von per­sön­li­chen Daten aller Art, um sie gewinn­brin­gend ver­mark­ten zu kön­nen. Es ist auch die Basis für Enteignungen des krea­ti­ven Schaffens zugun­sten von Tech- und Pharmakonzernen sowie der Verhaltenssteuerung durch die poli­tisch und wirt­schaft­lich Mächtigen. Hier ein aktu­el­ler Hinweis:

faz​.net (2.7.25, Bezahlschranke)

»Zwei Gerichtsurteile in Kalifornien geben Meta und Anthropic recht: Sie dür­fen ihre Sprachmodelle wei­ter­hin mit urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Texten trai­nie­ren – auch ohne Zustimmung der Autoren.

Die Richter der jüngst gespro­che­nen Urteile sehen dar­in einen zuläs­si­gen Lernprozess. In der Kultur- und Verlagsbranche wächst indes die Sorge, dass krea­ti­ves Eigentum zur Gratisressource für mil­li­ar­den­schwe­re Geschäftsmodelle wird.

Zwei US-Bundesrichter haben Meta und Anthropic in Verfahren um die Nutzung urhe­ber­recht­lich geschütz­ter Bücher teil­wei­se recht gege­ben. Die Urteile in der ver­gan­ge­nen Woche ermög­li­chen es bei­den Unternehmen, ihre KI-Systeme wei­ter­hin mit Millionen von Büchern zu trai­nie­ren – auch ohne Lizenz der Autoren…

Beide Richter zogen jedoch deut­li­che Grenzen. Alsup rüg­te Anthropic für das mas­sen­haf­te Herunterladen urhe­ber­recht­lich geschütz­ter Werke aus Piratenbibliotheken. „Diebstahl bleibt Diebstahl“, notier­te er. Ein geson­der­tes Verfahren zur Schadenersatzhöhe ist für Dezember angesetzt.

Chhabria ging in sei­ner Kritik noch wei­ter. Er sprach von einer „histo­risch bei­spiel­lo­sen Piraterie“ sei­tens Meta. Dennoch ent­schied er zugun­sten des Unternehmens – weil die Kläger nach Ansicht des Gerichts die fal­schen Argumente vorbrachten…

Als Gespräche mit Verlagen ins Stocken gerie­ten, beschaff­ten sich Entwickler die Daten über ein­schlä­gi­ge Piratenseiten. CEO Mark Zuckerberg soll dem Vorgehen per­sön­lich zuge­stimmt haben – trotz inter­ner Warnungen juri­sti­scher Berater…

KI kön­ne inner­halb von Sekunden Texte im Stil belie­bi­ger Schriftsteller gene­rie­ren – ohne Lizenz, ohne Vergütung. Das über­flu­te den Markt mit bil­li­gen Inhalten. „Das ist kein Lernen, das ist Ausbeutung“, sagt Mary Rasenberger, Geschäftsführerin des US-ame­ri­ka­ni­schen Schriftstellerverbands Authors Guild…

Im Silicon Valley überwiegt Erleichterung

Die Technologieunternehmen bewer­ten die Urteile als wich­ti­gen Schritt für Innovation. „Fair Use ist ent­schei­dend für trans­for­ma­ti­ve Technologie“, erklär­te ein Meta-Sprecher. Anthropic sprach von einem Erfolg für Kreativität und wis­sen­schaft­li­chen Fortschritt.

Auch die Börse reagier­te posi­tiv: Die Meta-Aktie leg­te nach Bekanntwerden des Urteils zu. Investoren hat­ten befürch­tet, ein Gerichtsurteil könn­te das Training gro­ßer Sprachmodelle grund­sätz­lich untersagen…

Die wirt­schaft­li­chen Interessen hin­ter dem Training gro­ßer Sprachmodelle sind erheb­lich. Prognosen spre­chen von einem Milliardenmarkt, gespeist aus auto­ma­ti­sier­ten Texten, juri­sti­schen Schriftsätzen, Werbekampagnen – bis hin zu fik­tio­na­len Formaten wie Romanen und Drehbüchern. Doch je mehr die­se Systeme auf dem gei­sti­gen Eigentum ande­rer auf­bau­en, desto drän­gen­der wird die Frage nach der gerech­ten Verteilung die­ser neu­en Wertschöpfung…«

9 Antworten auf „Interrete delendum esse“

  1. Clara Maria Bagus "Die Farbe von Glück"., ein Geschenk mei­nes Enkels. Er fand den Einband so schön.

    Mit der­ar­ti­ger Literatur habe ich zwar kei­ne Erfahrung aber ich hege den Verdacht es han­delt sich hier um einen KI gene­rier­ten Text.

