Es könnte eine Win-win-Situation werden. Ramelow hätte mehr Zeit für Candy Crush und müßte sich nicht mit einer möglichen Linkswende der Partei belasten, diese wäre von einer der zahllosen Altlasten der Corona-Hysterie befreit.

Nachdem er den linken Laden in Thüringen gehörig vor die Wand gefahren hatte, wurde er von seiner Partei mit dem Amt des Bundestagsvizepräsidenten belohnt. Und nicht nur das:

Nachdem sein Landesverband es gewagt hatte, auf der Satzung zu bestehen und seine Vertrauensleute wegen der vorgeschriebenen Ämtertrennung nicht gewählt wurden, und sogar – Horror! – über Fehler der bisherigen Politik gesprochen werden soll, greint Ramelow. Auf seiner Webseite schreibt er:
»Mich bewegt seit unserem Landesparteitag in Thüringen am letzten Wochenende, was bei uns in der Partei Die Linke derzeit alles in Bewegung geraten ist…
In diese Jahre eingebettet war die Corona-Pandemie mit Schul- und Kindergartenschließungen sowie Bürgerrechtseinschränkungen. Es gab die stark anwachsenden „Montagsdemonstrationen“ und politische Herausforderungen zwischen Corona-Leugner*innen, Schwurbler*innen und all‘ jenen, die eh alles besser wussten. So sind wir aus der einen gesellschaftlichen Krise in die nächste hineingeworfen worden. Es folgte der russische Überfall auf die Ukraine und die Unterbrechungen der Erdgaslieferungen, weil die russische Seite ihre Verträge nicht mehr erfüllte und durch die bestehenden Pipelines einfach kein Gas mehr pumpte.
In Ostdeutschland galt allerdings die Sprengung von Nord-Stream 2 als eigentliche Ursache der Preissteigerungen, obwohl da noch gar kein Gas durchgeleitet wurde und die bestehenden Leitungen gereicht hätten. Aber zur Stimmungsmache reichten die halben oder falschen Informationen aus. Und es gab die Folgen von Sanktionsmaßnahmen und die leider nur halbherzigen Eingriffe der Bundesregierung in den Energiemarkt, um Preisexplosionen zu stoppen…
WhatsApp- oder Telegram-Kanäle haben schon in der Corona-Zeit Hass und Hetze, Lüge und Verleumdung auf eine ungeheure Art verbreitet…
Für mich ist Putins Kurs die Politik eines Nationalisten, Militaristen und Imperialisten. Dies ist aber gefühlt nicht die Mehrheitsmeinung in Thüringen. Auch deshalb verfangen Parolen, dass die Energiepreise sinken würden, wenn russisches Öl und Gas wieder reichlich und preiswert fließen… Ich wäre auch gegen jede Waffenlieferung, wenn damit ebenfalls die russischen Waffen gemeint wären!…
Beschlossen wurde auf unserem Landesparteitag weiterhin, dass nun endlich die Fehler der zehnjährigen rot-rot-grünen Regierungszeit aufgearbeitet werden sollen. Fehler zu analysieren, das finde ich immer gut! Aber kann es sein, dass jetzt mit dem Hinweis auf Fehler das Regieren an sich gemeint ist? Kann es sein, dass in einer solchen Debatte ausgeblendet wird, wie viel Kraft es gekostet hat, zehn Jahre lang in diesem Land Verantwortung zu tragen? Mich als Person kann die Diskussion ja irgendwie nicht meinen, denn viele Genossinnen und Genossen tragen das „Team Bodo“-Shirt. Und so ganz verkehrt kann meine Regierungsarbeit ja nicht gewesen sein, wenn man sich meine Wahlergebnisse zur Landtags- und Bundestagswahl im Wahlkreis anschaut…«
Kapitalismus führt zum Narzissmus. Kapitalismus muß weg!
So könnte man in Abwandlung einer alten linken Straßenparole denken, wenn man Ramelow so liest.
»Unsere sehr spezielle Regelung in der Satzung, nach der die Funktion des Fraktionsvorsitzenden nicht gleichzeitig über eine längere Zeit gemeinsam mit der Funktion des Landesvorsitzes ausgeübt werden darf, gibt es nur in unserem Landesverband… Durch die Kombination der Funktionen konnte einst neben meiner öffentlichen Ausstrahlung als Ministerpräsident unsere Landes- und Fraktionsvorsitzenden öffentlich gut in Erscheinung treten [sic]… Ich finde es falsch, dass in der Satzung in Thüringen eine Trennung zwischen Fraktions- und Landesvorsitz vorgenommen wird…
Wenn das, was ich gerade beschreibe, noch nicht das Neue ist, dann würde ich gerne wissen, was noch an die Tür klopft. Ist es Bewegungspartei versus Partei, die bewegt? Partei neuen Typs? Da war doch was?!
Heute ist mir beim Aufwachen ein Satz durch den Kopf gegangen, der mich nicht loslässt: Bin ich dabei, die Partei zu verlassen – oder verlässt meine Partei gerade mich?…«
Auch zu Ramelow gibt es Dutzende Beiträge auf corodok. Etwa:
Bodo Rambolow will ThüringerInnen an 15-Kilometer-Leine legen

