Felix Bartels ist in der "jungen Welt" der Mann fürs vermeintlich linke Intellektuelle und seit je Vorkämpfer gegen jede Art von Kritik an Coronamaßnahmen, linker vor allem. Sein Feldzug ist noch lange nicht am Ende. Am 2.7. brilliert er mit diesem Artikel:


Lassen wir seine gewagte historische Herleitung des Begriffs beiseite, in deren Zusammenhang er erklärt, daß sich in Frankreich die bürgerliche Revolution "mehr oder weniger kontrolliert" vollzog, und schenken ihm die entlarvende Bildunterschrift, wonach "das Parlament in Paris Revolte gegen Mazarin" machte. Auch die schlichte Beschreibung der "Opposition der DDR", in der es "reaktionäre und hyperprogressive Kräfte" gab, soll hier nicht Thema sein. Das Augenmerk liegt auf seiner Sicht der heutigen Opposition:
"… Selbst heutige Politik, wo von absolutistischer Lage keine Rede sein kann, scheint durch frondistische Mechanismen bestimmt. In den Querdenkern verbinden sich progressive und reaktionäre Tendenzen, alle paar Jahre wird eine neue Querfront aufgelegt, der Postkolonialismus, in dem progressiver Anspruch und eine Kopflangerschaft zugunsten weiter weg hausender Reaktion zusammenkommen, macht dem Marxismus Raum streitig, bei der Covid-Linken nahm ebenso wie bei der NATO-Linken linksradikale Rhetorik Beziehung mit kapitalismusaffiner Haltung auf. Im imperialistischen Zeitalter ist die Mitte abhanden, globales Kapital als Klasse hat gesiegt. Die partikulare, zum Frondieren neigende Seele indessen ist geblieben, sie kämpft zur Not auch gegen eine nicht vorhandene Mitte…"
Man sollte denken, in einer Zeitung, die sich für marxistisch hält, sei das Bejammern der politischen Mitte, was ja zwangsläufig zur Theorie der "erstarkten extremistischen Ränder" führt, kein Thema. Bartels braucht den Begriff, um damit Opposition in Bausch und Bogen zu denunzieren. Seine konstruierte Fronde ist der
"Tiegel für Charaktere, die mit der Welt hadern, um nicht mit sich hadern zu müssen. Partikulare Kritik an einem Ganzen, ohne es im mindesten begriffen zu haben, ist, was alle Frondeure aller Zeiten und aller Orte eint. Unfähigkeit zum Begriff trifft auf »malkontente Selbstüberhebung« (Hacks), oder, wie Goethe dem Kanzler Müller anvertraute: »Es gibt ein Organ des Misswollens, der Unzufriedenheit in uns, wie es eines der Opposition, der Zweifelsucht gibt. Je mehr wir ihm Nahrung zuführen«, desto »mächtiger wird es«, bis es »verderblich um sich frisst«…
In Köpfen, wo einst Wüste herrschte, entsteht vermittels täglicher Anpassungsarbeit ein unkrautwuchernder Garten…"
Mit Goethe gegen Covidioten und die ganzen anderen Misswollenden und Zweifelsüchtigen, die RKI und NATO-Rat nicht für die letzte Instanz des Wissens halten. Dazu paßt die am gleichen Tag von ihm vorgenommene Schelte "einer Bevölkerung, die bei jeglicher Einschränkung ihrer Bequemlichkeit, welchen Grades immer, sogleich den Verlust ihrer Grundrechte sieht" (jungewelt.de).
Am 17.10.21 war auf corodok zu lesen:
Wer weiß, wo Bartels den Most holt
Felix Bartels wird von der Tageszeitung "junge Welt" für so etwas wie einen Intellektuellen gehalten. Gerne wird er ins Spiel gebracht, wenn es darum geht, alles niederzumachen, was ihm als Querdenkerei gilt.
Im April 2020 hatte er sich so geäußert:
»Verbot von Versammlungen, soziale Distanz und Ausgangseinschränkung müssten bestehen bleiben, bis ein Impfstoff gefunden, erprobt und in ausreichender Menge produziert wurde…
Die Mehrheit beugt sich der Notstandslogik, vermutlich weil fast jeder ein paar Großeltern hat, die er nicht verlieren möchte.«
Alle, die sich dieser "Logik" nicht beugten, waren für den Autor "Asoziale" (siehe junge Welt hetzt gegen Kritiker).