    Es sind mas­si­ve, gro­be inhalt­li­che Fehler dar­in, die Sprache klingt so selt­sam leb­los und "abge­schrie­ben" wie bei all die­sen Texten, es liest sich wie unge­heu­er bana­le Lebensberatung aus dem Satzbaukasten und ergeht sich in end­lo­sen Wiederholungen. Mit einem Wort: völ­lig unles­bar. Ich konn­te ab Seite 20 nur mehr quer lesen.

    Ich kann nicht glau­ben , dass die­ses Buch einen nor­ma­len Verlagsprozess durch­lau­fen hat.

    Dann gibt es seit Neuestem die auto­ma­ti­sche Übersetzung mit KI Stimme bei YouTube die man nicht abstel­len kann und KI gene­rier­te Beiträge mit KI Stimme vorgetragen. 

    Beides zur Flucht anregend.

    Ich weiß nicht, wie betäubt man sein muss um die­sen Sch** zu ertra­gen. Aber ich kann mir nicht vor­stel­len, dass das Zukunft hat.

  2. Das, was in Deutschland oft als "Internet" bezeich­net wird, ist eigent­lich das "World Wide Web" (WWW).

    Das Internet besteht aus einer belie­bi­gen Vernetzung zwi­schen Computern, die welt­weit ver­teilt sein kön­nen, und einem Protokoll, dem "Internet Protocol" (IP). Das IP ermög­licht den Versand eines Datenpakets von einem Rechner zu einem ande­ren (im Internet). Mehr nicht. Das IP garan­tiert noch nicht ein­mal, dass ein Datenpaket wirk­lich ankommt, was tat­säch­lich schon mal pas­siert. Das ent­schei­den­de Merkmal des IP ist der Versand von Daten in belie­bi­gen Richtungen unter allen ange­schlos­se­nen Rechnern. Das IP ist sehr viel älter als das WWW.

    Über dem IP gibt es meh­re­re Protokolle, wie bei­spiels­wei­se ICMP, TCP und UDP, bestimm­te Aufgaben erfül­len. Über dem TCP liegt als wei­te­res Protokoll das HTTP. Das HTTP ist das Transportprotokoll für das WWW.

    Eine wei­te­re Komponente des WWW ist eine Seitenbeschreibungssprache, das HTML. Und so ent­stand das WWW am CERN. Auch damals war der freie Austausch von Informationen unter­ein­an­der ein wesent­li­ches Merkmal, das schon dem IP zugrun­de liegt. Schnell tra­ten jedoch "Administratoren", tyran­ni­sche Schurken wenn Sie wol­len, die den Wissenschaftlern den frei­en Informationsaustausch ver­bo­ten. So war das damals auch am CERN. Der Rest ist Geschichte.

    1. ARPANET nicht zu ver­ges­sen. DARPA finan­zier­te nicht nur die Impfstoffentwicklung durch Moderna und rief 2016 eine Pandemic Preparedness Platform ins Leben usw. usw. (den Forschungsantrag der EcoHealth Alliance, der wohl zum Virus führ­te, wur­de aller­dings abge­lehnt), son­dern brach­te uns fünf­zig Jahre frü­her auch das Internet. Ob ARPANET der Continuity of Government nach einem Atomschlag die­nen soll­te, ist umstritten.

  3. Was für ein schö­ne Vorwort. Ja, jedem sei­ne Blase. Bedebklich blie­be das Überleben der ÖR-Propaganda. Man sol­le ja kei­ne neben ihr haben.

    "Zieht man die gigan­ti­sche Verschwendung von mensch­li­chen und stoff­li­chen Ressourcen in Betracht, die für sei­nen Betrieb erfor­der­lich sind, so bleibt nur die Lösung, es abzu­schal­ten. (Es wird wahr­lich Zeit für Utopien!)"

    Kritische Denker hiel­ten dei Eisenbahn sei­ner­zeit, wel­che sich mit einer unna­tür­li­chen Geschwindigkeit von 25kmh durch das Land beweg­te, für ein gar end­zeit­li­ches Utensil. Nun, die Bahn ist geblie­ben, wur­de noch viel unna­tür­lich schnel­ler – fast bis zum Exzess – und kaum einer nutzt oder beach­tet sie noch. Bewgt sie doch heut­zu­ta­ge mehr die Nostalgiker und irgend­wie Abgehängten "gemüt­lich" durch die Lande?

    Das hier muß ein­fach noch ein­mal wie­der­holt wer­den, weil ich glau­be daß man die Kernbeschaffenheit des "Dinges" etwas aus dem Auge ver­lo­ren zu haben scheint. Bedingt (im Sinne von abhän­gig) ist also völ­lig korrekt:

    "Das Internet ist nicht nur Grundlage für eine gewal­ti­ge Abschöpfung von per­sön­li­chen Daten aller Art, um sie gewinn­brin­gend ver­mark­ten zu kön­nen. Es ist auch die Basis für Enteignungen des krea­ti­ven Schaffens zugun­sten von Tech- und Pharmakonzernen sowie der Verhaltenssteuerung durch die poli­tisch und wirt­schaft­lich Mächtigen."

