Trump will Massenlager auf Guantanamo

Reitschuster ("Abschiebe-Triumph von Trump") und Homburg sind begei­stert von der Regierung Trump und schier aus dem Häuschen, was ihr erträum­tes Pendant von Merz und Höcke betrifft.

»US-Präsident Donald Trump will auf dem US-Marine-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba ein gro­ßes Lager für Abschiebehäftlinge bau­en. Er wei­se das Pentagon und das Heimatschutzministerium per Dekret an, eine Einrichtung für 30.000 Migranten auf­zu­bau­en, so der Präsident im Weißen Haus.

Das Lager soll genutzt wer­den, um "die schlimm­sten kri­mi­nel­len ille­ga­len Ausländer zu inter­nie­ren, die die Amerikaner bedro­hen", so Trump wört­lich. "Wir wol­len nicht das sie zurück­kom­men. Also schicken wir sie raus nach Guantánamo."…

Sollte das Lager tat­säch­lich gebaut wer­den, wäre das eine wei­te­re Ausweitung der Rolle des US-Militärs beim Thema Einwanderung. Trump hat­te schon kurz nach Amtsantritt per Dekret ange­wie­sen, dass 1.500 Soldaten an der Grenze zu Mexiko unter ande­rem bei der Abschiebung von Einwanderern ohne gül­ti­ge Papiere hel­fen sol­len…«
tages​schau​.de (30.1.25)

Wortführer der Coronakritik ver­wen­den die glei­chen Ausgrenzungs­techniken wie die­je­ni­gen, die sie zuvor ange­pran­gert hat­ten. Damals wur­den ein­zel­ne Träger von gel­ben Geimpft-Sternen und durch­ge­knall­te Träumer einer Lauterbach-Entführung genutzt, um die Kritik an den Maßnahmen ins­ge­samt zu dis­kre­di­tie­ren und zu kri­mi­na­li­sie­ren. Exakt so wird ver­fah­ren, wenn kran­ke Asylbewerber (denen noch weni­ger psy­cho­lo­gi­sche Hilfe zuteil wird als Einheimischen, doch das ist ein ande­res Kapitel) instru­men­ta­li­siert wer­den, um Menschen, die Zuflucht bei uns suchen, ins­ge­samt als kri­mi­nell darzustellen.

Beide Verfahren die­nen dazu, emo­tio­na­le Themen zu schaf­fen, um von grund­le­gen­den Krisen und ihren Ursachen abzu­len­ken. Hier tref­fen sich der Populismus der Regierenden und der der ver­meint­lich Kritischen. Übrigens: Die acht Enthaltungen des BSW zum gest­ri­gen Unions-Antrag hät­ten als Nein-Stimmen übri­gens aus­ge­reicht, um das Bündnis CDU/CSU-AfD vor­erst zu stop­pen. Das ist kein Zufall; Wagenknecht gin­gen die Merz-Pläne nicht weit genug. Ohnehin hat die Entschließung des Bundestags kei­ne recht­li­che Bindung. Sie soll­te aller­dings das mani­fe­stie­ren, was von der AfD fre­ne­tisch als histo­ri­sche Wende gefei­ert wur­de. In der Sache sind sich sowie­so alle Parteien rechts von der Linken einig: So wie in den Jahren zuvor alles Übel in die­sem Land ver­deckt wur­de durch eine Schuldzuweisung an MaßnahmenkritikerInnen, so gilt heu­te Migration, meist als ille­gal ge­framt, als Ursache aller Krisen, wo nicht der Russe oder der Chinese Schuld trägt. Über die pla­mä­ßig sich immer wei­ter öff­nen­de Schere zwi­schen arm und reich muß nicht gespro­chen wer­den, wenn ein Gegensatz zwi­schen innen und außen, hei­misch und fremd, weiß und schwarz kon­stru­iert wer­den kann.


Guantanamo

Der US-Stützpunkt auf Kuba ist bekannt als Ort, in dem von allen Regierungen seit Bush Gefangene zum Teil seit Jahrzehnten fest­ge­hal­ten und gefol­tert wur­den. Traurige Berühmtheit erlang­te er in der BRD durch den Fall Murat Kurnaz, der als deut­scher Staatsbürger unrecht­mä­ßig inhaf­tiert und gequält wur­de. Die Bundesregierung, nament­lich der heu­ti­ge Bundespräsident und dama­li­ge Außenminister Steinmeier, hat­te alles getan, um die­sen Zustand nicht been­den zu müssen.

Pikanterweise wird Guantanomo als Willkommensort für kuba­ni­sche Flüchtlinge genutzt, wäh­rend sol­che aus Haiti eben­dort fest­ge­setzt wur­den. Daß es den Stützpunkt über­haupt gibt, ist Ergebnis der frü­hen impe­ria­li­sti­schen Politik der USA. Zahlreiche mili­tä­ri­sche Interventionen und die Einsetzung geneh­mer Präsidenten bahn­ten den Weg dazu. Kuba erkennt den erzwun­ge­nen Pachtvertrag über 4.085 Dollar jähr­lich nicht an. Einen Einstieg in die Geschichte gibt es auf de​.wiki​pe​dia​.org.

34 Antworten auf „Trump will Massenlager auf Guantanamo“

  1. Ach ja, Trumpi. Der will Häuser für die Palästinenser bau­en. Hat er ver­spro­chen. Und zwar nach­dem GAZA von den Palästinensern gesäu­bert wur­de SIC!

    Also, für die die danach noch übrig sind. So ein Guter!

  2. "Hier tref­fen sich der Populismus der Regierenden und der der ver­meint­lich Kritischen." Yep!

    Dass die Rechtgläubigen sich als beson­de­re MenschenfreundInnen auf­spie­len und wei­ter­hin "leug­nen", dass sie selbst nicht nur Grundrechte aus­ge­he­belt, son­dern auch (gro­ße!) Minderheiten
    dif­fa­miert, dis­kri­mi­niert und damit gegen sich auf­ge­bracht haben (sei es, weil sie sich durch die "Maßnahmen" tat­säch­lich "Schutz" erhoff­ten, sie deren Profiteure waren – egal ob peku­ni­är oder ideell – oder sich ein­fach nur von der Bugwelle der Massenpsychose trei­ben ließen)?
    Soll man deren Selbstgerechtigkeit als Ablenkungsmanöver, Heuchelei oder Dummheit werten?

