
Den Kommentar ziert ein Foto von Klingbeil und Pistorius in Parkas beim Besuch einer Panzertruppenschule. Dem Autor gebührt Dank für den Verweis auf das Kernstück des Koalitionsvertrags ohne beschönigende Schnörkel von Infrastruktur, Schulen und Kitas, die angeblich von der Schuldenmacherei profitierten:
»Die Mitglieder der SPD haben durch das Votum für den Koalitionsvertrag ihrer Partei eine Tür zur Wirklichkeit geöffnet. Sie haben einen Text gebilligt, der verlangt, Deutschlands Wehrausgaben „stringent“ zu steigern und die Hilfe für die Ukraine „substanziell“ zu stärken. Der pazifistische Impuls der Partei ist ein Stück weit ernster Verteidigungsbereitschaft gewichen…«
Es fällt Schuller schwer, Belege für Pazifismus der SPD zu benennen. Die aufgeführten Beispiele, Kampf gegen den NATO-Beitritt und später deren "Nachrüstung" mit Mittelstreckenraketen, sprechen eher für das Niederhalten entsprechender Regungen in der damaligen Sozialdemokratie durch deren Parteiführung.
Lichtgestalten
Für das rechte Verhalten fällt ihm hingegen die erste Beteiligung der Bundeswehr an einem (völkerrechtswidrigen Angriffs-)Krieg ein, um dann Klingbeil und Pistorius zu würdigen:
»Andererseits haben Sozialdemokraten manchmal zur rechten Zeit auf Stärke gesetzt. Unter Brandt und Schmidt verbanden sie Entspannung mit Härte, und 1999, als die NATO Serbiens ethnische Säuberungen im Kosovo stoppte, schickte der SPD-Kanzler Schröder zum ersten Mal nach 1945 deutsche Soldaten in einen Krieg.
Nach der Bundestagswahl vom Februar und der Zustimmung der Basis zum Koalitionsvertrag ist der wehrhafte Flügel der SPD so stark wie lange nicht mehr. Die pazifistische Linke hat ihre Führung verloren. Der frühere Fraktionschef Mützenich ist abgetreten, die Ko-Parteivorsitzende Esken geschwächt.
Stattdessen treten Klingbeil und Pistorius ins Licht. Pistorius will die Bundeswehr kriegstüchtig machen, und Klingbeil erinnert daran, dass Deutschlands Wehrausgaben unter Brandt bei 3,5 Prozent lagen.«
Dies ist ein weiterer Kollateralnutzen des Beitrags. En passant entzaubert er den von manchen in der Friedensbewegung gleichfalls als Lichtgestalt angesehenen Brandt. Dessen gemeinsam mit Egon Bahr entwickelte Strategie, den Gegner im Osten neben militärischer Aufrüstung mit sanften Sprüchen zu umgarnen ("Wandel durch Annäherung") sollte sich als überaus erfolgreich erweisen, spätestens als ihnen Gorbatschow auf dem Leim ging.
Fester Platz auf der Weltbühne
Ähnlich überschätzt wie Klingbeil, der wie alle Nachfolger Brandts eher eine mediokre Gestalt ist, wurde vor einigen Jahren Annalena Baerbock:
»Klingbeil klingt fast wie Wadephul
Weil er bei der SPD der Schmied des Koalitionsvertrags war, hat die Zustimmung der Basis ihn so gestärkt, dass selbst ein so populärer Mann wie Pistorius ihn kaum mehr herausfordern kann. Jetzt übernimmt er das Finanzressort, und weil deutsche Finanzminister einen festen Platz auf der Weltbühne haben, kann er ein starker Akteur der deutschen Außenpolitik werden.«
Was ist eigentlich aus dem letzten Finanzminister geworden, der nicht nur die Weltbühne hat verlassen müssen?
Weitere wegweisende Wahrheiten des "Kindes Siebenbürger Sachsen":





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Man kann sich an der SPD abarbeiten wie seit Generationen. Sie ist und bleibt der Büttel des Großkapitals. Militarismus ist nur ein Aspekt hiervon. Und so lässt sich dies beliebig fortsetzen. Repression gegen Verarmte, Arbeitslose und Werktätige und deren Familien ist Programm. Und dies nicht erst seit heute. Es erübrigen sich weitere Analysen, da diese immer zum gleichen Ergebnis kommen.
Danke O'Mikron. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Die Leo-Manie wurde bei den Deutschen anscheinend jäh unterbrochen. Auch vom Außenministerium kam kein Schnurren mehr!? Jedenfalls meinte einer der schnöseligen "Millitärexperten" im akuraten Anzug, gebügelt, "Mit was wollen die Russen jetzt noch kämpfen, mit T55 (älteres Modell) etwa? – HaHa!". Dann kam die große Offensive, welche harsch im russischen Trommelfeuer, aus anteilig nicht unmaßgeblich, veralteten(?) eingegrabenen Panzern stammte, und brach zusammen. Wohl auch T55? – Soviel zu den "Militärexperten" des Westens.Jedenfalls beunruihigten mich die "Millitärexperten" der ÖR's sehr. Bringen den Russen auf Ideen. Naja, zu katapultierter chiploser Weißware in Infanteriestellungen hinein ist es dann doch nicht gekommen. Den Gegner zu unterschätzen, indem man der eigenen Propaganda glaubt, zeugt vermutlich nicht vom hohen Geschick, denke ich mal. Aber, warten wir lieber mal ab. der Krieg ist ja noch im Gange .…
Die SPD ist eine sehr künstlerische Truppe. Sie singt ein eigenes Marschlied, bleibt aber dennoch im Tritt. Wenn das der alte Fritz erlebt hätte .….
Auch 'ne Leistung!?!
K.A. ob das bekannt ist: Es gibt für die Mehrwertsteuer auch die scherzhafte Bezeichnung "Wehrmachtsteuer". Mir stellt sich bei den aktuellen Entwicklungen, ob wir nicht bald zum aufrechterhalten "unserer" wehrhaften Demokratie eine Steuer bezahlen müssen – hmmm wie wird die wohl heißen…
Viele Grüße
Walter aka Der Ösi