Praktikanten aus dem Maßregelvollzug in die Arbeit im Lager einbinden

Von wegen, wir hät­ten "aus der Pandemie nichts gelernt"! Unter dem Titel "Platz für Masken & Co.: So sieht das neue Materiallager aus" zeigt dpa am 14.2.25 ein nichts­sa­gen­des Foto, das ich mir auch aus Lizenzgründen spa­re. Zu lesen ist:

"…Bau und Ausstattung des Materiallagers kosten das Land rund 9,3 Millionen Euro.

Von außen füh­ren drei gro­ße Tore ins Innere. Hier kön­nen Lastwagen die Ware spä­ter anlie­fern und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen alles ent­ge­gen­neh­men. Weiter hin­ten füh­ren drei ande­re Tore aus dem Lager her­aus – hier kann die Schutzausrüstung dann abge­holt werden.

Das Gebäude umfasst rund 3.200 Quadratmeter. Noch feh­len die Regale in dem weit­läu­fi­gen Raum, der in der Mitte mit einer Mauer für den Brandschutz unter­bro­chen wird. Die Decke ist hoch, es ist Platz für sie­ben Meter hohe Regale. Fenster bie­ten auch beim Arbeiten etwas Tageslicht."

Das revo­lu­tio­nä­re Konzept sieht auch vor:

"Insgesamt bie­tet das Gebäude 1.700 Palettenstellplätze – hier kön­nen dann Masken, Brillen, Handschuhe und Kittel auf­be­wahrt wer­den. 24 Regalreihen sol­len bald Tausende von Schutzausrüstungen behei­ma­ten. Vor den Regalen kann die Ware abge­fer­tigt, sor­tiert sowie aus­ge­ge­ben und ver­packt wer­den."

Und war­um bekam Andernach den Zuschlag?

"Man habe sich zusam­men­ge­setzt und sich geei­nigt. «Für den Standort Andernach spe­zi­ell hat dann gespro­chen: Wir hat­ten unmit­tel­bar ver­füg­bar ein Grundstück», sagt Wilhelm [Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, AA]. «Das wie­der­um ver­kehrs­gün­stig gele­gen ist.» In der Nähe der Autobahn, der Flughäfen und mit einem Hafen in Andernach sei das Lager gut erreichbar.

Außerdem gebe es hier die Möglichkeit, Auszubildende oder Praktikanten aus dem Maßregelvollzug in die Arbeit im Lager ein­zu­bin­den, erklärt Andreas Jülich, der das Lager mit sei­nem Team spä­ter lei­ten wird."

Doch nicht nur Knastis sor­gen für Qualität:

"Der Vorteil an der lang­fri­sti­gen Planung: Alle Waren sind zer­ti­fi­ziert und kom­men im regu­lä­ren Betrieb aus Deutschland. So wis­se man, dass die Ware sicher sei, sagt Wilhelm."

Rund vier Menschen (3,8??) mana­gen das Wiederauffüllen nach Ablauf der Haltbarkeit:

"Im Normalbetrieb arbei­ten laut dem Geschäftsführer des Landeskrankenhauses rund vier Menschen in dem Lager – das Personal kön­ne im Pandemiefall auf bis zu 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf­ge­stockt werden.

Neben dem gro­ßen Lagerraum, Büros und einem Serverraum ver­fügt das neue Gebäude auch über meh­re­re Räume, die für den Notfall gedacht sind: So gibt es etwa auch Duschräume…"

Die näch­ste Pandemie kann kom­men. Dafür sorgt auch der NDR-Podcast wei­ter (s. hier).

Autorin des ful­mi­nan­ten Artikels ist Mona Wenisch, von der auch die­se inter­es­san­ten Beiträge stammen:

Im Duo mit dem Fotografen Thomas Frey, der auch das Lager ablich­te­te, hat­te Wenisch auch die­sen wich­ti­gen Beitrag für unse­re Demokratie dokumentiert:

www​.rpr1​.de (ohne Datum)

Über einen Gefangenen weiß sie:

"Dunkle Halle, lau­te Maschinen – aber immer Beschäftigung

Mit flin­ken Fingern über­prüft er jeden Zettelstapel, rückt ihn noch mal gera­de und checkt im Licht das Ergebnis. Dann rollt er das Brett mit dem Stapel zur Seite, um Platz für den näch­sten zu machen.

In der Halle rat­tern die Maschinen laut, das Licht scheint nur gedämpft aus ein paar Deckenfenstern und wegen des Alkohols, der beim Drucken ver­wen­det wird, riecht es nach Desinfektionsmittel. Und trotz­dem ist der 62-Jährige viel lie­ber hier als in sei­nem Zimmer. Für ihn ist die Arbeit eine wich­ti­ge Abwechslung im sonst eher tri­sten Gefängnisalltag. «Jeden Tag gehe ich ger­ne Arbeiten. Dann bin ich vom Zimmer weg», sagt er. «Ich hab immer Beschäftigung. Das hab ich auch drau­ßen so gehabt, dass ich jeden Tag immer Arbeit hatte.»

«Gelebte Demokratie»

Mit Wahlen kann er selbst per­sön­lich wenig anfan­gen, sagt er. Obwohl Häftlinge gene­rell wäh­len dür­fen – im offe­nen Vollzug auch drau­ßen, sonst per Briefwahl. «Was Wahlen betrifft, bin ich eigent­lich ganz raus», sagt der 62-Jährige. Ob er Wahlzettel drucke oder ande­re Sachen, sei für ihn irrele­vant. «Ich bin eigent­lich mit jedem Auftrag zufrie­den.» Durch sei­ne Arbeit neh­men er und die ande­ren Gefangenen aber eine wich­ti­ge Funktion im demo­kra­ti­schen Prozess ein.

Auf der einen Seite sei der Druckauftrag eine gro­ße Herausforderung, sagt Volker Fleck, Leiter der Justiz- und Sicherungsverwahrungsanstalt Diez. «Auf der ande­ren Seite erfüllt es uns auch mit Stolz, dass wir mit­wir­ken kön­nen und die Vorbereitung der Bundestagswahl als Aspekt von geleb­ter Demokratie auch sehen.»…

Insgesamt ent­stan­den hier rund meh­re­re Millionen Papiere und rund 70.000 Siegelmarken. In der Halle sta­peln sich mitt­ler­wei­le brau­ne Kartons, die dar­auf war­ten, ver­schickt zu wer­den. Diese Woche gehen die Arbeiten für die Bundestagswahl zu Ende…"

Über die Entlohnung ist nichts zu erfahren.

Eine Antwort auf „Praktikanten aus dem Maßregelvollzug in die Arbeit im Lager einbinden“

  1. Sind nied­ri­ge Löhne etwa ein Ergebnis irgend­wel­cher Wahlen? Das Niedriglöhne Wahlergebnisse sind, behaup­ten die die aus die­sem Grund gewählt wer­den wollen.

    In Fakt ist es jedoch ganz anders. Denn je nied­ri­ger ein Lohn, desto höher der Profit. Genau des­we­gen sind Niedriglöhne kein Wahlergebnis son­dern das Ergebnis des­sen, daß jede mensch­li­che Arbeit nur ver­rich­tet wird um Profite zu erzielen.

    Ohje, schon wie­der die­se Rille. Aber es ist nicht nur mei­ne Platte die da eine Sprung hat. Machts hübsch und nicht vergessen:
    Gehirn einschalten—-

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert