Aus der gesichert freiheitlich-demokratischen Mitte

Nicht alle in der AfD sind Nazis, und nicht alle Nazis sind in der AfD. Nehmen wir für den Augenblick die­sen meist mit einem sehr unprä­zi­sen Verständnis genutz­ten Begriff für das, was heu­te in der Regel dar­un­ter ver­stan­den wird: Ausgrenzung und Stimmungsmache gegen Menschen, deren fami­liä­re, reli­giö­se und kul­tu­rel­le Wurzeln und Bezugspunkte nicht den Werten von hart arbei­ten­der deut­scher Kleinfamilie mit Treue zur "christ­lich-jüdi­schen", in jedem Fall aber abend­län­di­schen, Tradition, Hang zu Zweitwagen und Eigenheim entsprechen.

Hätte der Absolvent der Axel-Springer-Journalistenschule und gelern­te Historiker Till-Reimer Stoldt ein AfD-Parteibuch, bekä­me er bei einer Bewerbung für den öffent­li­chen Dienst künf­tig mög­li­cher­wei­se Schwierigkeiten wegen sol­cher Kommentare:

welt​.de (4.5.25)

In sozi­al­ras­si­sti­scher Manier ver­kennt er nicht, daß Personal aus armen Ländern mit­un­ter auch pro­fi­ta­bel ein­ge­setzt wer­den kann. Doch gegen das Zigeunerpack aus Südosteuropa – so spricht er natür­lich nicht, wir sind bei der "Welt" – muß die Nation fest zusammenstehen:

»…„Ein Dutzend Kommunen zah­len den Preis dafür, dass Deutschland den Gewinn der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit ein­streicht“, so fasst das der Gelsenkirchener SPD-Bundestagsabgeordnete Marus Töns zusam­men. „Also“, fol­gert er, „hat der Bund die Pflicht, den Menschen in den betrof­fe­nen Städten zu hel­fen, indem er die dort statt­fin­den­de Zuwanderung in die Sozialsysteme stoppt“. Ganz genau

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) betont: „Wer kei­nen pro­duk­ti­ven Beitrag lei­stet und syste­ma­tisch Sozialleistungen ein­kas­siert, hat kein Recht, im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit ein­zu­wan­dern“, sagt er. So ist es...«

Vielleicht fin­det sich jemand, der mir erklärt, wor­in der Unterschied in den Aussagen der SPD-Politiker und dem AfD-Programm liegt.

Der Autor weiß und spricht es sogar aus, daß er mit sei­ner Überschrift Bauernfängerei betreibt:

»Schaut man nur auf die bun­des­wei­te Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien, wäre es in der Tat falsch, eine Migration der Armen zu kon­sta­tie­ren. Deutschlandweit liegt ihre Beschäftigungsquote unge­fähr so hoch wie die der Gesamtbevölkerung und weit höher als die aller EU-Ausländer. In vie­len Revierstädten sieht es aber ganz anders aus. Dort lebt ein Großteil der Rumänen und Bulgaren von staat­li­chen Sozialleistungen. In Gelsenkirchen gehen nur 13 Prozent der 12.162 Rumänen und Bulgaren sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Arbeit nach, in Duisburg 17 Prozent von 26.247.«

Mag sein, die Zahlen stim­men. Nur ist in den vie­len maro­den Ruhrgebietsstädten auch der Anteil der Deutschen sehr hoch, die kei­ne sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Arbeit fin­den. Wie in vie­len Kommunen Ostdeutschlands sind sie abge­hängt von "Modernisierung", "Transformation" und "Innovation durch KI". Zwar gehen Industriebetriebe ger­ne in "struk­tur­schwa­che" Regionen, wie etwa Tesla in Brandenburg, doch bil­li­ge Arbeitskräfte allei­ne rei­chen nicht aus für eine Ansiedlung. Da müs­sen die Gemeinden bit­te auch Grundstücke ver­schen­ken oder zu Sonderkonditionen anbie­ten, die kom­plet­te Infrastruktur mit Autobahn- und Eisenbahnanschlüssen bereit­stel­len und die eine oder ande­re Ausnahme bei Umwelt­standards im Portfolio haben. Da kön­nen arme Kommunen nicht mithalten.

Im Zuge der von ihnen jah­re­lang hoch gehal­te­nen Schuldenbremse ver­ka­men ihre Schulen noch mehr als im Rest des Landes, das Lehrpersonal woll­te sich ungern mit viel­spra­chi­gen (wie sagt der Autor: bil­dungs­fer­nen-mit­tel­lo­sen) Kindern her­um­schla­gen, ob sie nun deutsch spre­chen oder nicht. So wur­de eine Spirale nach unten in Gang gesetzt, für deren immer schnel­ler wer­den­des Drehen dann die Betroffenen ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. "Eure Armut kotzt mich an", ist das Leitmotiv der ent­spre­chen­den Stimmungsmache. Sie hat heu­te die nicht­deut­schen "Sozialschmarotzer" zum Ziel. Aus der Zeit der Agenda 2010 und auch von Corona wis­sen wir, daß jeder­zeit ande­re Randgruppen, wie es wohl heißt, ins Visier gera­ten können.

Wie bei der dama­li­gen Kriminalisierung und Denunzierung zieht der Kommentator alle Register, indem er aus Einzelfällen eine Regel kon­stru­iert. Seinerzeit ent­stan­den die Bilder von Hartz-IV-Empfängern, die es sich in der sozia­len Hängematte auf Mallorca bequem mach­ten und spä­ter die von anti­se­mi­ti­schen Corona-Spaziergängern mit Judensternen. Heute spricht Stoldt vom "Erschleichen von Sozialleistungen" und "vie­len Fällen mit orga­ni­sier­ter Kriminalität". Wollten nicht auch die reichs­bür­ger­li­chen Covidioten Lauterbach ent­füh­ren, und haben sie nicht mas­sen­haft "Gesundheitszeugnisse" gefälscht?

Richtig ist zwei­fel­los: Es gab ver­ein­zelt auf Demos Idioten und es gibt Menschen, die den "Sozialstaat" aus­nut­zen. Das zuzu­ge­ste­hen darf aber nicht bedeu­ten, das Anliegen der Demos damit zu igno­rie­ren oder die Ursachen von Armut aus­zu­blen­den. In bei­den Fällen wird anson­sten abge­lenkt von den Problemen, die weder Maßnahmegegner noch Arme zu ver­ant­wor­ten haben.

Daß es bei der Stimmunsmache längst nicht nur um Ausländer als Sündenböcke geht, macht der SPD-Mann klar:

»Töns sagt, „das selbst erwirt­schaf­te­te Mindesteinkommen für den Anspruch auf Sozialleistungen muss deut­lich ange­ho­ben werden“…

Zum zwei­ten müss­ten die Behörden frei­en Zugang zu den Daten von Betrügern bekom­men, um sie schnel­ler zu iden­ti­fi­zie­ren, abzu­schie­ben und an einer Wiedereinreise zu hin­dern. Und sie­he da: Genau das ver­spricht die kom­men­de Bundesregierung. Um Sozialleistungsmissbrauch zu been­den, will sie laut Koalitionsvertrag „einen voll­stän­di­gen Datenaustausch zwi­schen Sozial‑, Finanz- und Sicherheitsbehörden ermög­li­chen“.«

Glaubt jemand ernst­haft, das betref­fe nur unge­lieb­te Arbeitsmigranten? Tadellose Deutsche haben auch nichts zu verbergen:

»Man kann es den betrof­fe­nen Menschen im Revier nur wün­schen – aber auch den vie­len tadel­lo­sen Rumänen und Bulgaren, die selbst unter ihren Landsleuten lei­den. Kürzlich deck­te zum Beispiel eine Studie der Uni Duisburg-Essen auf, dass man­che Rumänen und Bulgaren hier­zu­lan­de dar­auf ver­zich­ten, ihnen zuste­hen­de Sozialleistungen zu bean­spru­chen – weil sie nicht in den Ruf von Leistungserschleichern gera­ten wollen.

