Aber Adolf hat keinen Preis für die Förderung jüdischen Lebens bekommen

Offenbar stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis:

»… Im August 1942 wur­den im Rahmen der Aktionen zur so genann­ten „Endlösung der Judenfrage“ die etwa 200 Kinder des Waisenhauses von der SS zur Deportation in das Vernichtungslager Treblinka abgeholt[8]. Obwohl Korczak wuss­te, dass dies den Tod bedeu­te­te, woll­te er die Kinder nicht im Stich las­sen und bestand eben­so wie sei­ne Mitarbeiterin Stefania Wilczyńska dar­auf, mit­zu­fah­ren. Der Komponist und Pianist Władysław Szpilman wur­de Augenzeuge des Abtransports und beschreibt die Szene in sei­nen Memoiren:

„Eines Tages, um den 5. August […] wur­de ich zufäl­lig Zeuge des Abmarsches von Janusz Korczak und sei­nen Waisen aus dem Ghetto. Für jenen Morgen war die ‚Evakuierung‘ des jüdi­schen Waisenhauses, des­sen Leiter Janusz Korczak war, befoh­len wor­den; er selbst hat­te die Möglichkeit, sich zu ret­ten, und nur mit Mühe brach­te er die Deutschen dazu, daß sie ihm erlaub­ten, die Kinder zu beglei­ten. Lange Jahre sei­nes Lebens hat­te er mit Kindern ver­bracht und auch jetzt, auf dem letz­ten Weg, woll­te er sie nicht allein las­sen. Er woll­te es ihnen leich­ter machen. Sie wür­den aufs Land fah­ren, ein Grund zur Freude, erklär­te er den Waisenkindern. Endlich könn­ten sie die abscheu­li­chen, sticki­gen Mauern gegen Wiesen ein­tau­schen, auf denen Blumen wüch­sen, gegen Bäche, in denen man wür­de baden kön­nen, gegen Wälder, wo es so vie­le Beeren und Pilze gäbe.

Er ord­ne­te an, sich fest­täg­lich zu klei­den und so hübsch her­aus­ge­putzt, in fröh­li­cher Stimmung, tra­ten sie paar­wei­se auf dem Hof an. Die klei­ne Kolonne führ­te ein SS-Mann an, der als Deutscher Kinder lieb­te, selbst sol­che, die er in Kürze ins Jenseits beför­dern wür­de. Besonders gefiel ihm ein zwölf­jäh­ri­ger Junge, ein Geiger, der sein Instrument unter dem Arm trug. Er befahl ihm, an die Spitze des Kinderzuges vor­zu­tre­ten und zu spie­len – und so set­zen sie sich in Bewegung. Als ich ihnen an der Gęsia-Straße begeg­ne­te, san­gen die Kinder, strah­lend, im Chor, der klei­ne Musikant spiel­te ihnen auf und Korczak trug zwei der Kleinsten, die eben­falls lächel­ten, auf dem Arm und erzähl­te ihnen etwas Lustiges. Bestimmt hat der ‚Alte Doktor‘ noch in der Gaskammer, als das Zyklon schon die kind­li­chen Kehlen würg­te und in den Herzen der Waisen Angst an die Stelle von Freude und Hoffnung trat, mit letz­ter Anstrengung geflü­stert: ‚Nichts, das ist nichts, Kinder‘ um wenig­stens sei­nen klei­nen Zöglingen den Schrecken des Übergangs vom Leben in den Tod zu ersparen.“

Sein genau­es Todesdatum ist unbe­kannt. Korczaks Tagebuchaufzeichnungen enden mit dem 5. August 1942…«
de​.wiki​pe​dia​.org (Abruf 1.7.25, hier ohne Links und Quellen)

5 Antworten auf „Aber Adolf hat keinen Preis für die Förderung jüdischen Lebens bekommen“

  1. Preise gibt es für die­je­ni­gen die die Interessen der Herrschenden (Klasse) beson­ders gut ver­tre­ten. Und natür­lich auch für Erfindungen die dazu geeig­net sind, die­se Interessenvertretung zu ver­bes­sern. Den Rest erle­digt die Propaganda.

  2. Preisverleihungen sind heu­te Versuche der Systemstabilisierung und selbst­re­fe­ren­ti­el­le Beweihräucherung von Funktionseliten. Ein inze­stuö­ses Peinlichkeitstheather.

    Kurz gesagt: Scheiß kriegt Preis.

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