Chance für die Linkspartei?

Es könn­te eine Win-win-Situation wer­den. Ramelow hät­te mehr Zeit für Candy Crush und müß­te sich nicht mit einer mög­li­chen Linkswende der Partei bela­sten, die­se wäre von einer der zahl­lo­sen Altlasten der Corona-Hysterie befreit.

t‑online.de (20.6.25)

Nachdem er den lin­ken Laden in Thüringen gehö­rig vor die Wand gefah­ren hat­te, wur­de er von sei­ner Partei mit dem Amt des Bundestagsvizepräsidenten belohnt. Und nicht nur das:

pro​-medi​en​ma​ga​zin​.de (6.6.25)

Nachdem sein Landesverband es gewagt hat­te, auf der Satzung zu bestehen und sei­ne Vertrauensleute wegen der vor­ge­schrie­be­nen Ämtertrennung nicht gewählt wur­den, und sogar – Horror! – über Fehler der bis­he­ri­gen Politik gespro­chen wer­den soll, greint Ramelow. Auf sei­ner Webseite schreibt er:

»Mich bewegt seit unse­rem Landesparteitag in Thüringen am letz­ten Wochenende, was bei uns in der Partei Die Linke der­zeit alles in Bewegung gera­ten ist…

In die­se Jahre ein­ge­bet­tet war die Corona-Pandemie mit Schul- und Kindergartenschließungen sowie Bürgerrechtseinschränkungen. Es gab die stark anwach­sen­den „Montagsdemonstrationen“ und poli­ti­sche Herausforderungen zwi­schen Corona-Leugner*innen, Schwurbler*innen und all‘ jenen, die eh alles bes­ser wuss­ten. So sind wir aus der einen gesell­schaft­li­chen Krise in die näch­ste hin­ein­ge­wor­fen wor­den. Es folg­te der rus­si­sche Überfall auf die Ukraine und die Unterbrechungen der Erdgaslieferungen, weil die rus­si­sche Seite ihre Verträge nicht mehr erfüll­te und durch die bestehen­den Pipelines ein­fach kein Gas mehr pumpte.

In Ostdeutschland galt aller­dings die Sprengung von Nord-Stream 2 als eigent­li­che Ursache der Preissteigerungen, obwohl da noch gar kein Gas durch­ge­lei­tet wur­de und die bestehen­den Leitungen gereicht hät­ten. Aber zur Stimmungsmache reich­ten die hal­ben oder fal­schen Informationen aus. Und es gab die Folgen von Sanktionsmaßnahmen und die lei­der nur halb­her­zi­gen Eingriffe der Bundesregierung in den Energiemarkt, um Preisexplosionen zu stoppen…

WhatsApp- oder Telegram-Kanäle haben schon in der Corona-Zeit Hass und Hetze, Lüge und Verleumdung auf eine unge­heu­re Art verbreitet…

Für mich ist Putins Kurs die Politik eines Nationalisten, Militaristen und Imperialisten. Dies ist aber gefühlt nicht die Mehrheitsmeinung in Thüringen. Auch des­halb ver­fan­gen Parolen, dass die Energiepreise sin­ken wür­den, wenn rus­si­sches Öl und Gas wie­der reich­lich und preis­wert flie­ßen… Ich wäre auch gegen jede Waffenlieferung, wenn damit eben­falls die rus­si­schen Waffen gemeint wären!…

Beschlossen wur­de auf unse­rem Landesparteitag wei­ter­hin, dass nun end­lich die Fehler der zehn­jäh­ri­gen rot-rot-grü­nen Regierungszeit auf­ge­ar­bei­tet wer­den sol­len. Fehler zu ana­ly­sie­ren, das fin­de ich immer gut! Aber kann es sein, dass jetzt mit dem Hinweis auf Fehler das Regieren an sich gemeint ist? Kann es sein, dass in einer sol­chen Debatte aus­ge­blen­det wird, wie viel Kraft es geko­stet hat, zehn Jahre lang in die­sem Land Verantwortung zu tra­gen? Mich als Person kann die Diskussion ja irgend­wie nicht mei­nen, denn vie­le Genossinnen und Genossen tra­gen das „Team Bodo“-Shirt. Und so ganz ver­kehrt kann mei­ne Regierungsarbeit ja nicht gewe­sen sein, wenn man sich mei­ne Wahlergebnisse zur Landtags- und Bundestagswahl im Wahlkreis anschaut…«

Kapitalismus führt zum Narzissmus. Kapitalismus muß weg!

So könn­te man in Abwandlung einer alten lin­ken Straßenparole den­ken, wenn man Ramelow so liest.

»Unsere sehr spe­zi­el­le Regelung in der Satzung, nach der die Funktion des Fraktionsvorsitzenden nicht gleich­zei­tig über eine län­ge­re Zeit gemein­sam mit der Funktion des Landesvorsitzes aus­ge­übt wer­den darf, gibt es nur in unse­rem Landesverband… Durch die Kombination der Funktionen konn­te einst neben mei­ner öffent­li­chen Ausstrahlung als Ministerpräsident unse­re Landes- und Fraktionsvorsitzenden öffent­lich gut in Erscheinung tre­ten [sic]… Ich fin­de es falsch, dass in der Satzung in Thüringen eine Trennung zwi­schen Fraktions- und Landesvorsitz vor­ge­nom­men wird…

Wenn das, was ich gera­de beschrei­be, noch nicht das Neue ist, dann wür­de ich ger­ne wis­sen, was noch an die Tür klopft. Ist es Bewegungspartei ver­sus Partei, die bewegt? Partei neu­en Typs? Da war doch was?!

Heute ist mir beim Aufwachen ein Satz durch den Kopf gegan­gen, der mich nicht los­lässt: Bin ich dabei, die Partei zu ver­las­sen – oder ver­lässt mei­ne Partei gera­de mich?…«


Auch zu Ramelow gibt es Dutzende Beiträge auf coro­dok. Etwa:

Rmlw zeich­net ITBtl aus

Ramelow will mit "kriegs­wirt­schaft­lich begrün­de­ten Eingriffen" die Glasproduktion ret­ten. Damit wir "unse­ren Wein, unser Bier und Wasser oder sogar Impfstoffe abfül­len" können

Auch Ramelow vom Virus niedergerungen

Bodo Ramelow weint "nicht Geimpften" kei­ne Träne nach

Rad-ab-Ramelow

Bürgerkriegsübung zu "kom­ple­xem Versammlungsgeschehen gegen­sätz­li­cher poli­ti­scher Gruppierungen in Bezug auf die andau­ern­de Corona-Pandemie"

Ramelow beim Fahnenappell

Länderchefs Tschentscher und Ramelow in Quarantäne

Ramelow: Thüringen fürst!

Ramelow: Wählt CDU!

Wahlen in Corona-Zeiten aussetzen?

Ramelow mobi­li­siert den Mob

Bodo Rambolow will ThüringerInnen an 15-Kilometer-Leine legen

Ramelow fei­ert Verschärfung im Infektionsschutzgesetz

Chef-Hetzer Ramelow

11 Antworten auf „Chance für die Linkspartei?“

  1. Die Linke ist eine Partei die sich offen und unge­niert für den Kapitalismus bekennt. Also mit­nich­ten die Interessen des werk­tä­ti­gen Volkes vertritt.

  2. "Aber zur Stimmungsmache reich­ten die hal­ben oder fal­schen Informationen aus."

    /​
    "Kapitalismus führt zum Narzissmus. Kapitalismus muß weg!"
    wie heißt das original?
    ich lese das nicht bei rame­low, glau­be aber, daß die­ser satz ernst­zu­neh­men ist.
    kapi­ta­lis­mus- ent­frem­dung – narzißmus.

    nar­ziß­mus= ego­is­mus /​soli­da­ri­tät = men­schen­lie­be, wobei der mensch nicht unbe­dingt der "näch­ste" sein muß.

  3. Die Linke ist eine sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Partei und daher zwangs­läu­fig eine dem Großkapital die­nen­de Partei. Zudem mutier­te sie inzwi­schen zur "erwach­ten" Spaßpartei. Widerlich. 

    Ramelow pass­te gut zur dem Großkapital hul­di­gen­den sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Linke. Er passt auf­grund sei­nes klas­si­schen Bonzenprofils nicht zu einer erwach­ten Spaßpartei.

