Kriege sind Maßstabgeber, welche einer Nation ihre historische Kraft anzeigen,

Die täg­lich in der "FAZ" vor­zu­fin­den­de Kriegsbesoffenheit wur­de im März bereits unter­füt­tert mit einem aus­führ­li­chen Gastbeitrag eines, zurück­hal­tend for­mu­liert, rechts­kon­ser­va­ti­ven Althistorikers.

faz​.net (11.3.25)

»Mit dem Ukrainekrieg ist die ­Frage akut gewor­den, wie kriegs­fähig Demokratien sein müs­sen und wie weit die Kriegsfähigkeit abhängt vom Einsatzwillen des Staatsvolkes. Als Ernst Nolte 1993 bei den Bürgern unse­res libe­ral-demo­kra­ti­schen Gemeinwesens „ein Ethos der Tapferkeit und des Verzichts“ anmahn­te, beschei­nig­te er der jet­zi­gen Gesellschaft, „ihrer Tendenz nach eine tod­ver­nei­nen­de Gesellschaft“ zu sein, weil sie „den Opfertod nicht zu recht­fer­ti­gen“ ver­mö­ge, gleich­zei­tig aber ohne „die Opferbereitschaft von Soldaten, Polizisten und Frauen in all ihrem Individualismus eine anti­in­di­vi­du­el­le, näm­lich ster­ben­de Gesellschaft“ sei.

Um Missverständnissen vor­zu­beu­gen: Dass „Opferbereitschaft“ hier kei­nen reli­giö­sen, son­dern einen rein poli­ti­schen Sinn hat, ist a prio­ri klar…

Die Teilhabe an der poli­ti­schen Gemeinschaft – so beton­te Ernst-Wolfgang Böckenförde, als er sich 2005 gegen den Beitritt der Türkei in die EU aus­sprach – befä­higt den Bürger, ein­zu­ste­hen für gemein­sam zu tra­gen­de Lasten, und sie ver­langt von ihm die Bereitschaft, Gaben ohne Gegengaben zu erbrin­gen, also „Opfer“.

Dieses repu­bli­ka­ni­sche Axiom ist seit Jahrzehnten kei­ne Selbstverständlichkeit mehr. So „ent­larv­ten“ die Gründungsväter der Frankfurter Schule die Aufklärung, indem sie auf­zeig­ten, wie im Kern der­sel­ben die „Opferlogik“ wei­ter­wir­ke. Dagegen bemüh­te sich die zwei­te Generation der­sel­ben Schule, die Aufklärung zu ret­ten, indem sie das Opfer exklu­dier­te und per­hor­res­zier­te…«

So spricht der Bildungsbürger. Ich muß­te bei duden​.de nach­schla­gen, um zu erfah­ren, daß "mit Abscheu zurück­wei­sen, ableh­nen" gemeint ist (Grammatik: "per­hor­res­ziert, per­hor­res­zier­te, hat per­hor­res­ziert").

Allgemeine Wehrpflicht eine konstitutionelle Errungenschaft

»Im Dunstkreis sol­cher Gesinnung scheu­en Rechtsgelehrte nicht davor zurück, die Individualrechte zu ver­ab­so­lu­tie­ren und zu dekre­tie­ren: „Das Freiheitsprinzip der Verfassung schließt jede recht­li­che Inanspruchnahme des Menschen für letz­te Güter, Ziele, Zwecke oder Werte aus, die ihn über­stei­gen“ (Hasso Hofmann). Träfe das zu, dann wäre die all­ge­mei­ne Wehrpflicht – immer­hin eine kon­sti­tu­tio­nel­le Errungenschaft der moder­nen Staaten – ver­fas­sungs­wid­rig.«

Nach einem Ausflug zu Kant (auf sei­ne Verfälschung sei hier nicht ein­ge­gan­gen) kommt ihm der Gedanke:

»Wenn das Gemeinwesen vom Bürger den Einsatz des Lebens ver­langt, dann wider­spricht das mit­nich­ten der mensch­li­chen Würde. Daraus folgt logisch die Pflicht der Bürger, gege­be­nen­falls ihr Leben für das Gemeinwesen ein­zu­set­zen. Kant als Republikaner steht somit gegen die gesam­te Frankfurter Schule aller Generationen. Wenn eine Doktrin die Idee des Opfers aus dem poli­ti­schen Denken exor­ziert, dann wei­gert sie sich, den Ernstfall zu den­ken. Wie viel sie taugt kommt zum Vorschein, sobald der Ernstfall eintritt.«

Nicht nur per­hor­res­zie­ren die woken Frankfurter das Opfern, son­dern exor­zie­ren es aus dem poli­ti­schen Denken.

Was heißt das für das Nachdenken über den Krieg der Ukraine?

»Was heißt das für das Nachdenken über den Krieg der Ukraine?

Die Ukraine kämpft einen grün­den­den Krieg, in wel­chem das mul­ti­eth­ni­sche und pluris­prach­li­che ukrai­ni­sche Volk zur Nation wird. Jacob Burckhardt hielt Kriege für Maßstabgeber, wel­che einer Nation ihre histo­ri­sche Kraft anzei­gen, wobei es gel­te, „die­sen Punkt“ fest­zu­hal­ten. Für grün­den­de Kriege gilt das umso mehr. Sie sind gefüllt mit hoher histo­ri­scher Ereignisqualität. Sie stel­len geschicht­li­che Weichen, und sie imprä­gnie­ren das kol­lek­ti­ve Selbstverständnis für meh­re­re Generationen. Wie die­ses Selbstbild aus­sieht, wird nicht zuletzt davon abhän­gen, wie die Nation ihren grün­den­den Krieg durch­lebt und bewäl­tigt.«

Hier hat der Mann einen Punkt. Der Vater aller Dinge hat zwei­fel­los das kol­lek­ti­ve Selbstverständnis der Deutschen für meh­re­re Generationen "imprä­gniert". Jedenfalls das der Flaigel, die an der Ukraine "eine Welle von Entschlossenheit zur natio­na­len Selbstbehauptung" und einen "heroi­schen Schwung" bewun­dern. Allerdings haben die Ukrainer zu sei­nem Bedauern das Momentum verpaßt:

»In den mei­sten Kriegen gibt es ein Momentum für die schwä­che­re Seite, wel­ches sie nut­zen muss. Die Ukraine hat die­sen Kairos im Frühjahr 2022 vor­über­ge­hen las­sen. Als die Bereitschaft hoch­bran­de­te, das Äußerste zu geben für die Freiheit des eige­nen Landes, war die Generalmobilmachung gebo­ten: Man hät­te die all­ge­mei­ne Wehrpflicht auf acht­zehn Jahre sen­ken müs­sen, um die jün­ge­ren Jahrgänge geschlos­sen ein­zu­zie­hen und sorg­fäl­tig zu trai­nie­ren. Das geschah nicht…

Obschon Präsident Biden am 28. November 2024 Selenskyj ein­dring­lich auf­for­der­te, die Wehrpflicht bis zu den Achtzehnjährigen aus­zu­deh­nen, wei­gert sich der mit dem Argument, die Ausweitung der Wehrpflicht sei „hei­kel“. Die poli­ti­sche Klasse der Ukraine ist augen­fäl­lig nicht wil­lens, die wich­tig­ste Ressource für den Freiheitskrieg zu mobi­li­sie­ren.«

Für die Nicht-Altphilologen unter uns hilft wie­der der Duden:

»Kairos

1. gün­sti­ger Zeitpunkt, der für etwas ent­schei­den­de, gün­sti­ge Augenblick
Gebrauch bil­dungs­sprach­lich
2. Zeitpunkt der Entscheidung (z. B. zwi­schen Glauben und Unglauben)
Gebrauch Religion«

Dort gibt es zum Stichwort "Kai­ro­pho­bie, die Erklärung "Situationsangst".

120.000 Fahnenflüchtige

Flaig fin­det das "gro­tesk". Groteskerweise begrün­det er das mit dem "Schicksal der 155. Mechanisierten Brigade" der Ukraine, treff­lich in Frankreich und Polen aus­ge­bil­det und "vor­züg­lich aus­ge­rü­stet". Von ihnen sei­en fast tau­send Angehörige deser­tiert. "Es war zu erwar­ten". Wie damals, als "die Erschöpfung der Frontkämpferim August 1918 die deut­schen Truppen an der Westfront nie­der­zwang". Den Rückzug nach dem deut­schen Angriff auf Frankreich, Belgien und ande­re Länder im Westen, einem Gemetzel mit Millionen Toten und dem Einsatz von Giftgas fol­gend, in einem Atemzug mit der Ukraine zu nen­nen, ist schon aufschlußreich.