Zwei Wochen später war von ihm zu lesen (s. Corona und Dialektik):
»In der medialen Sphäre bildet Drosten zur Zeit mit Karl Lauterbach, Michael Meyer-Hermann, Mai Thi Nguyen-Kim und wenigen anderen eine Art Kohorte der Vernunft. Sie haben die Zahlen auf ihrer Seite, die Logik allemal, und im Gegensatz zu denen, die ihnen widersprechen, stehen sie nicht im Verdacht, als Lobbyisten wirtschaftlicher Verbände in der Spur zu sein. Niemand hat einen Nutzen vom Lockdown, keine Lobbygruppe, keine Klasse oder soziale Schicht. Nur die Menschen insgesamt, denn es ist allgemein von Vorteil, nicht zu sterben…«
Am 16.10.2021 hat er kein bisschen dazu gelernt. In einem Artikel "Querdenker im Kaninchenbau" (Bezahlschranke) liest man:
"…Heute, da Unlust zu solidarischem Handeln und kleinbürgerlicher Trotz gegen Staatlichkeit eine Negativkoalition aus Coronanarren konstituiert und die vorher lose verknüpfte Querfront unter dem Etikett »Querdenker« auch im Wortlaut zu sich gefunden hat, könnte wohl jeder wenigstens ein bis zwei Bekannte aufzählen, die sich in einem dichten Netz alternativer Informationen verloren haben, offenkundig für immer. Sie sind, wie der urbane Jargon es ausdrückt, lost…
»Querdenkende« verstehen sich als Zeitgenossen, die nicht alles schlucken, denen man nicht alles auftischen kann. Sie haben ihre Wahrheit von außen erhalten, doch ab dort jeglichem Zugriff von außen entzogen. Ihre Radikalität ist ein Disclaimer: »Dem, der es nicht sieht, kann ich es nicht erklären.« Das schwache Kalkül wird durch die starke Prämisse ausgeglichen…
Der Anspruch, bereits die Wurzel, das Material selbst prüfen zu müssen, ist nur scheinbar besonders gründlich. Es fällt aus der Gleichung, dass in einer komplexen und immer schon medial vermittelten Welt ernstliche Falsi- oder Verifizierung des Überlieferten so gut wie nie möglich ist. Auch die Vertreter der Gegenwahrheit glauben irgendwelchen Quellen, Daten, Zeugen, auf deren Prüfung sie dann bloß weniger Eifer anwenden als bei denen der offiziellen Lesart…
»Querdenker« selektieren und gewichten wie jeder andere auch. Sie denken – ihre an sich bekloppte Selbstbezeichnung ist hier seltsam ehrlich – nicht besser, bloß schief…
Bizarrerweise drängt sich gerade dort Platon ins Spiel. Die »Querdenker« werden es nicht wissen, aber er ist ihr Stammvater. Sein »ethischer Intellektualismus«, ausgebreitet in den Dialogen »Menon« und »Philebos«, deutet gesellschaftliches Handeln zu einer Frage der Erkenntnis um, und in seiner berühmtesten Metapher, dem Höhlengleichnis aus der »Politeia«, findet eben jener Transfer von der Ableitung in die Prämisse statt, den wir heute bei den Erleuchteten der Querfront beobachten…«
Derartige theoretische Spiegelfechtereien finden sich gehäuft. Eine Auseinandersetzung mit auch nur einem Argument gegen das Corona-Management der Herrschenden, massenhafte Verarmung, die Suspendierung von Grundrechten, die Benennung erheblicher Risiken der "Impfstoffe", ihre nur äußerst beschränkte Erprobung und die damit verbundene Notfallzulassung, die Ruinierung von kleinen Unternehmen und der Kulturlandschaft bei gleichzeitiger Explosion der Profite von Pharma und High Tech – all das ist dem Autor einer Zeitung, die sich marxistisch nennt, keine Silbe wert.
Revidiert hat die "junge Welt" ihre Hetze nie.
(Hervorhebungen nicht im Original.)

«Revidiert hat die "junge Welt" ihre Hetze nie.»
Und gleichzeitig mit Bartels' kryptomarxistischer Schwurbelei fand unter der Ägide selbiger jW heute das hier statt:
* (Ankündigung) https://www.nachdenkseiten.de/?p=135097
* (Aufzeichnung) https://www.youtube.com/watch?v=Pd8pr4quVV4
@ weltexperiment…: Manchmal machen sie auch was richtig.
Ja, schade. Nach "querdenker-im-kaninchenbau" musste ich leider mein Abo kündigen. Ich vermisse meine Zeitung bis heute. *Jammersmiley*
Diese komische Zeitung hat mit ihrem gleichnamigen Vorgänger nicht das Geringste zu tun. Weder mit Zweckbestimmung noch mit Inhalten. Wir lesen im Impressum:
> Die Tageszeitung junge Welt erscheint im Verlag 8. Mai GmbH, der mehrheitlich der Genossenschaft ihrer Leserinnen und Leser sowie der Mitarbeitenden gehört (LPG junge Welt eG). Weder Parteien und Organisationen noch große Verlage, Kirchen oder Banken haben Anteile an Verlag oder Genossenschaft.
Genau da haben wir es: Die entscheidende Frage nämlich, wessen Organ die jW ist, bleibt da unbeantwortet.
@ Erfurter…: Wieder mal: Nö.
Ok, @aa, dann zeigen Sie mir bitte die Stelle in Impressum der jW wo geschrieben steht, wessen Organ welcher Klasse/Organisation sie ist.
Hinweis @aa:
Wessen Organ die Junge Welt zu DDR Zeiten war, stand ganz oben auf der Ersten Seite: Zentralorgan der FDJ. Ebenso stand das auf der ersten Seite des Neuen Deutschland: Zentralorgan der SED.
Solche Angaben werden Sie auf heutigen Zeitungen vergeblich suchen. Was natürlich die Frage aufwirft, warum sich Millionen Leser diesen ganzen Mist reinziehen obwohl sie gar nicht wissen wer dahintersteckt.
PS: Die Einzige Zeitung die auf der ersten Seite ganz oben bekannt gibt wessen Organ sie ist: UZ
https://www.unsere-zeit.de/