Abführ-Tipp für die Festtage

Am Heiligen Nachmittag habe ich den Fehler gemacht, das Kino in mei­nem Stadtteil auf­zu­su­chen. Der Film war leid­lich aus­zu­hal­ten ("Der Spitzname"). Daß vor dem Hauptfilm ein "We Stand With Ukraine" obli­ga­to­risch war, nahm ich in Kauf. Schier uner­träg­lich war hin­ge­gen die­ser Werbefilm für die Wehrmacht, oder wie der Laden heu­te heißt ("Führung bei der Bundeswehr", bun​des​wehr​kar​rie​re​.de):

bun​des​wehr​kar​rie​re​.de

»Die Laufbahn der Offizierinnen und Offiziere
Als Kampfpilotin oder Kampfpilot fliegst du ein hoch­mo­der­nes Jagdflugzeug in Luftverteidigungs- und Luftangriffseinsätzen, bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter. Du planst eigen­ver­ant­wort­lich flie­ge­ri­sche Übungen und Einsätze, berei­test die­se vor und führst sie auch im Verbund mit ande­ren Pilotinnen und Piloten durch.Du erhältst umfas­sen­des Wissen in unter­schied­li­chen Disziplinen und baust dei­ne theo­re­ti­schen und prak­ti­schen Kenntnisse fort­wäh­rend aus.«


yorck​.de

13 Antworten auf „Abführ-Tipp für die Festtage“

  1. Heutzutage ist jeder Film ein Propagandafilm. Gespickt mit Werbung (Rauchen, Trinken, Essen, Elektro-Autos, Klimakäse, Packwahn) und jede Menge Schwule, Lesben und Diverse. Und wenn jemand umkippt, ist auch immer gleich ein Rettungswagen zur Stelle (hach wie toll wir doch medi­zi­nisch ver­sorgt sind) und natür­lich wird bei jeder Mordfallermittlung das Märchen vom Datenschutz jedes­mal neu erzählt.

    Wie sag­te doch neu­lich einer der Tatort.Fritzen so schön:
    Was Sie sehen ist das was Ihnen gezeigt wird.

    Man kann dafür ins Kino gehen. Mußß man aber nicht.

  2. Als Kampfpilotin oder Kampfpilot fliegst du ein hoch­mo­der­nes Mordinstrument, an dem die herr­schen­den Oligarchen her­vor­ra­gend ver­die­nen. Du fliegst es bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter, die Oligarchen ver­die­nen bei Tag, bei Nacht und bei jedem Wetter.

    Du planst und führst tech­nisch ein­wand­frei und per­fekt ange­lei­tet die Vernichtung von mensch­li­chem Verbrauchsmaterial durch. Allein und mit Mittätern. So, wie dies auch der defi­nier­te Feind durchführt. 

    Wer sich die­ses "Spiel", in dem es kei­ne Gewinner geben kann, etwas näher anschaut und die Systematik erkennt, wird hier nicht mehr mit­spie­len. Wozu brau­chen wohl Soldaten nach den Einsätzen psy­cho­lo­gi­sche Betreuung und Therapie? Sicher, mit Kampfjets, Raketen und Marschflugkörpern und Drohnen ist das Töten ein Stück weit anony­mi­siert, der erleg­te Feind nicht direkt sichtbar. 

    Krieg ist ein Überbleibsel aus der Evolutionsgeschichte, das sich erfolg­reich hält. Offenbar ist es immer noch erstre­bens­wert, die Urinstinkte aus­zu­le­ben, auch wenn mit­tels fort­schritt­li­cher Technik der Planet draufgeht.

    Bei einem sol­chen Werbespot wür­de mich ein apo­ka­lyp­ti­scher Brechreiz über­kom­men. Danke für den wert­vol­len Hinweis. Sollte ich nach geschätz­ten zwei Jahrzehnten wie­der ein deut­sches Kino auf­su­chen, wer­de ich an die offen­bar not­wen­di­gen Beutel den­ken. Man kann die­se wohl nicht an der Kasse mit den Karten erwerben.

    Wurde denn im Lichtspieltheater auch eine Sammelbüchse her­um­ge­reicht, um für das ehr­ba­re und kor­rup­ti­ons­re­si­sten­te ukrai­ni­sche Regime Spenden zu sammeln?