»Die Front dünnt an man­chen Abschnitten aus, weil zer­mürb­te Soldaten von ihren Einheiten weg­lau­fen, sodass man inzwi­schen mit mehr als 120.000 Deserteuren rech­net. Wie sehr sol­che Fahnenfluchten die wei­ter­kämp­fen­den Kameraden depri­mie­ren, mag man sich nicht aus­ma­len.«

Der Autor unter­läßt an die­ser Stelle einen Hinweis auf die, neu­deutsch gespro­chen, robu­sten Maßnahmen gegen Vaterlandsverräter in der imprä­gnier­ten deut­schen Geschichte.

"Die sin­ken­de Kampfwilligkeit im Reservoir der Wehrpflichtigen scheint zu bele­gen, dass auch die Ukraine eine post­he­roi­sche Gesellschaft gewor­den ist". Das Reservoir des Menschenmaterials, das sich zum Abschlachten bereit fin­det, ist bedau­er­li­cher­wei­se begrenzt. "Weit mehr als 700.000 Wehrtaugliche" haben sich dem Krieg durch Flucht ins Ausland ent­zo­gen, obwohl sie doch "wert­vol­le Einsätze an der Heimatfront lei­sten" lei­sten sollten.

»Eine Heimatfront pflegt eige­ne Praktiken, Diskurse und Symbole. Diese bewir­ken eine gewis­se Militarisierung des all­täg­li­chen Lebens. Denn ihr obliegt es, die sozia­len Energien anzu­span­nen für das poli­ti­sche Ziel, näm­lich die krie­ge­ri­sche Selbstbehauptung der sich bil­den­den Nation. Doch in den ukrai­ni­schen Städten läuft anschei­nend die Vergnügungsindustrie wei­ter wie im Frieden… Eine sol­che Weiterführung der Normalität ist abnor­mal, weil wider­sin­nig, wenn die Unterwerfung droht.«

"Entartet" mit­hin.

Jene blutig errungene Würde des Krieges

Diese Normalität erzeugt

»… eine Mentalität, die sich ver­häng­nis­voll aus­wirkt, sobald der Krieg endet und der Friede ein­tritt. Denn sie wider­strebt der Aufnahme des been­de­ten Krieges in den mora­li­schen Haushalt der Nation und wider­setzt sich sei­ner Bedeutung als einer kol­lek­ti­ven exi­sten­zi­el­len Leistung, dank wel­cher sich ein Staat behaup­tet und eine neue Nation ihre poli­ti­sche Identität errun­gen hat…

Wird dem Krieg jene blu­tig errun­ge­ne Würde ent­zo­gen, dann ist der Sinnhorizont derer, die sich geop­fert haben für die Nation, unver­träg­lich mit dem Sinnhorizont derer, die ohne Opfer den Nutzen zie­hen aus der kol­lek­ti­ven Leistung. Ein sol­ches Auseinanderbrechen wird Folgelasten auf das Zusammenleben nach dem Kriege legen, mora­li­sche, sozia­le, sozi­al­psy­cho­lo­gi­sche, edu­ka­ti­ve und kul­tu­rel­le…«

Wie ver­hee­rend das sei, kön­ne man an den USA erken­nen, "als die kriegs­mü­de ame­ri­ka­ni­sche Gesellschaft sich gro­ßen­teils wei­ger­te, den Viet­namkrieg als den ihri­gen anzu­er­ken­nen".

Kollektiver Opfermut als kardinale Ressource

»… Am Einsatzwillen von Individuen und Gruppen hän­gen alle her­aus­ra­gen­den Kulturleistungen; und der kol­lek­ti­ve Opfermut ist die kar­di­na­le Ressource jeder krie­ge­ri­schen Verteidigung…

Nun, da die Sorge lau­ter wird, es wür­den immer mehr west­li­che Staaten kriegs­un­fä­hig, ist dar­an zu erin­nern, dass die­se Unfähigkeit den Kern des Politischen betrifft. Zur mili­tä­ri­schen Wehrlosigkeit trei­ben eini­ge Faktoren, zwei davon bewei­sen eine beson­de­re Schubkraft, zum einen die Tabuierung der Feindschaft in den öffent­li­chen Diskursen, zum ande­ren die ehr­ab­schnei­den­den Angriffe auf die Streitkräfte.

Zunächst zum ersten Faktor. Feindschaft nicht den­ken kön­nen heißt die Augen vor dem Ernstfall verschließen…

Der Feind ist des­we­gen Feind, weil er unser poli­ti­sches Sein infra­ge stellt und even­tu­ell zer­stö­ren will… Wer sich wei­gert, Feindschaft zu den­ken, hat die poli­ti­sche Selbstbehauptung aufgegeben.«

Ob das Wort "Tabuierung" eben­falls bil­dungs­sprach­lich ist, habe ich dann doch nicht überprüft.

»Der zwei­te Faktor taucht in den öffent­li­chen Diskussionen kaum noch auf. Es geht nicht zuletzt um das Skandalon, dass man in Deutschland Soldaten als Mörder beschimp­fen darf. Dieser berühm­te Satz Kurt Tucholskys unter­gräbt die Gewilltheit, sich mit dem Gemeinwesen zu iden­ti­fi­zie­ren, an zen­tra­ler Stelle – näm­lich dort, wo der demo­kra­ti­sche Staat dem schwer­sten Konflikt ins Auge sehen muss…

Im Juni 1999 schei­ter­te der letz­te Versuch, ein Gesetz zum Ehrenschutz für Soldaten auf den Weg zu brin­gen. Der Bundestag begrün­de­te die Ablehnung des Antrags damit, es sei ein beson­de­rer Ehrenschutz für die Bundeswehr „weder gerecht­fer­tigt noch erfor­der­lich“. Unsere poli­ti­sche Klasse glaubt dem­nach, dass Soldat sein ein Beruf wäre wie ande­re auch.

Indes, im Gegensatz zur Leistung aller ande­ren Berufe gibt es für die­se „Leistung“ – bereit sein, das eige­ne Leben ein­zu­set­zen für die poli­ti­sche Gemeinschaft – kein mate­ri­el­les Äquivalent… Das ein­zi­ge geeig­ne­te Äquivalent ist das ehren­de Gedenken für die Gefallenen, die ehren­de Anerkennung der Veteranen und die Achtung vor der beschwo­re­nen Todesbereitschaft derer, die unse­re poli­ti­sche Freiheit bewaff­net sichern.«

Gibt es eigent­lich einen Ort in der BRD, in dem nicht das "ehren­de Gedenken" für die Mörder der bei­den von Deutschland los­ge­tre­te­nen Weltkriege, mit­un­ter gar als "Helden" gefei­ert, in Stein gemei­ßelt wurde?

Der vom Liberalismus so gehätschelte Selbsterhaltungstrieb

Weil Namedropping den Artikel durch­zie­hen muß, geht es so weiter:

»Solange der Krieg, wie Clausewitz dar­legt, ein äußer­stes Mittel der Politik ist, kann es sen­su stric­to kei­ne post­he­roi­schen Gesellschaften geben, son­dern nur ent­po­li­ti­sier­te. Wieso? Die post­he­roi­sche Gesinnung setzt Schillers Diktum „Das Leben ist der Güter höch­stes nicht“ außer Kraft. Doch dann ver­schwän­de, wie Hannah Arendt gesagt hat, alle Moral und jede Ethik aus dem mensch­li­chen Leben; und so fie­le die­ses auf ein ani­ma­li­sches Niveau. Gott sei Dank ist dem nicht so. Die sub­jek­ti­ve Bereitschaft der Menschen, nöti­gen­falls das Äußerste zu opfern, ist immer vor­han­den – eben­so wie jener vom Liberalismus so gehät­schel­te Selbsterhaltungstrieb.«

Egon Flaig. Foto: Jonas Rogowski, CC BY-SA 3.0 <https://​crea​tive​com​mons​.org/​l​i​c​e​n​s​e​s​/​b​y​-​s​a​/​3.0>, via Wikimedia Commons

Es wäre an der Zeit, bei der Diskussion über dro­hen­den Faschismus im Lande nicht nur auf die AfD zu star­ren, son­dern sol­che Autoren in den Blick zu neh­men. Und die mei­nungs­bil­den­den Medien, die sie popularisieren.

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

37 Antworten auf „Kriege sind Maßstabgeber, welche einer Nation ihre historische Kraft anzeigen,“

  1. Ich detek­tie­re hin­ter all die­sem bil­dungs­sprach­li­chen Wortgeklingel die feste Absicht des Herrn, sei­ne natio­nen­bil­den­de Opferbereitschaft an der Front zu beweisen. 

    Wir soll­ten ihn kei­nes­falls davon abhal­ten, dem deser­tie­rungs­ge­fähr­de­ten ukrai­ni­schen Landser der­ar­ti­ge Motivationsmoralische Kampfwilligkeitsbooster zukom­men zu las­sen. Sinnvollerweise direkt im Schützengraben.

    Meine per­sön­li­che Opferbereitschaft für die Nation geht so weit, dass ich mich zu umfang­rei­chen finan­zi­el­len Opfern (Sondervermögen) bereit­fin­den wür­de um ihn stil­ge­recht aus­zu­rü­sten und zu transportieren. 

    Möglicherweise wäre es sinn­voll einen Sammeltransport der ein­schlä­gig Hochmotivierten an bevor­zug­te Frontabschnitte zu organisieren.

    Die ent­spre­chen­de Talkshow Begleitung soll­te natür­lich zeit­gleich vor Ort erfol­gen damit der Heroismus die­ser Teilhabe an der poli­ti­schen Gemeinschaft in aller gebo­te­nen Ausführlichkeit nicht nur kom­men­tiert son­dern auch ge- und erlebt wer­den kann.

  2. Wenn jemand das Recht hat in irgend­ei­nem Land der Welt einen Krieg zu füh­ren, dann ist es das Volk die­ses Landes, näm­lich um sich selbst, sei­ne Heimat und sein Vaterland sowie sei­ne Errungenschaften zu ver­tei­di­gen. Erfolgreich kann ein sol­cher Kampf nur dann sein, wenn sich der Staat in den Händen des Volkes befindet.

    Derzeit gibt es kein ein­zi­ges Land auf das die­se Aussage zutref­fen würde!

  3. "… wenn die Unterwerfung droht"

    Opfer oder Unterwerfung. Das sind also die Pole zwi­schen denen stock­kon­ser­va­ti­ves Denken fluoresziert.

    Dazwischen fin­det es "Generalmobilmachung", "krie­ge­ri­sche Selbstbehauptung", den "mora­li­schen Haushalt der Nation", und endet im "Opfertod". Ein sado­ma­so­chi­sti­scher Intellektuellen-Porno, nur einen Hochschulabschluss ent­fernt vom Landser

    Natürlich in der FAZ, der Wichsvorlage für Vaterlandsfreunde und das hei­mi­sche Kapital.

  4. „Eine Nation“, schrieb Genosse Stalin, „ist eine histo­risch ent­stan­de­ne sta­bi­le Gemeinschaft von Menschen, ent­stan­den auf der Grundlage der Gemeinschaft der Sprache, des Territoriums, des Wirtschaftslebens und der sich in der Gemeinschaft der Kultur offen­ba­ren­den psy­chi­schen Wesensart.“

    In "Marxismus und die Nationale Frage" zeig­te Stalin daß die Nation kei­ne Rassen- und kei­ne Stammesgemeinschaft, son­dern eine histo­risch ent­stan­de­ne Gemeinschaft von Menschen ist, daß die Nation kein zufäl­li­ges und kein kurz­le­bi­ges Konglomerat von Menschen, son­dern eine sta­bi­le Gemeinschaft ist.

    Jede Nation, jedes Volk die­ser Welt ist das Ergebnis einer geschicht­li­chen Entwicklung und nicht die Folge einer Rasse!

      1. @aa, Merkmale, was ein Volk, was eine Nation betrifft, sind Kriterien die zur Beurteilung heu­ti­ger Vorgänge uner­läss­lich sind. Was tun denn EU-Staatsmänner hin­sicht­lich natio­na­ler Fragen, hin­sicht­lich einer zukunfts­wei­sen­den, kul­tu­rel­len und gei­sti­gen Entwicklung ihrer Völker? Einigkeit und Recht und Freiheit? Souveränität, Selbstbestimmung?

        Diese Fragen kön­nen wir uns schenken!

      2. Frage @aa: Ist Migration im Interesse der Deutschen Nation?

        Was Stalin betrifft, er war es der sich maß­geb­lich für ein geein­tes Nachkriegsdeutschland ein­ge­setzt hat und die Verhandlungen in Jalta und Potsdam dahin lenk­te daß ALLE Alliierten dies­be­züg­li­che Schlüsse fas­sen und beurkunden.

        Damit hat Stalin für die Deutsche Nation mehr getan als alle ande­ren deut­schen Staatsmänner der letz­ten 2000 Jahre!

        1. @Erfordia…: Selbst Stalin hät­te auf die­se Frage die Gegenfrage gestellt, für wel­che Klasse der Nation wel­ches Interesse gege­ben ist. Vermutlich hät­te er fest­ge­stellt, daß das Thema der Migration sehr unter­schied­li­che Interessen bedient. 

          Von den gro­ßen Linien her sieht das Kapital recht ger­ne bil­li­ge­re Arbeitskräfte zuwan­dern. Es nutzt sie zugleich, um Spaltungen inner­halb der hie­si­gen Arbeiterschaft zu schü­ren. Sein poli­ti­scher Arm, jeden­falls der rech­te, pflegt das Narrativ: Die bil­li­gen aus­län­di­schen Menschen neh­men den deut­schen ihre Arbeitsplätze weg, zumin­dest sen­ken sie das Lohnniveau. Was ver­meint­lich fol­ge­rich­tig daher­kommt, unter­schlägt, daß die Höhe von Löhnen und Gehältern immer eine Frage des Kräfteverhältnisses zwi­schen den "Sozialpartnern" aka Klasse ist. 

          Schon immer hat die Kapitalseite mit dem Argument, in Tschechien oder Bangladesch sei­en die Löhne viel nied­ri­ger, meist erfolg­reich ver­sucht, Löhne zu drücken und Arbeitsplätze zu ver­nich­ten. Daran wür­de sich kein Deut ändern, wenn wei­te­ren armen Schluckern aus dem Ausland der Zuzug unter­sagt wäre. Eine Parallele zu die­ser Diskussion fin­det sich übri­gens in der frü­hen Debatte der Gewerkschaften über die Zulassung von Frauen zur Arbeitswelt. Auch damals gab es die Befürchtung, Frauen wür­den die Löhne sen­ken. Es brauch­te gerau­me Zeit und meh­re­re Kriege, in denen Frauen not­ge­drun­gen ein­ge­stellt wur­den, weil die Männer an der Front waren (und oft­mals dort ver­reck­ten), um zu erken­nen: Die Höhe der Löhne wird bestimmt durch die Kämpfe der Arbeitenden. Daran sind im übri­gen migran­ti­sche ArbeiterInnen oft­mals ent­schlos­se­ner beteiligt.

          1. @aa:

            "Was ver­meint­lich fol­ge­rich­tig daher­kommt, unter­schlägt, daß die Höhe von Löhnen und Gehältern immer eine Frage des Kräfteverhältnisses zwi­schen den "Sozialpartnern" aka Klasse ist."

            Genau dar­um geht es.

            Die "Zulassung" von Frauen, in män­ner­do­mi­nier­ten Arbeitswelten hat ganz ein­deu­tig erge­ben, daß es am Interesse man­gelt. Die Bereiche sind nach- wie vor män­ner­do­mi­niert. Leider sogar dem­entspre­chend leicht "poli­ti­siert". – Letzteres aber ein ande­res Thema.

            Wir haben gera­de eine Zeit (hof­fent­lich) hin­ter uns gelas­sen, in denen Homosexualität, Transgenderismus und "Migrationshintergrund" (was immer man dar­un­ter ver­ste­hen möch­te) stark gehy­pet, und Minderheitenzugehörigkeit wie "Behinderung" weg­ge­leug­net wur­den. Die waren nicht "en-vogue".

            Wer heut­zu­ta­ge eine Fernsehsendung betrach­tet, muß glau­ben daß der Querschnitt der Bevölkerung aus zwan­zig Prozent "Homos und Transen", zwan­zig Prozent aus­län­di­schen und zwan­zig Prozent deut­schen Mit-Migrationshintergrund,, zwan­zigt Prozent deut­schen Firmeninhabern, Geschäftsführern und Mnagern, Dann kom­men noch Zehn Prozent Paraplegiker, Psychisch-Labile und "duf­ten-knor­ken" Harz-IV-Empfängern hin­zu und den Rest bil­den Studenten und Umweltaktivisten. Ob das jetzt mathe­ma­tisch genau auf 100% paßt erüb­rigt sich. Es ist ganz ein­fach Anti-Mathematisch – also Falsch!

            Wer beach­tet dabei noch das Tollhaus Parlamnent? Soviel zur Medienhoheit, wel­che ja wei­ter aus­ge­baut wird. Sollte sich der Kreditrahmen irgend­wann ein­engen, gehts halt mit Gesetzen und Erlassen wei­ter – eben der Sparvariante!

