Am Heiligen Nachmittag habe ich den Fehler gemacht, das Kino in meinem Stadtteil aufzusuchen. Der Film war leidlich auszuhalten ("Der Spitzname"). Daß vor dem Hauptfilm ein "We Stand With Ukraine" obligatorisch war, nahm ich in Kauf. Schier unerträglich war hingegen dieser Werbefilm für die Wehrmacht, oder wie der Laden heute heißt ("Führung bei der Bundeswehr", bundeswehrkarriere.de):

»Die Laufbahn der Offizierinnen und Offiziere
Als Kampfpilotin oder Kampfpilot fliegst du ein hochmodernes Jagdflugzeug in Luftverteidigungs- und Luftangriffseinsätzen, bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter. Du planst eigenverantwortlich fliegerische Übungen und Einsätze, bereitest diese vor und führst sie auch im Verbund mit anderen Pilotinnen und Piloten durch.Du erhältst umfassendes Wissen in unterschiedlichen Disziplinen und baust deine theoretischen und praktischen Kenntnisse fortwährend aus.«


Heutzutage ist jeder Film ein Propagandafilm. Gespickt mit Werbung (Rauchen, Trinken, Essen, Elektro-Autos, Klimakäse, Packwahn) und jede Menge Schwule, Lesben und Diverse. Und wenn jemand umkippt, ist auch immer gleich ein Rettungswagen zur Stelle (hach wie toll wir doch medizinisch versorgt sind) und natürlich wird bei jeder Mordfallermittlung das Märchen vom Datenschutz jedesmal neu erzählt.
Wie sagte doch neulich einer der Tatort.Fritzen so schön:
Was Sie sehen ist das was Ihnen gezeigt wird.
Man kann dafür ins Kino gehen. Mußß man aber nicht.
Als Kampfpilotin oder Kampfpilot fliegst du ein hochmodernes Mordinstrument, an dem die herrschenden Oligarchen hervorragend verdienen. Du fliegst es bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter, die Oligarchen verdienen bei Tag, bei Nacht und bei jedem Wetter.
Du planst und führst technisch einwandfrei und perfekt angeleitet die Vernichtung von menschlichem Verbrauchsmaterial durch. Allein und mit Mittätern. So, wie dies auch der definierte Feind durchführt.
Wer sich dieses "Spiel", in dem es keine Gewinner geben kann, etwas näher anschaut und die Systematik erkennt, wird hier nicht mehr mitspielen. Wozu brauchen wohl Soldaten nach den Einsätzen psychologische Betreuung und Therapie? Sicher, mit Kampfjets, Raketen und Marschflugkörpern und Drohnen ist das Töten ein Stück weit anonymisiert, der erlegte Feind nicht direkt sichtbar.
Krieg ist ein Überbleibsel aus der Evolutionsgeschichte, das sich erfolgreich hält. Offenbar ist es immer noch erstrebenswert, die Urinstinkte auszuleben, auch wenn mittels fortschrittlicher Technik der Planet draufgeht.
Bei einem solchen Werbespot würde mich ein apokalyptischer Brechreiz überkommen. Danke für den wertvollen Hinweis. Sollte ich nach geschätzten zwei Jahrzehnten wieder ein deutsches Kino aufsuchen, werde ich an die offenbar notwendigen Beutel denken. Man kann diese wohl nicht an der Kasse mit den Karten erwerben.
Wurde denn im Lichtspieltheater auch eine Sammelbüchse herumgereicht, um für das ehrbare und korruptionsresistente ukrainische Regime Spenden zu sammeln?
Mutti wäre sicher stolz gewesen, auf ihren kleinen Kampfpiloten.
„Schier unerträglich war hingegen dieser Werbefilm für die Wehrmacht, …“
—Da stimme ich Ihnen zu. Zumindest an den Weihnachtstagen nicht auf solche Propaganda zu verzichten, ist unerträglich.
Der Text ist ähnlich unbeholfen und lächerlich wie die Kompetenzbeschreibungen im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen.
Und was soll das: „Du planst eigenverantwortlich fliegerische Übungen und Einsätze, …“? Hat irgendein Pilot eigenverantwortlich zu entscheiden, auf welcher Route er welches Ziel ansteuert, und welche Waffen dort einzusetzen sind? Ich hoffe nicht.
Wie der Alltag bei der Bundeswehr tatsächlich aussieht, zumindest zu meiner Wehrdienstzeit:
Zwei Wehrpflichtige, ein Zivilbediensteter und zwei Berufssoldaten im Büro. Die Wehrpflichtigen und der Zivilbedienstete machen die Arbeit.
Der eine Berufssoldat organisiert den ganzen Tag die Hilfe für seinen Hausbau, indem er bei anderen Soldaten mit den entsprechenden Fertigkeiten anfragt.
Der zweite vermittelt Versicherungen für eine der großen deutschen Versicherungen: Andere Soldaten kommen vorbei, lassen sich beraten und schließen Versicherungsverträge ab—Büro, Telefon, Schreibgerät, Heizung, Beleuchtung für diese Versicherungstätigkeit finanziert von Steuerzahlern, darunter sicher auch damals schon solche, die jeden Pfennig umdrehen mussten.
Dieser zweite Berufssoldat bekam auch für seine langjährige Tätigkeit ein Auszeichnung vom Oberst, der das Geschwader leitete, wozu wir antreten und strammstehen mussten.
