Bislang galt als gescholtener Wesenszug von Autokraten wie Putin und Trump und Aushöhlung demokratische Gepflogenheiten, was heute in der "Zeit" zwar leichtes Stirnrunzeln, insgesamt aber helle Begeisterung auslöst, wo es um die SPD geht:

»… Von dem Moment an, als er am Wahlabend den "Generationswechsel" ausrief, hat Klingbeil die Partei vor allem mit einem Ziel neu ausgerichtet: sie hinter der eigenen Person zu versammeln.
Hat Klingbeil sich übernommen?
Finanzminister, Vizekanzler, Parteivorsitzender, zwischenzeitlich führte er die Fraktion: Klingbeil, der die historische Wahlniederlage der SPD maßgeblich mitzuverantworten hat, ist damit vorerst auf dem Höhepunkt seiner Macht. Und geht gleichzeitig ein großes Risiko ein. Auf ihn ist nun alles zugeschnitten. So sehr, dass man sich fragt: Hat Lars Klingbeil sich damit übernommen?
Er, der Parteistratege, muss dabei nun leisten, woran auch er selbst im letzten Wahlkampf gescheitert ist: eine Vision von Sozialdemokratie zu entwickeln, die der SPD als Volkspartei wieder Gewicht verleiht. Auf die personelle müsste jetzt auch die inhaltliche Neuaufstellung folgen. Doch anders als beim Personal lässt die SPD unter Lars Klingbeil bei den neuen Inhalten noch kein besonderes Konzept erkennen.
Klingbeil hat seine Kritiker marginalisiert – sein Widersacher etwa, Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil, ist weitgehend isoliert…
Auch sonst verläuft die "Klingbeilisierung" der SPD bisher sehr effektiv. Der SPD-Chef hält engen Kontakt zu den SPD-Ministerpräsidenten und allen relevanten Gremien und bindet die innerparteilichen Strömungen ein, die Parteilinken und die Seeheimer, wenn es darum geht, seine eigenen Personalvorstellungen durchzusetzen.
Mit Bärbel Bas als künftiger Co-Vorsitzenden ist Klingbeil sein vielleicht wichtigster Coup gelungen. Bas ist beliebt in der Partei und bei den Wählern…
Mit ihr hat Klingbeil eine echte Größe in der Partei für sich gewonnen. Sie bringt vier weitere Vorteile mit sich: Erstens ist sie eine Frau, zweitens nicht aus Niedersachsen (wie er selbst, Boris Pistorius und der neue Fraktionschef Matthias Miersch) und drittens hat sie Klingbeils Machtanspruch von Anfang an unmissverständlich unterstützt. Klingbeil weiß, dass er im Verdacht steht, er würde sich nur noch mit Gefolgsleuten umgeben. Bas ist, viertens, auch deshalb ein Gewinn, weil sie emanzipiert genug ist, nicht in diese Kategorie zu fallen…«
Es gibt einiges, das in dieser Darstellung nicht zutrifft. So wenig wie Adolf Hitler die Macht "ergriffen" hat, sondern sie ihm von bürgerlichen Parteien, u.a. vom Abgeordneten und späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss mit der Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz, übertragen wurde, so wenig ist Lars Klingbeil aus lediglich eigenem Wollen zu seiner Machtfülle gelangt. (Nein, ich vergleiche Klingbeil nicht mit Hitler, sondern beschreibe Mechanismen von Herrschaft und Parteiendemokratie.) Die Führung der SPD, inklusive der geschaßten Saskia Esken, hat ihm dies ausdrücklich ermöglicht.
Falsch ist auch die Benennung einer angeblichen "Parteilinken", die einbezogen sei. Woran denn wäre sie zu erkennen? (Siehe dazu Wieder werden "vulnerable Gruppen" geschützt; dort bekennt sich der "Parteilinke" Stegner vorbehaltlos zum Koalitionsvertrag mit all seinen Grausamkeiten wie Kriegskurs, verfassungswidrigen "Migrationsmaßnahmen" und zunehmender Überwachung durch Geheimdienste).
Es kann somit auch keine Rede davon sein, daß Klingbeil noch eine Vision nachzuliefern hätte. Sie kommt im Regierungsprogramm des Vizekanzlers klar zum Ausdruck. Es soll weitergehen mit der Umverteilung von unten nach oben – im Namen des Wirtschaftsstandorts Deutschland –, Hochrüstung und Kriegstauglichkeit sind die obersten Gebote, die Kumpanei mit Kriegsverbrechern weltweit, sofern sie nicht Putin heißen, wird forciert, es soll ein Zurück zu Hartz IV geben. Darüber können die Scheingefechte von Heil und Bas zum Mindestlohn nicht hinwegtäuschen.

Was Hitler betrifft:
Die Ernennung zum Kanzler erfolgte am Vormittag des 30.1.1933 in der Stahlhalle Essen durch die Großindustriellen Stinnes, Hugenberg, Thyssen u.a.
Die offizielle Feier fand später in Berlin statt, wo Hitler von Hindenburg empfangen wurde.
Quelle: Alexander Abusch, Der Irrweg einer Nation
@Erfordia: Der Hugo Stinnes, der 1924 verstarb? Siehe aber "Wie Hitler Gast auf Villa Hügel wurde" (https://rp-online.de/panorama/wissen/wie-hitler-gast-auf-villa-huegel-wurde_aid-15142659, 14.8.13). Damals durfte man noch schreiben: "Essen · Der einstige Familiensitz der Unternehmer-Familie Krupp zieht seit 140 Jahren Besucher in seinen Bann. Auch Adolf Hitler war mehrmals zu Gast und suchte dort die Gunst des Stahlgiganten – denn er brauchte Krupp für seine Kriegspläne." Wenn es auch eher umgekehrt war.