  3. „Schier uner­träg­lich war hin­ge­gen die­ser Werbefilm für die Wehrmacht, …“
    —Da stim­me ich Ihnen zu. Zumindest an den Weihnachtstagen nicht auf sol­che Propaganda zu ver­zich­ten, ist unerträglich.

    Der Text ist ähn­lich unbe­hol­fen und lächer­lich wie die Kompetenzbeschreibungen im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen.
    Und was soll das: „Du planst eigen­ver­ant­wort­lich flie­ge­ri­sche Übungen und Einsätze, …“? Hat irgend­ein Pilot eigen­ver­ant­wort­lich zu ent­schei­den, auf wel­cher Route er wel­ches Ziel ansteu­ert, und wel­che Waffen dort ein­zu­set­zen sind? Ich hof­fe nicht.

    Wie der Alltag bei der Bundeswehr tat­säch­lich aus­sieht, zumin­dest zu mei­ner Wehrdienstzeit:
    Zwei Wehrpflichtige, ein Zivilbediensteter und zwei Berufssoldaten im Büro. Die Wehrpflichtigen und der Zivilbedienstete machen die Arbeit.
    Der eine Berufssoldat orga­ni­siert den gan­zen Tag die Hilfe für sei­nen Hausbau, indem er bei ande­ren Soldaten mit den ent­spre­chen­den Fertigkeiten anfragt.
    Der zwei­te ver­mit­telt Versicherungen für eine der gro­ßen deut­schen Versicherungen: Andere Soldaten kom­men vor­bei, las­sen sich bera­ten und schlie­ßen Versicherungsverträge ab—Büro, Telefon, Schreibgerät, Heizung, Beleuchtung für die­se Versicherungstätigkeit finan­ziert von Steuerzahlern, dar­un­ter sicher auch damals schon sol­che, die jeden Pfennig umdre­hen mussten.
    Dieser zwei­te Berufssoldat bekam auch für sei­ne lang­jäh­ri­ge Tätigkeit ein Auszeichnung vom Oberst, der das Geschwader lei­te­te, wozu wir antre­ten und stramm­ste­hen mussten.
    Bei einer „Tactical-Evaluation“-Übung spiel­ten unse­re Vorgesetzten in der Cafeteria im ABC-Vollschutz Doppelkopf. Das gibt einem jun­gen Soldaten im unte­ren Dienstrang das beru­hi­gen­de Gefühl, im Ernstfall in guten Händen und nicht ein­fach Kanonenfutter zu sein.

  4. Die Zielgruppe sind Dreizehnjährige. Coronagedrillte! Noch Fragen. – Gut! – Wegtreten.

    Die Werbeagentur für die "Egoschooter" dürf­te ver­gleich­bar "arbei­ten". Abenteuer!

    1. Nichts für ungut. Mir per­sön­lich ist der Blog zu auto­ri­ta­ri­stisch. "Links" kann jeder für sich in Anspruch neh­men. Keine Trademark o‑ä. – Sorry!

      Man weiß warum.

  5. 2. Oktober 2020
    Nein, mei­ne Söhne geb' ich nicht

    Vor eini­ger Zeit schrieb mir ein fer­ner Freund,
    dass sich bekann­te Musikerinnen und Musiker zusammengefunden 

    und mein Lied 

    „Nein, mei­ne Söhne geb’ ich nicht“ 

    auf­ge­nom­men hät­ten, ich soll­te mal reinhören.

    https://​www​.rein​hard​-mey​.de/​b​l​o​g​/​n​e​i​n​-​m​e​i​n​e​-​s​o​e​h​n​e​-​g​e​b​-​i​c​h​-​n​i​c​ht/

    dar­in das neue erstell­te offi­zi­el­le Video dazu:
    https://​you​tu​.be/​1​q​-​G​a​3​m​y​TP4

    1. https://www.t‑online.de/sport/fussball/international/id_100561932/aleksey-bugaev-russischer-ex-nationalspieler-stirbt-im-krieg.html

      Auf kei­nen Fall! Ich auch nicht, mei­ne Söhne geb ich gar nicht. Meine Söhne nicht und mei­ne Töchter auch nicht, wenn ich wel­che habe. Es sei denn, sie waren frü­her mal rus­si­sche Drogenhändler. Was sie aber nicht sind. Die sind alle Nichtraucher. 

