Werbeverbot für die Bundeswehr. Bundes-AfD empört über Fraktion in Zwickau

Es liegt im Wesen des Populismus, manch­mal rich­ti­ge Forderungen zu stel­len, die nicht not­wen­dig zu eige­nen Kernpositionen pas­sen. Unter der Überschrift "Vorwurf 'Kriegsbesoffenheit' – Wenn AfD und BSW ein Werbeverbot für die Bundeswehr beschlie­ßen" ist am 7.2.25 auf welt​.de zu lesen, daß auch ein Drittel der CDU-Fraktion die­sen Beschluß mitträgt:

Anlaß war eine in Tarnfarben gestal­te­te Straßenbahn. Die "Welt" zitiert die AfD-Stadträtin Anja Telz:

»„Das Wichtigste ist: Stellt euch vor, es ist Krieg, und kei­ner geht hin. Dann haben nur die ein Problem, die damit Geld ver­die­nen.“ Das Zitat des ame­ri­ka­ni­schen Dichters Carl Sandburg aus dem Jahr 1936 wur­de durch die lin­ke Friedensbewegung popu­la­ri­siert. Telz äußer­te sich in der Stadtratsdebatte zudem ableh­nend zur Forderung nach einer Wiedereinsetzung der Wehrpflicht. „Ich bin Mama und habe mei­ne Kinder nicht in die­se Welt gesetzt, damit sie für irgend­wel­che ideo­lo­gi­schen Ideen an irgend­ei­ner Grenze ver­heizt wer­den“, sag­te sie. „Da wei­ge­re ich mich.“

Mit dem Bundestagswahlprogramm der AfD ist dies nicht ver­ein­bar. Darin heißt es: „Damit dem Hauptauftrag der Landes- und Bündnisverteidigung wie­der Rechnung getra­gen wer­den kann, muss unse­re Bundeswehr nicht nur finan­zi­ell gut aus­ge­stat­tet sein, son­dern ihr muss auch die Einsatzbereitschaft ins­be­son­de­re bei Material und Personal zurück­ge­ge­ben wer­den. Daher wol­len wir die Wehrpflicht wie­der einsetzen.“…

Aus der AfD-Bundestagsfraktion wird nun schar­fe Kritik an den Zwickauer Parteifreunden laut. Der ver­tei­di­gungs­po­li­ti­sche Sprecher Rüdiger Lucassen bezeich­ne­te den Beschluss als „Unfug“. Er sag­te WELT: „Der Antragstext liest sich wie ein Auszug aus dem Grußwort des ehe­ma­li­gen Staatsratsvorsitzenden der DDR. Die AfD steht für ein sou­ve­rä­nes Deutschland in einem Europa der sou­ve­rä­nen Vaterländer.“ Dies bedeu­te auch ver­tei­di­gungs­be­rei­te Streitkräfte.

Mit Bezug auf die Mitgliederbefragung zur Wehrpflicht sag­te Lucassen: „Dieses ein­deu­ti­ge Votum ver­pflich­tet jeden Mandatsträger unse­rer Partei, zum wohl­fei­len Friedensgequatsche der lin­ken Parteien Abstand zu hal­ten.“ Die AfD wol­le „eine star­ke Bundeswehr, eine star­ke wehr­tech­ni­sche Industrie und die Bereitschaft im Volk, bei­des zu unterstützen“…

Die CDU stimm­te in Zwickau nicht ein­heit­lich ab. Drei Mitglieder votier­ten für den Antrag, fünf dage­gen, einer ent­hielt sich. „Wer der Bundeswehr die Werbung ver­bie­ten will, will die Bundeswehr in Wahrheit abschaf­fen“, behaup­te­te Vize-Fraktionschef Michael Luther, ein frü­he­rer Bundestagsabgeordneter…«

4 Antworten auf „Werbeverbot für die Bundeswehr. Bundes-AfD empört über Fraktion in Zwickau“

  1. Bei dem inzwi­schen zum Volkssport mutie­ren­den Migranten-Bashing geht die "ver­tei­di­gungs­po­li­ti­sche" Dimension der AfD unter. 

    Bundeswehr-Werbung soll­te zweck­mä­ßi­ger­wei­se mit einem Warnhinweis ver­se­hen werden:
    "Wehrdienst ist Kriegsdienst und führt oft­mals zum Tod oder zur abso­lu­ten Verkrüppelung. Die Krankenkassen sind plei­te, die besten Plätze zwecks Bettelei in den Städten schon vergeben."

    Um im Zeichen der "pri­vat geht vor Staat" Ideologie abso­lut kon­form zu sein, wür­de es sich gehö­ren, wenn gleich­zei­tig Werbung für Sterbegeldversicherungen für die Aspiranten geschal­tet würde.

    1. O'Mikron, ins­be­son­de­re ist der Hinweis wich­tig, daß Bundeswehrsoldaten die Profitinteressen pri­va­ter Unternehmer verteidigen.

    2. @Clarence O'Micron

      Zitat:
      Bundeswehr-Werbung soll­te zweck­mä­ßi­ger­wei­se mit einem Warnhinweis ver­se­hen werden:
      "Wehrdienst ist Kriegsdienst und führt oft­mals zum Tod oder zur abso­lu­ten Verkrüppelung. Die Krankenkassen sind plei­te, die besten Plätze zwecks Bettelei in den Städten schon vergeben."

      Schlage fol­gen­de Ergänzung vor:
      "Orientieren Sie sich an den vie­len Ukrainern, die mitt­ler­wei­le hier sind. Die haben recht­zei­tig begrif­fen, was läuft."

  2. Soldaten: „Bei uns haben Frauen das letz­te Wort.“ Zwischenruf: „An den Gräbern ihrer Söhne“.

    Ein Werbeplakat der Bundeswehr mit dem Schriftzug „Bei uns haben Frauen das letz­te Wort. Als Chefin.“ wur­de dahin­ge­hend ver­frem­det, dass nach dem ersten Satz hin­zu­ge­fügt wur­de: „An den Gräbern ihrer Söhne“. 

    — Deutscher Bundestag, Drucksache 19/​17240 vom 18.02.2020 als Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage – Drucksache 19/​16887 –

    https://​dser​ver​.bun​des​tag​.de/​b​t​d​/​1​9​/​1​7​2​/​1​9​1​7​2​4​0​.​pdf

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    Shypit ( Wasserfall )
    Шипіт 

    https://uk.wikipedia.org/wiki/%D0%A8%D0%B8%D0%BF%D0%BE%D1%82_(%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D1%81%D0%BF%D0%B0%D0%B4)

    Ши́пот ( укр. Шипіт ) 

    https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A8%D0%B8%D0%BF%D0%BE%D1%82_(%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%BF%D0%B0%D0%B4)

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    Plötzlich Soldat: Zwangsrekrutierung auf ukrai­ni­schem Shypit Festival

    — arte TRACKS, 11.09.2024

    Das Shypit-Festival, ein sym­bol­träch­ti­ges Hippie-Fest, bie­tet jun­gen Ukrainern einen klei­nen Moment der Freiheit. Trotz des Krieges und der Mobilisierung ver­sam­meln sich hier tau­sen­de Menschen, um eine Woche lang zu fei­ern. Doch die Realität des Krieges ist prä­sent, nicht zuletzt mit Einberufungsbescheiden und Militärpatrouillen. 

    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​0​T​u​f​I​6​X​3​yGY

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