Fischers Fritz fischt frische Fakes

Diese Nachricht war heu­te Thema auf der Bundespressekonferenz, die wie­der ein­mal zwi­schen skur­ril und erschüt­ternd changierte:

washing​ton​post​.com (19.1.25)

»LONDON – Die Brüche von Unterseekabeln, die in den letz­ten Monaten die euro­päi­schen Sicherheitsbehörden in Aufruhr ver­setzt haben, waren nach Ansicht meh­re­rer US-ame­ri­ka­ni­scher und euro­päi­scher Geheimdienstmitarbeiter wahr­schein­lich eher auf Seeunfälle als auf rus­si­sche Sabotage zurückzuführen.

Diese Feststellung spie­gelt einen sich abzeich­nen­den Konsens zwi­schen den Sicherheitsdiensten der USA und Europas wider, so hoch­ran­gi­ge Beamte aus drei Ländern, die an lau­fen­den Untersuchungen einer Reihe von Vorfällen betei­ligt sind, bei denen kri­ti­sche Energie- und Kommunikationsleitungen auf dem Meeresboden durch­trennt wurden.

Die Fälle lie­ßen den Verdacht auf­kom­men, dass Russland im Rahmen einer brei­te­ren Kampagne hybri­der Angriffe in ganz Europa die Unterwasserinfrastruktur ins Visier genom­men hat, und führ­ten zu ver­stärk­ten Sicherheitsmaßnahmen, dar­un­ter die Ankündigung der NATO in der ver­gan­ge­nen Woche, neue Patrouillen- und Überwachungsoperationen in der Ostsee einzuleiten.

Bisher haben die Untersuchungen, an denen die Vereinigten Staaten und ein hal­bes Dutzend euro­päi­scher Sicherheitsdienste betei­ligt sind, jedoch kei­ne Hinweise dar­auf erge­ben, dass Handelsschiffe, die ver­däch­tigt wer­den, Anker über den Meeresboden gezo­gen zu haben, dies absicht­lich oder auf Anweisung Moskaus getan haben, so die Behörden.

Stattdessen wie­sen US-ame­ri­ka­ni­sche und euro­päi­sche Beamte dar­auf hin, dass die bis­her gesam­mel­ten Beweise – dar­un­ter abge­fan­ge­ne Kommunikation und ande­re gehei­me Informationen – auf Unfälle hin­deu­ten, die durch uner­fah­re­ne Besatzungen an Bord schlecht gewar­te­ter Schiffe ver­ur­sacht wurden.

US-Beamte führ­ten „kla­re Erklärungen“ an, die in jedem Fall ans Licht gekom­men sei­en und dar­auf hin­deu­ten, dass der Schaden wahr­schein­lich auf einen Unfall zurück­zu­füh­ren ist, und es gebe kei­ne Beweise für eine Schuld Russlands. Beamte zwei­er euro­päi­scher Geheimdienste sag­ten, dass sie mit den Einschätzungen der USA übereinstimmten…

Der deut­sche Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeich­ne­te den Vorfall mit dem Ankerschleppnetz im November als „Sabotage“ und sag­te, dass „nie­mand glaubt, dass die­se Kabel ver­se­hent­lich durch­trennt wur­den“. Wochen spä­ter sag­te der fin­ni­sche Präsident Alexander Stubb, dass ein Vorfall am Weihnachtstag „defi­ni­tiv“ mit Russland in Verbindung stehe.

Experten haben auch gesagt, dass die Vorfälle auf dem Meeresboden in ein Muster rus­si­scher Aggression passen.

Das Durchtrennen der Kabel „könn­te sehr wohl ein zufäl­li­ger Unfall sein“, sag­te Eric Ciaramella, Senior Fellow bei der Carnegie Endowment for International Peace, der zuvor stell­ver­tre­ten­der natio­na­ler Geheimdienstoffizier der Vereinigten Staaten für Russland war. „Aber es ist schwer, eine kon­zer­tier­te rus­si­sche Kampagne aus­zu­schlie­ßen, wenn [Moskaus] Geheimdienste ver­su­chen, deut­sche Geschäftsleute zu ermor­den, Feuer in Fabriken in ganz Europa legen und Bomben in Frachtflugzeugen deponieren.“

Die sich abzeich­nen­de Ansicht west­li­cher Geheimdienste, dass Unfälle – und nicht Russland – wahr­schein­lich für die Schäden unter Wasser ver­ant­wort­lich sind, wur­de von eini­gen Russlandkritikern zurück­ge­wie­sen…«


Herr Fischer vom Auswärtigen Amt kam ganz schön ins Stottern bei der Antwort auf Fragen von Florian Warweg (nach­denk­sei­ten).

»… Die Außenministerin hat das ein­mal sehr auf den Punkt gebracht: Es fällt bei die­ser Anreihung von Ereignissen schwer, an Zufälle zu glauben.

Lassen Sie mich ein­mal ergän­zen. Ich kom­me ja von der Nordseeküste, aus einem klei­nen Dorf… Bei uns gibt es ja durch­aus das eine oder ande­re Schiff, und die wer­fen auch mal Anker. Und wenn son Anker meh­re­re Hundert Kilometer hin­ter einem Schiff her­ge­zo­gen wird, dann lässt das dar­auf schlie­ßen, daß ent­we­der die Besatzung extrem schlecht aus­ge­bil­det ist, besof­fen ist oder das mit Vorsatz macht. Sie kön­nen sich eine der drei Varianten aus­su­chen.«

Herr Stempfle aus dem Kriegstüchtigkeits-Ministerium ergänzt:

»… Grundsätzlich ist es für den Minister wich­tig, nicht aus­zu­schlie­ßen, dass es sich um hybri­de Attacken han­deln kann, son­dern dass man gera­de­zu dazu ver­pflich­tet ist, auch die­se Möglichkeit in Erwägung zu zie­hen, und dann in Abstimmung mit Partnern recher­chiert, was es im Einzelfall tat­säch­lich war…«

Warweg greift das auf und fragt:

»Sie haben auch heu­te wie­der betont, dass sich die Bundesregierung grund­sätz­lich nicht an Spekulationen betei­li­ge. Im Falle der Ostseedatenkabel ist genau das der Fall gewe­sen…Wieso gibt es offi­zi­el­le Aussagen von Außenministerium und Verteidigungsministerium zu einer Causa, in der die Untersuchung noch läuft und alles dar­auf hin­deu­tet, dass der von den besag­ten Ministern geäu­ßer­te Verdacht nicht zutrifft?

Fischer (AA)
Also, ich glau­be, es hat hier nie jemand bestrit­ten, daß die Nord-Stream-Pipeline in die Luft gesprengt wor­den ist. Insofern geht es erst ein­mal hier um die Faktenbeschreibung. Und da geht es sozu­sa­gen um die Aufklärung, und die liegt beim Generalbundesanwalt.

Was Sie sagen, ist, es geht um die Durchtrennung von Kabeln. Das haben wir in letz­ter Zeit häu­fi­ger gese­hen. Da müs­sen wir uns dar­auf ein­stel­len. Und wenn Sie die Äußerungen der Ministerin zum Beispiel genau ver­fol­gen, dann hat sie auch erklärt : "Es fällt mir mehr als schwer, da noch an Zufälle zu glau­ben". Und das läßt ja trotz­dem ver­schie­de­ne Möglichkeiten offen. 

Also es geht in die­sen Fällen durch­aus ein­fach um die Tatsachenbeschreibung. Das eine ist in die Luft gesprengt wor­den. Da sind wir uns einig. Die Ermittlungen lau­fen, die straf­recht­li­chen Ermittlungen. Bei dem ande­ren sind wir noch bei der Schadensaufklärung, kön­nen also bestimm­te Dinge nicht aus­schlie­ßen, müs­sen uns aber, weil die Dinge sich ja wie­der­holt haben, dar­auf ein­stel­len, mit einer sozu­sa­gen bes­se­ren Überwachung im Ostseeraum.«

Den gan­zen Artikel gibt es auf nach​denk​sei​ten​.de unter dem Titel „Der Russe war’s (doch nicht)!“ – Baerbock und Pistorius bla­mie­ren sich mit Aussagen zu Ostseekabeln,

6 Antworten auf „Fischers Fritz fischt frische Fakes“

  1. Ausland, schick uns gefäl­ligst bes­se­re Fachkräfte! – oder: "Belesen" ist Relativ

    Flotte der Schatten. Was ja wie­der­um nur bedeu­ten kann daß Putin Schuld am schlech­ten Ausbildungsstand der Arbeitnehmer ist. ( -> Fachkäftemangel) Vermutlich hat uns Putin auch noch die­se Sch…-Politiker unter­ge­ju­belt. dem traue ich doch glatt Alles zu – Ha! – So Leute, krieg' ich jetzt'n Job, ärzt­li­che Unterstützung und sozia­le Rehabilitation. Ich hab' gesagt P. sei Schuld, oder nicht? 😀 – Wohl kaum. also Weiter im Trott .….

    Das mit den Seekabeln hat Matthias Bröckers in einer der letz­ten "3J1000" Themenabende bereits zum Besten gege­ben. Die hoch­spe­zia­li­sier­ten Reparaturunternehmen arbei­ten seit eh- und jeh‑, sai­so­nal "auf Hochtouren". Diese Beschädigungen sind Alltagsgeschäft, und in "tur­bueln­ten Zeiten" ist mit erhöh­tem Chaos zu rech­nen. Daraus ver­früh­te Schlüsse zu zie­hen ist defi­ni­tiv wahr­schein­li­cher Propaganda als Sabotage. Gruene, CDU und FDP – Deutschlands Rechte – fal­len nicht zum Erstenmal ,mit der­ar­ti­gem Scheissdreck auf. Ach jsa, Die "die immer mit dabei" nicht ver­ges­sen, sind natür­lich auch mit dabei! (Wissen natür­lich wie­der mal von nichts)

    Schade daß "der offe­ne Brief" an die Sic-Intern betreff des Faschismus in ukrai­ne nicht ver­linkt wur­de. – Sie wis­sen es, wer ihre "Partner" sind.

    Sie wuss­ten es auch wäh­rend der "Weimarer Republik". Abstreiten lässt sich immer. 😉

    [PS: kommt das mit der "Schattenflotte" nicht schon wie­der aus "Herr der Ringe"? – Was Quellen!]

    1. Huch – hab' ich sic-intern geschrie­ben. Das war natür­lich kei­ne Absicht. Hab' ich doch sel­ber mal SPD gewählt (-sick!-) Sagten "frü­her" doch Viele in mei­ner Gegenwart "jaja, die dümm­sten Schafe .…". Schade daß sie Recht hat­ten. Danke daß sie es wenig­stens (ver­geb­lich) ver­sucht haben. Es hät­te nichts genützt kon­kre­ter zu wer­den, und ich wur­de durch die nack­te Realität "über­zeugt". Es muß sich also um einen "freud'chen" Verschreiber gehan­delt haben. Ordentlich heißt es ja SI, für sozia­li­sti­sche inter­na­tio­na­le. – Seltsam, aber so steht es in Wikipedia geschrieben.

      https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​S​o​z​i​a​l​i​s​t​i​s​c​h​e​_​I​n​t​e​r​n​a​t​i​o​n​ale

      Dachte immer es hie­sse sozi­al­de­mo­krai­sche Internationale. Nasowas. So kann man sich irren. Aber, lie­be Leute, es heißt ja auch nicht "Lumpenproletariat", oder "Arbeitsscheue", ne?
      Aber egal, Schamposs ist ehe­dem nicht so mein Ding. 😉 (bäh) [nix gegen la cham­pa­gne! – soweit das ueber­haupt moeg­lich sein sollte]

      Meines Erachtens ver­brau­chen sich vie­le mit sop­zia­lem bewusst­sein in der SPD. Mein Erachten muß aber nicht in jedem Fall rich­tig sein. es ist bloß mein Standpunkt, mei­ne Erfahrung!

  2. In die­sem System sind die Worte und Begriffe Wahrheit und Lüge, Fakten und Fälschung, belie­big und situa­tions- und vor allem zweck­be­dingt zu defi­nie­ren. Ein Satz kann daher durch­aus auch zwei dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setz­te Aussagen ent­hal­te. Orwell bezeich­ne­te dies als "Doublethink" Seit Corona ist die­ses System nun­mehr all­täg­lich ganz offen zu betrach­ten. Vorher bestan­den noch eini­ge weni­ge Skrupel, dies so offen ver­höh­nend dies anzuwenden.

    Wer nicht auf sei­ne eige­ne Einschätzung und die Logik ver­traut, der unter­wirft sich letzt­lich aus aner­zo­ge­ner Unterwürfigkeit und/​oder aus Bequemlichkeit exakt den ulti­ma­ti­ven pro­fi­tie­ren­den Interessengruppen. Es sei denn, er ver­tritt die­ses Prinzip aus tief­ster Überzeugung oder Opportunismus. 

    Zur Effizienzsteigerung kann die gesam­te Regierungstruppe bei die­sen Anlässen durch einen Chatbot ersetzt wer­den. Das Ergebnis der Fragen, so sie denn gestellt wer­den, steht bereits von Beginn an fest.

  3. Es war sofort die Rede (*) von einer "Blockade" der Ostsee durch die NATO, um rus­si­sche Schiffe den Zugang zu ver­wei­gern. Mit ande­ren Worten, die NATO will Russland den Zugang zu einem inter­na­tio­na­len Gewässer ver­wei­gern. Ganz schön irre.

    (*) Beispiel:
    https://​www​.nzz​.ch/​p​r​o​/​r​u​s​s​l​a​n​d​s​-​v​e​r​d​e​c​k​t​e​-​k​r​i​e​g​s​f​u​e​h​r​u​n​g​-​e​s​k​a​l​a​t​i​o​n​s​r​i​s​i​k​o​-​i​n​-​d​e​r​-​o​s​t​s​e​e​-​s​t​e​i​g​t​-​l​d​.​1​8​4​5​262

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