Der Ruf nach dem Führer wird lauter

bild​.de (22.6.25)

Mit Logik hat die Bild-Chefin es nicht:

»Etwas ist nicht falsch, nur weil Donald Trump es tut. Was ich damit sagen will: Es gab gute Gründe für den mas­si­ven Schlag der US-Streitkräfte gegen das gefähr­li­che Atomprogramm des Iran. Den letz­ten lie­fer­te der ira­ni­sche Präsident Peseschkian weni­ge Stunden vor dem mili­tä­ri­schen Eingreifen der USA: In einem Telefonat mit dem fran­zö­si­schen Präsidenten Macron mach­te er klar, dass der Iran „unter kei­nen Umständen“ sein Atomprogramm auf­ge­ben wer­de. Man kön­ne dar­über reden, das Vertrauen in die fried­li­chen nuklea­ren Aktivitäten sei­nes Landes zu stärken.

Bedeutet: Freiwillig wer­den die Mullahs auf die Bombe nie und nim­mer verzichten.«

Viele Länder betrei­ben wei­ter "fried­li­che nuklea­re Aktivitäten". Bauen sie alle an einer Bombe? Welche Rolle spielt die unfried­li­che Atombombe in den Händen durch­ge­knall­ter israe­li­scher Minister? Und wer­den die Rufe nicht lau­ter, wie es so schön heißt, daß auch die BRD an der "nuklea­ren Teilhabe" betei­ligt wer­den sollte?

»… Der Schlag kann das Atomprogramm des Iran um vie­le Jahre, viel­leicht sogar für ein Jahrzehnt ver­zö­gern – das wäre nicht wenig. Doch es macht mir Angst, dass die­ser Präsident sel­ten eine kla­re Linie hält. Trump hat sei­ne Hand am Abzug, und was er nachts befiehlt, kann er am Morgen viel­leicht schon vert­wit­tern, es bereu­en oder ein­fach mal das Gegenteil tun. Ein sol­cher Oberbefehlshaber schafft Unsicherheit, auch bei uns Verbündeten. Und Unsicherheit ist Zündstoff in Nahost.

Europa muss jetzt füh­ren. Wer nur mahnt, wenn die Jets schon abhe­ben, wirkt belang­los. Berlin, Paris und London müs­sen sich klar dar­über wer­den, wo sie ste­hen. Das kann nur an der Seite Israels und der USA sein. Nur dann besteht die Chance, mili­tä­ri­sche Gewalt und Diplomatie mit­ein­an­der zu verbinden…

Die Mullahs müs­sen weg, da sind sich alle einig. Aber ich sehe kei­ne Opposition in die­sem Terrorstaat, die das Land in eine bes­se­re Zukunft füh­ren könn­te. Heißt das, Nichtstun wäre klü­ger gewe­sen? Nein. Irans Weg zur Bombe bedroht die Region existenziell.

Die Nacht war laut. Der Morgen ver­langt lei­se Vernunft. Sonst fliegt als Nächstes mehr in die Luft als Stahlzylinder. In die­ser Nacht hat Trump eine Chance geschaf­fen. Sie darf nicht ver­geu­det wer­den.«

11 Antworten auf „Der Ruf nach dem Führer wird lauter“

  1. Die Atomisierung wird nicht auf­zu­hal­ten sein. Man ver­ließ einen Weg der Verhandlungen, wel­cher anfäng­lich einen guten Eindruck vermittelte.

    Das ist unem­pi­risch. Mir per­sön­lich wür­de es auch nicht beha­gen wenn ein reli­gi­ös-ver­stör­ter Kleinstaat auf­grund von "Goldfunden" oder Ähnlichem, sich ein Arsenal an kon­ti­nen­ta­len Atomwaffen zule­gen wür­de. Noch weni­ger bei Privatpersonen. Auf der "Ebene" sind wir ja bereits ange­kom­men, das wird sich eher ver­stär­ken als in abseh­ba­rer Zeit abzu­eb­ben. Somit sticht die Bild in die pro­pa­gan­di­stisch offen­ste Wunde. Klarer Fall – Realitätsbezug Hin wie Her.

    Wenn ich die Nachrichten ver­fol­ge und lai­en­haft zu inter­pre­tie­ren ver­su­che, ver­ste­he ich nicht war­um das angeb­li­che "Programm" für zehn Jahre zurück gewor­fen sein soll. Wie auch immer! Ich ver­ste­he es ganz ein­fach nicht – ganz sim­pel. Da steckt nichts wei­ter dahinter.

