Es war nicht ganz so, wie es im Artikel der "Süddeutschen Zeitung" dargestellt wird:

3,2 Millionen zahlt das Land dem Konzern als Ersatz für 2020 verweigerte Lohnfortzahlungen. Sie sollen nach dem Vergleich "in soziale Projekte zur besseren Integration von meist osteuropäischen Arbeitnehmern fließen".
»… Mitte Juni 2020 hatte der Billigfleischproduzent seinen größten Schlachthof im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück fünf Wochen lang stilllegen müssen, nachdem sich über 2000 Mitarbeiter und Angehörige infiziert hatten. Ein Hygiene-Experte entdeckte die bis dahin unbekannte Ursache der Ansteckung: Das Kühl- und Belüftungssystem bei Tönnies hatte Aerosole (und damit das Virus) verbreitet.
Im „Tönnies-Lockdown“ mussten auch Bars, Fitnessstudios und Kinos schließen
Die Behörden reagierten mit drastischen Maßnahmen: Die Stadt Verl etwa ließ einen ganzen Straßenzug wochenlang einzäunen, in dem Hunderte Tönnies-Mitarbeiter aus Rumänien, Polen oder Bulgarien auf oft engstem Raum lebten. Die Billiglöhner und ihre Nachbarn mussten vom Roten Kreuz und von Bundeswehrsoldaten mit Lebensmittelspenden und Wasser versorgt werden. Insgesamt etwa 15 000 Menschen mussten in Quarantäne.
Zudem wurden 640 000 Menschen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf dem „Tönnies-Lockdown“ unterworfen: Bars, Fitnessstudios oder Kinos mussten schließen, im öffentlichen Raum durften sich maximal zwei Personen oder Menschen treffen, die ohnehin in einem Haushalt lebten. Sommertouristen aus Gütersloh wurden in Schleswig-Holstein oder Bayern verschärften Kontrollen unterworfen – oder von ihren Ferienunterkünften gebeten, zu Hause zu bleiben…«
Zur Erinnerung, laut RKI-Darstellung befinden wir uns hier:

Bei völlig abgeflautem "Pandemiegeschehen" gelang es, mittels Massentests und alarmistischer Berichterstattung für kurze Zeit mit den Tönnies-Zahlen eine Bedrohung zu suggerieren. Übrigens: Auch wenn das RKI penetrant von "Erkrankungsbeginn" spricht, ist mir keine einzige Meldung begegnet, die von erkrankten Mitarbeitern des Schlachthofs berichtet.
Eine überschaubare Weile war der Fall verbunden mit den unwürdigen Arbeits- und Wohnverhältnissen, denen die Arbeiter ausgesetzt waren und die die Ausbreitung von Infektionen jeglicher Art begünstigten. Immerhin wurde in der Folge die Praxis von ausbeuterischen Werkverträgen über Subunternehmen gesetzlich unterbunden. Doch mehr als ein Jahr später berichtete die "Rheinische Post" (8.9.21):
»Auch nach den Skandalen in der Fleischindustrie erhalten weiterhin mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Vollzeit-Beschäftigten in der Branche ein Gehalt unterhalb der Niedriglohnschwelle. Die Niedriglohnquote in der Fleischwirtschaft liegt bei 50,6 Prozent, in der Gesamtwirtschaft dagegen bei 18,7 Prozent. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor…«
"Aerosole" und "Superspreading-Ereignis"
Nachhaltiger war die Erzählung der gefährlichen Aerosole. Die "SZ" verbreitet hierzu eine Falschmeldung. Denn der genannte "Hygiene-Experte" hatte überhaupt nicht das betreffende Ereignis untersucht. Der Deutschlandfunk berichtete am 24.7.20:
»Ein sogenanntes Superspreading-Ereignis war für den Corona-Ausbruch im Schlachthof von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück verantwortlich. Dabei wurde das SARS-CoV-2-Virus im Umkreis von mehr als acht Meter auf mehrere Person übertragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), der Uniklinik Hamburg-Eppendorf und des Leibniz-Instituts für Experimentelle Virologie (HPI). Dazu wurden die Standorte Infizierter bei der Arbeit und die Infektionsketten anhand von Virussequenzen analysiert…
Ralf Krauter: Wie sind Sie vorgegangen, um die Infektionsketten zurückzuverfolgen?
Adam Grundhoff: Wie Sie richtig sagen, das war Anfang Mai, das war damals noch ein relativ begrenztes Ausbruchsgeschehen, das ungefähr einen Monat vor dem sehr, sehr großen Ausbruch bei Tönnies war, der dann überall in der Presse war. Da waren um die 30, 40 insgesamt infizierte Mitarbeiter beteiligt. Das war ein sehr eingeschränktes Ausbruchsgeschehen, das wir deswegen sehr gut untersuchen konnten…«
Mit abenteuerlichsten Methoden kommt der Experte zu der Auffassung, daß ein Superspreader Wochen später tausende Menschen angesteckt haben muß:
»[Es] war eigentlich ganz klar, dass hier in dieser Werkshalle offenbar während der Arbeit, während der Frühschicht eine Übertragung stattgefunden hat. Was dabei interessant war, ist, dass diese Übertragung stattgefunden hat über größere Entfernung, also deutlich über 1,5, zwei, drei Meter, sondern bis zu acht Meter…
Krauter: Das heißt letztlich, ein einziger Superspreader führte letztlich dazu, dass diese Lawine ins Rollen kam und sich mittelfristig insgesamt 1.400 Mitarbeiter infiziert haben in diesem Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück?
Grundhoff: Ja, so könnte man das vermuten…«
Eigentlich und offenbar ist völlig auszuschließen, daß Infektionen in Sechs-Mann-Schlafräumen stattfinden.
Mit Polizei und Militär die Arbeiter interniert. Lauterbach zündelt
Der Fall Tönnies sollte nicht der einzige bleiben, in dem Menschen ohne deutschen Paß wesentlich rigider behandelt wurden als Einheimische. Am 22.6.20 berichtete die "Süddeutsche Zeitung":
»… Über allem schwebt seit Mittwoch die Angst der Menschen in Rheda-Wiedenbrück davor, dass Ausgangssperren verhängt, eine ganze Region abgeriegelt werden könnte. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert das…
Drei Hundertschaften der Polizei unterstützten die Ordnungsämter dabei, die Quarantäne durchzusetzen…
Hier in den drei- bis achtstöckigen Wohnsilos am Stadtrand von Verl, 15 Kilometer östlich der Fleischfabrik, leben Hunderte Tönnies-Mitarbeiter. Wie viele es genau sind, weiß niemand. Jedenfalls so viele, dass am Samstag plötzlich Polizei und Feuerwehr anrückten und einen ganzen Straßenzug mit einem grauen, grobmaschigen Bauzaun umstellten. Zwangsquarantäne, zwei Wochen Ausgangssperre. Im Haus Nummer 19, einem rot verklinkerten Kasten, kennt Gheorghe Rasinar zehn Tönnies-Leute: "Und deshalb sperren die uns alle ein." Mit denen im Haus nebenan seien das beinahe 150 Leute: "Frauen, Kinder, alle."…
Im Zollhausweg ist das Elend längst angekommen. Viele der Menschen, die hier hinter dem Quarantäne-Zaun in der Sommerhitze auf der Straße stehen, tragen zerschlissene Shorts, Plastikschlappen. Sie stehen artig in der Schlange, durch ein kleines Loch im Zaun reicht ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes Brot: 500 Gramm pro Kopf. Am Samstagabend bekam jede Familie eine braune Papiertüte, darin ein Liter H‑Milch, eine Flasche Wasser, ein Karton Apfelsaft, Kekse, Tee, Kaffee…
Und am Sonntagmittag kam dann die Bundeswehr zu ihnen in den Zollhausweg, in weißen Kleinbussen, 33 Frauen und Männer in Uniform…
Die meisten Menschen hinter dem Zaun sind Polen und Rumänen. Sie bleiben auf Distanz, wollen nicht reden. Viele sprechen kaum Deutsch, weil sie nur für ein paar Monate nach Deutschland geschleust und dann wieder ausgetauscht werden. So hat es eine Frau gehört, die hundert Meter weiter seit ihrer Kindheit in einem Einfamilienhaus wohnt. Ein Hausmeister, der die Wohnsilos der Tönnies-Fleischer betreut, habe ihr erzählt, wie es zugeht in den Wohnungen: "Die schlafen im Drei-Schichten-Betrieb, mit bis zu zehn Mann in einer Drei-Zimmer-Wohnung", sagt sie. "Diese Menschen werden in Zuständen gehalten wie die Schweine, die sie schlachten."…
"Wir haben hier die totale Ausnahmesituation", hat Sven-Georg Adenauer wenige Minuten zuvor gesagt. Er ist seit 1999 Landrat im Kreis Gütersloh, er pflegte seit Jahren ein gutes Verhältnis zum Chef des größten Schlachtbetriebs in Deutschland, auch persönlich. Wer ihn Anfang Mai auf die damals wenigen infizierten Tönnies-Arbeiter ansprach, traf auf einen entspannten Mann. Kritik an den Arbeits- oder Unterkunftsbedingungen wollte er nicht teilen…«
Mit welchen Lügengeschichten das Geschehen damals ausgeschlachtet wurde, ist u.a. zu lesen in:
Gesundheitsminister kennt Corona-Zahlen nicht – kreative Statistik

>> 3,2 Millionen zahlt das Land dem Konzern als Ersatz für 2020 verweigerte Lohnfortzahlungen. Sie sollen nach dem Vergleich "in soziale Projekte zur besseren Integration von meist osteuropäischen Arbeitnehmern fließen".
Haha. Privatunternehmer und soziale Projekte, was soll das denn werden? Bestenfalls ne Propagandanummer fürs Fernsehen, großen Scheck in die Kamera halten, ein paar ausgesuchte Meinungen, vielleicht noch ne Bratwurst und das wars dann auch.
Und wie diese Privatunternehmer mit Menschen umgehen, dafür zahlt das Land doch gerne und die Polizei ist auch behilflich.
"Dazu wurden die Standorte Infizierter bei der Arbeit und die Infektionsketten anhand von Virussequenzen analysiert…"
Dass Viren mutiern wusste ich schon, aber dass sie so schnell mutieren – quasi von einem Wirt zum anderen – wusste ich nicht. Zumindest nicht in einem Ausmaß, das die Fehlertoleranzen bei dem anschließenden Laborgemurkse und den Computermodellen zur Ableitung der Herkunft überseigt.
Der Aufwand den man für dieses fragwürdige Ergebnis betrieben haben muss, übersteigt jedes Maß. Die Labore wird es gefreut haben. Alles kostet Geld.
Gegen Ausbreitung der "Aerosole" und ein "Superspreading-Ereignis" half zuverlässig der grobmaschige Bauzaun. Ohne ihn hätten Feuerwehr und Rotkreuz bestimmt die Seuche übers Land getragen.
Den Irrsinn haben wir damals schon sehr misstrauisch verfolgt und waren sicher, dass dieser Unternehmer bei diesem Schauspiel seinen Schnitt macht.
Ob wieder alle mitmachen, weil die Kapelle zum "bovine bird flu" aufspielt? Der Tagesguck verbreitet noch immer Panik mit "Bergamo" und die ersten Maskierten werden beim Einkaufen gesehen.
Es bleiben spannende Zeiten.