Immer wieder staune ich über die Vehemenz, mit der auch unter MaßnahmenkritikerInnen Wuhan als Ursprung des Corona-Virus bewiesen werden soll. Das Staunen rührt weniger von der berechtigten Suche nach einer Erklärung (wobei dies die weltweiten absurden Reaktionen kaum begründen könnte), als von dem Desinteresse an bundesdeutscher Gain-of-function-Forschung, an der nicht zuletzt Christian Drosten beteiligt ist.
Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB wirbt auf seiner Seite so:



Verantwortlich ist:
Die freundlich lächelnde Dame, die gewiß nur an gut wirkenden Medikamenten und Impfstoffen interessiert ist, "leitet zudem die Aktivitäten im Bedürfnisfeld Gesundheit des Kompetenzzentrums Biointelligenz e. V.". Das trübt den Eindruck. Bereits auf dessen Begrüßungsseite macht der Verein keinen Hehl aus seiner Funktion bei der Erzeugung von Profiten:

»Die Biointelligenz ist einer der wichtigsten Innovationspfade für die nachhaltige Erneuerung der industriellen Wertschöpfung. Maßgeblich für ihre Entwicklung und Anwendung ist die Konvergenz zwischen Ingenieur‑, Lebens- und Informationswissenschaften.«
"Befähigertechnologiefelder der Biointelligenz"
An anderer Stelle informiert Fraunhofer: " Deutschland ist derzeit im Kontext der biointelligenten Wertschöpfung nur die Nummer 2" und verweist auf diesen Markt:

"»Wir müssen nun schauen, dass in den für den Wirtschaftsstandort Deutschland relevanten Handlungsfeldern rasch Maßnahmen für einen schnellen Transfer der vorhandenen exzellenten Forschungsarbeiten in die industrielle Anwendung ergriffen werden«, betont Dr. Robert Miehe, Biointelligenz-Experte am Fraunhofer IPA."
Leiter des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB ist ein Mann mit dem schönen Namen Markus Wolperdinger. Zuvor war er bei verschiedenen Biotechnologiefirmen in Deutschland und den USA in führenden Positionen tätig. Von 2021 bis 2023 war der Multifunktionär stellvertretender Vorsitzender des Bioökonomierats der Bundesregierung.
Im Kuratorium des Instituts sitzen Vertreter von Boehringer, Bosch und anderer Firmen.
(Hervorhebungen in den Abbildungen von mir.)
Siehe u.a. auch:


Ich vermute, das IGB fungiert hier als Dienstleister für Wissenschaftler, die an Viren forschen. Die wollen zum Beispiel wissen, welche Gene oder Gensequenzen des Virus welche Funktionen haben. Dazu brauchen sie Viren, bei denen diese Sequenzen ausgeknockt, oder verändert sind, und dann kucken sie in der Zellkultur, ob die Viecher noch infektiös sind, bzw. wie sich ihr Reproduktionsverhalten verhändert hat.
Das ist ein Wahnsinn an Laborarbeit für einen Doktoranden oder Postdoc. Deshalb kann man das Rumgepfriemel auch an externe Labore auslagern, die darauf spezialisiert sind, und das Ganze in einem Bruchteil der Zeit vollbringen. Die bekommen dafür Geld, und der Forscher wertet dann die Ergebnisse aus, und macht damit seine Doktorarbeit oder seine Habilitation.
Sowas gibt es zum Beispiel auch mit Mäusen, bei denen man ein bestimmtes Gen ausschaltet, oder ein verändertes, menschliches Gen ins Genom einbringt, um zu sehen, welche Funktion bestimmte Abschnitte haben, oder was passiert, wenn das Gen an bestimmten Abschnitten im Genom eingebaut wird. Auch dafür gibt es externe Labore, die solche Mäuse in Auftrag "herstellen". Es gibt sogar Kataloge, in denen solcherart generierte Organismen angeboten werden.
Für Laien hört sich das gruselig an. Für die Laborknechte im Forschungsbetrieb, ist das stinknormaler Alltag.
"Die Biointelligenz ist einer der wichtigsten Innovationspfade für die nachhaltige Erneuerung der industriellen Wertschöpfung. Maßgeblich für ihre Entwicklung und Anwendung ist die Konvergenz zwischen Ingenieur‑, Lebens- und Informationswissenschaften."
Ich stell mir gerade ein Meeting vor, bei dem die "Biointelligenten" bei Sekt und Häppchen zusammenstehen und sich solche inhaltsleeren Floskeln an den Kopf werfen. Wie Roboter, die versuchen, Kommunikation zu lernen.
Und wieder ein Beitrag der Rubrik Mondlandung, geklonte Schafe und implantierte Schweineherzen. Es gibt Menschen die glauben einfach alles.
Zum Thema Viren züchten:
Mal angenommen, sie finden einen Organismus der bereit ist, die DNA oder RNA eines bestimmten Virus zu kopieren. Diese Bereitschaft ergibt sich aus spezifischen Reaktionen mit Enzymen und Histonen welche ein Virenmolekül kapselt.
Und genau diese spezifischen Reaktionen sind es die die Immunität erzeugen. Von daher heißt Immunität auch spezifische Abwehr, die dazu führt, daß der Organismus das Kopieren der Viren-DNA//RNA, also die Vermehrung der Viren stoppt. D.h.: Der vermeintliche Zuchterfolg ist gleich NULL.
Anders hingegen sieht die Sache aus wenn Sie Bakterien, Einzeller, Hefen oder Pilze züchten. Denn Bakterien, Einzeller, Hefen und Pilze sind Lebewesen, die sich auf einem bestimmten Nährboden (Substrat) ernähren UND spontan vermehren und das ggf. auch dann tun, wenn ihr Erbgut (DNA) verändert wurde. Und wenn diese Veränderung vererbt wird, dann reden wir von einem Zuchterfolg.
Ok, nun wollen wir mal selber Bakterien züchten. Sie benötigen eine Petrischale mit Deckel und ein paar frische Knochen von Rind oder Schwein, die bekommen Sie in jedem Fleischerfachgeschäft. Die Knochen zerkleinern und mit wenig Wasser kochen. Solange kochen bis die Gelatine austritt und sich im Kochwasser löst. Die noch heiße Gelatine füllen Sie in die sterile Petrischale und decken diese zu. Nach dem Abkühlen tippen Sie einfach mal kurz mit einem ungewaschenen Finger in die Schale und decken dieser wieder zu. Nach ein paar Tagen können Sie eine prächtig entwickelte Bakterienkultur bestaunen.
Und wenn Sie ein Fachbuch haben, können Sie sogar anhand des typischen Musters auf die Art der Bakterien schließen. I.d.R. sind es Streptokokken, Milchsäurebakterien.
Erklärung wofür? Warum 7+ Menschen in China an einer Lungenentzündung mit unbekannter Ursache litten? Warum Drosten und Sahin so früh schon an Test und Impfstoff arbeiteten?
Warum der amerikanische Geheimdienst im Spätherbst 2019 anhand "sozialer Medien" ausgemacht haben will, daß in China eine Gefahr für die Welt drohte?
Leider kann auch ich nicht in deren Köpfe gucken. Allerdings sehe ich schon, wessen Interessen in dieser Zeit bedient wurden.
Nicht zuletzt waren es die Rufe nach dem autoritären Staat, der die BürgerInnen zum Gehorsam zu zwingen vermochte, die den Interessen gedient haben.
Grundsätzlich habe ich mal gelernt, daß Viren und Bakterien, sowohl nützlich als auch schädlich sein können. Und so wie auch das gentechnisch veränderte Saatgut sich nicht allzu nützlich verhält, und sich nicht vermehren lässt, denke ich, verhält es sich auch mit Viren und Bakterien, die Mensch manipuliert. Sehr wohl wird sich wohl massenhaft schädliches Material ausbringen lassen, doch mit der Ansteckung von Mensch zu Mensch und immer so weiter wird es wohl nichts werden. Da sind wohl die Grenzen durch die Natur gesetzt. Gottlob. Oder wem auch immer.
Heute wurde bei meinem Email betreiber vor dem extrem tödlichen Borna Virus für Männer gewarnt. (gibt es auch mild tödlich?) und Bundeswehr.de Seiten will mein Computer auch nicht mehr aufrufen. Zeitüberschreitung meint mein Netzwerkbetreiber.
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Franz Becchi
@franzbecchi
5h
Heute in der Wochenendausgabe der @berlinerzeitung: Gain-of-Function-Forschung – eine umstrittene Methode der Virologie. Was genau steckt dahinter? Und welche Rolle spielen Christian Drosten und die Charité dabei? Ich habe das Institut und Behörden konfrontiert.
https://nitter.net/franzbecchi/status/1931292966095605820#m