Maurermeister

Es ist nicht nur dem Wahlkampf geschul­det, wenn die Vorwürfe gegen Lauterbach wie­der auf den Tisch kommen.

welt​.de (22.1.25)

»Für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist die Frage der Vergabe der Corona-Impfkampagne „Ich schüt­ze mich“ trotz wei­te­rer Unklarheiten nicht wei­ter auf­klä­rungs­be­dürf­tig. In der noch unver­öf­fent­lich­ten Antwort auf eine Kleine Anfrage der Unionsfraktion im Bundestag, die WELT vor­liegt, teil­te das Ministerium mit: „Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass bei der Unterbeauftragung der betref­fen­den Agentur für die Ich schüt­ze mich-Kampagne die ver­ga­be- und ver­trags­recht­li­chen Vorgaben erfüllt wurden.“

Streitpunkt ist seit zwei­ein­halb Jahren die Auftragsvergabe der letzt­lich rund 600.000 Euro schwe­ren Kampagne, bei der 84 Bürger in TV-Spots und auf Plakaten für Infektionsschutzmaßnahmen und Corona-Impfstoffe war­ben. Die CDU und spä­ter auch die Linkspartei kri­ti­sier­ten, dass die SPD-nahe Werbeagentur „BrinkertLück“ vom Gesundheitsministerium ein­ge­setzt wor­den war, ohne dass der Auftrag geson­dert öffent­lich aus­ge­schrie­ben wor­den sei. Dies wäre ab einem Volumen von 140.000 Euro ver­ga­be­recht­lich nötig gewesen…

Der Vorgang ent­wickel­te sich zur Posse, als das Ministerium der Union Auskunft über die Unterlagen in einem abhör­si­che­ren Saal geben und aus­ge­wähl­ten Politikern des Ausschusses Einsicht in die Akten gewäh­ren muss­te. Doch die­se erga­ben weder einen Hinweis auf eine Unterbeauftragung von „BrinkertLück“ noch auf eine Ausschreibung. Daraus lässt sich der Schluss zie­hen, dass es aus­schließ­lich münd­li­che Absprachen gab – die aber nicht aus­rei­chend gewe­sen wären.

Schließlich rüg­te der Bundesrechnungshof das Gesundheits­ministerium im März 2024 wegen Verstößen gegen das Vergaberecht und den Geheimschutz…

Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Dittmar [teil­te] mit: „Unterbeauftragungen erfol­gen nach einer Klarstellung in der Beschaffungsordnung seit­her aus­schließ­lich in schrift­li­cher Form und zwin­gend nach dem soge­nann­ten Vier-Augen-Prinzip. Diese Prozessverbesserungen wer­den seit­dem bei allen Vergabeverfahren erfolg­reich angewendet.“…«

5 Antworten auf „Maurermeister“

  1. Kam heu­te wie­der im Fernsehen: Politiker nut­zen Private Unternehmen um ihre Interessen durch­zu­set­zen. Was für eine Überraschung. Nur ist es genau umgekehrt.

  2. Sofern mit Unterbeauftragung gemeint ist, dass BrinkertLück als tra­di­tio­nel­ler Subunternehmer tätig war und die­se Unterbeauftragung nicht eine ande­re Bedeutung hat: Absurd. Ein Subunternehmer wird vom Hauptauftragnehmer beauf­tragt. Hat der Hauptauftragnehmer beauf­tragt oder das Ministerium? Wenn das Ministerium beauf­tragt hat, hat der Hauptauftragnehmer dies geneh­migt und wann? Wenn kei­ne schrift­li­che Dokumentation vor­liegt, dann blei­ben wohl nur Aussagen des Haupt- und des Subunternehmers. Was sagt denn die ent­spre­chen­de Landesfinanzbehörde zu der Rechnung und den Büchern des Hauptauftragnehmers und des Subunternehmers?

      1. @Erfordia… :

        Das haben Sie wirk­lich sehr schön gesagt. 😀

        Natürlich weiß ich daß das nicht zum Lachen ist, aber was soll man sonst tun. Letzteres hal­te ich – ganz im Ernst – für eine rhe­to­risch Gute Frage. [sie muß mir wohl "ein­ge­ge­ben" wor­den sein]

        Ob wir jetzt end­lich ein (Klappe-Halten-) Angebot der Promotion-Industrie erhal­ten? 😉 Ich fürch­te nicht! [die Frage kann ich defi­ni­tiv beantworten]

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