      Doch ehe­ma­li­ge Drogenhändler oder Ex-Fußballer ris­kie­ren schon mal einen Einsatz im Kugelhagel im Krieg. In der Hoffnung, hin­ter­her begna­digt zu wer­den. So gese­hen, kann auch der Mörder von Magdeburg und sei­ne Kumpels dem­nächst begna­digt und als Söldner an irgend­ei­ner Front ein­ge­setzt werden.

      Gute Idee für Mörder? Ach. Nein. Lieber nicht. Nachher ist die Front nähe Helmstedt und der Typ, ent­las­sen aus dem Magdeburger Knast, bal­lert wie­der ein­fach so drauf los, in die fal­sche Richtung vom Zonenrandgebiet. 

      Gruseln tut einen ja auch Amazon oder irgend­ein Algorithmus:

      https://www.amazon.de/Magdeburger-Mordsgeschichten‑M%C3%B6rder-Club/dp/3746046661

  6. "ePA für alle: 

    Potenziell 70 Millionen digi­ta­le Patientenakten für Hacker zugänglich

    Zwei IT-Experten demon­strie­ren auf dem CCC-Kongress in Hamburg, wie leicht sie auf elek­tro­ni­sche Patientenakten zugrei­fen konnten.
    Sie war­nen vor Vertrauensverlust.

    27. Dezember 2024, 15:46 Uhr"

    "Auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg haben die IT-Sicherheitsexperten Bianca Kastl und Martin Tschirsich auf gra­vie­ren­de Sicherheitsmängel bei der elek­tro­ni­schen Patientenakte (ePA) hin­ge­wie­sen. Sie konn­ten nach eige­nen Angaben auf Akten belie­bi­ger Versicherter zugrei­fen, auch ohne dass sie deren Gesundheitskarte ein­ge­le­sen hät­ten. Das ermög­li­che den Zugriff auf alle 70 Millionen elek­tro­ni­schen Patientenakten."

    "Kastl und Tschirsich kri­ti­sie­ren, dass die ePA ihr Sicherheitsversprechen nicht ein­hal­ten kön­ne. Es sei ihnen zusätz­lich mit wenig Aufwand gelun­gen, gül­ti­ge Heilberufs- und Praxisausweise zu beschaf­fen sowie Gesundheitskarten Dritter. Damit lie­ßen sich eben­falls Gesundheitsdaten ein­se­hen. Zudem konn­ten die bei­den IT-Sicherheitsexperten aus der Ferne auf digi­ta­le Patientenakten zugreifen.
    "Vertrauen lässt sich nicht verordnen"

    Kastl und Tschirsich for­der­ten eine "unab­hän­gi­ge und belast­ba­re" Bewertung der Sicherheitsrisiken der elek­tro­ni­schen Patientenakte und eine trans­pa­ren­te Kommunikation der Risiken. "Nur wenn die Sicherheit der ePA für alle aus­rei­chend gewähr­lei­stet ist, wer­den Leistungserbringer und Versicherte die ePA akzep­tie­ren und auch nut­zen. Das dazu not­wen­di­ge Vertrauen lässt sich nicht verordnen.""

    https://www.zeit.de/digital/2024–12/elektronische-patientenakte-hacker-warnen-chaos-computer-congress

    Details hier:
    https://​www​.hei​se​.de/​n​e​w​s​/​3​8​C​3​-​W​e​i​t​e​r​e​-​S​i​c​h​e​r​h​e​i​t​s​m​a​e​n​g​e​l​-​i​n​-​e​l​e​k​t​r​o​n​i​s​c​h​e​r​-​P​a​t​i​e​n​t​e​n​a​k​t​e​-​f​u​e​r​-​a​l​l​e​-​1​0​2​2​0​6​1​7​.​h​tml

  7. … obwohl "vor­be­rei­tet", war ich heu­te im Kino ähn­lich geschockt.
    Allerdings ent­sprach das Publikum in dem von mir aus­ge­wähl­ten Film: https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​K​o​n​k​l​a​v​e​_​(​F​ilm)
    (Pflichtprogramm für Recht- und Ungläubige und/​oder inter­na­tio­na­le Wahlbeobachter) ganz bestimmt nicht der Zielgruppe – obwohl nicht aus­zu­schlie­ßen ist, dass sich ein­zel­ne, anwe­sen­de Großelternteile dazu bewo­gen füh­len könn­ten, ihren ori­en­tie­rungs­lo­sen Enkelkindern ein­schlä­gi­ge "Karrieretipps" zu geben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert