Wenn das der Führer wüßte…

Bedauerlicherweise konn­te er wegen der bekann­ten rus­si­schen Angriffskriege in den Vierzigerjahren nicht mit­er­le­ben, was heu­te an feuch­ten Träumen dis­ku­tiert wird.

Berliner Morgenpost, 18.2.25

»... Die Bundesregierung beton­te zwar, sie hal­te eine Entscheidung für ver­früht, Kanzler Olaf Scholz (SPD) pocht auf eine Beteiligung der USA an der Friedenstruppe. 

Aber: Intern hat das Verteidigungsministerium vor­sichts­hal­ber gehei­me Szenarien für den Einsatz von Bundeswehrsoldaten in der Ukraine durch­spie­len lassen…

Der Russlandexperte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Andras Racz, sagt: „Wenn eine Friedenstruppe nicht nur beob­ach­ten, son­dern einen Waffenstillstand sichern soll, wer­den min­de­stens 200.000 gut aus­ge­bil­de­te, bewaff­ne­te Soldaten benö­tigt.“ Ähnliche Schätzungen kur­sie­ren bei Nato-Militärs…

Das Problem: Die Europäer kön­nen so oder so eine sol­che Truppe allein nie­mals auf­stel­len, 40.000 bis 50.000 Soldaten gel­ten als abso­lu­tes Maximum. Doch schon das gin­ge nur, wenn bestehen­de Nato-Einsätze zum Schutz der Ostflanke her­un­ter­ge­fah­ren wür­den – womit Europa sei­ne eige­ne Abschreckung gegen Russland schwä­chen wür­de. Soll das ver­mie­den wer­den, ist die Rede von aller­höch­stens 20.000, wahr­schein­lich noch weni­ger Soldaten…

In Berlin und ande­ren Hauptstädten wer­den Alternativen zu einer west­li­chen Friedenstruppe nicht aus­ge­schlos­sen: etwa eine UN-Mission, an der sich zum Beispiel die Golfstaaten, Indien oder Südafrika betei­li­gen könn­ten und womög­lich auch das Russland eng ver­bun­de­ne China. Aber dass chi­ne­si­sche Soldaten dem­nächst in der Nähe des Nato-Lands Polen sta­tio­niert sein könn­ten, stößt in euro­päi­schen Regierungen auf Bedenken.…

Überlegt wird schließ­lich ein „Modell Israel“, bei dem die Ukraine der­art mas­siv auf­ge­rü­stet wür­de, dass sie auch allein Russland abschrecken könn­te. Scholz denkt offen­bar in die­se Richtung, er sagt: „Die Ukraine braucht eine sehr star­ke Armee, damit sie nicht wie­der über­fal­len wird, wenn ein Friedensschluss zustan­de kommt.“«

Die Logik ist bestechend. Die NATO, die alles unter­nom­men hat, den Krieg zu eska­lie­ren, nimmt für sich in Anspruch, als "Friedenstruppe" in der Ukraine sta­tio­niert zu wer­den. Genau die­se Vorstellungen, das Land als Aufmarschgebiet des west­li­chen Bündnisses auf­zu­rü­sten, waren der Auslöser für den rus­si­schen Angriff. Putins rote Linie wird sich nicht ver­än­dert haben. Das neu­tra­le China, das wei­ter­hin wirt­schaft­li­che Beziehungen mit der Ukraine unter­hält, wird hin­ge­gen abge­lehnt. Das Irrationale behält wei­ter­hin die Oberhand, krea­ti­ve Lösungen hin zu einem Frieden sind in Europa nicht zu erken­nen. Stattdessen setzt man auf eine wei­te­re Runde weit­ge­hend unwirk­sa­mer Sanktionen. Das erin­nert an die "Siebenundvierzigste Verordnung zur Änderung der Zweiundsiebzigsten Corona-Schutzverordnung".

Der deut­sche Militarismus war in sei­ner Geschichte oft­mals geprägt von unrea­li­sti­schen Machtphantasien, die gleich­wohl mas­si­ve Opfer in ganz Europa her­vor­rie­fen. Von die­ser Tradition will man nicht las­sen. Dabei sehen wir neben den Opfern auf den Schlachtfeldern auch im eige­nen Land die­je­ni­gen, die gemäß der simp­len Parole "Bomben statt Bildung (resp. Kultur, Gesundheitsvorsorge, Alterssicherung, wirt­schaft­li­ches Auskommen)" ver­ur­sacht wer­den. Diesen Sachverhalt unter­schlägt auch der ver­di-Vorsitzende. In einem Brief an alle Mitglieder for­dert er auf, doch bit­te wäh­len zu gehen. Und natür­lich: "Stärke die demo­kra­ti­schen Parteien". Das Thema Krieg und Hochrüstung und die dadurch zwin­gend not­wen­di­gen Kürzungen im Sozialbereich fin­det bei ihm nicht statt.

