Sieben Gestalten, die sich für Europa halten, begehen feierlich das Scheitern ihrer Politik. Wieder einmal ist die Sprache unter den ersten Opfern:
»Die größten europäischen Staaten haben den Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin erneuert und verstärkt, zunächst einen Waffenstillstand in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine zu verkünden und alsdann zu ernsthaften Friedensverhandlungen bereit zu sein.«

Versuchen wir, den Satz zu verstehen. "Die größten europäischen Staaten" sind das Subjekt, womit Italien, Polen, Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland gemeint sind.
Nicht zu den Größten gehören damit Schweden, Finnland und Norwegen, deren Staatsgebiet mehr Quadratkilometer umfaßt als Italien und das Vereinigte Königreich. Und Rußland, so groß wie alle zusammen, schon mal gar nicht. Seien wir großzügig und nehmen die Bevölkerungszahl als Maßstab, dann kommt es – bei Ausschluß Rußands – hin. Doch auch so bleiben mehr als 100 Millionen Menschen in Europa außen vor.
Was tun diese Hochstapler? Sie erneuern und verstärken den Druck auf Putin, "zunächst einen Waffenstillstand in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine zu verkünden und alsdann zu ernsthaften Friedensverhandlungen bereit zu sein". Putin soll also erklären: Ich führe einen erfolgreichen Angriffskrieg, stoppe ihn aber und werde dann zu ernsthaften Friedensverhandlungen bereit sein. Derweil werden "wir" selbstredend unsere Waffenlieferungen weiterführen.
Bekanntlich hat sich die ukrainische Seite inzwischen zu einer realistischeren Haltung durchgerungen. Während die KriegsertüchtigerInnen noch von Ultimaten träumen und denken, sie seien am Drücker, wird es wohl in den nächsten Tagen zu Verhandlungen kommen. Mit einem "Machthaber", der seit drei Jahren als nicht verhandlungsfähig und ‑willig bezeichnet wird. Zugleich wurden in Westeuropa Forderungen nach Verhandlungen und dem Schweigen der Waffen als Lumpenpazifismus und Lakaientum Putins diffamiert.
Ein deutscher Wadenbeißer, der sich Außenminister nennt, "warnte, Moskau solle 'nicht unterschätzen, dass der Westen bereit ist, jetzt sehr viel Druck auszuüben'". Und die EU-Chefsängerin "sagte, es gelte, Russland in Gespräche 'hineinzuzwingen'. Auch sie verlangte einen Waffenstillstand als Vorbedingung von Verhandlungen". Ein deutscher Regierungssprecher verkündet, es "würden Sanktionsvorbereitungen 'in Gang gesetzt'". Richtiger wäre vielleicht die Formulierung "in den Sand gesetzt". Der polnische Außenminister hält für eine Drohung, daß "auf einer Skala von eins bis zehn das Ausmaß der verhängten Sanktionen gegenwärtig erst bei sechs liege, ihre Umsetzung sogar bloß bei drei von zehn".
Ohne die Gefährlichkeit des Gebarens zu unterschätzen, muß für den Augeblick festgehalten werden: Die Herrschaften geben gerade eine lächerliche Vorstellung.

> Die Herrschaften geben gerade eine lächerliche Vorstellung.
Das tun die doch gerne. Damit ihre Auftraggeber nicht sichtbar werden.
Kann man diese Figuren noch ernst nehmen, bei dem geistigen Verbalauswurf, der an kleine trotzige Kinder erinnert. Selbstverständlich wird man nein dazu sagen.
Diese EU täte gut daran, die Machtverhältnisse richtig einzuschätzen und sich dementsprechend zu verhalten. Neben der Tatsache, dass Russland bisher großzügig hinwegsieht über die teilweise sogar direkt mit Personal, Logistik und Daten ausgeführten Kampfhandlungen des ukrainischen Kanonenfutters gegen Russland. Alles hat ein Ende, auch die Geduld.
> Diese EU täte gut daran, die Machtverhältnisse richtig einzuschätzen und sich dementsprechend zu verhalten
Genau das tut die EU. Indem die Führer derselbigen Staaten ihre eigene Völker in die Armut treiben um damit die Macht der Ausbeuterklasse und Finanzoligarchie weiterhin sicherzustellen. Also die Macht derjenigen die sie bisher auch hatten. Denn es geht nicht um eine Neuordnung sondern um eine Neuaufteilung.
Nur zur Ergänzung ein paar Gedanken.
Neben Waffenlieferungen befürchtet die russische Regierung auch die Stationierungen von "europäischen" Truppen. Das wurde von "europäischen" Führern wie Stürmer und Makrone immer wieder lauthals eingeworfen. Die russische Regierung hatte dem Vorhaben immer wieder eine klare Absage erteilt. Selbst die derzeitige Regierung der USA hat sich zumindest offiziell von dem Vorhaben distanziert. So ganz kann man den trumpschen Verlautbarungen jedoch nicht trauen, denn der sogenannte "minerals deal" ist eigentlich die Vorbereitung für eine "no-fly zone" in der Ukraine unter dem Vorwand des Schutzes US-amerikanischer Interessen – eben der Ausbeute jener "rare minerals", die gar nicht so "rare" sind.
Selten ist bestenfalls die Gelegenheit, besagte Metalle in einer zerstörten Landschaft unter Vernachlässigung jeglichen Umweltschutzes von den Böden zu trennen. Viel praktischer für die USA ist es, die Rohstoffe aus dem Gebiet Russlands von vor 2022 zu kaufen. Das wird bereits unter den beiden Ländern verhandelt, ohne die "Europäer".
Russland wird die Ukraine entwaffnen und kontrollieren, ob es dem "Westen" gefällt oder nicht. "Wir" und vor allem die zu beklagenden Toten in Russland und der Ukraine können dafür den nützlichen Idioten "unserer Demokratie" danken. Nicht umsonst steht in der Verfassung Deutschlands das Friedensgebot, gleich auf mit der Verteidigungsbereitschaft.
Ach Herr Pan, lassen Sie sich doch von solchen Schauspielern wie Trump nicht vorführen. Im Übrigen befinden sie die begehrte Bodenschätze nicht in der Ukraine sondern in Russland. Die Ukraine ist längs aufgeteilt, 90% der dortigen landwirtschaftlichen Nutzflächen befinden sich in Privatbesitz von Betrügern im Ausland (EU, USA…).
Hä?
Die "Europäer" verstärken vor allem den Druck auf die eigene Bevölkerung, die das Geld für Tötungsmittel und Großmachtambitionen von Provinzpolitikern, lieber für Schulen, Rente, Gesundheit und Wohnungsbau ausgeben würde. Da fehlt es nämlich.
Vom Geballer in der Ukraine und "Sankionen" gegen Mordor, kann man sich hier nichts kaufen … und Mieten und Lebensmittel werden immer teurer.