Krieg gegen das eigene Volk, das war bislang stets ein Vorwurf gegen tatsächliche und vermeintliche Autokraten, die es zu stürzen gelte. In den sich als Speerspitze der Demokratie begreifenden Vereinigten Staaten setzt der Präsident Tausende SoldatInnen der Nationalgarde und demnächst die Eliteeinheiten der Marines gegen die Bevölkerung ein. Zuvor waren, wie u.a. die FAZ-Korrespondentin Sofia Dreisbach berichtet, auch "Vans ohne Aufschrift", "vermutlich mit Migranten ohne Papiere", vor Gefängnissen vorgefahren. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums beziffern sich die Kosten des Militäreinsatzes auf 134 Millionen US-Dollar (ebd.). Er findet statt gegen den Willen der Bürgermeisterin von Los Angeles und des Gouverneurs von Kalifornien, dem die Nationalgarde untersteht. Nur unter besonderen Umständen und mit Einverständnis des Kongresses hat die Bundesebene Zugriff auf sie.

»…Das Weiße Haus war unzufrieden mit der aus seiner Sicht zu geringen Zahl der täglichen Festnahmen und Abschiebungen. Nach amerikanischen Medienberichten hatte die Regierung in den ersten hundert Tagen von Donald Trumps Amtszeit rund 66.000 Ausländer ohne gültige Papiere festgenommen sowie etwa genauso viele Migranten abgeschoben. Allen spektakulären Bildern etwa von Abschiebeflügen nach El Salvador oder von martialisch wirkenden Razzien zum Trotz übertraf sie damit kaum das Niveau der Biden-Regierung im Jahr 2024.
Das hat sich jetzt geändert. Nach einer internen Aufstellung, über die der Sender CBS kürzlich berichtet hat, meldete die Abschiebepolizei Immigration and Customs Enforcement (ICE) vorige Woche an zwei Tagen erstmals jeweils 2000 Festnahmen. 2024 hatte der Tagesschnitt bei etwa 300 gelegen. Nach der internen Statistik sitzen derzeit etwa 54.000 Ausländer in Abschiebehaft. Trumps rechte Hand, der stellvertretende Stabschef Stephen Miller, verlangt von der ICE mindestens 3000 Festnahmen am Tag. Das Weiße Haus hat deutlich gemacht, dass leitende Beamte mit Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie die Zielmarke verfehlen. Es ist darüber schon zu einem Rücktritt gekommen…
Die Beamten [sollen] nicht mehr die Fahndung nach (oft untergetauchten) Straftätern und Gefährdern priorisieren, sondern Razzien in Lagerhäusern, großen Landwirtschaftsbetrieben oder an anderen Arbeitsplätzen, in denen viele illegal Eingewanderte arbeiten. Miller legte der ICE-Führung ferner offenbar nahe, auch an Baumärkten wie „Home Depot“ aufzumarschieren, wo morgens oft Dutzende Tagelöhner ohne Aufenthaltsgenehmigung darauf warten, Arbeit angeboten zu bekommen. Genau das haben die Beamten am Freitag in Los Angeles getan.
Unter Biden war es den ICE-Beamten noch verboten, abgesehen vom illegalen Grenzübertritt unbescholtene Ausländer ohne Aufenthaltspapiere festzunehmen, die ihnen bei Razzien gegen Kriminelle ins Netz gingen. Die Trump-Regierung unterscheidet nun nicht mehr zwischen gefährlichen und strafrechtlich unauffälligen Migranten. Trump hat illegal eingewanderte Ausländer immer wieder pauschal als gefährlich oder sogar als „wilde Tiere“ bezeichnet.
Zudem hat die Regierung begonnen, Datenbanken mehrerer Bundesbehörden zu verknüpfen, um Ausländer ohne Aufenthaltspapiere ausfindig zu machen. In vielen Fällen war den Betroffenen früher versichert worden, dass ihre Daten (etwa bei der Steuerbehörde) nicht mit Polizei- oder Justizbehörden geteilt würden…
Offenbar setzt die Regierung aber auch darauf, unter den Migranten ein Klima der Angst zu schaffen, auf dass mehr von ihnen freiwillig das Land verlassen. So erklärt sich, dass die ICE-Beamten inzwischen häufig nicht nur schwer bewaffnet, sondern maskiert auftreten, und nicht mehr davor zurückschrecken, Eltern vor den Augen ihrer Kinder festzunehmen. Oft erfahren die Festgenommenen und deren Angehörigen nicht, wohin sie gebracht werden. Videos solcher für die Kinder traumatischer Erlebnisse verbreitet die Trump-Regierung selbst, ebenso Fotos von bei Festnahmen eingetretenen Türen oder eingeschlagenen Autofenstern.
