Was ist eigentlich daraus geworden?

»Nach einem Hackerangriff auf die polizeilichen Diensthandys und Tablets in Mecklenburg-Vorpommern wird die komplette Serverinfrastruktur ausgetauscht, um auszuschließen, dass eine Schadsoftware installiert wurde. Das teilte das Landesinnenministerium in Schwerin am Mittwoch mit. Anfang Juni hatte es der Behörde zufolge einen Angriff auf das System „mobile Polizei“ (mPol) gegeben.
Mit diesem können Beamte in einem theoretisch geschützten Bereich etwa Fotos, Dokumente und E‑Mails austauschen, zudem sind Abfragen aus polizeilichen Informationssystemen möglich. Abgefragt werden können etwa Daten zu Personen im Fahndungs- und Auskunftssystem, weiter Daten aus dem Fahrzeugregister oder von einem System der Bundespolizei zur Dokumentenprüfung. Zudem kann über die Geräte telefoniert werden…«
Und daraus?

Übrigens: Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz ist dort Jacqueline Bernhardt ("Die Linke"). (Nicht Beinhart.)
Privat vor Staat – jetzt hamwer den Salat
Zu den Hintergründen ist am 28.6.25 auf shz.de zu lesen, daß etwa auch in Schleswig-Holstein Unbill droht:
»… Bei unseren Nachbarn in Mecklenburg-Vorpommern hat es jetzt allerdings einen „Sicherheitsvorfall“ mit dramatischen Folgen gegeben. Alle 3500 Handys der Polizei mussten nach einem Hackerangriff abgeschaltet werden und es ist unklar, ob sie jemals wieder sicher verwendet werden können. Die Täter sollen unter anderem Zugriff auf dienstliche E‑Mail-Adressen, die Personalnummern der Beamten, GPS-Daten und die Wlan-Passwörter der Dienststellen gehabt haben.
Hacker nutzten die Server als Einfallstor
Die Attacke der „professionellen Tätergruppierung“ soll über die Server erfolgt sein, die die Smartphones verwalten und vernetzen. Ein schwerwiegendes Versäumnis soll dabei eine Rolle spielen: Nach einer Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Zusammenhang mit einem großen Hackerangriff auf kritische Infrastruktur Ende Mai, soll Hinweisen auf Sicherheitslücken in der Software nicht schnell genug nachgegangen worden sein…
Dataport betreut die Polizei-Smartphones
Damit steht die Frage im Raum, ob das in Schleswig-Holstein ebenfalls passieren kann. Betreut werden die Smartphones der Polizei im Land von Dienstleister Dataport, der auch die Server für die Geräte betreibt, damit die sensiblen Daten nicht im Ausland lagern. Außerdem hat Dataport für das Vorgangsbearbeitungssystem der Polizei eine Smartphone-App programmiert.
Obwohl anerkannt auf technisch auf hohem Niveau, hat auch Dataport bei in Sicherheitsfragen jüngst Schlagzeilen gemacht: Im Mai gingen die Firewalls der Finanzämter in die Knie, Ursache unklar…
Nicht beantwortet wird die Frage, ob der von der Landespolizei betriebene Aufwand garantieren kann, dass es nicht doch zu einem vergleichbaren Angriff kommen kann. Und ob sich die schleswig-holsteinischen Samsung-Handys mit Android-Betriebssystem besser schützen lassen, als die Apple-Geräte mit iOS in Mecklenburg-Vorpommern…«
Über den Vorfall hatte die "Tagesschau" schon vor drei Wochen berichtet. Gelöst scheint das Problem immer noch nicht zu sein. Aber Digitalisierung bleibt unsere Zukunft, wird medial rauf und runter gebetet. Und: Die ePA ist sicher. Wie die Rente.
Genau genommen ist Dataport eine "Anstalt des Öffentlichen Rechts" im Besitz von sechs Bundesländern, die seit 2015 auch an einer "IT-Lösung zur Erfassung von Flüchtlingen" arbeitet. Eigentlich darf das Unternehmen sich nicht an einer Gewinnmaximierung ausrichten. Im letzten Geschäftsbericht für das Jahr 2023, in dem viel parliert wird zum Thema "Konjunktur in der Zeitenwende" und zur "systematischen Destabilisierung des demokratischen Lebens beispielsweise durch Fake News und die Diskreditierung von demokratischen Wahlen", ist zu lesen:
»… Die Geschäftsentwicklung von Dataport führte im Wirtschaftsjahr 2023 zu einer Umsatzsteigerung von 178,1 Millionen Euro oder 15,1 Prozent auf 1.360,5 Millionen Euro (2022: 1.182,4 Millionen Euro). Das Jahresergebnis 2023 liegt in Höhe von 11,6 Millionen Euro um 6,6 Millionen Euro unter dem Vorjahr (2022: 18,2 Millionen Euro).
Die Umsatzerlöse für eigene Leistungen sind im Wirtschaftsjahr 2023 um 115,2 Millionen Euro oder 12,7 Prozent auf 1.023,7 Millionen Euro (2022: 908,5 Millionen Euro) gestiegen…
Entgegen dem Vorjahr konnte im Wirtschaftsjahr 2023 ein außerordentlicher Ertrag aus der Rückdeckungsversicherung in Höhe von 3,8 Millionen Euro erzielt werden…«
Im Jahr 2015 lag das operative Ergebnis noch bei 2,6 Millionen (web.archive.org, 21.7.16).
Während die Firma Millionen Euro anhäuft, profitieren andere Auftragnehmer mit. So etwa die USU Software AG, die mit Dataport so wirbt:

Das ist angesichts der aktuellen Vorfälle und der langen Liste von Skandalen, die mit Dataport verbunden und auf de.wikipedia.org nachzulesen sind, schon sehr skurril.
(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

> Eigentlich darf das Unternehmen sich nicht an einer Gewinnmaximierung ausrichten.
Ja genau. Die Verschmelzung von Staatskapital mit dem Kapital privater Unternehmen darf niemals offen sichtbar werden. Und wenn es dennoch passiert, wird das zum Skandal erklärt. Wie auch der sog. Maskendeal eines Gesundheisministers oder das Treffen führender Politiker mit Großindustriellen auf Ibiza.…
Also man könnte ja fast meinen daß Skandale dieser Art nur Inszenierungen sind.
Dienstleister Dataport
Dataport mag euphemistisch als Dienstleister bezeichnet werden. Dataport ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Der Gewinn (sollte) nicht im Vordergrund stehen. Im Übrigen jhat eine Anstalt des öffentlichen Rechts einen Haushalt. Zweckbindung und Einnahmen- und Ausgabenplanung im Rahmen der Zweckbindung sind der Maßstab. So zumindest die Theorie. Dataport wäre gerne etwas anderes, ist es aber nicht.
O'Mikron: Dataport ist ein Privatunternehmen.
@ Erfurter: Nein.
@aa, wie jetzt, gehört das Unternehmen dem Volk? Sehen Sie, das tut es eben nicht. Von daher ist es eben doch privat. Weil der Staat private Interessen vertritt. Das sogar mein Schwager aus Libyen verstanden.
Der unmittelbare Einfluss von Milliardären wird immer größer.
Bsp. starlink v. Musk, ohne die die Ukraine vermutlich längst kapituliert hätte.
Oder Peter Thiel
https://www.deutschlandfunk.de/die-peter-thiel-story‑5–6‑im-zentrum-der-macht-100.html
https://www.deutschlandfunk.de/polizeisoftware-von-palantir-warum-das-system-in-deutschland-umstritten-ist-102.html
Karp hat übrigens auch sein Gastspiel bei der Goethe Universität Frankfurt gehabt. Danach kam er auf die Ideen, die nun unser Leben in hohem Maße bestimmen.
Dennoch wird Deutschlandfunk im allgemeinen das Hohelied auf "KI" und Digatilierung gesungen.
> Der unmittelbare Einfluss von Milliardären wird immer größer.
Und umgekehrt. Der Staat wird immer mehr zum Milliardär.
@ Erfordia…: Ach, was soll ich auf jeden Blödsinn antworten…
"… Fazit: Um eine analoge Entwicklung in Europa zu stoppen (die Berlusconis und Babiš standen und stehen bereit), bedarf es einer Steuer- und Wirtschaftspolitik, die nicht nur Löcher am unteren Rand der Gesellschaft stopft, sondern Ressourcen am obersten Rand für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Transformation abschöpft. Es gibt auch Möglichkeiten, US-Oligarchen zu boykottieren oder zu besteuern. Superreiche werden damit weder dämonisiert noch geschröpft, sie werden einzig in krisenhaften Zeiten an ihre soziale und politische Verantwortung erinnert. Konservative und Liberale müssen im Kampf um die Demokratie eine Korrektur ihrer steuer- und haushaltspolitischen Dogmatik vornehmen, Linke müssen in dem gleichen Kampf begreifen, dass er nicht nur sozialpolitisch geführt werden muss, sondern auch sicherheitspolitisch gegen die russische (sowie neuerdings chinesische und womöglich amerikanische) Autokratie. Wenn Sie noch einer Quelle namens Karl Marx trauen wollen: Er rief die Arbeiter vor 150 Jahren zum doppelten Widerstand auf: gegen den Bonapartismus im Westen (das war damals das Frankreich Napoléons III.) und den Zarismus im Osten (damals unter Alexander II). Und Marx setzte sich übrigens auch schon für die Freiheit der Ukraine ein."
Huihui…diesen Shift bekomme ich nicht zusammen. Weiß Leggewie nichts von starlink der Ukraine? Auch Palantir wird dort sicher zum Einsatz kommen.
zuvor heißt es:
"…Deutschland benötigt bekanntlich jede Menge Geld: für die Reparatur der demolierten Infrastruktur, für die Bereitstellung guter Bildung und Ausbildung und die Sicherung der Alten gegen Armut, und natürlich für die Verteidigung des Landes gegen einen barbarischen Kriegsherrn Wladimir Putin.…"
Wie kann ein sich so aufgeklärt gebender Autor solche Sätze raushauen?
Ansonsten teile ich seine Sorgen zu einem großen Teil. Irre Zeiten.
Endlich scheinen sie's kapiert zu haben. Wer Hardware manipulieren will muß physisch einbrechen, oder den "Shit" über den Ver-/Einkauf einschleusen. Das ist ungleich schwieriger.
Zwar kann Funk abgehört und entschlüsselt werden, das Verständnis dafür erschließt sich dem einfachen Beamten viel eher. 'sind ja schließlich nicht alles IT- und Software-Experten. Geht alles sehr viel schneller dann. Die absolute Lösung für das Problem gibt es nicht.
Warum? – Mir gehen ein ganzer Haufen Krimineller, konkret halt schwer auf den Sack. Was soll man sagen. Hab' sie nicht dazu genötigt .…. […und in-/direkt bezahlt, übrigens auch nicht! Klar, ne]