Hysterie hie und Schweigen da

Normalerweise bin ich zurück­hal­tend mit sol­cher­lei etwas rei­ße­risch auf­ge­mach­ten Meldungen. Diese stammt jedoch vom kom­mer­zi­el­len Portal med​scape​.com, das laut Wikipedia enge Verbindungen zur Industrie auf­weist. Zudem stützt sie sich auf einen BBC-Artikel:

deutsch​.med​scape​.com (9.12.24)

»Tod kurz nach Beginn der Adipositas-Therapie

Susan McGowan aus North Lanarkshire arbei­te­te als Pflegefachkraft im University Hospital Monklands in Airdrie (North Lanarkshire, Großbritannien). Laut BBC erwarb sie Tirzepatid (Mounjaro) über eine Online-Apotheke, nach­dem sie sich über das Medikament infor­miert und ärzt­li­chen Rat ein­ge­holt hat­te. Sie sprit­ze sich gerin­ge Dosen über einen Zeitraum von etwa 2 Wochen vor ihrem Tod. 

Nach der 2. Injektion bekam McGowan star­ke Magenschmerzen und Übelkeit. Sie ging in die Notaufnahme von Monklands, wo ihre Kollegen ver­such­ten, ihr Leben zu ret­ten. Trotz ärzt­li­cher Bemühungen starb sie am 4. September.

Laut BBC News hät­ten Ärzte auf ihrem Totenschein mul­ti­ples Organversagen, sep­ti­schen Schock und eine Pankreatitis ange­ge­ben, wobei Tirzepatid dabei eine Rolle gespielt habe…«

In dem Beitrag wird der Hersteller Eli Lilly nicht genannt, aber umge­hend die ver­trau­te Relativierung durch ExpertInnen vorgenommen:

»Wie Experten den Todesfall einschätzen

In einem Kommentar gegen­über dem Science Media Centre (SMC) UK sag­te Prof. Dr. Amanda Adler, es kön­ne schwie­rig sein, her­aus­zu­fin­den, ob es einen Zusammenhang mit Tirzepatid gege­ben habe oder nicht. Adler ist Professorin für Diabetologie und für Gesundheitspolitik an der Universität Oxford.

Zwar wer­de Tirzepatid mit Erkrankungen wie einer aku­ten Pankreatitis in Verbindung gebracht, so Adler. Nur könn­ten Patienten eine aku­te Pankreatitis auch aus vie­len ande­ren Gründen entwickeln. 

Prof. Dr. Naveed Sattar, Professor für Endokrinologie an der Universität Glasgow, ver­wies auf Studien mit Tirzepatid, an denen rund 10.000 Menschen mit Diabetes oder Adipositas teil­ge­nom­men hät­ten. Ergebnisse wür­den „nicht auf ein höhe­res Pankreatitis-Risiko hindeuten“. 

Bisher wür­den die Daten „eine akzep­ta­ble Sicherheit und eine Reihe von Vorteilen“ zei­gen, weiß Sattar. Er nennt eine „beträcht­li­che Gewichtsabnahme“ von durch­schnitt­lich fast 20%, eine „star­ke Diabetesprävention“ und „beträcht­li­che Vorteile“ für Menschen mit Schlafapnoe…«

Im BBC-Artikel vom 8.11.24 heißt es:

bbc​.com (8.11.24)

»… In ihrer Sterbeurkunde, die der BBC vor­liegt, wer­den meh­re­re Organversagen, sep­ti­scher Schock und Pankreatitis als unmit­tel­ba­re Todesursache auf­ge­führt – aber auch die „Einnahme des ver­schrie­be­nen Tirzepatids“ wird als mit­wir­ken­der Faktor genannt.

Es wird ange­nom­men, dass dies der erste Todesfall ist, der offi­zi­ell mit dem Medikament in Verbindung gebracht wird… 

Nachdem sie sich über Mounjaro infor­miert und ärzt­li­chen Rat ein­ge­holt hat­te, kauf­te sie ein Rezept über eine regi­strier­te Online-Apotheke.

Das Medikament kostet in der Regel zwi­schen 150 und 200 Pfund für einen vier­wö­chi­gen Vorrat und kann in jeder regi­strier­ten Apotheke im Vereinigten Königreich erwor­ben werden.

Einige Tage nach ihrer zwei­ten Injektion bekam sie star­ke Bauchschmerzen und Übelkeit, sodass sie in die Notaufnahme des Monklands Hospital ging, wo ihre Kollegen um ihr Leben kämpften…

Tirzepatid gehört zu einer Gruppe von Medikamenten zur Gewichtsabnahme, die als GLP-1-Rezeptoragonisten bekannt sind und dafür sor­gen, dass sich der Patient län­ger satt fühlt.

Es wur­de 2023 von der bri­ti­schen Arzneimittelzulassungs­behörde (Medicines and Healthcare pro­ducts Regulatory Agency, MHRA) als Hilfsmittel zur Gewichtsabnahme zugelassen.

Dies schloss die Verwendung im staat­li­chen Gesundheitssystem NHS ein, obwohl das Medikament der­zeit auf­grund von Faktoren wie Kosten und Verfügbarkeit nur für eine klei­ne Anzahl von Patienten vom NHS ver­schrie­ben wird.

Die MHRA betreibt das „Yellow Card Scheme“, bei dem jeder Bürger oder Angehörige eines Gesundheitsberufs Berichte über ver­mu­te­te Nebenwirkungen von Medikamenten ein­rei­chen kann.

Öffentliche Daten sind nur bis Mai die­ses Jahres ver­füg­bar, aber zwi­schen Januar und Mai 2024 gab es 208 Berichte über Tirzepatid im Rahmen des „Yellow Card Scheme“, dar­un­ter 31 schwer­wie­gen­de Reaktionen und ein ver­mu­te­ter Todesfall eines Mannes in den Sechzigern.

Der Tod von Frau McGowan liegt zu kurz zurück, um in die­sen Daten zu erscheinen…

Sind Medikamente zur Gewichtsabnahme sicher?

Semaglutid, bekannt unter den Markennamen Wegovy und Ozempic, sind eben­falls GLP-1-Rezeptoragonisten.

Seit 2019 wur­den im Vereinigten Königreich 23 Todesfälle im Zusammenhang mit Semaglutid über das Gelbe-Karte-System gemeldet.

Diese Medikamente haben die kli­ni­schen Studien bestan­den, die für die Zulassung zur Verwendung im Vereinigten Königreich erfor­der­lich sind, und wur­den von den­je­ni­gen, die sich für die Bekämpfung von Fettleibigkeit ein­set­zen, vor­sich­tig begrüßt.

Naveed Sattar, Professor für Stoffwechselmedizin an der Universität Glasgow und Vorsitzender der Adipositas-Mission der bri­ti­schen Regierung, sag­te, es sei schwie­rig, „Ursache und Wirkung“ in Einzelfällen fest­zu­stel­len, in denen Patienten nach der Einnahme der Medikamente sterben.

Er sag­te: „Studien sind sehr aus­sa­ge­kräf­tig, wenn es dar­um geht, die Sicherheit zu gewähr­lei­sten, dass die Medikamente im Allgemeinen erheb­li­che Vorteile haben, die die Risiken überwiegen.

Es gibt genü­gend Beweise dafür, dass die­se Medikamente eine star­ke und bedeut­sa­me Gewichtsabnahme bewir­ken und dass die Nebenwirkungsprofile für die über­wie­gen­de Mehrheit der Personen im Allgemeinen in Ordnung sind…

Tirzepatid wur­de kürz­lich zum Gegenstand einer lan­des­wei­ten Debatte, als die bri­ti­sche Regierung Pläne bekannt gab, es für Arbeitslose ein­zu­füh­ren, um ihnen bei der Rückkehr in die Arbeitswelt zu helfen…

BBC News frag­te beim Ministerium für Gesundheit und Soziales an, ob es sei­ne Entscheidung ange­sichts des Todes von Frau McGowan über­prü­fen würde.

Die bri­ti­sche Regierung lehn­te eine Stellungnahme ab.«

Über den Plan, die Arbeitslosen mit Abnehmspritzen zu beglücken, wur­de hier informiert:

Heil! Lauterbach! Hingeschaut!

Siehe auch:

Markt für „Abnehmmedikamente“ wird auf 150 Milliarden Dollar wachsen

"Die Pharmaindustrie ist schlim­mer als die Mafia"


Angesichts der Hysterie in unse­rem Land nach mil­den Infektionen zwei­er Kinder mit den Affenpocken ist das Schweigen zu den Verdachtsfällen bei den Abnehmspritzen befremd­lich. Erklärlich ist es schon. Selbst Christina Berndt hat her­aus­ge­fun­den, in wel­chem Maße der Konzern Eli Lilly Einfluß auf die Politik von Karl Lauterbach genom­men hat. Mehr dazu in:

Christina Berndt kommt zu spät und ist empört. Das Medizinforschungsgesetz

(Hervorhebungen in blau nicht in den Originalen.)

4 Antworten auf „Hysterie hie und Schweigen da“

  1. Verstehe die Propaganda. Ob die­se Meldung rich­tig oder falsch ist, spielt über­haupt gar kei­ne Rolle. Kommen nicht stünd­lich in Radio und Fernsehen Meldungen die Menschen in Angst, Panik und Schrecken ver­set­zen? Sehen Sie, es mag schon sein, daß in X einer ersto­chen wur­de und in Y eine 80jährige ver­ge­wal­tigt und in Z ein Rentner sei­ne gan­zen Ersparnisse über den Enkeltrick ver­lo­ren hat. Selbst ARD und ZDF ver­brei­ten Nachrichten über schreck­li­che Nebenwirkungen von Corona-Impfungen, feh­ler­haf­ten Diagnosen und Implantaten die nicht hal­ten. Salmonellen in Eiern, Metallspäne im Bot und Glasscherben in der Marmelade.

    Lassen Sie sol­che Meldungen auf sich wir­ken. Wenn sie oben­ste­hen­de Symptome aus­lö­sen, haben die­je­ni­gen die Meldungen die­ser Art ver­brei­ten ihr Ziel erreicht.

  2. Im Übrigen,
    Was Diabetes 2 betrifft:
    Heißt das nicht zwangs­läu­fig daß der OP über­ge­wich­tig ist. Vielmehr ist es so, daß bei die­sem Type von Diabetes der Zuckerpegel im Blut län­ger oben bleibt nach jeder Nahrungsaufnahme. Das heißt dass der Abbau des Blutzuckers und damit sei­ne Umwandlung in Glykogen sowie Fettzellen lang­sa­mer ver­läuft als im jugend­li­chen Alter. Von daher wird Type 2 auch Alters-Diabetes genannt, eben weil im Alter der gan­ze Stoffwechsel lang­sa­mer verläuft.

    Also kei­ne Panik bei erhöh­ten Zuckerwerten. Problematisch wird es erst, wenn Sie essen und essen und essen und der Körper gar nichts mehr an Fett ansetzt. Das ist dann aber auch mit wei­te­ren Symptomen ver­bun­den wie z.B. Azeton beim Ausatmen und zucker­hal­ti­ge Pisse.

    Mfg

  3. Ich war­te auf die Schlagzeile: "Erfolg: Zahl der über­ge­wich­ti­gen Menschen dank der inno­va­ti­ven Abnehmspritzen stark zurück­ge­gan­gen". (sark.)

    1. @ o.W.

      Kann man die Headline auch auf die MODrna-Produkte diver­ser Hersteller und auf Ziele poli­ti­scher Covid"Schutz"- Impfbefürworter über­tra­gen? "Erfolg! Die Zahl der Menschen ist seit Beginn der inno­va­ti­ven Covidspritzen in Deutschland stark zurück gegan­gen." Text: Die erfreu­li­che Folge davon ist, die nicht mehr leben­den Personen kön­nen ande­re nicht mehr infizieren.
      —————-

      Oder wäre ich damit eine Verschwörungstheoretikerin?

      Nein, nein, das ist jetzt ein böses, gar­sti­ges Gedankenspiel, oder? Böse teuf­li­sche Hexe. Böse dunk­le Headline. So was schreibt frau nicht. Wie kom­me ich nur darauf?

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