  2. Israel
    (Text: Peter Heinrichs)
    Ein inter­es­san­tes Detail, das ange­sichts der Angriffe auf den Iran kaum Beachtung fin­det: Die ersten Raketen, die auf das Territorium des Landes abge­feu­ert wur­den, fie­len fast zeit­gleich mit der Eröffnung einer neu­en Eisenbahnstrecke von China in den Iran.
    Der erste Zug aus Xi'an erreich­te am 25. Mai 2025 das ira­ni­sche Logistikzentrum Aprin. Diese Route wur­de 2021 ver­ein­bart und gebaut, unmit­tel­bar nach­dem der Iran und China im Rahmen der Belt and Road Initiative ein stra­te­gi­sches Abkommen im Wert von rund 400 Milliarden US-Dollar unter­zeich­net hatten.
    Der Kern des Projekts ist ein­fach: Industriegüter aus China gelan­gen nun direkt auf dem Landweg in den Iran und umge­hen dabei alle US-Einflusszonen, Militärstützpunkte und Sanktionskontrollen.
    Der Iran erhält nicht nur Lieferungen, son­dern wird zu einem wich­ti­gen Transitknotenpunkt für die Verbindung von:
    – im Süden – der Nord-Süd-Korridor durch Russland, das Kaspische Meer und Indien;
    – im Westen – Landzugang zum Irak, zu Syrien, zur Türkei und zum Mittelmeer;
    – im Osten – direk­ter Zugang zu chi­ne­si­schen Lieferketten.
    Darüber hin­aus unter­gräbt der Landweg das Monopol des Seeverkehrs, ins­be­son­de­re da die Straße von Hormus und der Suezkanal von ame­ri­ka­ni­schen oder pro­ame­ri­ka­ni­schen Strukturen kon­trol­liert wer­den. Der Iran hat sich all­mäh­lich aus sei­ner logi­sti­schen Isolation befreit und ist zu einem Bindeglied zwi­schen China, Russland, Indien und dem Nahen Osten geworden.
    All dies stellt eine geo­öko­no­mi­sche Bedrohung dar, die die USA und ihre Verbündeten sehr wohl ver­ste­hen. Daher ist es nicht ver­wun­der­lich, dass gleich­zei­tig mit dem Beginn der tat­säch­li­chen Integration Irans in die tran­s­asia­ti­sche Logistik auch der Versuch beginnt, die­se syste­ma­tisch zu zerstören.
    Es geht nicht nur um das Atomprogramm. Es geht dar­um, zu ver­hin­dern, dass der Iran zu einem logi­sti­schen Zentrum der neu­en eura­si­schen Architektur wird und aus­rei­chend an Stärke gewinnt."
    Letztlich geht es dabei also gar nicht pri­mär um den Iran, son­dern dar­um, China zu schwächen!
    Gefunden als Kommentar bei Bastian Barucker

  3. "Mit Sozialleistungen und mit Bildung lässt sich die­ses Land nicht ver­tei­di­gen", sagt der Kriegsminister

    Vielleicht. Aber ohne Sozialleistungen und Bildung gibt es kein Land mehr zum Verteidigen.

    Anscheinend ist das der Plan. Deutschland: Eine Armee. Die Schule ist der Schießstand, Sozialleistung ist Kriegsgräberfürsorge – wenn es noch was zu begra­ben gibt.

    Hauptsache Drecksarbeit.

  4. "Die Mullahs müs­sen weg, da sind sich alle einig."

    Ebenso könn­ten "die Mullahs" for­dern, dass die west­li­chen Regime ver­schwin­den müs­sen. Mit Mullahs sind die Staatsorganisationen gemeint, die nicht in der groß­ka­pi­ta­li­sti­schen Gesellschaftsform, son­dern eben in einer reli­giö­sen Gesellschaftsform begrün­det sind. Kann man eben­so kri­ti­sie­ren, ein Recht zum Angriffskrieg ver­leiht dies nicht. Einig sind sich die, die von Krieg pro­fi­tie­ren und von unter­wor­fe­nen, kolo­nia­li­sier­ten geo­gra­phi­schen Regionen. Das Wohlergehen von Menschen ist dem Kapitalismus fremd, soweit dies kei­nen Profit abwirft. 

    "Es gab gute Gründe für den mas­si­ven Schlag der US-Streitkräfte gegen das gefähr­li­che Atomprogramm des Iran."

    Gäbe es gute Gründe gegen die gefähr­li­chen Atomprogramme des soge­nann­ten Westens vor­zu­ge­hen? Es ist immer eine Frage der Perspektive. Selbstverständlich ist die Frage rein rhe­to­ri­scher Natur, da jeg­li­che Gewalt abzu­leh­nen ist. Aber die Frage der Perspektive und der Akzeptanz der Sichtweise des Gegenübers ist die Basis von Übereinkünften und Verträgen. Existiert die­se nicht, sind es rei­ne Diktate. Auf exakt die­ser Schiene spielt sich die regel­ba­sier­te Ordnung ab, die ein­sei­tig Regelungen fest­legt. Nach "Gutsherrenart".

    "Das kann nur an der Seite Israels und der USA sein."