    Dass (rech­te) "Maßnahmenkritiker" völ­lig oppor­tu­ni­stisch (oder, posi­ti­ver for­mu­liert: fun­da­men­tal­op­po­si­tio­nell) seit gut 5 Jahren Gefühle des Unbehagens gegen­über eben die­se "Maßnahmen" besetzen?
    Nachdem sie selbst (bereits vor der "Pandemie") von Migranten impor­tier­te Krankheitserreger the­ma­ti­siert hat­ten (pas­send zu ihren Forderungen nach "Grenzschließungen")?
    (vgl. z.B. https://​www​.tages​schau​.de/​f​a​k​t​e​n​f​i​n​d​e​r​/​f​l​u​e​c​h​t​l​i​n​g​e​-​k​r​a​n​k​h​e​i​t​e​n​-​1​0​1​.​h​tml .
    Auch nicht wirk­lich über­ra­schend, dass sie sich nach Beendigung der "Maßnahmen" wie­der ihres "Kernthemas" besinnen.

    Dass Homburg, Reitschuster et al, die sich – was die "Coronapolitik" angeht – gewis­se Verdienste erwor­ben hat­ten, jetzt eben­falls dar­auf set­zen (sei es um ihre Klientel – Spenderinnen und Kanal-Abonnenten – zu bedie­nen, wie Reitschuster, oder weil sie ein­fach selbst so drauf sind; was bei Homburg wahr­schein­li­cher ist, wegen des­sen exi­stenz­si­chern­der Professorenpension)?
    Enttäuschend, aber (zumin­dest im Fall Reitschuster) eben­falls nichts Merk-würdiges.

    Die ech­te (oder auch gespiel­te) Empörung eines gro­ßen Teils der "Maßnahmenparteien" ob des Schleifens ihrer sym­bo­li­schen oder prä­ven­ti­ven "Brandmauer" erzeugt bei mir nur ein müdes Lächeln.
    Der ("rechts­po­pu­li­sti­sche") Antrag der CDU selbst
    https://​dser​ver​.bun​des​tag​.de/​b​t​d​/​2​0​/​1​4​6​/​2​0​1​4​6​9​8​.​pdf
    mag ja beim Einen oder Anderen des "Hohen Hauses" ähn­li­che (ech­te!) Gefühle aus­ge­löst haben – aller­dings etwas schi­zo­phren bei vie­len unter denen, deren Parteiführung ähn­li­ches fordert(e).
    Dass die C‑Antragsteller durch das Wording
    ("Die Migrationskrise geht maß­geb­lich aus vom syri­schen Bürgerkrieg, den der rus­si­sche Diktator Wladimir Putin über Jahre ange­facht und ver­län­gert hat. Bis heu­te instru­men­ta­li­siert der rus­si­sche Diktator Wladimir Putin Migration als hybri­de Waffe, indem er jeden Monat hun­der­te Menschen über die bela­rus­si­sche Grenze nach Europa sen­det. Aufgrund des völ­ker­rechts­wid­ri­gen rus­si­schen Angriffskrieges sind mehr als eine Million Ukrainer nach Deutschland geflohen")
    die AfD viel­leicht ein Krötchen schlucken las­sen woll­ten, was die­se wie­der­um – bei erwart­ba­rer Zustimmung – dann immer­hin als "Beleg" dafür anfüh­ren könn­te, eben kei­ne "Putin-Magd" zu sein? 

    Diese Variante von Wahlkampfgetöse ödet mich nur an.
    (In mei­nem Sprengel habe ich die­ses Jahr übri­gens noch kein ein­zi­ges AfD-Wahlplakat gese­hen: bei der doo­fen Konkurrenz wohl auch gar nicht nötig).

  3. Besonders per­fi­de fin­de ich, dass der Tod eines zwei­jäh­ri­gen Jungen instru­men­ta­li­siert wird, der aus einer mus­li­mi­schen Familie stamm­te und in Marokko bei­gesetzt wurde.

    Wegen sei­nem Tod sol­len nun ande­re sol­che 2jährige mit­samt Familie kei­nen Schutz mehr krie­gen, egal wie lebens­ge­fähr­lich ihre Situation.

    Ja, BSW ist echt nicht wähl­bar. Nur lei­der auch nie­mand sonst.

    1. "Ja, BSW ist echt nicht wähl­bar. Nur lei­der auch nie­mand sonst."

      Es ist bit­ter, wenn man zur Erkenntnis gelangt, daß man kei­ne Wahl hat. (neu­deutsch: pun inten­ted). Früher gab es wenig­stens noch einen Unterschied zwi­schen Cholera und Pest.

  4. Dieser obses­si­ve Irrglaube, die Mieten wür­den sin­ken und sich der Lebensstandard bes­sern, die Schulen instand­ge­setzt und auch sonst alle Probleme gelöst, wenn man "Illegale" abschiebt und nie­mand mehr ins Land lässt, ist dumm.

  5. Hab mich in den letz­ten Wochen mal näher mit den gemä­ßig­ten Rechten beschäf­tigt. Meine Vorurteile wur­den – sur­pri­se sur­pri­se – dabei bestätigt.
    Hier das Ergebnis: Die Rechten sind eine rel. homo­ge­ne Gemeinschaft deren ideo­lo­gisch gepräg­tes Weltbild – wenig über­ra­schend – recht über­schau­bar ist und über­spitzt for­mu­liert an den Landesgrenzen und ihr Horizont am Tellerrand endet. Sie hegen zwar den Wunsch nach einem star­ken Führung, wol­len jedoch dabei "frei" sein und sich nichts vor­schrei­ben las­sen. Das kann nur funk­tio­nie­ren wenn ein gemein­sa­mer "Feind", sei­en es die Linken sel­ber, die Migranten oder die LGBTQIA+ Community (halt alles was zu ihrem begrenz­ten Weltbild nicht passt) nach außen gene­riert wird, Und hier kommt Trump ins Spiel… er ver­kör­pert all die­se "Ideale".
    Leider ist die­se, ein­gangs erwähn­te, intel­lek­tu­el­le Minderbegabung (begrenz­ter Horizont) oft gepaart mit einer ver­küm­mer­ten empa­thi­schen Intelligenz, so, dass sie nicht abschät­zen kön­nen wie weit­rei­chend der­ar­ti­ge Entscheidungen (expli­zi­tes Beispiel von Trump) für die davon Betroffenen sein kön­nen und auch effek­tiv auch sind.

    Übrigens, eine der­art mas­si­ve Ausgrenzung der Rechten, ins­be­son­de­re der AfD, wie sie gera­de in D prak­ti­ziert wird, ist kon­tra­pro­duk­tiv und schweißt die­se Gesinnungsgemeinschaft erst recht zusam­men. Besser wäre ein "ent­zau­bern" rech­ter Parteien durch poli­ti­sches Einbinden – anson­sten wer­den nur Märtyrer und Märtyrerinnen generiert. 

    Viele Grüße
    Walter aka Der Ösi

      1. @aa: Will und kann man die Menschen zu ihren "Glück" zwingen? 

        Fakt ist: Die Wirtschaft und die rea­len Einkommen schrump­fen, die Einkommensschere geht immer wei­ter aus­ein­an­der und das wird den Regierenden, z.T. mit Fug und Recht, angelastet.

        Die Situation, beson­ders in D gleicht einem Schnellkochtopf bei dem man ver­sucht mit aller Gewalt den Deckel dar­auf zu hal­ten (auch vor Mittel der Zensur [z.B. dem DSA ] wird dabei nicht zurück­ge­schreckt). Denke nicht, dass das lan­ge gut gehen kann – und wenn der dann Topf hoch geht, dann "gute Nacht" – Trump lässt Grüßen. In Ö wird ja bereits an einer Light-Variante gebastelt,

        Vielleicht war die Idee von mir mit dem ent­zau­bern doch nicht sooo toll. Die Regierenden soll­ten jeden­falls ver­su­chen den Rechten den Wind aus den Segeln zu neh­men. Die Interessen und den Willen von gut einem Viertel bis Drittel der Bevölkerung – Tendenz stei­gend – zu igno­rie­ren und sie dabei ins rech­te Eck zu schie­ben kann auf die Dauer nicht gut gehen. Ein ent­ge­gen­kom­men, anstatt eines dar­über fah­ren, muss jetzt ober­ste Priorität haben. Nur so ist es viel­leicht mög­lich den Trend zu stop­pen. Ein paar Vorschläge habe ich aus­ge­ar­bei­tet und zwar mit dem Hinblick auf einen sanf­ten und kon­trol­lier­ten Wandels initia­li­siert durch eine Mitte-Links-Regierung, anstatt eines unkon­trol­lier­ten und chao­ti­schen unter rech­ter Führung (sie­he Trump). Folgende poli­ti­sche Kursänderung und Einschnitte müss­ten mEn vor­ge­nom­men werden:

        1) Evaluierung und Rücknahme von Maßnahmen die zu Erreichung der Klimaziele* ange­dacht sind. Zumindest die­je­ni­gen die der Wirtschaft beson­ders zusetzen.
        2) Ausgaben für Kriegshilfen sofort stoppen
        3) Symbolpoltische Anerkennung, dass es nur zwei bio­lo­gi­sche Geschlechter gibt – de fac­to exi­stie­ren tat­säch­lich nur zwei.
        4) Das hei­ße Eisen Migration soll­te, unter Einbindung von Wissenschaftlern und NGOs ange­gan­gen wer­den – frag mich bit­te aber nicht wie – ich bin hier­für kein Experte.

        *ob der Mensch Klima im gro­ßen Stil ver­än­dern kann, las­se ich dahingestellt.

        Was noch zu sagen wäre… "Grau, teu­rer Freund, ist alle Theorie, 
        Und grün des Lebens gold­ner Baum."

        Liebe Grüße
        Walter aka Der Ösi

        1. @Der Ösi: Deine Vorschläge, den Rechten mit rech­ten Themen den Wind aus den Segeln zu neh­men, gehen gera­de über­all kra­chend schief. Ganz im Gegenteil bla­sen sie kräf­tig in deren Segel.

          1. @aa: Klar… es ist Aufgabe der Regierenden auch unpo­pu­lä­re Entscheidungen zum Wohle der Bevölkerung und aller im Land leben­den oder auch nur ver­wei­len­den Personen zu tref­fen. Es ist aber eben­falls ein gutes recht der Opposition die­se Entscheidungen zu hin­ter­fra­gen und zu kritisieren. 

            Aber sind und waren die­se Entscheidungen wirk­lich immer zum Wohle aller? Man blicke nur ein paar Jahre zurück, als Corona über das Land her­ein­brach und vie­le "heil­brin­gen­de" Maßnahmen zum Wohle aller (!) getrof­fen wurde.

            Aktuell drän­gen sich ande­re Fragen in den Vordergrund, die ich ganz bewusst so wäh­le, weil des­sen Antwort der Regierenden aus mei­ner Sicht an der Lebensrealität der mei­sten Menschen vor­bei geht:

            1) bzgl. Erreichung der Klimaziele
            a) Rechtfertigt der öko­lo­gi­sche (und mei­net­we­gen auch CO²)-Fußabdruck den Einsatz von eAutos?
            b) Die glei­che Frage stellt sich mir bei den Windmühlen?
            c) Ist die Abschaltung Atomkraftwerken zielführend?
            d) Ist die Abschaltung von Kohlekraftwerken und gar deren Demontage wirt­schaft­lich sinnvoll?

            2) Kriegs"hilfen"
            a) Retten Waffenlieferung in ein Kriegsgebiet tat­säch­lich Menschenleben oder ver­hin­dern gar wei­te­res Leid?

            3) Förderung von Diversität spe­zi­ell im Hinblick auf die Genderproblematik
            a) Fördert der (ange­ord­ne­te?) Doppelpunkt in der Wortmitte wirk­lich den Zusammenhalt in der Gesellschaft, oder trägt er eher zur Spaltung bei?
            Dabei mei­ne ich nicht nur die davon Betroffenen, son­dern die Gesellschaft als ganzer.
            b) Ist das Motto "Bist Du mit Deinem Körper unzu­frie­den, so ände­re ihn" beson­ders in Hinblick auf die Zielgruppe Kinder und Jugendlichen ide­al für deren psy­chi­sche Gesundheit? 

            Legitime Fragen fin­de ich und Dinge die mEn regel­mä­ßig eva­lu­iert gehö­ren. Das Hauptproblem ist jedoch, dass die genann­ten Themen bereits der­art ideo­lo­gi­siert sind, dass allei­ne des­sen hin­ter­fra­gen durch einen Linken als Sakrileg gilt. Stellt man sie, so wird man gleich – für einen Linken beson­ders schmerz­haft – in die rech­te Ecke ver­scho­ben und somit mit den Befürwortern einer mas­sen­haf­ten Abschiebung von Migranten gleich­ge­setzt. Deswegen schwei­gen auch vie­le, beson­ders die die ihren "guten" Ruf nicht aufs Spiel set­zen wol­len – mmmhh btw. das ver­hält sich bei den Rechten (nur mit umge­kehr­ten Vorzeichen) auch nicht viel anders. Die Gesellschaft ist halt mas­siv gespalten…

            Meine Lieblingsreihe zur Coronazeit war (neben Drostens NDR-Podcasts 😀 ) die "Alles auf einen Tisch"-Serie. In der Realität war eher alles unter den Teppich angesagt.
            All die von mir genann­ten Themen (und noch mehr) soll­ten öffent­lich, breit, ohne Berührungsängste und ergeb­nis­of­fen dis­ku­tiert werden. 

            Liebe Grüße
            Walter aka Der Ösi

            1. @Der Ösi: Nichts gegen die Fragen, ich wür­de sie nur ger­ne ergän­zen um die Punkte, die weder die Klima- und Gender-Interessen vor­ge­ben­den Herrschenden noch erst recht die kon­ser­va­ti­ven und rechts­extre­men KritikerInnen interessieren.
              1)
              a) Was recht­fer­tigt den Einsatz von Verbrennerautos ange­sichts zuneh­men­der Umweltzerstörung (das "Klima" und CO2-Handel inter­es­sie­ren mich dabei höch­stens am Rande)?
              b) Wer pro­fi­tiert davon und was hat das zu tun mit der seit Jahrzehnten zu beob­ach­ten­den Vernachlässigung des Öffentlichen Nahverkehrs?
              c) Warum gibt es dage­gen mas­si­ve Subventionen für pri­va­te Mobilität?
              d) Sind Atomkraftwerke wirt­schaft­lich sinn­voll und für wen? Welche Ewigkeitslasten trägt die Gesellschaft dafür, nach­dem die Energiekonzerne vie­le Jahre lang sat­te Gewinne ein­ge­sackt haben?
              e) Wer ent­schei­det dar­über, was wirt­schaft­lich sinn­voll ist? Die welt­wei­ten Massenimpfungen waren und sind wirt­schaft­lich sinn­voll – vom Standpunkt der Pharmakonzerne aus gese­hen. Hochrüstung ist über­aus sinn­voll aus der Sicht von Rheinmetall etc. Ist das Kriterium tauglich?

              2)
              a) Auch hier: Was soll für wen mit Waffenlieferungen bewirkt wer­den? Wie glaub­wür­dig ist die Kritik an Waffenlieferungen an die Ukraine aus dem Mund jener, die Aufrüstungsprogrammen begei­stert zustim­men und die Wiedereinführung der Wehrpflicht for­dern? Oder Trump und Musk beju­beln, die wegen MAGA ein Mega-Hochrüstungsprogramm inklu­si­ve glaub­wür­di­ger Kriegsdrohungen starten?

              3)
              a) Kann es sein, daß die offi­zi­el­le Genderei wirk­li­che Ungerechtigkeiten zwi­schen den Geschlechtern ver­schlei­ert, die Kritik dar­an sie aber gar nicht zur Kenntnis nimmt oder sie sogar befürwortet?
              b) Ist die Optimierung von Körpern nicht ein grund­le­gen­des Geschäftsmodell des moder­nen Kapitalismus? Wie vie­le der­je­ni­gen, die sich auf die sehr klei­ne Gruppe von Transpersonen stür­zen, befür­wor­ten und prak­ti­zie­ren Schönheitsoperationen, wenn sie denn den gän­gi­gen Geschlechterklischees entsprechen?

              Es gibt also vie­le Dämlichkeiten in der Umwelt‑, Kriegs- und Genderproblematik von Seiten der rot-grün Etablierten. Sie gehö­ren drin­gend dis­ku­tiert. Die simp­len Antworten von rechts lau­fen auf eines hin­aus: Alles soll blei­ben, wie es ist oder frü­her war, wobei mit der Rede von der Spaltung der Gesellschaft alles mög­li­che gemeint ist, aber nicht die all­fäl­li­ge zwi­schen arm und reich. Die vor allem soll wei­ter bestehen.

              1. @aa: Mir liegt es wirk­lich fern die Fragen der Rechten zu stel­len nur um die­se in deren Sinne beant­wor­tet zu wis­sen – das kannst Du mir glau­ben. Sie soll­ten nur wach­rüt­teln und resul­tie­ren aus mei­nen Beobachtungen der gemä­ßig­ten rech­ten Szene. Nachdem ich jedoch deren Kommentare zu den Vorfällen in Aschaffenburg und die Wahl von Trump gele­sen hat­te ist es mir zu blöd gewor­den und ich habe mich aus­ge­klinkt – nur so nebenbei.
                Wichtig ist es den Kritikern zuzu­hö­ren, zumin­dest sobald die Anzahl derer eine gewis­se kri­ti­sche Masse (die übli­chen kon­ser­va­ti­ven Nein-Sager) über­schrei­tet, dann soll­te es viel­leicht ein umden­ken geben. Oder ganz pla­ka­tiv for­mu­liert: Wenn der Hut brennt – löschen (auch wenn die Glatze dar­un­ter zum Vorschein kommt die man eigent­lich beab­sich­tig­te damit zu ver­decken) – und nicht statt- und wäh­rend­des­sen einen neu­en Stoff für die Kopfbedeckung aussuchen.

                AA, Deine Fragen sind eben­so berech­tigt machen durch­aus Sinn und spie­geln eher *Achtung erneut pla­ka­tiv* die Mühen der Ebene wie­der. Anm. wenn die Linken das Gebirgen nicht schaf­fen, dann mar­schie­ren die Rechten ohne jeg­li­che Mühe berg­ab –> Trump. Mal schau­en, ob Kickl hier in Ö auch tatsächlich"Volkskanzler" (Ein Schelm der…) wird.

                Zumindest zwei Deiner Fragen kann ich ad-hoc beant­wor­ten die Dritte sogar mit einer Geschichte veranschaulichen…

                Zu 1a: Für Autos mit Verbrennungsmotoren gibt es der­zeit noch kei­ne prak­ti­ka­ble Alternative. Elektroautos in der jet­zi­gen Form sind eine Totgeburt, dazu muss man kein Vt sein.