            Was bit­te­schön ist an die­sem Thema über­haupt "Links"? War "coro­na-pan­de­mic" denn kei­ne Lehre für all­die­je­ni­gen die sich angeb­lich für "links" hal­ten. [Ich weiß, die Antwort wäre NEIN – also bit­te …] Was bit­te­schön soll "Links" denn jetzt sein. – "Realitätsfern", das sagen dei "Rechten" doch schon seit immer! Logischerweise alk­so: bestä­ti­gend Rechtsstützend. Gibt's oft.

            Die Zahl der Beschäftigten wird wohl zu Gunsten von Maschinen stark sin­ken, das System enden oder gar Beides gleichzeitig.

          2. ja @@aa, ich den­ke auch daß Stalin so geant­wor­tet hät­te. Denn eine Migration die sich gegen alle Merkmale rich­tet, wel­che eine Nation bestim­men, kann nicht im Interesse die­ser Nation sein, son­dern nur im Interesse ein­zel­ner Klassen.

              1. @aa, nicht die Migration son­dern der Staat der die­se Migration als Mittel benutzt zur Unterdrückung natio­na­ler und Durchsetzung pri­va­ter Interessen. Migration war noch nie eine spon­ta­ne Erscheinung!

  5. Es geht um den "gerech­ten Krieg", der ist ewig ein "Verteidigungskrieg": "lie­ber tot als rot!" /​lie­ber du als ich.
    der ver­tei­di­ger opfert den ande­ren sich.
    der über­le­ben­de opfer­te sich den Getöteten (nicht "dem").

    "Der Feind ist des­we­gen Feind, weil er unser poli­ti­sches Sein infra­ge stellt und even­tu­ell zer­stö­ren will…" (Flaig)

    „Der Krieg folgt aus der Feindschaft, denn die­se ist seins­mä­ßi­ge Negierung eines ande­ren Seins.“ (Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen, Text von 1932, 7. Auflage, 5. Nachdruck der Ausgabe von 1963, Duncker & Humblot, Berlin 2002, S. 33)

    ———————————

    „Der Krieg ist für Kant ein Zustand, in dem ein Gemeinwesen sei­nen Erhaltungswillen unter Beweis stel­len kann. Im Krieg wird die loya­le Bindung der Bürger zum Staat offen­bar. Der Bürger kämpft für die Erhaltung sei­nes Gemeinwesens: „Der Krieg kann nur Tugenden her­vor­brin­gen, wenn er patrio­tisch ist, d. i. wenn er nicht dazu dient sich Geld u. Unterhalt zu erwer­ben, son­dern sich zu erhal­ten, und wenn der Soldat wie­der Bürger wird.“ (Kant, GW Band XX: Bemerkungen zu den Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen (Handschriftlicher Nachlass), S. 76.)“ (Milosz Matuschek, Erinnerungsstrafrecht. Eine Neubegründung der Holocaustleugnung auf rechts­ver­glei­chen­der und sozi­al­phi­lo­so­phi­scher Grundlage. Schriften zum Strafrecht, Heft 231, Duncker & Humblot, Berlin 2012, S. 161)

    —————————

    „Heute in dem tota­len Kriege ist das Wort Volk und mit ihm [mit dem Wort] es [das Volk] selbst in die vor­der­ste Linie gerückt, es ist zugleich die Bedeutung der Volksseele für die Erhaltung des Volkes in sei­nem täg­li­chen Leben und erst recht in sei­ner Todesnot erkannt wor­den. Gewiß geht es im tota­len Kriege auch um die Erhaltung des Staates, die ja von der Erhaltung eines frei­en Volkes nicht zu tren­nen ist, aber im tota­len Kriege kämpft schließ­lich nicht der Staat, son­dern das „Volk“. Jeder Einzelne im Volk hat sei­ne gesam­te Kraft an der Front oder in der Heimat ein­zu­set­zen. Er wird dies nur tun kön­nen, wenn es kein Gerede, son­dern unan­tast­ba­re Wahrheit für ihn ist, daß der Krieg allein um die Lebenserhaltung des Volkes geführt wird. Im Volke liegt der Schwerpunkt im tota­len Kriege [auf dem Volk liegt die Last]. Die Führung des­sel­ben hat mit dem Volk zu rech­nen. Die tota­le Politik hat ihr die Kraft des Volkes zur Verfügung zu stel­len und das Volk zu erhal­ten. Der Beachtung tie­fer ras­si­scher und see­li­scher Gesetze wird es gelin­gen, Volk, Kriegsführung und Politik zu der gewal­ti­gen Einheit zu ver­schwei­ßen, die die Grundlage sei­ner Lebenserhaltung ist.“ (Erich Ludendorff, Der tota­le Krieg. Faksimile der 1939 in München im 104.–108. Tsd. erschie­ne­nen Ausgabe. [Erste Ausgabe 1922.] Archiv-Edition, Verlag für ganz­heit­li­che Forschung, Viöl/​Nordfriesland 1999, S. 28.)

    1. Richtig @holger @blank, es gibt gerech­te und unge­rech­te Kriege. Und da sich im Goßen Vaterländischen Krieg der UdSSR der Staat in den Händen des sowje­ti­schen Volkes befand war die­ser Krieg sowohl gerecht als auch erfolgreich.

      Denn erst­mals in der Geschichte der gan­zen Menschheit haben da Menschen IHR Volk, IHRE Heimat, IHR Vaterland und IHRE sozia­li­sti­schen Errungenschaften ver­tei­digt! Was die­ses Volk unbe­sieg­bar machte!

      1. @R. Furt

        Was dem "unbe­sieg­ba­ren Volk" vor allem gehol­fen hat, waren die Unmengen an Rüstungs‑, Material und Rohstofflieferungen der Alliierten.
        Das soll nicht die Leistung der sowje­ti­schen Soldaten schmä­lern, wie der "Große Vaterländische Krieg" jedoch ohne die mas­si­ven Hilfslieferungen, vor allem der USA ver­lau­fen wäre, dar­über kann man nur spe­ku­lie­ren.

        Propaganda ist nur Bestandteil des Erfolgs. Ohne die mate­ri­el­le Basis wird es schwie­rig, mit der Unbesiegbarkeit. Die Ukrainer kön­nen davon ein Lied sin­gen, und auch der Kollege Flaig soll­te sich das hin­ter die Ohren schrei­ben, wenn er sei­ne schwül­sti­gen Opferungsfantasien in die Welt setzt.

        1. @Pandemievertrag,

          Rüstungs‑, Material und Rohstofflieferungen der Alliierten sind eine Erfindung der west­li­chen Propaganda. Fakt ist, daß mit dem Ende des 2. WK eine neue Epoche der Menschheit begann, die Epoche des welt­wei­ten Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus. Und die­se Epoche ist noch lan­ge nicht zuende!

      2. die Rote Armee war kein Privatunternehmen.
        Stalin war nicht der Unternehmensinhaber.

        deutsch­land war ein Privatunternehmen. Hitler war der Inhaber.

        heu­te ste­hen sich nur noch Privatunternehmen/​er gegenüber.

  6. Die opfern­den unten, die "ver­wal­ten­den" oben – wie es sich gehört. Da bleibt natür­lich kei­ne Zeit für den "Wehrdiemst" über, bei so vie­len Aufgaben (Die sich selbst qua­si schon auf-gaben, vor lau­ter "Pflichten") – Stell Dir vor Unterschicht, es gibt Krieg. Geht schon­mal vor, wir ste­hen hin­ter Euch! 😀

    Individualrecht vs. Wehrpflicht. Wer sich per Vertrag zur Zahlung einer Summer ver­pflich­tet, muß sich nicht wun­dern wenn der Schuldner sie beim Ausbleiben ver­sucht ein­zu­trei­ben. In die­ser Sprache kann man es den fei­gen Knallköpfen wohl am besten ver­deut­li­chen. Eine "Allgemeine Wehrpflicht" gehört zum Vertrag.
    Warum gibt der Bürgerliche nicht zu, daß er zu sei­nem per­sön­li­chen Wohl, koste es so viel es will, Unterschichtige mas­sen­haft zu ver­hei­zen sucht – oben­drein in einer extremst dümm­li­chen Manier! Des Pudels Kerne, wohl.

