Wie der Kreml Merz' "missglückte Aussagen" perfide nutzt

Das erklärt der "Spiegel" am 29.5.25 unter dem Titel "Volle Breitseite gegen den Kanzler" (Bezahlschranke):

Provokation zum Krieg« sei das, was Bundeskanzler Friedrich Merz betrei­be, behaup­te­te Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Nichts ande­res als der Versuch, die Ukrainer dazu zu zwin­gen, wei­ter­zu­kämp­fen. Peskow mel­de­te sich zu Wort, kurz nach­dem der deut­sche Bundeskanzler im Beisein Wolodymyr Selenskyjs ange­kün­digt hat­te, Kyjiw dabei zu unter­stüt­zen, Waffensysteme ohne Reichweitenbeschränkung in der Ukraine zu pro­du­zie­ren."

In baby­lo­ni­scher Keilschrift wird der Ort, glau­be ich, so geschrie­ben:. Putin habe es "mit einem Bundeskanzler Merz zu tun, der Deutschland als »füh­ren­de Mittelmacht« eta­blie­ren will, und den Ehrgeiz hat, den Druck auf den rus­si­schen Machthaber zu erhö­hen". "Der Androhung neu­er här­te­rer Sanktionen für den Fall, dass Putin ein Ultimatum für eine Waffenruhe igno­rie­re, folg­ten aber bis­her kei­ne kon­kre­ten Strafmaßnahmen".

"Obwohl Merz’ Plan damit erst ein­mal schei­ter­te, ist der Ton der rus­si­schen Führung gegen­über dem deut­schen Regierungschef unver­hält­nis­mä­ßig scharf… 

Merz steht in Russland unter ver­schärf­ter Beobachtung. Das zeig­te sich in die­ser Woche, als er mit miss­glück­ten Aussagen zu Waffenreichweiten für Aufruhr sorgte…

Propagandisten grif­fen Merz’ miss­ver­ständ­li­che Vorlage sofort auf, um wei­ter Stimmung gegen Deutschland zu machen, das in Russlands Ranking der »unfreund­li­chen Staaten« inzwi­schen sehr weit oben ran­giert. Der Kriegskorrespondent des staat­li­chen Senders Rossija 1, Jewgenij Poddubny, behaup­te­te auf Telegram, Merz’ Rhetorik zei­ge, dass Deutschland sich wie sei­ne euro­päi­schen Nachbarn nach Krieg seh­nen wür­den: »nach einem Stellvertreterkrieg natür­lich. Mit ukrai­ni­schen Soldaten gegen die rus­si­sche Armee«.

Die anti­deut­sche Propaganda seit Beginn der Großinvasion gegen die Ukraine ver­fängt. Eine Mehrheit von Russen und Russinnen sieht Deutschland mitt­ler­wei­le als Feind, wie eine Umfrage des ein­zig unab­hän­gi­gen rus­si­schen Umfrageinstituts Lewada-Zentrum im ver­gan­ge­nen Jahr zeigte…

Sollte die Ukraine mit die­sen Waffen Russland attackie­ren, habe Moskau kei­ne ande­re Wahl, als Berlin direkt anzu­grei­fen, schrieb zum Beispiel Margarita Simonjan, Chefredakteurin des staat­li­chen Auslandssenders RT, auf der Plattform X. Ein erneu­ter durch­sich­ti­ger Versuch, Ängste bei den Deutschen zu schü­ren…"

Muß man das kom­men­tie­ren? Schwer bewaff­ne­te Gartenzwerge sind sicher gefähr­lich, aber auch lächerlich.

6 Antworten auf „Wie der Kreml Merz' "missglückte Aussagen" perfide nutzt“

  1. Wenn ich mich recht erin­ne­re, lie­fert Deutschland Waffen in ein Kriegsgebiet, damit sich zwei Nachfolgestaaten der Sowjetunion gegen­sei­tig mas­sa­krie­ren kön­nen. Deutsche Waffen schie­ßen auf rus­si­sche Soldaten, und deut­sche Panzer rol­len wie­der in der Nähe von Kursk und in der Ukraine – ganz traditionsgemäß.

    Ich wür­de sagen, die Russen haben allen Grund, Deutschland als Feind zu sehen. Dazu braucht man lei­der kei­ne Propaganda. Dazu braucht man nur dum­me Politik.

  2. Im Merzen die Dauerleihgabe den Taurus einspannt …

    Der Fokus ist zu sehr auf einem Merz. Entscheidend sind die Akteure bzw. Profiteure, die sich nicht zei­gen. Ein Merz allei­ne kann gar nichts umsetzen. 

    Der Idealzustand für die Kriegsindustrie ist die Uhr eini­ge Sekunden vor Zwölf. Gigatische Profite, und die hier­für not­wen­di­gen Schulden der Gemeinwesen machen die­se erpress­bar. Wie Engels bereits aus­führ­te: Der Frieden wird noch teu­rer als der Krieg. Wobei Massenvernichtungswaffen in der heu­ti­gen Dimension die Feintaktung der Aggression und Eskalation erschwe­ren. Als schö­ner Nebeneffekt fällt die tota­le Kontrolle neben­bei ab.

  3. Ich fin­de, dass man "der Kreml" in sol­chen Überschriften auch lang­sam mal in Anführungszeichen schrei­ben könnte.

    Ist ja doch auch eine Propagandafloskel.

    1. @Detlef:

      Das Einzige was sich wirk­lich deut­lich ver­mehrt, schei­nen mir über­haupt die "Anführungszeichen" zu sein. Nach den Fragezeichen natürlich!

      Übrigens, ein Ableger des beruech­tig­ten "Fuehrer-Wortstamms"?

      [Nomen est Omen…???]

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