                Zu 1d: Der Energiebedarf der west­li­chen Gesellschaft steigt rapid an und irgend­wie muss die­se pro­du­ziert werden:
                *) Die sau­ber­ste wäre die Wasserkraft ist jedoch nicht über­all ver­füg­bar, bei Ebbe bleibt auch der Ertrag weg.
                *) Der Betrieb von Windmühlen stellt einen Eingriff in das jewei­li­ge ört­li­che Mikroklima dar. Falls dafür eine Waldfläche abge­holzt wer­den ist das öko­lo­gisch mehr als bedenk­lich. Und wenn sie das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben, dann fällt angeb­lich eini­ges an nicht-recy­cle­ba­ren Material an.
                *) Solarzellen brau­chen eini­ges an Fläche. Bei Dunkelflaute haben wir das glei­che Problem wie bei Ebbe bei der Wasserkraft.
                *) Atomkraft – hast voll­kom­men recht! Hab ganz ver­ges­sen, dass sich die Linken deren Abschaltung müh­sam "erkämpft" haben. Kann mich noch gut dar­an erin­nern wie sich die Aktivisten in die 1990er-Jahre auf die Gleise gelegt haben um den Transport aus­ge­brann­ter Brennstäbe ins Endlager zu ver­hin­dern. Den von der Politik in Aussicht gestell­te Abschaltung der Atomkraftwerke hat­ten wir beklatscht – auch wenn er, aus dama­li­ger Sicht, noch in wei­ter Ferne lag.
                *) So blei­ben uns nur noch die Kohle- und Gasturbinenkraftwerke anson­sten schaut es düster aus…

                Zu 1c ein weg­fal­len die­ser Subventionen, hier in Ö heißt das Pendlerpauschale oder auch https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​K​i​l​o​m​e​t​e​r​g​eld genannt (falls Du das meinst) wür­de wie­der die unte­ren Einkommensschichten tref­fen die auf das Auto für die Fahrt zur Arbeit benö­ti­gen. Hier eine klei­ne Geschichte war­um der ÖPNV nicht prak­ti­ka­bel als Ersatz nutz­bar ist – pas­send zu Deiner Frage 1b:

                Hier in Ö gibt es bei mei­nen Lieblingsradiosender eine lose, alle paar Monate, statt­fin­den­de Show die "Jagd auf Timpel X" genannt wur­de. Im Zuge des­sen muss sich der Hauptmoderator der Morningshow von 7:00 bis 17:30 im Sendegebiet fort­be­we­gen und dabei ver­su­chen uner­kannt zu blei­ben. Alle Stunden stellt er ein mög­lichst nichts­sa­gen­des Foto auf den SM-Plattformen online und sen­det eine Sprachnachricht mit einem Rätsel zu sei­nem Aufenthaltsort. Er darf für sei­ne Fortbewegung nur öffent­li­che Verkehrsmittel benut­zen, hat aber auch 3 Autojoker zu je 45 Min zur Verfügung. Diese Aktion hat schon zum vier­ten Mal stattgefunden.
                Wenn er es geschafft hat län­ger unter­wegs zu sein erzähl­te er im Anschluss dar­an wie kata­stro­phal die öffent­li­che Anbindung in eini­ge Regionen ist. Oft fährt nur 2x täg­lich ein Bus. Also ohne Auto sind die Bewohner wahr­lich aufgeschmissen.

                Liebe Grüße
                Walter aka Der Ösi

                1. @Der Ösi: Zu 1a: Das hate ich für realitätsblind.

                  Zu 1d: Hier liegt genau eines der Probleme. Der Energiebedarf steigt, aber wofür? Um arme Länder mit Strom und Wasser zu ver­sor­gen? Das wäre zu ver­ant­wor­ten. Um Leuchtreklamen und über­haupt eine so über­flüs­si­ge wie gigan­ti­sche Werbeindustrie auf­recht­zu­er­hal­ten? Um KI welt­weit durch­zu­set­zen? Um die unef­fek­tiv­ste Art der Fortbewegung mit­tels hun­der­te Kilo schwe­rer, mit Kilometern von Kabeln zur Steuerung und Überwachung ver­se­he­ne Individualfahrzeuge am Laufen zu halten?

                  Zu 1c: Ja, mit Pendlerpauschalen wird das Volk gelockt wie alle zwei Jahre mit neu­en Smartphones und in jün­ge­rer Zeit "kosten­lo­sen" Impfungen. Die Nebenkosten wie Autobahnbau (und frü­her mal Instandhaltung), Flächenverbrauch und Versiegelung der Landschaft ste­hen auf einer ande­ren Rechnung, die aber "die da unten" eben­so zu bezah­len haben.

                  Zu den ein­zel­nen Arten der Energieerzeugung: Hinter den ver­schie­de­nen Schulen ste­hen immer auch ver­schie­de­ne Kapitalgruppen, die für ihre Präferenzen immense Propagandamittel zur Verfügung haben. Letzten Endes wird die Sache immer teu­er, so lan­ge über Art und Weise der Erzeugung und die Preisgestaltung der Markt, sprich die beherr­schen­den Konzerne entscheiden.

                  1. @aa: Zu 1a Meinst Du Wasserstoffautos, oder einen ande­ren neu­ar­ti­gen Antrieb?

                    Inzwischen bin ich doch schon so eini­ge Schritte in Deinen Mokassins gegan­gen, so, dass ich Deine Intentionen weit­ge­hend ver­ste­he. Eine Welt wie sie Dir vor­schwebt wäre in der Tat das Paradies auf Erden… kein Mensch – kein Konzern ver­sucht auf Kosten ande­rer ins­be­son­de­re Ärmere zu pro­fi­tie­ren oder sich gar zu berei­chern. Gerade soviel Geld, dass es aus­reicht gut zu leben, sich mal ein Urlaub aus­geht und man ein paar Rücklagen hat für den Notfall anle­gen kann – mehr braucht man doch nicht. 🙂 Wenn dann doch mal mehr übrig bleibt, dann teilt man das mit denen die es drin­gen­der brauchen…

                    Dennoch muss ich, so leid es mir tut, die­se Träumerei je unter­bre­chen und an die­ser Stelle noch­mals Goethe zitie­ren: "Grau, teu­rer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens gold­ner Baum" Hier die Aussage die ich damit anstre­be: https://universal_lexikon.de-academic.com/245250/Grau%2C_teurer_Freund%2C_ist_alle_Theorie

                    Wie ich schon in mei­nem Kommentar https://​kodo​roc​.de/​2​0​2​5​/​0​1​/​3​0​/​t​r​u​m​p​-​w​i​l​l​-​m​a​s​s​e​n​l​a​g​e​r​-​a​u​f​-​g​u​a​n​t​a​n​a​m​o​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-​1​0​127 vor­ge­schlug soll­te sich die Regierung von ihrem ideo­lo­gisch ver­blen­de­ten Neu-lin­ken Irrweg ver­ab­schie­den und damit den Rechten ein Stück weit ent­ge­gen­kom­men. Wenn es rich­tig ange­gan­gen wird, so sehe ich dabei auch kei­ner­lei gra­vie­ren­de Verletzung einer Menschenwürde irgend­ei­ner Person. Sollte jedoch die Regierung auf ihrem Semmel wei­ter­hin bestehen und dadurch die Rechten an die Macht kom­men, dann bezweif­le ich, dass es um die Menschenwürde aller in D auf­hal­ten­den Menschen wei­ter­hin so gut bestellt sein wird –> sie­he Trump in Amerika…

                    Liebe Grüße
                    Walter aka Der Ösi

                    1. @aa: Aber wir sind uns in dei­nen ideo­lo­gi­schen Ansichten eh weit­ge­hend einig und auch dar­in, dass es real­po­li­tisch (lei­der) nicht wirk­lich umsetz­bar ist.