6 Antworten auf „Wenn das der Führer wüßte…“

  1. Nun, mit dem letz­ten Aufgebot des Volkssturms steht fest: Selenski muss weg. Die Ukraine bleibt so wie sie ist, nur halt ohne Selenski. Trump hat das Ukraine-Recovery-Programm bereits ange­kün­digt. Ein- und Ausfuhr wer­den die Herren von der Wallstreet bestim­men und auch das was in den Supermärkten bis unter die Decke gesta­pelt wird. Schließlich geht es auch dar­um, die Milliarden-Anleihen der USA zurückzuzahlen.

    Es läuft alles nach Plan. Genauso wie in den west­li­chen Besatzungszonen ab 1945.

    Und ja Frau Merkling, Gesiste wie­der­holt sis eben doch. Auch der Führer muss­te weg 1945, der hat­te nur sei­ne Pflicht getan. Was danach kam, hät­te ihm bestimmt viel Freude bereitet.

  2. Aus finan­zi­el­ler Perspektive ändert sich für die US-Kriegsindustrie nicht viel. Die Mordinstrumente wer­den jetzt als 3, 4 oder 5%-Ziel ver­tickt. Der klei­ne Widerspruch, dass der böse Russe brand­schat­zend ein­fällt, obwohl dann Vertragspartner, spielt kei­ne Rolle. Und der Militärpräsenz in der Ukraine erfor­dert dies. Der komi­sche Clown im Militärpullover ist belie­big aus­tausch­bar, das war von Beginn an zu erwar­ten. Die Ressourcen der Ukraine wer­den geplün­dert, auch das war von Beginn an zu erwar­ten. LPG wird teu­er an Europa ver­kauft, eben­falls Ziel der US Industrie erreicht. Läuft doch bestens für das US-Regime plus die die dahin­ter­ste­hen­den US Konzerne.

  3. Was sind das für Parteien, die Menschen zur Teilnahme an medi­zi­ni­schen (gen­tech­ni­schen) Experimenten in Impflager treiben?

    Was sind das für Parteien, die Menschen unter einem Vorwand quälen?

    Was sind das für Parteien, die Menschen das Recht auf freie Meinungsäußerung verweigern?

    Was sind das für Parteien, die Menschen mit eige­ner Meinung finan­zi­ell ruinieren?

    Was sind das für Parteien, die Menschen mit immer höhe­ren Abgaben enteignen?

    Was sind das für Parteien, die Menschen zur Finanzierung eines kor­rup­ten Staatsfunks und einer kor­rup­ten Konzernpresse zwingen?

    Was sind das für Parteien, die sich stän­dig selbst bereichern?

    Was sind das für Parteien, die die Menschen stän­dig belügen?

    Was sind das für Parteien, die pau­sen­los zu mehr Krieg aufrufen?

    Was sind das für Parteien, die rus­si­sche Menschen töten wol­len, weil sie Russen sind und weil deren Land geplün­dert wer­den soll?

    Was sind das für Parteien, die die Menschen im eige­nen Land mit­hil­fe des gesam­ten Staatsapparats unterdrücken?

    Links oder rechts trifft es nicht. Ich den­ke, es sind Parteien von Mitgliedern und Strippenziehern – inner­halb und außer­halb – die schlicht­weg kri­mi­nell sind. Und die wol­len mal wie­der "gewählt" wer­den, nach ihren Regeln ("unse­re Demokratie").

    1. @Peter Pan: Mir sind sol­che Parteien nicht begeg­net, die "Menschen in Impflager trei­ben" woll­ten oder "rus­si­sche Menschen töten wol­len, weil sie Russen sind". Die ande­ren Zuschreibungen kann ich eher entdecken. 

      Aus mei­ner Sicht hat sich das Parteiensystem histo­risch mit dem Sieg des Kapitalismus nach der französischen/​amerikanischen Revolution her­aus­ge­bil­det. Es war anfangs geprägt von den Fraktionen der alten feu­da­len Gesellschaft und dem auf­stre­ben­den Bürgertum bzw. ver­schie­de­nen Ausrichtungen von libe­ra­len und reak­tio­nä­ren Sklavenhaltern. Das beschreibt die Entwicklung nur skiz­zen­haft, benennt aber Wesentliches: Einerseits die Befreiung von feu­da­li­sti­schen (Frankreich) und kolo­nia­len (USA) Strukturen, ande­rer­seits den Aufbau neu­er Herrschaftsmechanismen der nun­mehr vor­herr­schen­den Bourgeoisie. Dieser Prozeß war höchst wider­sprüch­lich – die kapi­ta­li­sti­sche Herrschaft war in Frankreich durch­aus kom­pa­ti­bel mit Monarchien und die Erklärung der Menschenrechte mit der Unterdrückung nicht-wei­ßer Besitzloser. 