Wenn aber all das gelän­ge, was sich die Revier-Politiker nun vom Bund erhof­fen, dann exi­stier­te kein Grund mehr, über die Stigmatisierung süd­ost­eu­ro­päi­scher Migranten im Revier zu kla­gen, weil es dann ja kein Problem mehr mit ihnen gäbe.«

Das Problem mit den Juden hör­te auch dann erst auf, als es sie nicht mehr gab.

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)


Mehr von Till-Reimer Stoldt (welt​.de):

9 Antworten auf „Aus der gesichert freiheitlich-demokratischen Mitte“

  1. Das Problem mit der AfD von einer kri­ti­schen Perspektive aus ist: Es gibt der­zeit drei gro­sse lau­fen­de Billionenschwindel (Grössenordnung des gesell­schaft­li­chen Vermögenstransfers zugun­sten von BlackRock & Co. p.a.): «Pandemie», «Klima» und «Putin». Gegen alle drei hat sich die AfD bis­her aus­ge­spro­chen (nicht gegen «Nato»), im Gegensatz zu allen ande­ren Regimeparteien, inklu­si­ve Linkspartei. In DIESEM SINNE ist die AfD die «Linkspartei» der Ultrarechtsparteien, die es der­zeit in Schland aus­schliess­lich gibt. (Zum Begriff «Regime» s. Michael Andrick, Ein deut­sches Regime tritt zuta­ge, Berliner Zeitung, 3.5.25, https://​archi​ve​.is/​O​p​Ymv ).

    D.h. wir haben mit der AfD eine klas­sisch deutsch-natio­nal neo­li­be­ra­le Partei mit dem übli­chen Fremdenhass, und anson­sten neu­nor­ma­le Regimeparteien. Neue Normalität = zen­tra­li­sier­ter trans­na­tio­na­ler Kapitalismus ohne Liberalismus. CJ Hopkins hat eini­ges dazu geschrieben.

    Kurzfristig kann die Frage sein: Was ist das klei­ne­re Übel. Perspektivisch ist die Frage, wie eine herr­schafts­freie Gesellschaft nach Analyse der letz­ten Jahre über­haupt und wie noch mög­lich wäre, nach­dem die «Linke» den «Zentralisierungschwindeln» (Nick hud­son) weit­ge­hend auf den Leim gegan­gen ist.
    https://​welt​ex​pe​ri​ment​.com/​b​i​o​s​p​h​a​e​r​e​n​k​r​i​s​e​.​h​tml

    1. @weltexperiment: Alle drei genann­ten "Schwindel" betref­fen rea­le Problemstellungen, auf die unter­schied­li­che Antworten gege­ben wer­den. Es gab Corona, es gibt Klimaveränderungen, an denen Menschen nicht unbe­tei­ligt sind, und es gibt Putin und den Ukrainekrieg. Wie alle ande­ren gesell­schaft­li­chen Probleme wer­den sie von den Herrschenden und ihren Medien genutzt, einen "gesell­schaft­li­chen Vermögenstransfer" zu legi­ti­mie­ren, indem sie Ängste schü­ren und eine natio­na­le Schicksalsgemeinschaft beschwö­ren. Der AfD fällt die Aufgabe zu, mit dem Thema Migration dazu flan­kie­rend Politikfelder zu benen­nen, die dazu geeig­net sind, von der (ja kei­nes­wegs neu­en) gro­ßen Umverteilung von unten nach oben, von Ost nach West und Süden nach Norden abzu­len­ken. Mir ist nicht bekannt, daß sie sich hin­sicht­lich Förderung "unse­rer" Wirtschaft und Bashing von "TransferleistungsempfängerInnen" von den "Regimeparteien" unter­schei­det. Immerhin das ist bei der Linkspartei anders. Wie Trump hat die AfD kein Interesse an die­sem, dem Ukrainekrieg. Wie er ist sie sehr für die Erhöhung der Rüstungsausgaben und for­dert die Wehrpflicht. 

