Na so was! Das Publikum in Talkshows und anderen Formaten mit Zuschauerbeteiligung wird vorsortiert – wer hätte das gedacht? Auf der politischen Rechten regt sich lauter Unmut über die ZDF-Sendung "Schlagabtausch" vom 6.2.25. Wie jahrelang bei Corona-Diskussionen mit recht eingeschränkten Panels, bei Befragungen von SpitzenpolitikerInnen und anderen Themen hat sich das ZDF auch diesmal Mühe gegeben, gewünschte Stimmungen herzustellen. Stein des Anstoßes diesmal: Die BesucherInnen waren ausnahmsweise einmal eher links-grün. Wie das kommt, erklärt dpa:

Das ZDF teilt demnach mit:
»… „Um interessierte Menschen für einen Besuch der Sendung zu gewinnen, wurden im Vorfeld unter anderen auch verschiedene Berliner Institutionen kontaktiert.“ Das sei ein übliches Verfahren und erfolge auch mit Blick auf die Möglichkeit einer kurzen Anreise des Publikums.
Der Sender kontaktierte nach eigenen Angaben unter anderem das J.F.K.-Institut für Nordamerikastudien, Politik- und Kommunikationswissenschaften der Freien Universität, die Hertie School of Governance, die Humboldt-Universität, die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, das Demographie Netzwerk e.V., das Führungsnachwuchs-Netzwerk Tönissteiner Kreis und den Verein Die Familienunternehmer.
Bei der Sendung am Donnerstagabend waren FDP-Chef Christian Lindner, BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht, der Linken-Co-Vorsitzende Jan van Aken, Grünen-Co-Parteichef Felix Banaszak und der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla zu Gast.
Ein ZDF-Hauptstadtkorrespondent sagte im Anschluss in einer weiteren Nachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Senders, im Publikum hätten relativ viele Zuschauerinnen und Zuschauer von zwei Berliner Unis gesessen. Der Journalist ergänzte, dass diese eher linke Unis seien. Das habe online für Diskussionen gesorgt. Er ergänzte: „Es war so gesehen nicht wirklich repräsentativ.“«
Wirklich repräsentativ waren für den ungenannten Korrespondenten wahrscheinlich die zahllosen Sendungen, in denen Beifall für Drosten und Pistorius inszeniert wurde. Repräsentativ ist ein Publikum, das nach der Dauerberieselung zu angeblich notwendigen Pandemiemaßnahmen, Konzernen nützlichen Kontrollinstrumenten wie die EPa, asozialer Hochrüstung oder wegen Staatsräson fest geschlossenen Augen bei Kriegsverbrechen alles mit Beifall bedenkt, was Regierungspolitik ausmacht. Reichlich absurd nimmt sich der Vorwurf aus, wenn dies einmal durchbrochen wird: Ausbleibender Applaus bei der allgegenwärtig medial vorangetriebenen Diskussion über die effektivste Art, sich unerwünschter Geflüchteter zu entledigen, ist nun gerade nicht Ausdruck von Regierungsfernsehen.
Es ist angesichts der Einladungspraxis des ZDF zu vermuten, daß dem Sender diesmal etwas aus dem Ruder gelaufen ist und clevere Studies das Selektionssystem für sich zu nutzen wußten. Wie auch immer, es bleibt als schönes Ergebnis der Aufregung die Dokumentation dessen, wie die Manipulation an dieser Stelle funktioniert.

Das ZDF bestimmt da gar nichts. ZDF/ARD sind nur Organe die denselben Mist verbreiten wie die Systemdruckereien.
Es gehört bei Kenntnis der Faktenlage über das herrschende System schon ein gehöriges Maß an Ignoranz dazu, um an eine zufällige Auswahl der in den Reihen sitzenden Statisten zu vertrauen. Bei manchen Sendungen ist man da jedoch weiter, wenn das Gelächter aus der Konserve kommt.
@O'Mikron,
Meinung wird hier diktiert. Eine eigene oder gar wissenschaftliche Weltanschauung ist unerwünscht und wird unterdrückt. ARD+ZDF sind transparent.