Die Linke ist eine Partei die sich offen und ungeniert für den Kapitalismus bekennt. Also mitnichten die Interessen des werktätigen Volkes vertritt.
"Aber zur Stimmungsmache reichten die halben oder falschen Informationen aus."
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"Kapitalismus führt zum Narzissmus. Kapitalismus muß weg!"
wie heißt das original?
ich lese das nicht bei ramelow, glaube aber, daß dieser satz ernstzunehmen ist.
kapitalismus- entfremdung – narzißmus.
narzißmus= egoismus /solidarität = menschenliebe, wobei der mensch nicht unbedingt der "nächste" sein muß.
@holger blank: Das Original hieß „Kapitalismus führt zum Faschismus. Kapitalismus muß weg!“.
Die Linke ist eine sozialdemokratische Partei und daher zwangsläufig eine dem Großkapital dienende Partei. Zudem mutierte sie inzwischen zur "erwachten" Spaßpartei. Widerlich.
Ramelow passte gut zur dem Großkapital huldigenden sozialdemokratischen Linke. Er passt aufgrund seines klassischen Bonzenprofils nicht zu einer erwachten Spaßpartei.
@Clarence…: Wobei es im Bonzentum Abstufungen gibt. Anders als der Kanzler gehörte Ramelow nicht der Führungsebene eines Oligarchen-Clans an, sondern war lange Zeit bei der Gewerkschaft beschäftigt. Wie wir sehen, kann auch das den Charakter versauen. Die Linkspartei ist gegenwärtig sicher keine antikapitalistische Partei. Die Huldigungen des Großkapitals sind mir allerdings entgangen.
> Die Huldigungen des Großkapitals sind mir allerdings entgangen.
schrieb aa. Dann ist Ihnen @aa sicher auch entgangen, daß die Linke sämtliche Corona-Maßnahmen unterstützt und nicht eine dieser Maßnahmen verhindert hat.
@Erfurter…: Was Sie nicht sagen! Haben Sie etwa corodok gelesen?
@ aa: Sicher gibt es Abstufungen im Bonzentum. Keine Frage. Es wäre erstaunlich, wenn es kein facettenreiches Bonzentum gäbe.
Der sogenannte Kanzler, der sich in der Rolle des "Machers" in Sachen Krieg (und nicht Frieden) sieht, ist eine andere Nummer. Bonze trifft es weniger, großkapitalistischer "Leader", der die Interessen des Großkapitals (einschließlich der Mordinstrumente-Industrien) erfolgreich umsetzt, schon eher.
Allerdings sollte auch immer beachtet werden, dass die hiesigen Gewerkschaften am Ende bei z.B. Gehaltsforderungen, Arbeitszeitregelungen etc. regelmäßig den Kürzeren ziehen und dies als sensationellen Erfolg ausgeben. Das Thema "Zentralisierung der Gewerkschaften" ist ein schöner Themenkomplex. Je weniger Gewerkschaften, desto einfacher die Verhandlungen von der Arbeitgeberseite. Und die gesetzlichen Regelungen ergänzen dies. Die Ergebnisse sind gesetzt und nur in Nuancen noch variabel. So zumindest der Eindruck der insbesondere letzten zwanzig Jahre.
Interessant ist auch die Sozialpartnerschaft als "Einheit" von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die bereits in 1914 – 1918 nach meiner Kenntnis, wenn auch in anderer Intensität, und ohne diesen Namen, Eingang hielt.
O'Mikron, die Gewerkschaften vertreten ganz klar nicht die Interessen der Arbeiterklasse sondern die Interessen der Industriellen (Privat).
Ansonsten würde es die Gewerkschaften gar nicht geben in einem Staat der sämtliche demokratische Kräfte ausgeschaltet hat. Und wenn eine Gewerkschaft eine Lohnerhöhung durchbringt, ist das kein Erfolg der Gewerkschaft sondern bestenfalls eine Erfolgsgeschichte für die Propaganda.
@Erfurter: Bimbam, heiliger!
@aa: Soso, die "Huldigung[en] des Großkapitals" seitens der PdL sind Dir entgangen …
Reichinneks und Konsorten Anschmachten von Merz, nachdem sie ihm zur grundgesetzwidrigen Grundgesetzänderung verhalf, ist Dir doch aber nicht entgangen?
Und dass die PdL dem Großkapital in Gestalt der Pharmaindustrie seit 2020 wahre Huldigungstänze aufführt, hast Du selbst hier oft genug dokumentiert.
Lieber Artur, ich weiß ja: Der Mensch braucht Hoffnung. – Aber ich weiß auch: Rechtzeitig zu erkennen, wo keine Hoffnung mehr ist, kann Leben retten.
PS: Die Ramelow-Zitate sind echt?! Ich fasse es nicht, obwohl ich diesen Menschen schon lange für ernsthaft psychisch krank halte (wie übrigens alle, die so lange in Machtpositionen einer "Repräsentativen Demokratie" hocken).
Doch Reichinnek und van Aken sind nur noch wenige Diätenerhöhungen von ihm entfernt …