      Parteien waren inso­fern Ausdruck des gemein­sa­men Interesses, die Macht des Kapitals nach unten hin abzu­si­chern, aber auch ganz unter­schied­li­cher Wege bei der Erreichung die­ses Ziels. Auf Deutschland und das spä­te 19. Jahrhundert bezo­gen drück­te sich das etwa aus in den Parteigängern von Sozialreformen, die die auf­müp­fi­ge Arbeiterklasse in das System ein­bil­den woll­ten, und denen einer bru­ta­len Unterdrückung von LandarbeiterInnen auf den gro­ßen Gütern der Landbesitzer. Eine Fortsetzung fin­det sich in der zwei­ten Hälfte des 20. Jahrhunderts beim Umgang mit dem real­so­zia­li­sti­schen Systemgegner. Hier gab es neben den mili­ta­ri­sti­schen kal­ten Kriegern die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Variante des "Wandels durch Handel", wobei erst die Kombination, neben den Fehlern der Realsozialisten, erfolg­reich war.

      Für mich drücken Parteien in west­li­chen Systemen – sie sind ja mit­nich­ten die ein­zi­gen Legitimationsformen in der Welt – also tat­säch­li­che Unterschiede in der Ausübung der Herrschaft des Kapitals aus, die jeweils ande­re Auswirkungen auf die Macht- und Besitzlosen haben. Die Auseinandersetzungen auf der inter­na­tio­na­len Bühne tra­gen einen ähn­li­chen Charakter. MAGA und "Europa/​Deutschland zuerst" sind Varianten der jewei­li­gen Herrschaftssicherung. Dabei kann es zu zunächst ver­blüf­fen­den Positionswechseln kom­men: Trump und sei­ne Milliardärsregierung set­zen wie die Sozialdemokratie in den 60er/​70er Jahren auf öko­no­mi­sche Deals mit dem Gegner (weni­ger bei den Verbündeten), wäh­rend Grün und Rosa Aufrüstung und Kriegsdrohung favorisieren. 

      WählerInnen in die­sem System, das als "unse­re Demokratie" gefr­amt wird, haben die Rolle, ab und zu zu ent­schei­den, auf wel­che Weise die Mächtigen sie beherr­schen. Dabei wer­den ihnen medi­al hoch­ge­koch­te Alternativen prä­sen­tiert wie "Brauchen wir 2G+ oder reicht 3G" mit "Impfpflicht ab 60" oder für alle? Wie schwer sol­len die zu lie­fern­den Waffen sein und reicht es, sie nur an Israel und Saudiarabien zu ver­kau­fen? Sollen auch Kinder in Abschiebelagern inhaf­tiert wer­den? Zwei Tage vor der Wahl fällt den Medien jetzt auf: Die wirk­li­chen Themen, die vie­le Menschen in ihrem Alltag beschäf­ti­gen, blie­ben aus­ge­spart. Mietpreisexplosion, ein maro­des Verkehrssystem, ver­brei­te­te und wei­ter­hin dro­hen­de Altersarmut usw. usf. kamen so gut wie gar nicht vor.

      Es ist an der Zeit, sich mit alter­na­ti­ven Modellen von Repräsentation und Einbringung von Interessen der Menschen zu beschäf­ti­gen. Das setzt vor­aus, daß sie sich end­lich ent­schos­se­ner über die­se Interessen ver­stän­di­gen. Eine abge­ge­be­ne Stimme ist anson­sten erst mal nur eines: weg.

      1. @aa: Der Faschismus war ja – wie wir alle wis­sen soll­ten – nie­mals weg, und hat in wich­ti­gen Bereichen wie­der die Führung über­nom­men. Die poli­ti­schen Parteien, schei­nen dabei ihre Aufgabe gut erkannt zu haben, und sind dar­auf aus­ge­rich­tet, ihre Schwächen zu ver­decken, so gut es geht. Die Parteien wur­den zur öko­no­mi­schen Nische, einem direk­ten Selbstzweck also!

        Die Menschen in Europa hat­ten bereits Machtstrukturen und benütz­ten die­se wei­ter, wäh­rend die in den USA mehr auf sich gestellt waren. Ohne sehr bele­sen zu sein mei­ne ich jeden­falls, gibt es plau­si­ble Hinweise drauf, daß der "rela­tiv moder­ne" Faschismus nichts wei­ter dar­stellt, als einen wei­ter­ent­wickel­ten, poli­ti­schen "Re-Import" einer "rela­tiv kul­ti­vier­ten" (was man dar­un­ter ver­ste­hen will) Selbst- und Neuorganisation einer oder meh­re­rer anar­chi­sie­ren­der gesell­schaft­li­cher Strukturen. Dabei mei­ne ich "anar­chisch" im kon­ser­va­ti­ven Gebrauch, als "ohne Führung", und nicht im Sozialistischen oder sozial-politischen.