    Mit ande­ren Worten: Der Westen ist der eine Block. Russland und China sind die bei­den ande­ren Blöcke. Und der Rest der Welt und der Menschheit ist in der Mitte und wird bestraft, wenn er sich nicht dem Westen unterwirft. 

    "Nein. Irans Weg zur Bombe bedroht die Region existenziell."

    Unabhängig davon, ob Iran ein Atomwaffenprogramm hat oder nicht, lenkt dies von der eigent­li­chen Problematik ab: Nein, Israels Bomben (und die der USA) bedro­hen die Region exi­sten­zi­ell und sei­ne Expansionskriege mit einem guten Teil an Eigenschaften, die Vernichtungsfeldzügen zuge­schrie­ben wer­den, ver­än­dert die Region ganz bewusst. Friedliche Koexistenz sind weder das Anliegen Israels noch das Anliegen der USA. Unterwerfung ist es. Alles unter­halb die­ses Niveaus ist für die USA und Israel inak­zep­ta­bel. Und daher wird die gna­den­lo­se Durchsetzung mit krie­ge­ri­schen Mitteln nicht enden, da auch unter­wor­fe­ne Regionen aufbegehren.

    Das man­geln­de Interesse, ja gera­de­zu die kon­se­quen­te Ablehnung von fried­li­cher Koexistenz, fin­det sei­nen Ausdruck in der Organisation der UN und ihrer Unterorganisationen und Organe durch gera­de die­se bei­den Staaten. Solange eini­ge "Staaten" glei­cher sind als ande­re, solan­ge sich Staaten die Rosinen her­aus­picken kön­nen, ohne dass die­se Konsequenzen bei der Missachtung von Verträgen und Resolutionen befürch­ten müs­sen, ist die­se UN kaum lebens­fä­hig als eine Organisation, die dem Frieden die­nen soll. Sofern sie je dafür gedacht war.

    1. O'Mikron, das ira­ni­sche Atomprogramm ist in Wirklichkeit ein ame­ri­ka­ni­sches Atomprogramm. Ein Ajatolla Khomeni durf­te 1979 nur in den Iran zurück­keh­ren, als sich die USA sicher waren, daß der Iran unter Ajatolla Khomeni das macht was den Interessen der Herren v.d. Wallstreet entspricht.

      Mitnichten also wur­de der Iran 1979 sei­ner Selbstbestimmung über­las­sen. Dieses Design Pattern fin­den Sie auf der gan­zen Welt: Jemen, Afghanistan, Pakistan, Bengalen, Ukraine, Libyen, Palästina, .… über­all das­sel­be drecki­ge Spiel.

  5. Nun ver­kün­det Trump, dass er offen sei für einen Regierungssturz, um aus dem Iran wie­der in ein gro­ßes ira­ni­sches Imperium zu machen. "Make Iran Great Again" – MIGA schreit der, wäh­rend sein Regime im Hintergrund schon den näch­sten Schah für den Iran präpariert.

    Das ist nur noch irre. Ein Regierungssturz ("regime chan­ge") stürzt ein Land ins Chaos und die Folge davon ist eine Spaltung des Landes. Das läuft immer so und genau so ist es vor­ge­se­hen. Die wol­len den Iran zer­schla­gen, eben­so wie Russland und ande­re Länder, um die ver­blei­ben­den Kleinstaaten mit weni­ger Aufwand zu beherrschen.

    Mit der EU ist es den Irren hin­ter den regime chan­ges gelun­gen, schlecht regier­te Länder unter die Kontrolle einer Mafia zu brin­gen. So geht es natür­lich auch, aber nicht auf Dauer.

    Die Müllpresse erwähnt mit kei­nem Wort jene Leute, die unbe­nannt im Hintergrund all die Gewalt in der Welt sähen.

  6. DIESMAL ABER WÜRGLICH!

    "Dr. Lockdown Viehler @LViehler Jun 23
    Wir kön­nen davon aus­ge­hen, dass es von den USA dies­mal sicher­lich einen Plan gibt, wie es nach einem Regimewechsel im Iran wei­ter­ge­hen wird. Man kann ja nicht die Fehler von 

    - Afghanistan
    – Libyen
    – Syrien
    – Vietnam
    – Irak
    – Iran
    – Chile
    – Guatemala
    – Kuba
    – Dominikanische Republik
    – Panama
    – Haiti
    – Grenada
    – Nicaragua
    – Jugoslawien
    – Ukraine
    – Bolivien
    – Argentinien
    – Brasilien
    – Kongo
    – Indonesien
    – Ghana
    – Kambodscha
    – Laos
    – Ecuador
    – El Salvador
    – Honduras
    – Venezuela
    – Ägypten
    – Somalia
    – Sudan
    – Tunesien

    wie­der­ho­len.

    Jun 23, 2025 · 6:11 AM UTC"
    "

    https://​nit​ter​.net/​L​V​i​e​h​ler

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