    Jacob Burckhardt, Kriege als Maßstabgeber für die histo­ri­sche Kraft einer Nation. Mit die­sem "Axiom", kann man sich pri­ma, je nach­dem wer den Krieg gewinnt, auch beim neu­en Hgemon gel­tend machen. – Falsch ver­stan­den, Ich?
    Die Ukraine – berück­sich­tigt man alle Narrative – kämpft der­zeit einen ver­klei­nern­den Krieg. Zumindest wenn man es ter­ri­to­ri­al sieht. Jetzt darf man sich nicht aus­ma­len, was zu gesche­hen hät­te, um das Blatt zu wen­den. Denk mal an!

    Die Ukraine habe "die­sen Kairos" im Frühjahr 2022 vor­über­ge­hen las­sen. – Diesen Wer? – Egal. Viele eth­ni­sche Russen, unter den Ukrainern, such­ten Schutz in Russland, vie­le Andere wie­der­um in Deutschland und ande­ren Staaten. Einem jeden von Denjenigen, in ukrai­ni­sche Uniform gesteckt und bewaff­net, hät­te bit­te wel­ches bedenk­li­che Gefühl bei den Machthabern her­vor­ru­fen kön­nen – spe­ku­la­tiv natür­lich? – "Heikel".
    Dem muß hin­zu­ge­fügt wer­den, daß die "Combatanten" der (so "Minsk") unab­hän­gi­gen Gebiete Donezk und Luhansk, eben­falls Ukrainer sind. Und wenn ich es rich­tig ver­stan­den habe, sahen die­se das zum Teil auch genau so?!? – Frägt man sich also, wer grün­det hier was, und war­um berich­tet man nach US of A, der Manier nach, wie zu einem Chef? Aber, dar­an beißt die Maus natür­lich kei­nen Faden ab, beweg­te sich doch die Armee Russlands auf ukrai­ni­sches Hoheitsgebiet – zwei­fels­oh­ne unein­ge­la­den UND ohne UNO-Mandat! – Nunja…

    Wozu also die Glaubensfrage nach dem "Kairos". Wer schon einen Mangel an Glauben ver­heim­li­chen möch­te, benutzt dafür ger­ne auch ver­schlüs­sel­te Worttechnologien. Ist die­ser "Glaube", wel­chem es, aller Abstrusität unter­stel­lend, erman­geln könn­te [Konjunktiv], in Wahrheit eine Art Zeichen – der $$$ gar? Wir wer­den es so "klar" nie­mals erfah­ren, fürch­te ich.

    Befremdlich die Tatsache, daß er nicht­mal Ukrainer ist, und ihm dort die Felle, pri­vi­le­gier­ter Stand und "Existenz" weg­zu­bre­chen droh­ten, son­dern zu jener Schicht Privilegierter gehört, wel­che sich in Luflinie zwei­er star­ker, im Frieden leben­der Nationen vom Krieg ent­fernt, ein­ge­bet­tet im "NATO-Bündnis" befin­det. Gibt es denn ein bil­dungs­sprach­li­ches Femdwort für eine so gear­te­te Entrücktheit? Vieleicht könn­te mir da ja eine KI wei­ter helfen.

    Und dann die "Fahnenflüchtigen". Nun, als "Söldner sei­ner Heimatfront" ver­sieht er "sei­ne Berufung" eben den Möglichkeiten ent­spre­chend. Das ist nichts Neues, jeden­falls in Deutschland. Ärgerlich wenn die "Unterhaltungsindustrie" auf Hochturen, den inter­es­san­te­ren Zeitvertrib bil­det, oder was genau stört ihn dar­an? Letztere ist, Rüstung und Nahrungsmittel gleich­ge­stellt, im Wesentlichen doch Kern des Problemes. Darum geht es doch, im Grunde. Das kann ich in mei­ner lai­en­haf­ten Informationsabhängigkeit natür­lich nicht prä­zi­se beur­tei­len. Doch das Problem des Konfliktes scheint zu sein, wer in der Ukraine die Geschäfte kon­trol­liert. Interessant daß er ange­sichts des­sen von einer Nationenneubildung spricht. Wie es scheint wer­den die pro­fi­tie­ren­den Nationen, gar kei­ne "Neuen" sein. Soweit daß man glatt Namen nen­nen, es aber auch genau­so­gut blei­ben las­sen könnte.

    Kriege erzeu­gen Folgelasten für das Zusammenleben. Als Deutscher sei­ner Altersgruppe weiß er dar­über Bescheid. – Keine Frage. – Er weiß daß er ganz bewußt "abstuft". Die Richtung ist unzweideutig.

    Wer einen vom "Liberalismus gehät­schel­ten Selbsterhaltungstrieb" zu erken­nen ver­mag, scheint den Liberalismus weder aus­rei­chend stu­diert noch ver­stan­den zu haben, was ihn nicht gera­de zu einem Ausnahmezeitgenossen machen wür­de. Schließe ich ihn aber vom libe­ra­len Nationendenken ein­mal aus, so blei­ben mir für sei­ne "Kategorisierung" nicht mehr sehr vie­le Varianten natio­na­len Denkens übrig.

    Es heißt immer wie­der, dem Hitler sei es ledig­lich gelun­gen, min­der gebil­de­te Zeitgenossen und "ein­fa­che­re Charaktere" in sei­nen Bann zu zie­hen. Tut mir sehr leid, aber vor dem hoch gebil­de­ten "Bürgertum" mach­te die­se Form der ganz beson­de­ren Dummheit, wie alle wis­sen (soll­ten, m.E.) nicht halt.

    Die Auszüge bele­gen soweit, ein star­kes Plädoier für die sich in der Etablierung befind­li­che Form der Zensur. Darüber hin­aus lässt die Zustimmung zur Propaganda tief blicken, so der "Urheber" sich ja bereits um die Zweckhaftigkeit des Mittels, als dar­um wis­send darlegt.

    Das bil­dungs­sprach­lich­ste und ver­träg­lich­ste Adjektiv daß ich ohne Wörterbücher dafür ver­wen­den kann, wäre wohl opportunistisch.

  7. Vielen Dank für das Zerpflücken die­ser (Sumpf-?)Blüte!
    Ad homi­nem braucht man deren Au(!-)Toren erst gar nicht anzu­grei­fen (obwohl mir, als über­zeug­tem Badener – nach Kurzlektüre [s]eines Wikipedia-Eintrags – der schwä­bi­sche Geburtsort viel­leicht eine Zehennote wert gewe­sen wäre)!
    Bei der FAZ-Leserschaft (m/​w/​d) kommt man ja mit einem "argu­men­tum ad audi­to­res" durch.

    Ich habe auch mal ChatGpt befragt:
    (Vorgabe: "Bitte nur maxi­mal 3 Punkte um die Unvereinbarkeit des Textes mit all­ge­mei­nen Menschenrechten und der Tradition der Aufklärung her­vor­zu­he­ben. Und maxi­mal eine DIN A4-Seite. Gerne auch pole­misch über­spit­zen und die poten­ti­el­le Unzurechnungsfähigkeit des Autors hervorheben.")

    Die Antwort kam ein wenig spä­ter als üblich:

    "Drei Gründe, war­um die­ser Text ein intel­lek­tu­el­ler Totalschaden ist – und eine Gefahr für Menschenrechte und Aufklärung

    1. Der Mensch als Kollektivvieh – Aufklärung rückwärts:
    Der Autor ver­ab­schie­det sich kom­plett vom auf­klä­re­ri­schen Ideal des auto­no­men, ver­nunft­be­gab­ten Individuums. Stattdessen redu­ziert er den Menschen auf ein tri­ba­li­sti­sches Herdenwesen, unfä­hig zu mora­li­schem Denken außer­halb des „Stammes“. Die Idee uni­ver­sel­ler Menschenrechte wird so zur „kul­tu­rel­len Eigenheit west­li­cher Gesellschaften“ degra­diert – also besten­falls ein modi­sches Accessoire, schlimm­sten­falls ein über­grif­fi­ger Exportartikel. Das ist nicht nur geschichts­ver­ges­sen, son­dern auch gefähr­lich: Wer Moral auf Gruppenzugehörigkeit beschränkt, ebnet den Weg für kul­tu­rel­len Relativismus und mora­li­sche Beliebigkeit à la „Folter ist halt Teil ihrer Kultur“.

    2. Die Menschenrechte als „Irrtum“ – auto­ri­tä­re Rhetorik im gelehr­ten Gewand:
    Wenn der Autor allen Ernstes nahe­legt, dass Menschenrechte ein „Irrtum“ der Moderne sei­en – ein „funk­tio­na­ler Code“, der nur in west­li­chen Gesellschaften funk­tio­niert –, dann klingt das weni­ger nach Soziologie und mehr nach dem pseu­do­in­tel­lek­tu­el­len Vorspiel für auto­ri­tä­re Systeme. Der Übergang von sozio­lo­gi­scher Deskription zu nor­ma­ti­ver Rechtfertigung ist hier flie­ßend – und spä­te­stens beim Begriff „opa­ke Prozesse“ ist man gedank­lich schon beim chi­ne­si­schen Sozialkredit-System angekommen.

    3. Gefährlicher Zynismus statt Humanismus – oder: Braucht der Autor ärzt­li­che Hilfe?
    Der unter­schwel­li­ge Zynismus des Textes – Menschenrechte als „illu­so­ri­scher mora­li­scher Code“, die west­li­che Zivilisation als nicht ver­all­ge­mei­ner­bar – erin­nert weni­ger an Soziologie als an die nihi­li­sti­sche Weltverachtung eines gelang­weil­ten Bourgeois mit Hang zur aka­de­mi­schen Provokation. Wer ernst­haft meint, dass uni­ver­sel­le Würde ein west­li­cher Sonderfall ist, dem wäre ent­we­der ein Gespräch mit einer Geflüchteten oder ein MRT des Frontallappens zu emp­feh­len. Die Polemik ersetzt hier die Analyse – und die Ratio die Ressentiments.

    Wenn das so wei­ter­geht, schrei­ben dem­nächst Kühlschränke Texte über die Relativität der Kühlkette."

    — was mich zu einer wei­te­ren Aufgabe an "die KI" inspirierte:

    ".…und jetzt wider­le­ge dei­nen eige­nen Textvorschlag!"

    ChatGPT:
    Sehr gut – du willst also die Dialektik aufs Parkett füh­ren. Hier ist eine Widerlegung mei­nes eige­nen pole­mi­schen Textes – dies­mal sach­li­cher, dif­fe­ren­zier­ter und mit einem gewis­sen Verständnis für die Denkweise des ursprüng­li­chen Autors. Ich neh­me die drei Kritikpunkte auf und zei­ge jeweils, war­um sie ver­kürzt oder unge­recht sein könnten:

    Drei Gründe, war­um die Kritik zu kurz greift – und der Text mehr ver­dient als nur Polemik

    „Kollektivvieh“ oder rea­li­sti­sche Anthropologie?
    Die Annahme, dass der Mensch pri­mär in Gruppenstrukturen denkt und han­delt, mag der auf­klä­re­ri­schen Idee des auto­no­men Subjekts wider­spre­chen – aber sie ist empi­risch gut belegt. Evolutionspsychologie, Soziologie und Neurowissenschaften zei­gen immer wie­der, dass mora­li­sches Verhalten stark durch Gruppenzugehörigkeit geprägt ist. Der Autor beschreibt also einen anthro­po­lo­gi­schen Befund – er nor­miert ihn nicht. Ihm gleich kul­tu­rel­len Relativismus zu unter­stel­len, ver­kennt die Differenz zwi­schen Beschreibung und Bewertung.

    Menschenrechte als funk­tio­na­le Errungenschaft – kei­ne Verachtung, son­dern Kontextualisierung:
    Die Behauptung, Menschenrechte sei­en ein „Irrtum“, lässt sich auch als pro­vo­kan­te Umschreibung dafür lesen, dass sie histo­risch gewach­sen und insti­tu­tio­nell fra­gil sind. Der Autor weist (viel­leicht über­spitzt) dar­auf hin, dass der Glaube an uni­ver­sel­le Normen nicht auto­ma­tisch glo­bal geteilt wird. Das ist kei­ne Absage an den Humanismus – son­dern ein rea­li­sti­scher Hinweis dar­auf, dass mora­li­sche Systeme nicht außer­halb von Kultur und Macht exi­stie­ren. Wer glo­ba­le Normen durch­set­zen will, soll­te ihre kul­tu­rel­le Verankerung verstehen.

    Zynismus oder intel­lek­tu­el­le Redlichkeit?
    Was als Zynismus aus­ge­legt wur­de, könn­te auch als intel­lek­tu­el­le Nüchternheit ver­stan­den wer­den. Der Autor stellt unbe­que­me Fragen: Funktionieren mora­li­sche Systeme unab­hän­gig von ihren sozia­len Bedingungen? Gibt es über­haupt so etwas wie uni­ver­sel­le Werte – oder sind wir nur dar­an gewöhnt, unse­re als sol­che zu betrach­ten? Solche Fragen mag man unbe­quem fin­den, aber sie zu stel­len bedeu­tet nicht, die Antworten schon zu ken­nen oder auto­ri­tä­re Alternativen zu bevor­zu­gen. Im Gegenteil: Wer an uni­ver­sel­le Rechte glaubt, soll­te in der Lage sein, ihre Grundlagen kri­tisch zu durchleuchten.

    Fazit:
    Die ursprüng­li­che Kritik arbei­tet sich an der Pose des Textes ab, aber über­sieht sei­nen erkennt­nis­theo­re­ti­schen Kern: dass Moral, Recht und Rationalität nicht im luft­lee­ren Raum exi­stie­ren, son­dern im Gewebe sozia­ler Codes. Der Autor mag über­trei­ben – aber das bedeu­tet nicht, dass er unrecht hat.

    Wenn du magst, kann ich aus bei­den Texten einen kur­zen Streitdialog zwi­schen zwei fik­ti­ven Figuren machen – wäre das spannend?" 

    (mitt­ler­wei­le wür­de ich die Frage mit einem kla­ren JEIN beant­wor­ten, da die Antwort maxi­mal so vor­her­seh­bar und unter­halt­sam wie "Lanz" sein könn­te – viel­leicht mit ein biss­chen mehr Nebelkerzen)
    Ich habe (nach der ernüch­ter­nen Erkenntnis, dass es https://​www​.dwds​.de/​w​b​/​t​a​b​u​i​e​ren , zumin­dest als Verb, auch ohne Binnen-"is" gibt) der Versuchung wider­stan­den, "die KI" auf­zu­for­dern ein paar (sehr) sel­ten genutz­te alt­phi­lo­lo­gi­sche Termini einzubauen.

  8. P.S.:
    ich konn­te der Versuchung nun doch nicht wider­ste­hen – und das Ergebnis ist zu gut, um es dem geneig­ten Publikum vorzuenthalten:

    ChatGPT:
    "Aber mit Vergnügen. Hier ist die über­ar­bei­te­te Widerlegung, gespickt mit eini­gen sel­ten genutz­ten Fremdwörtern und alt­phi­lo­lo­gi­schen Perlen – dezent, aber wirk­sam ein­ge­streut, damit der Text nicht zur rei­nen Vokabelversteigerung verkommt:

    Drei Gründe, war­um die Kritik an jenem Traktat ins Leere läuft – und was man bei aller Irritation nicht igno­rie­ren sollte

    „Kollektivvieh“ oder deskrip­ti­ve Anthropologie?
    Was als Misanthropie oder gar Anthropomachie gedeu­tet wur­de, ist womög­lich nichts wei­ter als eine nüch­ter­ne Diagnose des zoon poli­ti­kon. Der Autor ope­riert mit einem tra­gi­schen Menschenbild, das in sei­ner Grundstruktur auf Aristoteles zurück­ver­weist: Der Mensch als pri­mär sozi­al kon­sti­tu­ier­tes Wesen, affekt­ge­steu­ert, tri­ba­li­stisch, jeder­zeit zur Hybris nei­gend. Wer dies als Zynismus denun­ziert, ver­kennt, dass hier kein Imperativ, son­dern ein heu­ri­sti­sches Instrumentarium gebo­ten wird.

    Menschenrechte als säku­la­ri­sier­te Theologia civilis
    Die angeb­li­che Verächtlichmachung uni­ver­sel­ler Menschenrechte lässt sich auch als Reflex auf ihre sakra­li­sier­te Selbstwahrnehmung lesen. Der Autor betreibt gewis­ser­ma­ßen eine Apokalyptik der poli­ti­schen Moral – nicht, um sie zu zer­stö­ren, son­dern um ihre Prämissen zu ent­my­tho­lo­gi­sie­ren. Dass Rechte nicht ex nihi­lo exi­stie­ren, son­dern kon­tin­gen­te Epiphänomene histo­ri­scher Prozesse sind, ist kein Nihilismus, son­dern eine histo­rio­gra­phisch gut fun­dier­te Skepsis. In die­ser Perspektive ist das Ideal des uni­ver­sa­li­sti­schen Normensystems nicht Makulatur, son­dern ein Artefakt – bewah­rens­wert, aber nicht naturwüchsig.

