Harvard will ihn nicht. Der große Wissenschaftler Lauterbach hat keinen Plan B

Die staats­män­ni­sche Miene Lauterbachs auf dem Foto unter die­sem Artikel lei­det ziem­lich unter sei­nem stie­ren Blick. Das tut der Begeisterung der "Spiegel"-Autorin kei­nen Abbruch.

spie​gel​.de (27.4.25, Bezahlschranke, hier frei lesbar)

»… Lauterbach wirkt an die­sem Vormittag ernst, ein wenig gereizt. »Dass ich gern wei­ter­ge­macht hät­te, ist ja kein Geheimnis«, sagt er…

Er könn­te auch an die Harvard-Universität zurück­keh­ren, wo er stu­diert hat und Gastdozent ist. Allerdings ist unter US-Präsident Donald Trump das Klima für Wissenschaftler in den USA rau gewor­den. Die USA tre­ten aus der Weltgesundheitsorganisation aus, blockie­ren die Fördergelder für Lauterbachs Alma Mater. »Es ist wirk­lich dra­ma­tisch: Ausgerechnet jetzt, wo ich das Gesundheitsministerium ver­lie­re, steckt die Harvard-Uni in einer sol­chen Krise«, sagt Lauterbach…

Lauterbach war ange­tre­ten, um evi­denz­ba­sier­te Politik zu machen. Fakten, Empirie – das war sein Credo, mit dem er in der Pandemie vie­le Talkshowauftritte bestritt. Jetzt wirkt es so, als habe sich der Zeitgeist gegen ihn gewendet.

Vor eini­gen Wochen saß Lauterbach wie­der in einer Talkshow, es ging um das Coronavirus. In der Runde waren alte Bekannte: Alena Buyx, die ehe­ma­li­ge Chefin des Deutschen Ethikrats, dane­ben drei Männer, die wis­sen­schaft­lich teils stark umstrit­te­ne Aussagen ver­tre­ten: Jonas Schmidt-Chanasit, Alexander Kekulé, Hendrik Streeck. Sie ver­bün­de­ten sich gegen Lauterbach, erho­ben mit­un­ter kru­de Vorwürfe gegen ihn. Im Fernsehen sah es so aus, als wäre es nun Lauterbach, der eine obsku­re Minderheitenmeinung ver­tritt. Ausgerechnet er, der Wissenschaftlichkeit zu sei­nem Markenzeichen gemacht hat, erschien als Außenseiter.

Was macht er, wenn er nicht mehr Minister ist? »Ich arbei­te bis zum letz­ten Tag«, sagt Lauterbach. Und danach? »Erst mal nach­den­ken.« Es klingt, als habe er kei­nen Plan B.«

Erstmals nach­den­ken, klingt nach einer guten Idee.

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

8 Antworten auf „Harvard will ihn nicht. Der große Wissenschaftler Lauterbach hat keinen Plan B“

  1. Kalle, wie war das doch gleich wie­der mit dem Schlächter Putin? Jetzt ist die Gelegenheit, dass du der Weltöffentlichkeit zeigst, dass du es drauf hast: Ab in die Ukraine, an die Front! Zeig's dem Schlächter!

  2. > Lauterbach war ange­tre­ten, um evi­denz­ba­sier­te Politik zu machen

    Nein. Er wur­de von pri­va­ten Unternehmern, Börsenmaklern und Industriellen dazu bestimmt.

  3. Er könn­te auch an die Harvard-Universität zurück­keh­ren, wo er stu­diert hat und Gastdozent ist.

    Als "Gastdozent" an einer Universität kommt und geht man, auf Einladung. Man "ist" da nicht lebens­lang "Gastdozent". Der Herr hat jeg­li­chen Bezug zur Wahrheit und Wirklichkeit verloren.

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