      Die Beobachtung, daß beim Thema Klima und der Fixierung auf CO2 anstatt auf umwelt­ge­fähr­den­de Produktion und Verkehr Geschäftsmodelle für Energiekonzerne erschlos­sen wer­den, die wir alle teu­er bezah­len müs­sen, tei­le ich. Ich sehe aber auch das Jahrzehnte wäh­ren­de Pendant der rie­si­gen Subventionierung der Automobil- und Atomindustrie, deren "Kollateralschäden" die Allgemeinheit zu tra­gen hat (Autobahnbau, Versiegelung der Städte, mil­li­ar­den­schwe­re Kosten der Entsorgung etc.). Es ist halt eine ande­re Kapitalfraktion, die eine Zeit lang dies­be­züg­lich die ideo­lo­gi­sche Oberhand besitzt. Trump und Merz sind ange­tre­ten, den "alten" extrak­ti­ven Energiekonzernen wie­der den ange­stamm­ten Platz zukom­men zu lassen. 

      Sich mit dem "übli­chen Fremdenhass" abzu­fin­den, ist nicht nur in der deut­schen Geschichte immer mal wie­der schief gegangen.

      1. "es gibt Klimaveränderungen, an denen Menschen nicht unbe­tei­ligt sind" = es gibt Umweltzerstörung, Umweltverschmutzung, die Menschen verursachen.
        Raubbau.
        "Klimaschutz" macht das Wetter gebührenpflichtig.
        "Klimaschutz" ist ein Konjunkturprogramm.
        sich mit der ober­hand der einen oder ande­ren kapi­tal­frak­ti­on abzu­fin­den, fin­det sich mit impe­ria­lis­mus ab.
        "kli­ma­schutz", co2-neu­tra­li­tät, bedeu­tet auch eine mög­lich­keit krieg zu füh­ren: energieautarkie.
        deutschland/​europa müs­sen sich von den umwelt­be­din­gun­gen lösen, um sich vom man­gel an roh­stof­fen zu befreien.
        gegen "Hungerblockade", gegen "Energieblockade", usw.
        atom­kraft gibt es ja auch wei­ter­hin in euro­pa, nur nicht in deutsch­land. (der müll allei­ne sagt: atom­kraft? nein danke!)
        die ukrai­ne zu haben, bedeu­tet, die land­mas­se aus­zu­deh­nen, dann gibt es in Europa mehr naturschätze.
        ich sehe hin­ter einer kli­ma­neu­tra­len EU eine mobil­ge­mach­te hei­mat­front, die zugleich kriegs­ge­biet ist, weil die mobil­ma­chung der eigent­li­che krieg ist, des­sen kriegs­ziel kapi­tal­ver­wer­tung ist, aber nicht durch zer­stö­rung und wie­der­auf­bau, son­dern durch ver­ar­mung und kapi­tal­ak­ku­mu­la­ti­on, kapi­tal­kon­zen­tra­ti­on, durch ver­ge­sell­schaf­tung der produktionskosten.
        der krieg ist ein wirt­schafts­krieg und den kämpft man in der "arbeits­schlacht", durch pro­duk­ti­vi­tät, durch kapitalverwertung.
        es geht ja nicht dar­um, chi­na zu erobern.
        die rus­si­sche föde­ra­ti­on soll "bal­ka­ni­siert" wer­den, schlicht, zer­fal­len, aber auch nicht erobert.

        der "übli­che Fremdenhass": der zeigt sich immer dann, wenn men­schen aus der "Fremde" "Deutsche" wer­den sollen.
        der län­der­na­me und der volks­na­me wer­den da verwechselt.
        der län­der­na­me "Deutschland" soll­te abge­schafft werden.
        der län­der­na­me soll­te einen staat bezeich­nen, als den "eigen­tü­mer" sei­ner Bevölkerung, aber nicht eine Ethnie.
        die ein­wan­de­rung pro­du­ziert staats­bür­ger, nicht "Deutsche".
        "Die Deutschen", das sind die, die der Beteiligung ihrer Vorfahren an der Hitlerzeit geden­ken, als sol­da­ten, im Widerstand, als Kriegswitwen, als Nazi, als Kommunist, als "Volk", usw.

        inso­fern "ist" man Deutscher, bleibt man deut­scher, und kann nicht deut­scher werden.
        die "Fremden" wol­len auch nicht deutsch spre­chen, weil das die Sprache der Nazis ist.