Bei einer „Tactical-Evaluation“-Übung spielten unsere Vorgesetzten in der Cafeteria im ABC-Vollschutz Doppelkopf. Das gibt einem jungen Soldaten im unteren Dienstrang das beruhigende Gefühl, im Ernstfall in guten Händen und nicht einfach Kanonenfutter zu sein.
Was ist denn ein: "We Stand With Ukraine"?
Zu meiner Zeit hieß es noch: "Wenn ich nur so begehrt wär, wie der Cornetto Erbeer."
Gibt es im Kino eigentlich Brechtüten, oder muss man damit rechnen, dass der Hintermann einem in den Nacken kotzt.
Die Zielgruppe sind Dreizehnjährige. Coronagedrillte! Noch Fragen. – Gut! – Wegtreten.
Die Werbeagentur für die "Egoschooter" dürfte vergleichbar "arbeiten". Abenteuer!
Nichts für ungut. Mir persönlich ist der Blog zu autoritaristisch. "Links" kann jeder für sich in Anspruch nehmen. Keine Trademark o‑ä. – Sorry!
Man weiß warum.
2. Oktober 2020
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Vor einiger Zeit schrieb mir ein ferner Freund,
dass sich bekannte Musikerinnen und Musiker zusammengefunden
und mein Lied
„Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“
aufgenommen hätten, ich sollte mal reinhören.
…
https://www.reinhard-mey.de/blog/nein-meine-soehne-geb-ich-nicht/
darin das neue erstellte offizielle Video dazu:
https://youtu.be/1q-Ga3myTP4
https://www.t‑online.de/sport/fussball/international/id_100561932/aleksey-bugaev-russischer-ex-nationalspieler-stirbt-im-krieg.html
Auf keinen Fall! Ich auch nicht, meine Söhne geb ich gar nicht. Meine Söhne nicht und meine Töchter auch nicht, wenn ich welche habe. Es sei denn, sie waren früher mal russische Drogenhändler. Was sie aber nicht sind. Die sind alle Nichtraucher.
Doch ehemalige Drogenhändler oder Ex-Fußballer riskieren schon mal einen Einsatz im Kugelhagel im Krieg. In der Hoffnung, hinterher begnadigt zu werden. So gesehen, kann auch der Mörder von Magdeburg und seine Kumpels demnächst begnadigt und als Söldner an irgendeiner Front eingesetzt werden.
Gute Idee für Mörder? Ach. Nein. Lieber nicht. Nachher ist die Front nähe Helmstedt und der Typ, entlassen aus dem Magdeburger Knast, ballert wieder einfach so drauf los, in die falsche Richtung vom Zonenrandgebiet.
Gruseln tut einen ja auch Amazon oder irgendein Algorithmus:
https://www.amazon.de/Magdeburger-Mordsgeschichten‑M%C3%B6rder-Club/dp/3746046661
"ePA für alle:
Potenziell 70 Millionen digitale Patientenakten für Hacker zugänglich
Zwei IT-Experten demonstrieren auf dem CCC-Kongress in Hamburg, wie leicht sie auf elektronische Patientenakten zugreifen konnten.
Sie warnen vor Vertrauensverlust.
27. Dezember 2024, 15:46 Uhr"
"Auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg haben die IT-Sicherheitsexperten Bianca Kastl und Martin Tschirsich auf gravierende Sicherheitsmängel bei der elektronischen Patientenakte (ePA) hingewiesen. Sie konnten nach eigenen Angaben auf Akten beliebiger Versicherter zugreifen, auch ohne dass sie deren Gesundheitskarte eingelesen hätten. Das ermögliche den Zugriff auf alle 70 Millionen elektronischen Patientenakten."
"Kastl und Tschirsich kritisieren, dass die ePA ihr Sicherheitsversprechen nicht einhalten könne. Es sei ihnen zusätzlich mit wenig Aufwand gelungen, gültige Heilberufs- und Praxisausweise zu beschaffen sowie Gesundheitskarten Dritter. Damit ließen sich ebenfalls Gesundheitsdaten einsehen. Zudem konnten die beiden IT-Sicherheitsexperten aus der Ferne auf digitale Patientenakten zugreifen.
"Vertrauen lässt sich nicht verordnen"
Kastl und Tschirsich forderten eine "unabhängige und belastbare" Bewertung der Sicherheitsrisiken der elektronischen Patientenakte und eine transparente Kommunikation der Risiken. "Nur wenn die Sicherheit der ePA für alle ausreichend gewährleistet ist, werden Leistungserbringer und Versicherte die ePA akzeptieren und auch nutzen. Das dazu notwendige Vertrauen lässt sich nicht verordnen.""
https://www.zeit.de/digital/2024–12/elektronische-patientenakte-hacker-warnen-chaos-computer-congress
Details hier:
https://www.heise.de/news/38C3-Weitere-Sicherheitsmaengel-in-elektronischer-Patientenakte-fuer-alle-10220617.html
Die Slides des CCC-Vortrages findet man auch hier:
https://xcancel.com/Sabisteb/with_replies
… obwohl "vorbereitet", war ich heute im Kino ähnlich geschockt.
Allerdings entsprach das Publikum in dem von mir ausgewählten Film: https://de.wikipedia.org/wiki/Konklave_(Film)
(Pflichtprogramm für Recht- und Ungläubige und/oder internationale Wahlbeobachter) ganz bestimmt nicht der Zielgruppe – obwohl nicht auszuschließen ist, dass sich einzelne, anwesende Großelternteile dazu bewogen fühlen könnten, ihren orientierungslosen Enkelkindern einschlägige "Karrieretipps" zu geben.