    Der Ursprung die­ses "Netzes" war und ist mili­tä­risch! So wie vie­len Menschen nicht bekannt ist, was es zu bedeu­ten hat, wenn juorn­a­li­sten sich im Dienst befind­li­he Soldaten inter­view­en, so wenig ist ihnen klar ws es zu bedeu­ten hat, wenn man Strassen im "all­täg­li­chen Geschäft" benutzt, wel­che für die Logistik des Militärs ange­legt und erbaut wur­den. Eine Haltung ist wich­tig, ersetzt aber nicht die Sicht auf dei Realität. Ein Leben ohne Krieg – Wer hat Recht, die Vertreter der Abschreck- oder die der Abrüsttheorie? Ein Leben ohne Krieg wäre ein Leben ohne Konflikt. Wo Menschen zusam­men­le­ben ent­ste­hen Konflikte. Menschen sind sozia­le Lebewesen. Sie kom­men nun mal zusammen.

    Aber was uns die Erfindung der Eisenbahn und ihre fried­li­che Nutzung gezeigt hat, ist daß wer es immer leich­ter hat fer­ne Orte errei­chen zu kön­nen, die Zet ver­liert sei­ne Umgebung wahr­neh­men zu kön­nen. Erzählt wer­den kann einem Vieles. Und para­do­xer­wei­se über Dinge die sich fast vor den Augen Betroffener abspie­len und die­se regi­strie­ren sie schein­bar nicht.

    Vor fünf­zehn Jahren hät­te ich ange­nom­men, daß wenn die Regierenden die Besitztümer der "klei­nen Eigenheimbesitzer" ver­pfän­den, es sich die­ses wie ein Lauffeuer durch dei Bevölkerung ver­brei­ten wür­de, Tut es aber gar nicht. – ABER, dann wer­den sie ver­mut­lich um so schnel­ler "ver­ste­hen" war­um sie in einen Krieg zu zie­hen haben, bevor die "Gläubiger" zugrei­fen? – Wir wis­sen es (noch) nicht!

    Auf deutsch gesagt: "Ein Scheißspiel" – mit oder ohne das "Internet". Es ist den­noch kor­rekt auf den täu­schen­den Charakter sei­nes Einsatzes hin­zu­wei­sen. Dem Betrug geht immer die Täuschung vor­aus, anson­sten han­del­te es sich ja schließ­lich um Diebstahl – oder nicht?

    Wenn ich nun rechts-kon­ser­va­ti­ve Kritiker wie Tichy oder Wisnewski ver­lin­ke, wird wohl wie­der hie- und da die Nase gerümpft. Das sind Leute die Gute Arbeit lei­sten. Es gibt noch mehr davon. Doch wo bit­te schön sind die angeb­lich "Gemeinwesen-ori­en­tier­ten" "Linken" (Ja, getrenn­te Anführungszeichen!) Wie soll man mit sol­che "Linken" (die m.E. kei­ne sind) eine soli­da­ri­sche Gemeinschaft bil­den. Leute die nichts bes­se­res zu tun haben als kräf­tig mit in die Kasse zu grei­fen, wo's ihnen die "Räuberhauptmänner*innen" erlau­ben? – Nöh, ist unpo­pu­lär. Korrekt! Links und Rechts ist eine ver­ti­ka­le Betrachtung, bei der das Unten der­zeit kei­nen inter­es­siert. Das wäre ja dann die Horizontale.

    Zumindest hat das "Internet" die Kids von der "Glotze" weg­ge­bracht. 😀 Just ano­ther Pusteblume?

    1. nach­ge­reicht:

      Wir ent­schul­di­gen uns für Rechts- und Syntaxfehlens! Meine Korrekturabteilung befin­det sich im Wellness .…

      Wir den­ken über Bezahlungen nach. 😀

      Ein Entschluß ist aller­dings so gut wie gefasst. Die Neue Tatatur wird nicht sehr Alt wer­den. (grrr)

  4. Den Verlagen ging es bei der Klage ver­mut­lich nicht um den Schutz lite­ra­ri­scher Werke vor der maschi­nel­len Verdauung durch künst­li­che Dummheit. Sie wol­len ein­fach kräf­tig mit absahnen.

  5. Jakob Schirrmacher
    @Comium_j
    4h
    Seit gestern 

    ist der Kampf gegen „Desinformation“ in der EU gesetz­lich verpflichtend. 

    Was frü­her ein frei­wil­li­ger Kodex war, ist jetzt Teil des Digital Services Act – mit mas­si­ven Folgen für die Meinungsfreiheit.

    https://​nit​ter​.net/​C​o​m​i​u​m​_​j​/​s​t​a​t​u​s​/​1​9​4​0​6​3​9​3​3​7​3​6​5​8​2​3​8​1​3#m

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