      2. @aa – «Immerhin das ist bei der Linkspartei anders.»

        Die Linkspartei hat die GG-Änderung zum Klimaschwindel (= Billionenplünderung zugun­sten von BlackRock & Co.) und «Sondervermögen» (dito, «Russlandfeldzug») mit­ge­macht (sogar ohne Not, sie wur­de nicht gebraucht) und aktu­ell lt. Berichten (6.5.25) BlackRock-Merz zur Kanzlerschaft verholfen.

        Was ist bei der Linkspartei «anders»?

        1. @ welt­ex­pe­ri­ment: Ich habe geschrie­ben, was anders ist. Das Treten nach unten gehört bei der Linkspartei nicht zum Markenkern. Ihr Verhalten beim zwei­ten Merzwahlgang war erbärm­lich. Aber es ist Quatsch, daß sie ihm damit zur Kanzlerschaft ver­hol­fen hät­te. Das Reden von Klimaschwindel und Billionenplünderung hal­te ich für sub­stanz­arm. Ich habe jede Menge Kritik an dem offi­zi­el­len Hype dazu, aber in der Form ist es ein­fach stamm­tisch­mä­ßig platt. Die Linkspartei hat im Bundestag die "Sondervermögen" abge­lehnt und hat eine höchst schwam­mi­ge Position zum Ukrainekrieg. Daß sie einen Russlandfeldzug unter­stützt, hal­te ich für eine gewag­te These.

  2. Ein Propaganda-Staat baucht Menschen auf die er mit dem Finger zeigt. Um stän­dig dar­an zu erin­nern, daß es DIESE Mitesser sind, die sein Volk arm machen und ver­hin­dern daß der Staat mit Steuern Schulen bau­en kann, Kinderheime, Kinderferienlager, Kliniken, Arzpraxen, Krankenhäuser, Theater, bezahl­ba­re Wohnungen usw.

    So weiß dann jeder der eine Frau mit Kopftuch sieht, daß er einen Arbeitsplatz hät­te, eine bezahl­ba­re Wohnung, eine gesi­cher­te Gesundheitliche Versorgung, genug zu essen und natür­lich mehr Geld in der Tasche, wenn es nur die­se Menschen mit den Kopftüchern nicht geben würde. 

    So rei­ben sich die wah­ren Schmarotzer der Gesellschaft die Hände und sagen sich: Wenn es die Kopftücher nicht geben wür­de, wir hät­ten sie erfunden.

  3. "…rea­le Problemstellungen, auf die unter­schied­li­che Antworten gege­ben wer­den. Es gab Corona…"

    Als real wür­de ich "Corona" nur die Antworten auf das gestell­te bzw. ange­nom­me­ne Problem bezeich­nen. Coronaviren mögen an Erkrankungen betei­ligt sein. Doch "Corona" war ein Mix aus Gerüchten und erra­ti­scher Reaktion darauf. 

    Ich sehe es ähn­lich wie Jonathan Couey in die­sem kur­zen Video https://​stream​.gigaohm​.bio/​w​/​w​F​7​M​Q​4​R​8​R​F​W​7​y​Z​d​3​A​x​Y​tsp ,das sich auf die USA bezieht. Es gab Übersterblichkeiten die lokal/​regional sehr unter­schied­lich waren. In Deutschland wur­den vie­le der Fehler so nicht gemacht. Und die Oioid Krise gibt es so (noch?) nicht in Deutschland. 

    Sars 1 war nach weni­gen Monaten been­det. Man teste­te auch nicht sym­ptom­los vie­le Millionen Menschen.