> – denn er brauchte Krupp für seine Kriegspläne." Wenn es auch eher umgekehrt war.
Sehen Sie @aa, die heutigen Geschichtsfälscher drehen einfach alles um. Was die Treffen Hitler mit Deutschen Großindustriellen betrifft, diese Zusammenkünfte sind alle historisch nachweisbar. Und auch die Namen der Beteiligten und wo genau diese Treffen stattfanden. Siehe meine Quellenangabe.
Die Rüstung ist meiner Auffassung nach geboten, das entspräche der Lage. So oute ich mich mal wieder als "Sozioaldemokrat" – Meinetwegen! Die Frage ist, Heute wie damals und überhaupt, wer oder was bestimmt über die Armee, und warum. Die gemeinte "Lage" ist übrigens zu einem großen Teil selbst verschuldet, und die Analyse noch nicht mal am Horiozont zu erblicken. Und schon sind wir wieder beim Thema.
Zuerst aber mal – ganz Wichtig! – NEIN ich bin weder Mitglied noch Wähler der SPD. Etwaige Bezeichnungsüberschneidungen sind meinerseits jedenfalls nicht beabsichtigt. Mich belastet immer noch etwas der Fall des BSW, um's mal ganz genau zu erklären – wo ich aber auch kein (gebenedeites) Mitglied bin, sondern eher ein seriös-gebliebener Aussen-Spinner und Beobachter. – [Die SPD würd's wohl bestreiten (müssen), die Armen] Ubd was das "Wählen" angeht habe ich zumindest bewiesen, wahrhaft lernfähig zu sein. [Wahr-Haft, ein seltsames Wort nowadays?]
JA – Lars Klingbeil, politisch noch nicht ganz trocken hinter den Ohren (?) , hat zwar schlechte Karten mit der "Mannschaft", dafür aber pflegeleichte Konkurenten. Merz, ein politisches Leichtgewicht, führt ja schließlich seine Ko-Union und ihn gleich mit. Ganze Koal-Kontingente setzen auf den Verwaltungsfachmann für vermögen, und seinen sozialbären. Da kann doch hoffentlich einfach nix mehr schiefgehen? 😀 [Lachen Sie, Leute, wenn Sie's sowieso nicht aendern können – was solls] Das hat sich der Wähler so aufgebunden. Sollte also LK sich überhoben haben, so teilen wir Wähler das – zumindest mehrheitlich. [Mohment!, mein Taschenrechner.…] – Uihuihuih.
Die Maske auf, die Klappen fest geschlossen, Koalition regiert!
Mut zur Coronalücke. Die Betruegerpandemie hat in der so genannten "SPD_FÜhrung" einen wahren Führerkahlschlag verursacht, weil scheinbar fast Alle in der Öffentlichkeit stehenden nach Oben abgezogen werden mußten. Vermutlich ein Fachkräftemangel in "Brücken" und ähnlichem Geklüngels, von dem fast kaum einer was weiß. – Oh, habe ich "Betrug" geshrieben – Na sowas! Eine abgesprochene Benachteiligung mindestens eines Dritten, durch mindestens Zwei, unter der absichtlichen (arglistigen) Täuschung. Kann das überhaupt hinkommen? Jaja, der Sprachgebrauch von unsereiner minderqualifizierten "Dumpfbacken" ? [Frageteichen!] Schade, gibt's einen Juristen der das etwas Vergenauerlichen kann (und darf?), oder hagelts da gleich Berufsverbote und extreme Haftstarfen?
Woran es in der "SPD" zu mangeln scheint, ist weniger das Herz als der Verstand. Auch wenn man es fast glauben kann. Ja wie kann denn sowas nur kommen?
Die "Strippenzieher" dürften die Gleichen geblieben sein, vieleicht sogar dieselben – Wer Weiß? […und damit wären wir auch schonmal beim Problem der "Sozialdemokratie" punktuell angekommen]
Aber, Lars Klingbeil, schwere Situationen und unverhoffte Befähigungen haben hin und wieder starke Persönlichkeiten geformt. Das ist aber leider kein Rezept. Unsere Politik scheint mir wie ein endlos-aneinandergereihtes Abwarten auszusehen. Das beruht eben auf der Tatsache, einer extrem-mangelhaften Kommunikation. Nicht Wahr?
Die Funktion der SPD als sozialdemokratische Partei erstreckt sich auf exakt die programmatischen Punkte, die der große Vorsitzende Klingbeil gemeinsam mit Friedrich M. und den übrigen Teilnehmern an diesem Regime als Vertreter des Großkapitals und der Finanzoligarchie umsetzt. Daher ist dies nicht überraschend, sondern das, was zu erwarten war. Überraschend wäre es, wenn der Raubzug gegen die Arbeiterklasse (i.w.S.) nicht so offen radikal umgesetzt würde.
Klingbeil berauscht sich an der Macht, die er ausüben kann, nichts anderes ist die Klingbeilisierung.
Die heutige Funktion der SPD ergibt sich aus ihrer geschichtlichen Entartung, beginnend damit unter Bismarck die Sozialistengesetze provoziert zu haben, über die Bewilligung der Kriegskredite 1914 sowie über ihre Rolle als Totengräber der Weimarer Republik und Wegbereiter Hitlers.
@R. Furt: Könnten Sie das mit den "provozierten" Sozialistengesetzen erklären? Aus dem Wikipedia-Artikel dazu:
"Wegen ihrer Opposition gegen den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und ihrer Solidarität mit der revolutionären Pariser Kommune 1871 wurden August Bebel und Wilhelm Liebknecht 1872 beim Leipziger Hochverratsprozess zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt."
Haben die das auch provoziert?