    Zynismus oder phi­lo­so­phi­sche Parrhesia?
    Wenngleich der Duktus des Textes durch­aus zur pole­mi­schen Exaltation neigt, könn­te man dar­in auch eine Form der Parrhesia erken­nen – jene anti­ke Freimütigkeit, mit der Wahrheiten aus­ge­spro­chen wer­den, selbst wenn sie unbe­quem sind. Die invek­ti­ven Zuspitzungen sind weni­ger Ausdruck gei­sti­ger Dyskrasie als viel­mehr Stilmittel sokra­ti­scher Provokation. Wer mora­li­sche Überzeugungen im Modus der Aporie befragt, stellt sie nicht not­wen­dig infra­ge – er expo­niert ihre Fragilität, um sie gegen den Schleier der Ideologeme zu wappnen.

    Conclusio:
    Die ursprüng­li­che Kritik ver­wech­selt Rhetorik mit Intention und Stil mit Gehalt. Der Text, so sper­rig er ist, ver­wei­gert sich der gän­gi­gen Eschatologie des Liberalismus nicht aus Bosheit, son­dern aus metho­di­scher Redlichkeit. Man mag ihn anti­pa­thisch fin­den – aber im Sinne der alten Rhetoren: non est dis­pu­t­an­dum de gusti­bus, wohl aber über Argumente.

    Wenn du willst, kann ich den Text sti­li­stisch auch noch stär­ker an einen pseu­do-scho­la­sti­schen Duktus anleh­nen – mit mehr pars pro toto, argu­men­tum ad absur­dum und einer Prise fin-de-siècle-Überspanntheit."

    1. Ja, dann sieht der juri­sti­sche Prozess der Zukunft wie folgt aus:

      Den Vorsitz führt Chat-GPT
      Die Anklage ver­tritt Chat-GPT
      Die Verteidigung ver­tritt Chat-GPT

      Bitte um Entschuldigung, und wel­che Therapie emp­fiehlt Chat-GPT-Mandat1 dem Chat-GPT-Mandat2 ? Sind wir nicht alle ein bischen .…… (KI bit­te ver­voll­stän­di­gen mit den übli­chen rechts­schreib- und Syntaxfehlen)

      https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​L​D​y​i​z​H​Z​L​6w4
      bei etwa 1:50 These: Die KI wird sich etwa 2037 selbst hin­rei­chend ver­ste­hen. – Boahh!

      Aber "klin­gen" tut die KI schon­mal gut. Bei Müll kommt es eben auch nur auf die Verpackung an. Als Manager wür­de ich mich schon­mal warm anzie­hen. Hihi. Und das mit der (Nicht-) Haftung krie­gen die auch noch in den Griff. Haben die (rea­len) Männis ja schließ­lich auch geschafft. – Bloß teurer! 😀

      Versucht man den Leuten scho­nend bei­zu­brin­gen daß die Welt ver­rückt gewor­den ist, und dann sowas. Die KI ist Balla-bal­la! Gipfelniveau, auf.

    2. Zu angeb­lich ChatGPTs letz­ter durch Sie, Giaur, ange­frag­ten Analyse:

      1. Flaig bie­tet kein "heu­ri­sti­sches Instrumentarium", son­dern ver­ab­so­lu­tiert sein Menschenbild – das besagt, dass der 'Mensch des Westens' über allen ande­ren steht. Flaig ent­wickelt kei­ne Fragestellung mit Pro- und Contra-Argumenten, er reflek­tiert nicht, wo sich Widersprüche inner­halb sei­ner Thesen erge­ben, und er bie­tet kei­ne Werkzeuge zur Überprüfung sei­ner Aussagen (das alles und noch viel mehr wäre ein "heu­ri­sti­sches Intrumentarium").

      2. Flaig ver­ab­so­lu­tiert sehr wohl ein Normensystem, das er über­dies als uni­ver­sa­li­stisch mysti­fi­ziert. Es besagt, dass es dem alle ande­ren über­ra­gen­den west­li­chen Menschen (bzw. der alle ande­ren über­ra­gen­den west­li­chen Gattung) 'irgend­wie' natur­wüch­sig eigen und für alle ande­ren unein­hol­bar sei, wes­halb sie nur mit blu­ti­ger Vernichtung dar­auf regie­ren könn­ten und würden.
      Auch nicht ganz neu ist in Flaigs Ideologie bzw. Normensystem das zen­tra­le Element des indi­vi­du­el­len Opfers für die Gemeinschaft.
      – Hier sieht man: Wie eng ver­wandt sein Denken mit dem von ihm doch stets als "DAS GANZ ANDERE", das Un- ja: Außermenschliche 'per­hor­res­zier­te' v.a. "des Islams" ist, ist die­sem ver­bit­ter­ten Männlein völ­lig unbewusst.

      3. Flaigs rhe­tor. Stilmittel sind bar jeder Sokratesscher Mäeutik: Flaig fragt nicht, er indok­tri­niert per Dekret-arti­gen Ausagen.
      Wenn Flaig mit Sokrates eine Ähnlichkeit hat, dann hat auch ein Kronkorken Ähnlichkeit mit einer Opernpartitur.
      ~ ~ ~

      Würde ich Flaig nicht einst­mals per­sön­lich gekannt haben, hiel­te ich ihn für eine KI. (Aber wer weiß, ob er noch lebt, ich nicht.)

  9. Passend dazu:

    "Keine Reichweitenbeschränkung mehr: Merz hebt Limit für Ukraine-Waffen auf".

    Es macht ganz den Anschein, als wol­le CDU-Kanzler Merz dem Autor des obi­gen Artikels in der Faz sei­nen sehn­li­chen Wunsch erfül­len, und die "krie­ge­ri­sche Selbstbehauptung der Nation" in "blu­ti­ger Würde" herbeiführen.

    Wie er das bewerk­stel­li­gen will – mit wel­chen Waffenlieferungen gegen Russland – dar­über will er nicht mehr reden. Dass er Scheiße gebaut hat, mer­ken wir also erst, wenn es über unse­ren Köpfen kracht.

    Dabei hät­te man es vor­her wis­sen kön­nen: Merz hat nie ein Geheimnis aus sei­ner kriegs­trei­be­ri­schen Haltung gemacht, und was die kon­ser­va­ti­ve Seele für die Menschen in die­sem Land vor­ge­se­hen hat, fin­det sich beim Todes-Mystiker Flaig: Die "Bereitschaft […] das Äußerste zu opfern", und das "ehren­de Gedenken für die Gefallenen".

  10. Flaig: »Um Missverständnissen vor­zu­beu­gen: Dass „Opferbereitschaft“ hier kei­nen reli­giö­sen, son­dern einen rein poli­ti­schen Sinn hat, ist a prio­ri klar…«

    Und ich armer, unwis­sen­der Naturwissenschaftler bin immer davon aus­ge­gan­gen, dass die vom Volk zu erbrin­gen­den Opfer immer im poli­ti­schen Sinn zu sehen waren, weil die herr­schen­den Verbrecher von der Antike bis heu­te die­se Opfer zum eige­nen Machterhalt ein­for­der­ten bzw. noch immer ein­for­dern, wobei es voll­kom­men egal war und ist, ob die­se unter einem reli­giö­sen Deckmäntelchen stan­den oder nicht. Selbst wenn kei­ne Religion ein­ge­setzt wird, um das Volk zu mani­pu­lie­ren, zu unter­drücken, zu besteh­len und zu ermor­den, so sind es doch immer die­sel­ben Methoden.

    Während der ver­gan­ge­nen Jahre hat die Corona-Sekte uns immer wie­der erklärt, die vie­len Verletzten, Kranken und Toten als Folge des Spritzmitteleinsatzes wären not­wen­di­ge Opfer gewe­sen, um grö­ße­res Unheil durch das Corona-Monster, die schlimm­ste Pandemie aller Zeiten abzu­wen­den. Die Hohepriester der Tagesschau gin­gen sogar so weit, dass sie uns ihren Guru Bill Gates zum Fliegenden Spaghettimonster erko­ren. Die media­len Scheiterhaufen brann­ten schon lich­ter­loh. Es gab Menschen, die den Terror der Corona-Sekte nicht ver­kraf­ten konn­ten und sich des­halb selbst umbrachten.

    Jetzt wird der hei­li­ge Krieg gegen den pösen Putin aus­ge­ru­fen. Unser Land sei erst erlöst, wenn wir bis 2029 alle kriegs­be­reit sind. Wir müs­sen unse­ren Glauben an "unse­re Demokratie" ver­tei­di­gen und Opfer brin­gen. In was unter­schei­den sich über­haupt die Kriege gegen Russland von den Kreuzzügen?