  4. Oh!
    Jetzt bin ich irri­tiert, lie­ber Artur.

    Du schreibst am Schluss die­ses wie­der ein­mal sehr guten Eintrags: "Das Problem mit den Juden hör­te auch dann erst auf, als es sie nicht mehr gab."
    Bislang hast Du mei­nes Wissens nach Menschen, die einen Vergleich zwi­schen Deutschland in der Zeit von 1933–1945 und Deutschland seit 2020 anstell­ten und stuk­tu­rel­le Parallelen hin­sicht­lich eines Demokratiedefizits, einer Gleichschaltung des öffent­li­chen Diskurses und der Verunglimpfung bis hand­greif­li­chen Verfolgung pro­pa­gan­da­staat­lich aus­ge­grenz­ter Menschengruppen bemerk­ten, als "dumm" abqua­li­fi­ziert – jeden­falls, wenn sie, um die­se von ihnen beob­ach­te­ten Parallelen durch pla­ka­ti­ve Symbole wie sogen. Judensterne mit der neu­en Inschrift "Ungeimpf" zum Ausdruck brachten.
    – Und nun ein sol­cher Satz von Dir, der m.E. eben­so ein­deu­tig ist wie jenes Symbol?

    Was ist passiert?
    Oder lese ich falsch?

    Herzliche Grüße – auch in die Runde (ich kom­me wie­der mal nicht hin­ter­her, das tut mir sehr leid)
    Corinna aus dem Witwesk

    1. @ Witwesk: Wenn ich mich nicht böse selbst täu­sche, habe ich immer davon gespro­chen, daß wir bei der Coronapolitik erschrecken­de faschi­sto­ide Tendenzen gese­hen haben. Zugleich war ich der Meinung, daß eine Gleichsetzung die­ser Politik mit dem Faschismus als herr­schen­dem System eine Verharmlosung dar­stellt. Ich stim­me Dir völ­lig zu bei der Beobachtung "eines Demokratiedefizits, einer Gleichschaltung des öffent­li­chen Diskurses und der Verunglimpfung bis hand­greif­li­chen Verfolgung pro­pa­gan­da­staat­lich aus­ge­grenz­ter Menschengruppen". Faschismus, jeden­falls in Gestalt des Nationalsozialismus oder der Militärdiktaturen in Spanien, Portugal, Griechenland oder Chile, umfaß­te aller­dings wesent­lich mehr. Nicht nur den Sonderfall des anti­se­mi­ti­schen mas­sen­mör­de­ri­schen Furors in Deutschland, son­dern die Regel, mit der vor allem die Arbeiterbewegung, aber auch die libe­ra­le Parteienlandschaft, zer­schla­gen wur­den. Neben der mas­sen­haf­ten phy­si­schen Liquidierung von SystemgegnerInnen gehör­te dazu ein System von Konzentrationslagern und Haftanstalten, in denen gefol­tert und mas­sa­kriert wur­de. In mei­nem Verständnis haben wir auch heu­te mit Faschismus zu rech­nen, wenn die Herrschaft der besit­zen­den Klassen gefähr­det ist. Davon kann in der BRD nun wirk­lich kei­ne Rede sein. Bei aller zutref­fen­den Kritik gehört zur Beschreibung der letz­ten Jahre auch, daß wir zu Hunderttausenden gegen die "Impfpflicht" auf die Straße gegan­gen sind und anschlie­ßend nicht in Lagern lan­de­ten. Das schei­nen mir gewich­ti­ge Unterschiede in der Herrschaftsausübung zu sein. Dabei bin ich mir völ­lig im Klaren dar­über, wie sehr die­se und ande­re Grundrechte gefähr­det sind.

      Bei mei­nem Beitrag ging es um eine Person, die übel­ste Klischees ver­brei­tet und faschi­sto­ide Maßnahmen nahe­legt. Es gibt sie nicht nur unter Stiefelnazis und geschmei­di­gen AfD-Funktionären, son­dern auch in der "seriö­sen" bür­ger­li­chen Presse.

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