Auch vor und in Kirchen oder Schulen werden nun Ausländer festgenommen. Als besonders perfide rügen Migranten-Aktivisten die neue Taktik, dass Beamte in Zivil Migranten festnehmen, wenn diese aufgrund einer Vorladung – etwa zur Prüfung ihres Asylgesuchs – zu einem Gerichtstermin erscheinen…
Wovon leben die Migranten?
Nach einer Erhebung des Pew Research Center sind im Jahr 2022 8,3 Millionen Personen ohne Aufenthaltsstatus einer Arbeit nachgegangen, also etwa drei von vier Personen. Damit stellt die Gruppe der im Durchschnitt im Vergleich zur Gesamtbevölkerung deutlich jüngeren „Illegalen“ knapp fünf Prozent der Arbeitskräfte im Land, obwohl ihr Bevölkerungsanteil bei nur drei Prozent liegt…
Sie arbeiten in aller Regel nicht schwarz. Vielmehr beläuft sich das jährliche Steueraufkommen der „Undocumented“ auf rund 100 Milliarden Dollar; etwa 60 Prozent davon gehen an den Bund. Der Steuersatz entspricht dabei trotz der im Durchschnitt niedrigeren Löhne in vielen Bundesstaaten dem der wohlhabendsten Amerikaner im Staat, da die Arbeitnehmer ohne Aufenthaltspapiere nicht in der Lage sind, Steuervergünstigungen in Anspruch zu nehmen. Außerdem bleiben sie von vielen Sozialleistungen ausgeschlossen, die aus Steuermitteln bezahlt werden…«



Ein skrupelloser Populist, der versucht, vom Scheitern seiner Wirtschaftspolitik abzulenken. (Zölle)
Im Übrigen sind die Einwanderer überwiegend billige Arbeitskräfte, die durch ihren vulnerablen Status bequem augebeutet werden können. Fallen sie weg, gibt es ernsthafte Probleme im Land of the free.
Btw: Menschen als "Tiere" zu bezeichnen, ist die Sprache von Schweinen – um es im Stil von Donald Trump auszudrücken.
Ein Blick in die Geschichte zeigt: Auch die Führer der Deutschen Nation schickten ihr eigenes Volk von einer Katastrophe in die andere, mordeten und plünderten.
die "Abschiebepolizei" wird von aktivisten "Gestapo" genannt, auf Grund ihrer Funktion: "zur Auswanderung bringen".
ich weiß nicht, um was es genau geht.
sozialdarwinismus? Rassismus? Imperialismus?
Repression gegen die einheimische Bevölkerung?
Rassismus als Rassenhass genügt mir nicht, da es nicht gegen rassen geht. man verbietet nicht das spanische, man deportiert nicht alle chinesen.
was für eine zukunft entsteht daraus?
trump zeigt durch diese abschiebegewalt, daß er der herr im haus ist, daß der staat handlungsfähig ist.
das autoritäre formiert das "volk".
ich möchte ergänzen:
es geht um eine "Mobilmachung" = Benutzung des "eigenen Volkes" durch den Staat, um den Staatshaushalt zu entlasten, um zu sparen.
Musk war der "Sparminister".
Es gibt scheinbar zu viele, im Sinne der Ausgabenseite, die von "Unterstützung" leben, die irgendwie den staat geld kosten, statt sich selbst zu finanzieren, statt für staatseinnahmen zu sorgen.
die "überflüssigen Sklaven" werden abgeschoben, um die eigene bevölkerung zu "versklaven", die nicht abgeschoben werden kann, die Rechte genießt, die sich aushalten läßt, selbst noch von den "Illegalen", die Steuern bezahlen.
es geht nicht um ungerechtigkeit, sondern um "Sozialabbau" = Austerität, zur Stützung der Staatsfinanzen, der Währung, des Finanzsystems.
der Bankrott des US-Staates wäre eine Katastrophe.
Ursache einer Weltwirtschaftskrise.
vielleicht komme ich der sache so näher.