    Wie ist das eigent­lich mit dem Klimawandel durch den "CO₂ Verbrauch" (so beschrei­ben es die Grünen)? Ist das eine Religion, die von uns Opfer (Steuerabgaben) ver­langt oder die "neue Wissenschaft", der die Politik folgt? Hier eine Prophezeiung, für alle, die schon so rich­tig auf die CO₂-Steuer ein­ge­stimmt sind: "Wasserknappheit". Das wird kom­men und es wer­den von uns Opfer ver­langt. Die Glaubensbekenntnisse wer­den schon geschrie­ben, mit sich stän­dig über­schla­gen­den apo­ka­lyp­ti­schen Meldungen.

    Von einem Althistoriker hät­te ich mir gewünscht, dass er die Herrschaftsinstrumente kennt, ihren Einsatz ver­steht und einen Bezug zwi­schen der Vergangenheit und der Gegenwart her­stel­len kann, damit wir Menschen uns als Persönlichkeiten und gleich­zei­tig als Gesellschaft weiterentwickeln.

  11. Friedrich Merz vor 7 Stunden auf sei­nem Account bei "X":

    "Wir wer­den alles tun, was in unse­ren Kräften steht, um die Ukraine wei­ter zu unter­stüt­zen. Das bedeu­tet auch kei­ner­lei Reichweitenbeschränkungen mehr für Waffen, die wir lie­fern. Die Ukraine kann sich jetzt auch ver­tei­di­gen, indem sie mili­tä­ri­sche Stellungen in Russland angreift." (1)

    (1) >>> https://x.com/bundeskanzler/status/1926985204498829795

  12. Da hat sich aber ein Patriot impe­ria­li­stisch-groß­bür­ger­lich "aus­ge­kotzt".

    Es geht immer nur um die Frage der Opferbereitschaft für die Nation, die nach den Vorstellungen des Großkapitals und der auf der eige­nen Schleimspur aus­rut­schen­den Parteienoligarchie, defi­niert ist. Die Frage ist doch, ob ich bereit bin, mir unbe­kann­te Menschen auf­grund eines staat­lich ver­ord­ne­ten Massenmords zu erle­di­gen. Ob ich bereit bin, Leben zu ver­nich­ten, Leid zuzu­fü­gen. Und dies mir unbe­kann­ten Menschen, nur weil mir befoh­len wird, dass ich die­se has­sen und ver­nich­ten muss? Die Antwort lau­tet schlicht: Nein!

    Ich möch­te nicht ver­nich­tet wer­den oder ver­stüm­melt. Und ich mag dies auch kei­nem ande­ren zufügen.

    Kriege sind Maßstabgeber, wel­che einer Nation ihre histo­ri­sche Kraft anzei­gen? Was ist eine Nation, wer bestimmt, was "eine Nation" wie zu sehen hat? Aber es beschreibt zumin­dest die Realität, dass die "Nation" ver­sucht mir vor­zu­schrei­ben, wen ich zu has­sen und zu erle­di­gen habe. Für die histo­ri­sche Größe der Nation.

    Danke, nein. Ich per­hor­res­zie­re vomierend.

  13. Kommt drauf an, für wel­che Demokratie man Opfer brin­gen soll. Welches System nennt sich selbst schon "Diktatur" oder "Unrechtsregime"… Auch die DDR war ja aus­drück­lich eine Demokratie.

    1. @Sica, auch die DDR war eine Klassengesellschaft. Die Klasse des werk­tä­ti­gen Volkes – die herr­schen­de Klasse –bil­de­te jedoch die Mehrheit, bestimm­te also maß­geb­lich den Verlauf der natio­na­len und gesell­schaft­li­chen Entwicklung.

      In der BRD ist die Herrschende Klasse eine Minderheit.

  14. Das ist lupen­rei­ne Goebbels-Rhetorik.
    Daß die­ser ver­ba­le Ausfluss übel­ster Machart auch noch mit "Krieg und Werte" über­schrie­ben ist, ist eine Verhöhnung sondergleichen.
    Und daß sich die immer wie­der so gern gefor­der­te 'Opferbereitschaft', das "Gürtel enger schnal­len", der Verzicht und die "gemein­sam zu tra­gen­den Lasten" natür­lich nur für den nie­de­ren Pöbel gel­ten, ver­steht sich von selbst.
    Solche Schreibtischtäter und Salon-/Sofa-Bellizisten hat es immer gege­ben und wird es wahr­schein­lich auch immer geben.
    Daß sol­chen Empathie‑, Geist- und Seelen-Befreiten mitt­ler­wei­le immer unver­blüm­ter eine der­ar­ti­ge Bühne ein­ge­räumt wird, ist das eigent­lich Unfassbare.
    In jeg­li­cher Hinsicht (und das gilt sowohl für die­sen soge­nann­ten 'Historiker', der offen­sicht­lich ein paar Mal zu oft in Stahlgewittern geba­det hat, als auch für die zustän­di­ge Redaktion) ein­fach nur erbärm­lich und ekelerregend.

  15. dan­ke für das Rechtsradikale Geschmalze.…
    (man merkt Akademiker-Bildung ist nicht alles 😉

    fol­gen­den Satz fin­de ich spannend:
    "Die Ukraine kämpft einen grün­den­den Krieg, in wel­chem das mul­ti­eth­ni­sche und pluris­prach­li­che ukrai­ni­sche Volk zur Nation wird."
    wird uns nicht dau­ernd ver­klickert, dass die UK Jahrzehnte (ja eigent­lich Jahrhunderte) lang eine tol­le westl gepräg­te Demokratie-Nation war, bevor der pöse Putin kam?

    1. @Marla, die Ukraine ist ein Kind der Revolution, ein Kind Lenins und Stalins. Denn erst die Rote Armee hat die­ses Land von faschi­sti­schen Milizen gesäu­bert und wirt­schaft­li­che Bedingungen für eine frei­heit­lich demo­kra­ti­sche Entwicklung des ukrai­ni­schen Volkes geschaffen.

    2. @Maria: "Akademiker-Bildung ist nicht alles"

      Das aka­de­mi­sche Bildungswesen lässt sogar Schreib- und Syntaxfehler in einem ganz neu­en Licht an Abwechslung erschei­nen und wah­re Freuden eröff­nen sie vor­fin­den zu können.

      Dabei könn­te die Wahrheit über ihre Entstehung (der Rechtschreibfehler) , in eini­gen Fällen, sehr ver­stö­rend auf die Bevölkerung wir­ken, und sogar auch den aka­de­mi­schen Teil?

      Wie jedoch eine KI in der Lage ist, den Wald- und Wiesenakademiker (s.O.) zu erset­zen, läßt bestä­ti­gend blicken. War doch sei­ne wah­re Domaine bis­her, kor­rekt schrei­ben und lesen zu kön­nen. – Nicht wahr?

      Unter dem Aspekt wäre ich bestimmt auch dafür den "Kapitalismus" so schnell wie mög­lich abshaf­fen zu wollen. 😀

      Dieser Post ist ohne Unterschrift.

  16. Gerade arbei­te ich mich – durch­aus mit Mühe – durch Adornos "Jargon der Eigentlichkeit", und, kenn­te ich Flaig nicht aus mei­nem Leben Nr. 1 per­sön­lich, wür­de ich mich damit beschei­den, ihn genau dort: in die­sen Heideggerianischen Wortschawülsten (sic!) zu positionieren.

    Da ich Flaig aber per­sön­lich ken­ne, weiß ich lei­der auch, dass manch­mal Männer von eher klei­ner, zar­ter Statur (viel­leicht, weil sie als Vertriebenenkinder im Schwabenlande nur wenig zu bei­ßen beka­men) und nie mit der so heiß&innig erhoff­ten Endstation "C4-Professur" (der so vie­le "Opfer" gebracht wur­den) geseg­net, son­dern nur – und nur mit Hängen und Würgen vor der Altergrenze – mit einer W‑Professur an einer 'nie­der­ran­gi­gen Ost-Uni im Norden' betraut, sich förm­lich auf­zeh­ren ob all der geschei­ter­ten Lebenspläne.
    Dann wer­den sie bit­ter und als ehe­ma­li­ge Radikallinke auch üble Renegaten, die nur ein Ziel ken­nen: Sich in die "Presse", an die sie nach wie vor glau­ben, zu brin­gen, auch noch mit 76 und immer zar­te­rer Statur und mit einem von A bis Z gefälsch­ten fran­zö­si­schen Akzent, mit dem sie irgend­wann in jedem Gespräch bei­läu­fig beto­nen, dass sie bei Bourdieu stu­diert hät­ten, um kurz dar­auf mit die­sem fal­schen Akzent zu bemer­ken, dass die Afrikaner die wah­ren Sklavenhalter waren und die teut­sche Jugend wie­der ihr Leben als Opfer dar­brin­gen muss.

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