Falscher Titel: Professor fristlos entlassen

»Das Delme Klinikum Delmenhorst (DKD) hat Dr. Martin Teschner, den bis­he­ri­gen Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, mit sofor­ti­ger Wirkung frei­ge­stellt und ihm die frist­lo­se Kündigung aus­ge­spro­chen. Hintergrund ist ein Urteil des Amtsgerichts Delmenhorst, das Teschner Mitte März wegen Titelmissbrauchs zu einer Geldstrafe ver­ur­teilt hatte…«
weser​-kurier​.de (2.4.25)

»… Konkret geht es um einen Titel als Gastprofessor, den der Arzt des Delmenhorster Klinikums 2009 von der Universität im chi­ne­si­schen Wuhan ver­lie­hen bekom­men hat. Auf einer ent­spre­chen­den Ernennungsurkunde ist unter der chi­ne­si­schen Bezeichnung in latei­ni­scher Schrift "visi­ting pro­fes­sor" zu lesen. 

Genau die­sen Titel hät­te der Angeklagte in Verbindung mit der aus­stel­len­den Universität nut­zen dür­fen, merk­te der Staatsanwalt Mathias Hirschmann in sei­nem Plädoyer an. Als Klammerzusatz hät­te er die deut­sche Übersetzung 'Gastprofessor' schrei­ben dür­fen: "Aber kei­nes­falls Professor." Der Titel "Professor" sei der höch­ste aka­de­mi­sche Grad in Deutschland. "Das hat eine extrem wich­ti­ge Bedeutung – gera­de in der Außenwirkung", sag­te der Staatsanwalt…

Vor Gericht war der Angeklagte nicht per­sön­lich erschie­nen, er ließ sich von sei­nem Anwalt ver­tre­ten. Dieser ver­kün­de­te im Namen sei­nes Mandaten, dass er den Vorwurf des Titelmissbrauchs "aus­drück­lich bestrei­tet". Der von der Universität Wuhan ver­lie­he­ne Titel "ist und war eine Auszeichnung sei­ner Verdienste, die nur sel­ten an Ausländer ver­lie­hen wird", erklär­te der Verteidiger. Mit die­sem Titel habe auch die Stadt und das Klinikum koket­tiert. Das Verhalten sei­nes Mandanten sei "kei­ne Strafbarkeit", allen­falls ein "Formverstoß". Der Verteidiger for­der­te des­halb einen Freispruch.

Diese Einschätzung teil­te der Richter aller­dings nicht. Vielmehr beschei­nig­te auch er dem Angeklagten eine gewis­se "Dickfelligkeit"…«
weser​-kurier​.de (19.3.25)

Bei Professoren mit con­nec­tions zu Wuhan soll­te man immer genau­er hin­se­hen. Zu einem mut­maß­li­chen Titelbetrüger, der noch in Amt und Würden ist, sie­he coro​dok​.de. Dort u.a.:

Manipuliert die Nationalbibliothek Eintrag zu Drosten-Dissertation?

Wer den Wasserschaden hat, braucht für den Maskenspott nicht zu sorgen

5 Antworten auf „Falscher Titel: Professor fristlos entlassen“

  1. Professor als aka­de­mi­scher Grad? Der Titel ist als Berufs- und Funktionsbeschreibung zu gebrau­chen, nicht aber zur Anzeige eines aka­de­mi­schen Grades. In D ist der höch­ste aka­de­mi­sche Grad die Doktorwürde, mehr geht nicht.

  2. Es gibt auch heut­zu­ta­ge zu vie­le Köche:

    "Der Bakteriologe Robert Koch (1843–1910) las gern.
    Doch nicht unbe­dingt die Publikationen von Max von Pettenkofer. 

    Der Bakteriologe Robert Koch (1843–1910) las gern. Doch nicht unbe­dingt die Publikationen von Max von Pettenkofer. 

    Am 29. April 1884 mach­te Robert Koch (1843–1910) auf der Rückreise sei­ner Cholera-Expedition nach Ägypten und Indien auch in München bei Max von Pettenkofer (1818–1901) halt. Letzterer galt damals als welt­weit füh­ren­der Cholera-Experte und war zudem erster Inhaber eines Lehrstuhls für Hygiene.

    Einen Monat spä­ter wur­de Kochs Entdeckung des Cholera-Erregers als natio­na­ler Sieg über Frankreich über­höht und er erhielt in Berlin den kai­ser­li­chen Orden samt einer 100.000-Mark-Prämie. Pettenkofer, der sich bei Koch freund­lich erkun­dig­te, inwie­weit Koch aus Pettenkofers frü­he­ren Cholera-Forschungen hät­te Nutzen zie­hen kön­nen, erhielt eine for­sche Antwort. Koch beton­te, dass er sich nicht mit Theorien, son­dern aus­schließ­lich mit Tatsachen befas­se. Und zum Studium von Pettenkofers Publikationen hät­te ihm schlicht­weg die Zeit gefehlt.

    Seither galt das Verhältnis der bei­den als zer­rüt­tet, wobei Pettenkofer die Entdeckungen Kochs durch­aus zu schät­zen wuss­te, sich nur dage­gen wehr­te, als »Gegner der bak­te­rio­lo­gi­schen Forschung« betrach­tet zu wer­den. »Ich den­ke im Gegentheil sehr hoch davon […]; ich wen­de mich nur gegen die vor­ei­li­gen Schlussfolgerungen, wel­che vie­le Bakteriologen aus ihren bis­he­ri­gen Untersuchungen zie­hen«, beton­te er seinerzeit.

    Damit spiel­te Pettenkofer auf die Haltung der Kochianer an, eine ulti­ma­ti­ve Seuchenbekämpfungsstrategie zu pro­pa­gier­ten, die Grenzschließungen, Quarantäne und Ausgangssperren beinhal­te­te. Im Gegensatz dazu sprach sich Pettenkofer ent­schie­den gegen die Einschränkung des öffent­li­chen Lebens aus: »Der freie Verkehr ist ein so gro­ßes Gut, dass wir es nicht ent­beh­ren könn­ten, selbst um den Preis nicht, dass wir von Cholera und noch vie­len ande­ren Krankheiten ver­schont blieben.«"

    https://​www​.phar​ma​zeu​ti​sche​-zei​tung​.de/​z​w​i​s​t​-​u​m​-​c​h​o​l​e​r​a​-​c​o​c​k​t​a​i​l​-​1​5​4​0​76/

  3. In einem Parlament, "bis unter die Decke", voll­ge­stopft mit Medizinern und Juristen, in dem "Fachkräftemangel" herrscht, bekämpft man Klimawandel mit der manig­fal­ti­gen Produktionssteigerung von Automobilen.

    Ohne Schimpfworte!

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