        Da mag ich wohl falsch lie­gen, aber es scheint daß der poli­ti­sche Faschismus aus den Dienstleisterkreisen der Bourgoisie (Bürgertum) ent­stan­den, sich zur eigen­stän­di­schen Herrschaftsaneignung befä­higt hat. Daraus könn­te dann bei­spiels­wei­se die poli­ti­sche Unbeholfenheit der Nazis, in ihrer poli­ti­schen Machtrolle zu erklä­ren sein.

        Und dem­zu­fol­ge noch­mals eine per­spek­ti­visch, schluß­fol­gern­de Beobachtung. GENAU dar­an "arbei­tet" man wohl. Meines Erachtens erle­ben wir gera­de, wie sich glo­bal, eine kom­ple­xe­re Form eines neu­en, eines glo­ba­len Faschismus, eines Teiles der Welt bemäch­tigt, wel­cher dadurch zuneh­mends an Bedeutung verliert.

        Übrigens, anar­chi­stisch-poli­ti­sche Tendenzen, sind in den USA expli­zit, auch histo­ri­sches Ausschlußkriterium für Einreisen und Einbürgerung gewe­sen. Nicht das libe­ra­le Konzept war dabei das Problem. Weder Frankreich noch USA brach­ten der Welt den "idea­len Liberalismus". Halten wir doch ein­fach mal soweit fest, der (poli­ti­sche) Anarchismus bemüh­te sich ja um die Reinform der Demokratie – was immer das sein mag!

        Die EU ist ein Konstrukt der Handeltreibenden, und daher macht­po­li­tisch fast genau­so­we­nig exi­stent, wie sozi­al oder gesell­schaft­lich. Den Menschen der poli­ti­schen Parteien ist das NICHT BEWUSST. Das Beste Beispiel dafür gibt unse­re B90/DieGruenInnen-"Partei" ab. Deren Vertreter, wäh­nen sich auf poli­ti­schen Akten näm­lich, offen­bar in so genann­ten "mee­tings".

        In Betrieben unse­rer so genann­ten Wirtschaft, ist es Gang und Gäbe, um die ver­meint­li­che "Intelligenzia" her­um, 50% aller Kapazitäten, in sinn­lo­sen "mee­tings" bei­sit­zend zu ver­bra­ten, wäh­rend man in den Bereichen Produktion ver­sucht um den Mindestlohn zu betrü­gen. Bedeutende Teile der Jahresumsätze, wer­den "vor Gewinn", somit direkt in "Mobbing" inve­stiert, um Arbeitsunfähigkeit, annä­hernd will­kür­lich zu "pro­du­zie­ren". Daher der hohe Durchsatz und angeb­li­che Bedarf an "Fachkräften". Für Generationen ab 1990 scheint das, die Realsituation in der Arbeitswelt zu sein. Was "Wir Ältere" zu berich­ten wis­sen, klingt für die­se Leute wie eine Erzählung der Gebrüder Grimm – nur um das mal etwas "auf­zu­hel­len".

        Mir scheint ihr Verweis auf die "skiz­zen­haf­tig­keit", die eigent­li­che Essenz des Themas "Parteien" zu sein. Die Mächtigen selbst haben kein Interesse dar­an, bekannt zu sein. Und alles was wir wahr­neh­men kön­nen, ist qua­si eine Art Bühne. Die "Wahrheit" dar­über darf also bekannt, aber nie­mals die brei­te Bühnendarstellung sein. Somit ist die wah­re Entstehungsgeschichte des Parlamentarismus, unter Anderem, wohl auch "Demokratiegefährdend". Wer die Entstehungsgeschichte kennt, kann die Politik beein­flus­sen (Macht aus­üben) – und wird die­se E. dann, fol­ge­rich­tig auch nicht wei­ter geben. Sonst funk­tio­niert das "Brickblebritt" ja nicht mehr, und der Goldesel kackt woan­ders auf der Teufel Haufen.

        Man nennt so etwas im Bereich der Bühnenkunst auch ein "Dilemma"! Das soll­te der "Bürger" wohl wis­sen. Sonst kann er/​sie ja unmög­lich infor­miert genug wäh­len. Oder? 😉

  4. Die Ukraine hat mit Kreuzen auf Panzern bereits für die rich­ti­ge Stimmung gesorgt, soll­ten die Deutschen nun folgen.

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