                      Uneins sind wir anschei­nend mit wel­cher Programmatik der Rechtsruck in der Gesellschaft zu stop­pen wäre…

                      Liebe Grüße
                      Walter a.k Der Ösi

              2. @aa: Dank Deines Inputs habe(n) ich (wir) nun schnel­ler mei­ne poli­ti­sche Heimat gefun­den. Am Samstag war Wahlkampfauftakt vom KPÖ/LINKS-Wahlbündnis zur Wienwahl: https://​wien​.orf​.at/​s​t​o​r​i​e​s​/​3​2​9​8​1​41/
                Und wir waren dabei – zu sehen in Min 00:28.

                Bisher sind wir zw. FPÖ und KPÖ unschlüs­sig gewe­sen. In der letz­ten Zeit habe ich die Beiträge von bei­den Parteien auf FB mit­ver­folgt. Während die der FPÖ trist, trau­rig, nega­tiv und vol­le Hass sind, sind die der KPÖ so erfri­schend posi­tiv – wenn auch die Welt rund­her­um trist erscheint, so gibt es ein paar Menschen die an das posi­ti­ve, an die Solidarität aller, glau­ben und ich will resp wir wol­len ein Teil davon sein… 🙂

                Viele Grüße
                Walter aka Der Ösi

  6. Übrigens, das Weltbild der Rechten ist mEn defi­ni­tiv vol­ler Logikbrüche und feh­ler­be­haf­tet. Ein Bekannter von mir hat vol­ler Begeisterung fol­gen­den Beitrag (eine Rede von Robert Willacker, einem Politikberater, vor lin­ken Publikum) in einer Telegram-Gruppe gepo­stet, in der auch ich Mitglied bin: https://x.com/PauleAluhut/status/1882175611520614472?s=19

    Allerdings muss­te ich mir den Beitrag 2–3x anschau­en, bevor ich adäquat ant­wor­ten konn­te – was mir eigent­lich sel­ten pas­siert. Aber ich glau­be, dass mei­ne Antwort recht gelun­gen ist:
    Wahrlich ein geschick­ter Redner aber auch ein geschick­ter Demagoge wie aus dem Lehrbuch. Er hat sei­ne Rede aus meh­re­ren the­ma­tisch inein­an­der­grei­fen­den Blöcken auf­ge­baut mit denen er dem Publikum sein Handbuch der rech­ten Ideologie vor­führt. Dabei waren meist ent­we­der die Prämissen oder die Konklusion falsch. Um die Aussagen als "Wahr" dar­zu­stel­len ver­wen­de­te er mit eini­gem Talent eine Vielzahl an Scheinargumenten. Dabei ging er nicht gera­de zim­per­lich vor und scheu­te nicht ein­mal vor einem Griff in die Rassismus- und Antisemitismus-Kiste.
    Da kei­ne Zwischenfragen erlaubt waren konn­te er sein Talent mit aller per­fi­den Perfektion aus­spie­len. Abgeschlossen hat­te er sei­ne Ausführungen in dem er gut 3–4 Minuten lang auf die, tat­säch­lich vor­han­de­ne, Doppel- und Scheinmoral vie­ler Linke ver­wie­sen hat. Wenn sich dabei Prämisse, Schlussfolgerung als rich­tig her­aus­stel­len und auch die Argumente schlüs­sig sind, so bleibt das eher im Gedächtnis, wäh­rend die Unwahrheiten zuvor des­we­gen unter­ge­hen. Denke, dass er die­se Abfolge absicht­lich so gewählt hat – Perfide halt… dar­auf dürf­ten jedoch nur Rechte bzw. min­der­be­mit­tel­te Menschen mit einem schli­chen Gemüt
    dar­auf hereinfallen. 😁 

    Viele Grüße
    Walter aka Der Ösi

    1. @Ösi:

      Wenn Sie es durch Rechtsextreme ersetz­ten, statt Rechte, wäre es wesent­lich Richtiger.

      Die poli­tisch-rech­te Ideologie beinhal­tet die Vorstellung daß der Mensch einer Autorität bedarf. Das dür­fen sie ger­ne auch "Führung" nen­nen, bie­tet sich im deutsch­spra­chi­gen Raum aber histo­risch bedingt weni­ger an. Daraus resul­tiert die ver­meint­li­che Notwendigkeit von Staat, Gesetzgebung und Regierung.

      Die poli­tisch-lin­ke Ideologie geht davon aus, daß der Mensch an sich kei­ner Führung,durch Staat, Regierung, im Extremfall Gesetzgebung bedarf.

      Meine per­sön­li­che Bezugnahme dazu. Es gibt Menschen die sehr wohl des­sen nicht bedür­fen, es gibt Menschen die sogar sehr des­sen zu bedür­fen schei­nen. Im Extremstfall bei­spiels­wei­se Mordende Menschen etc.

      Im Bezug zum Nationalsozialismus möch­te ich Ihnen aber ger­ne Hilfestellung lei­sten, denn im Historishen ist uns @aa bei­den wohl über­le­gen. Bei mir ist es eher ein per­sön­li­cher Belang.