    1. @Clarence…: Wobei es im Bonzentum Abstufungen gibt. Anders als der Kanzler gehör­te Ramelow nicht der Führungsebene eines Oligarchen-Clans an, son­dern war lan­ge Zeit bei der Gewerkschaft beschäf­tigt. Wie wir sehen, kann auch das den Charakter ver­sau­en. Die Linkspartei ist gegen­wär­tig sicher kei­ne anti­ka­pi­ta­li­sti­sche Partei. Die Huldigungen des Großkapitals sind mir aller­dings entgangen.

      1. > Die Huldigungen des Großkapitals sind mir aller­dings entgangen.

        schrieb aa. Dann ist Ihnen @aa sicher auch ent­gan­gen, daß die Linke sämt­li­che Corona-Maßnahmen unter­stützt und nicht eine die­ser Maßnahmen ver­hin­dert hat.

  4. @ aa: Sicher gibt es Abstufungen im Bonzentum. Keine Frage. Es wäre erstaun­lich, wenn es kein facet­ten­rei­ches Bonzentum gäbe.

    Der soge­nann­te Kanzler, der sich in der Rolle des "Machers" in Sachen Krieg (und nicht Frieden) sieht, ist eine ande­re Nummer. Bonze trifft es weni­ger, groß­ka­pi­ta­li­sti­scher "Leader", der die Interessen des Großkapitals (ein­schließ­lich der Mordinstrumente-Industrien) erfolg­reich umsetzt, schon eher. 

    Allerdings soll­te auch immer beach­tet wer­den, dass die hie­si­gen Gewerkschaften am Ende bei z.B. Gehaltsforderungen, Arbeitszeitregelungen etc. regel­mä­ßig den Kürzeren zie­hen und dies als sen­sa­tio­nel­len Erfolg aus­ge­ben. Das Thema "Zentralisierung der Gewerkschaften" ist ein schö­ner Themenkomplex. Je weni­ger Gewerkschaften, desto ein­fa­cher die Verhandlungen von der Arbeitgeberseite. Und die gesetz­li­chen Regelungen ergän­zen dies. Die Ergebnisse sind gesetzt und nur in Nuancen noch varia­bel. So zumin­dest der Eindruck der ins­be­son­de­re letz­ten zwan­zig Jahre. 

    Interessant ist auch die Sozialpartnerschaft als "Einheit" von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die bereits in 1914 – 1918 nach mei­ner Kenntnis, wenn auch in ande­rer Intensität, und ohne die­sen Namen, Eingang hielt.

    1. O'Mikron, die Gewerkschaften ver­tre­ten ganz klar nicht die Interessen der Arbeiterklasse son­dern die Interessen der Industriellen (Privat).

      Ansonsten wür­de es die Gewerkschaften gar nicht geben in einem Staat der sämt­li­che demo­kra­ti­sche Kräfte aus­ge­schal­tet hat. Und wenn eine Gewerkschaft eine Lohnerhöhung durch­bringt, ist das kein Erfolg der Gewerkschaft son­dern besten­falls eine Erfolgsgeschichte für die Propaganda.

  5. @aa: Soso, die "Huldigung[en] des Großkapitals" sei­tens der PdL sind Dir entgangen …
    Reichinneks und Konsorten Anschmachten von Merz, nach­dem sie ihm zur grund­ge­setz­wid­ri­gen Grundgesetzänderung ver­half, ist Dir doch aber nicht entgangen?

    Und dass die PdL dem Großkapital in Gestalt der Pharmaindustrie seit 2020 wah­re Huldigungstänze auf­führt, hast Du selbst hier oft genug dokumentiert.

    Lieber Artur, ich weiß ja: Der Mensch braucht Hoffnung. – Aber ich weiß auch: Rechtzeitig zu erken­nen, wo kei­ne Hoffnung mehr ist, kann Leben retten.

    PS: Die Ramelow-Zitate sind echt?! Ich fas­se es nicht, obwohl ich die­sen Menschen schon lan­ge für ernst­haft psy­chisch krank hal­te (wie übri­gens alle, die so lan­ge in Machtpositionen einer "Repräsentativen Demokratie" hocken).
    Doch Reichinnek und van Aken sind nur noch weni­ge Diätenerhöhungen von ihm entfernt …

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