Ein weiterer ungedienter "politischer Korrespondent in Berlin", der "sich mit Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der SPD" befaßt, macht sich bei aller Begeisterung über die deutsche Brigade in Litauen Sorgen.

»… Die Brigade wächst aus einer multinationalen NATO-Kampfgruppe von etwa 1700 Soldaten, die seit Jahren ins Baltikum rotiert. Großbritannien führt in Estland, Kanada in Lettland ebensolche Battlegroups. Frankreich hilft in Estland den Briten aus, deren Landstreitkräfte unter starker Auszehrung leiden. Paris zeigt darüber hinaus wenig Absichten, seine Armee auf einen intensiven Landkrieg im Osten auszurichten. Es stützt seine Sicherheit vor allem auf Atomwaffen…
Etwa 400 sind dort derzeit stationiert, darunter viele Planer und Techniker, die in einem verglasten Bürohaus in der Mitte der Hauptstadt das Werden des Verbandes organisieren. Es sind Männer und Frauen, die mit Innovationsfreude und Engagement eine neue Bundeswehr verkörpern. Doch die alte, träge Truppe ist damit nicht verschwunden. Um sich davon zu überzeugen, reicht eigentlich schon eine Besichtigung des Alltags in deutschen Kasernen, wo die Bundeswehr es nicht schafft, ihre Rekruten so zu motivieren, dass nicht jeder Dritte von ihnen nach kurzer Zeit wieder kündigt.
Noch ist auch der Großverband des Heeres in Litauen nicht viel mehr als ein politisches Versprechen. Zwei weitere Jahre soll es dauern, ehe die Brigade mit 5000 Soldaten, darunter auch Niederländer und Norweger, einsatzbereit ist. Ein Teil der Ausrüstung für die Speerspitze des Heeres muss Bataillonen in Deutschland weggenommen werden, weil die Rüstungsindustrie die Großbestellungen an Panzern und Artillerie erst in Jahren liefern kann. Die Leopard-Panzer, die Merz auf dem Kathedralplatz der litauischen Hauptstadt vorgeführt wurden, sind Dauerleihgaben von Panzertruppen in Deutschland, denen sie bitter fehlen…
Die NATO hat errechnet, was die Allianz braucht, um der rasanten russischen Hochrüstung zu begegnen. Allein für das Heer bedeutet das enormen Zuwachs. Es wird sich nahezu verdoppeln müssen, annähernd eintausend neue Panzer sind nötig, um das erwartete geforderte NATO-Niveau zu erreichen. Bestellt sind etwa 120…
Das Abschreckungspotential der NATO wird sich in kampfbereiten Bataillonen, Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen zeigen, die tief im Hinterland militärische Ziele erreichen können…«
(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

«Das Abschreckungspotential der NATO wird sich in kampfbereiten Bataillonen, Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen zeigen, die tief im Hinterland militärische Ziele erreichen können…»
Aha!? Und wie verhält sich «Abschreck» zu «Oreschnik»? Doch nicht etwa wie zu Yuzhmash? – «[…] es hat nach dem Besuch der Oreshnik schlicht aufgehört zu existieren.» – Na dann.
https://weltexperiment.com/25011.html#oreshnik-besucht-yuzhmash
"Es sind Männer und Frauen, die mit Innovationsfreude und Engagement eine neue Bundeswehr verkörpern."
Mit Innovationsfreude und Engagement an der Organisation von staatlich sanktioniertem Massenmord. Krieg ist nichts anderes.
"Die Nato hat errechnet …"
Sicher doch, wenn ich einen x‑beliebigen drittklassigen Kommunalpolitiker aus Hintertupfingen errechnen lasse, was er braucht, wenn der Zaster im Überfluss zur Verfügung zu stehen scheint, dann wird er mutieren zum Chef des Teams No Limits. Abgesehen davon sind die unsinnigsten Ausgaben die für Waffen, da Waffen langfristig keine Konflikte lösen können. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Auf jeder Ebene, in jeder Angelegenheit. Das Spiel ist uralt.
Der Begriff der Dauerleihgabe passt schon recht gut. Kann man eigentlich den derzeit amtierenden Bundeskanzler als Dauerleihgabe einer weltbekannten Kapitalsammelstelle und Investitionsplattform interpretieren?
> Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der SPD
Ein halber Satz mit ungezählten Lügen.