      Die schwer­sten innen­po­li­ti­schen Gegner der NSDAP-Führung (so muß man es wohl for­mu­lie­ren) waren nicht poli­tish-Linke, son­dern poli­tisch-Rechte gesell­schaft­li­che Gruppen. Wohl das Wichtigste Ereignis, dürf­te dies­be­züg­lich der so genann­te "Röhm-Putsch" gewe­sen sein. Der hieß übri­gens nur "Putsch", war aber kei­ner. Wird aber oft mit dem Hitler-Putsch wohl ver­wech­selt. Hitler saß des­we­gen für Jahre im Gefängnis, schrieb dort angeb­lich sein "lite­ra­ri­sches Werk", und beschloß dort eige­ner Angabe zufol­ge " … in die Politik zu gehen". Letzteres war zur Zeit der Weimarer Republik mög­lich. Nach Bundesdeutscher Verfassung SO NICHT !! (Darum geht es näm­lich m.E.) Er hat­te aber auch sehr ein­fluss­rei­che Freunde, was auch nicht gera­de "geheim" gewe­sen ist. Auch das darf man nicht ausser Acht lassen.

      1. @Frage…: Einspruch. Der Widerstand gegen die Nazis aus rechts­bür­ger­li­chen Kreisen war höchst mar­gi­nal. Wie nicht nur die Wannseekonferenz und der per­fekt geöl­te Vernichtungsapparat zei­gen, war das bür­ger­li­che Lager, das sich heu­te als Mitte sieht, fest ein­ge­bun­den in die Maschinerie der Nazis. Was uns meist als Widerstand prä­sen­tiert wird ("die Männer des 20. Juli"), war in erster Linie davon geprägt, den Krieg im Osten auf ratio­na­le­re und effek­ti­ve­re Weise zu füh­ren und dafür eine Verständigung mit den Westmächten zu suchen.

        1. @aa, die Männer des 30. Juni waren vom ame­ri­ka­ni­schen Geheimdienst beauf­tragt (schreibt A.W. Dullas in sei­nen Memoiren). Deren Ziel dar­in bestand, das System Hitler zu erhal­ten nur halt ohne Hitler.

          Von einem Widerstand kann da also kei­ne Rede sein und die gan­ze Aktion, die übri­gens mehr­mals ver­scho­ben wur­de, war auch nicht im Interesse des Deutschen werk­tä­ti­gen Volkes.

        2. @aa: Der "Röhm-Putsch" rich­te­te sich gegen einen "Ur-Verdienten" Streiter der NSDAP, gegen deren ursprüng­li­che Agenda, und zugun­sten kon­ser­va­ti­ver Kreise. Das betrach­te ich übri­gens, ganz von Aussen. Ich habe nichts dafür übrig, auch nicht für die angeb­li­che "sozia­le Agenda" der NSDAP, wel­che Viele, übri­gens fälsch­li­cher­wei­se, als "sozia­li­stisch" miss­in­ter­pre­tie­ren. Hitler benö­tig­te für sei­ne Vorhaben (?) das deut­sche Militär. [… und (somit) den Konservatismus?]
          H. benö­tig­te schein's alle Konservativen unter der NSDAP. Die "Linken" waren nicht sein Problem, vor allem natür­lich nach '33. Aber, ich bin da kein Experte.

          ich ver­mu­te, daß die Organisation den kon­ser­va­ti­ven zunächst "genehm" war, die lin­ken von den Strassen zu ver­trei­ben. So muß­te der Staat das Militär (100.000 Mann) nicht dafür ver­wen­den. Im Gegenzug mach­te man H. zum Reichskanzler. Man unter­schätz­te die­sen Menschen in sei­ner Person wohl, und in sehr fata­ler Weise. Weder wur­de er zur Marionette, noch durch­zo­gen per­sön­li­che Fehler sein Machtverhalten. Er wur­de in sei­ner Person ver­mut­lich stark unterschätzt.

          Daher war der "Widerstand aus rechts­bür­ger­li­chen Kreisen" schein­bar gering. Man glaub­te Macht über ihn aus­üben zu kön­nen, was ja immer wie­der fehl schlug. Er muss­te, aus heu­te nicht bekann­ten (?) Quellen, gut unter­rich­tet gewe­sen sein. Die Militärs jeden­falls gaben ihm nach Moskau, unmiß­ver­ständ­lich zu ver­ste­hen. daß der Krieg nicht mehr zu gewin­nen war. – Vor Stalingrad! – und da hat­ten die Experten natür­lich Recht behal­ten. Vermutlich liegt dar­in, unter Anderem, der Entschluss der spä­te­ren Attentäter des 20. Juli begrün­det. Man muß sich vor Augen hal­ten daß die­se Männer, sich in einem hohem Maße von Ehre und Treue gelei­tet fühl­ten. Auch dem Volk gegenüber!

          Letztenendes ver­bün­de­te sich Hitler doch wohl mit dem Konservatismus, nach der Machtübernmahme, um nicht dadurch zer­mürbt zu wer­den – gegen die Parteigenossen. Möglicherweise unter­schätz­te ER ja die Soldaten. Wer weiß das Alles schon so genau.

          Jedenfalls bekämpf­te er die "Linken" schein­bar, nicht ohne im Hinterkopf sich bei den "Rechten" sei­ner Zweifler ent­le­di­gen zu kön­nen. War er in hohem Maße denn nicht ein erfolg­rei­cher, macht­po­li­ti­scher Laien-Psychologe?

          Tatsache aber scheint gewe­sen zu sein, daß er die "Politische Rechte" wohl mehr fürch­te­te als die Linke. Zu Recht! Daß die Leute vom 20. Juli einen ame­ri­ka­ni­schen Geheimdienst benö­tig­ten, hal­te ich für nicht ganz glaub­wür­dig. Sie kamen wohl eher von selbst auf die Idee. Sie wuß­ten ja wie's aussah.

          Im Übrigen wür­de, bei einer star­ken Rolle von "Links", der Standpunkt die­ser "Linken" sehr hin­ter­fra­gens­wert, hin­sicht­lich der Positionierung sein.

      2. > Wohl das Wichtigste Ereignis, dürf­te dies­be­züg­lich der so genann­te "Röhm-Putsch" gewe­sen sein. Der hieß übri­gens nur "Putsch", war aber keiner.

        Richtig, das war nur eine Propagandaveranstaltung. Es ging um den Fortbestand der Sturmabteilung (SA) aber das war nur Ablenkung. In Wirklichkeit ging es um die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Und wie wir aus der Geschichte wis­sen, wur­de die Wehrpflicht 1935 wie­der­ein­ge­führt – ent­ge­gen des Versailler Vertrages. Und nicht ein­mal ein Raunen ging durch die Reihen des Völkerbundes aus dem Deutschland bereits 1933 aus­ge­tre­ten war. Die haben alle schön die Füße still­ge­hal­ten und so erfolg­te die­ser erneu­te Bruch mit Versaille ohne Widerstand.

        Der erste Bruch mit dem Versailler Friedensvertrag war Verweigerung der Reparationszahlungen an Frankreich wodurch die­se prompt wie­der in Deutschland ein­mar­schier­ten und die Stahl- und Kohleindustrien an Saar, Rhein und Ruhr besetz­ten. Hätte Hitler, der zu die­ser Zeit noch im Sterneckerbräu sei­ne Reden hielt, unter die­sen Umständen eine Wehrpflicht ein­füh­ren können?

        Natürlich nicht, aber die Hilfe aus den USA kam 1924 in Gestalt von Milliardenkrediten und Kapitalimport von General Motors und ame­ri­ka­ni­scher Banken. Aus einem Kaiserreich was 10 Jahre vor­her sei­ne Kolonien ver­lo­ren hat­te, wur­de nun selbst eine Kolonie. Und Hitler war der Provider.

        1. @Erfordia… Was schon damals bewies, das Großkapital ver­schie­de­ner Länder mag sich oft spin­ne­feind sein – wenn es um die Bedrohung sei­ner Herrschaft geht, dann ist der vor­ge­tra­ge­ne Patriotismus dahin.

    2. @Ösi, nach­ge­reicht:

      Ah, noch­was Wichtiges. Den poli­ti­schen Rückhalt Hitlers, bil­de­te bereits in Österreich eine Deutsch-Nationale Bewegung. Meines Wissens gab es da zwar eine deut­sche Entsprechung, der histo­ri­sche Zusammenhang war aber etwas ver­schie­den. Vieleicht ist das Zeitgenossen nicht mehr so gegen­wär­tig. Eine "deut­sche Bewegung" im Österreich zur Jugend Hitlers, war anders ori­en­tiert als die Menschen das Heute viel­eicht vor­der­grün­dig wahr­neh­men wür­den. Es ging dabei auch (!auch!) um Interessenwahrnehmung, in einer "Kontrahenz".

      Die Ausdrucksweisen des vor­po­li­ti­schen Hitlers, hal­te ich für sehr viel­sa­gend. Im Übrigen sind die­se sehr schwer zu "intel­lek­tua­li­sie­ren". Das scheint mir, gera­de bei intel­lekt­la­sti­gen "Antifaschisten", zuwei­len pro­ble­ma­ti­sche Zuege anzu­neh­men. Den Wähler als Zielgruppe vor­aus­ge­setzt, muß man beden­ken daß der Anteil an "Akademikern" (meist bür­ger­li­cher Herkunft) in der Bevölkerung gerin­ger als Heute war, und der Anteil an "Analphabeten" wesent­lich höher. Die Menschen damals waren im Gesamten weni­ger gebil­det, wenn­gleich ich per­sön­lich jeden Einzelnen für eman­zi­pier­ter hielt, als die heu­ti­gen Bürger. Letzterer glaubt ja in der Tat, mehr als ein "Vasall" zu sein. Da wäre ich mir bei sehr Vielen nicht so sicher. 😉

      Es macht sehr einen Unterschied, von einer Gegnerschaft gegen­über einem Faschismus, etwas poli­tisch-rech­tem, oder gar Deutschem zu sein. Das ver­än­dert eben nicht bloß die mög­li­che Zahl der Gegnerschaft. Umgekehrt ver­sucht man poli­ti­schen Einfluß zu neh­men, auf die Zahlen. Ein per­fi­des Spiel halt, und damit muß man rech­nen. In der Politik geht es um Macht und Geld, auch für so genann­te "Linke". (was immer das sein mag)

  7. @aa: Passt viel­leicht nicht so ganz zu, Thema. Aber falls Du an dar­an inter­es­siert bist was eine kon­ser­va­ti­ve und eine rechts­po­pu­li­sti­sche Partei so alles Verhandeln: https://​liste​-petro​vic​.at/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​2​5​/​0​2​/​K​o​a​l​i​t​i​o​n​s​v​e​r​h​a​n​d​l​u​n​g​e​n​_​O​E​V​P​_​F​P​O​E​.​pdf

    Zum Hintergrund:
    Liste Madeleine Petrovic

    +++ Leck Koalitionsverhandlungen +++
    Auch uns ist das jüngst in den Medien hin und her gespiel­te Dokument über den aktu­el­len Stand der Koalitionsverhandlungen zwi­schen Blau und Schwarz zuge­spielt worden.
    Aber im Gegensatz zu Rundfunk und selbst­er­nann­ten "Qualitäts"medien behal­ten wir es nicht für uns und framen uns den Inhalt zurecht wie es uns gefällt.
    Wir stel­len das Dokument zur Einsicht zur Verfügung, s. Link im Post. 👇
    Wenn du Transparenz und Informationsfreiheit schätzt, bit­te hilf uns mit einer Unterstützungserklärung, damit wir bei der Wienwahl 2025 antre­ten können. 🙏

    Protokoll FPÖ /​ÖVP:
    grün = Konsens,
    rot = Dissens,
    gelb = Verhandlung

    Quelle: https://​www​.face​book​.com/​L​i​s​t​e​M​a​d​e​l​e​i​n​e​P​e​t​r​o​vic

    Viele Grüße
    Walter aka Der Ösi

  8. Nun habe ich eine ein­fa­che Frage ent­wickelt mit der man rel. ziel­si­cher her­aus­fin­den, ob jemand rech­te oder lin­ke Ansichten hat.

    Und zwar:
    "Bist Du für, oder gegen Trans- oder Multikulturalität? Bitte um Begründung!"

    Dabei ist es nicht aus­schlag­ge­bend, ob jemand dafür der dage­gen ist, son­dern es geht mir ledig­lich und die (Komplexität der) Erklärung – so lässt sich am effek­tiv­sten der Spreu vom Weizen trennen.

    Hier mei­ne per­sön­li­che Antwort:
    Ich bin FÜR Trans- resp. Multikulturalität, weil ich gene­rell an an den Ansichten, Lebensweisen und Gebräuchen mei­ner Mitmenschen inter­es­siert bin. Und war­um in die Ferne schwei­fen, wenn das Gute (die Vielfalt) doch so nah und qua­si vor der eige­nen Haustüre liegt! 🙂 

    Hintergrund zu mei­nen Überlegungen: Es gibt nicht weni­ge die behaup­ten, dass es kein Rechts und kein Links mehr gibt, oder dass es ein ent­spre­chen­des Framing in die­se Richtung gibt gibt.
    OK, mit der Beantwortung die­ser ein­fa­chen Frage kann jede® ein für alle­mal Klarheit schaffen…

    Viele Grüße
    Walter aka Der Ösi

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