Im Klitzekleinen am Ende des Beitrags auf welt.de ist zu lesen: "Die Inhalte dieser Seite sind ein Angebot des Werbepartners Deutsche Bahn. Die WELT-Redaktion war nicht beteiligt". Wer genau hinsieht, erkennt auch an der URL, daß es sich um eine Anzeige handelt.

»Digitalisierung und künstliche Intelligenz „machen die Deutsche Bahn leistungsfähiger und wirtschaftlicher“, sagt Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Vorständin für Digitalisierung & Technik bei der Deutschen Bahn am Rande des WELT KI-Gipfels. Im Videointerview erklärt sie, was das genau bedeutet und wo in ihrem Unternehmen überall schon KI zum Einsatz kommt…
Bei der Konferenz im Axel-Springer-Haus trafen sich im September auf Einladung von WELT die Spitzen aus Wirtschaft und Politik sowie die Köpfe der Technologiebranche…«
Daniela Gerd tom Markotten war zuvor bei Daimler tätig und erfüllt damit eine wichtige Voraussetzung, daß das Management möglichst aus konkurrierenden Verkehrsindustrien stammen sollte. Der langjährige "Bahnchef" Mehdorn kam aus der Luftfahrt (u.a. Deutsche Airbus GmbH, Dornier Luftfahrt), sein Nachfolger Grube war zuvor bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm und der Daimler-Benz AG beschäftigt. Beider Rücktritte waren mit Skandalen verbunden. Der heutige Vorstzandsvorsitzende Lutz stammt immerhin aus einer Eisenbahnerfamilie.
Kameratore statt Menschen
Die Managerin erklärt in dem Werbebeitrag, wie die Bahn zwar eher nicht leistungsfähiger, aber wirtschaftlicher gemacht wird. In ihrem Verständnis heißt das, menschliche Arbeit durch Technik zu ersetzen:
»70 Prozent unserer Gleise haben Baumbestand und mithilfe von satellitengestützten Daten und künstlicher Intelligenz können wir besser vorhersagen, welche Bäume ins Gleis zu fallen drohen, und sie vorher beschneiden, sodass es gar keine Störungen im Betriebsablauf gibt. Das ist ein Thema. Ein anderes Thema sind Kameratore. Bisher war es so, dass die Züge für die Instandhaltung in die Werkstatt fahren mussten.
Und dann musste ein Mitarbeiter auf das Dach klettern oder auch unter den Zug, um den Unterboden zu inspizieren. Heute fahren die Züge durch Kameratore und dabei wird die Außenhaut direkt gescannt. Das heißt, anstelle von mehreren Stunden dauert dieser Vorgang nur noch wenige Sekunden und wir müssen den Zug auch nur noch in die Werkstatt holen, wenn es ein Problem gibt.«
Verspätungen in Rot und Grün
Eine weitere Errungenschaft ist es, daß Reisende komfortabel angezeigt bekommen, wie verspätet ihr Zug ist und daß ihre Anschlüsse leider nicht klappen:
»Beispielsweise im DB Navigator unserer Reise-App, wo sie in Rot oder Grün angezeigt bekommen, ob der Zug pünktlich ist. Darunter liegt eine Datenplattform, die jeden Tag vierhundert Millionen Ereignisse verarbeitet, mithilfe von künstlicher Intelligenz, um möglichst gut vorherzusagen, ob Sie ihren Anschlusszug bekommen oder nicht und Alternativverbindungen vorzuschlagen.«
Auch wenn es mal wieder bitterkalt ist, weil die Klimanalage auf maximale Leistung eingestellt ist, hilft KI:
»Und wenn Sie im ICE sitzen, dann können Sie uns auch direkt Feedback geben – mithilfe eines kleinen QR-Codes, der am Vordersitz angebracht ist. Sie können beispielsweise mitteilen, ob Ihnen zu warm oder zu kalt ist. Die künstliche Intelligenz wertet diese Informationen direkt aus und gibt sie an einen Zugbegleiter weiter.«
KI lernt Bahnsprechen
Dafür gibt es den "Data Hub Europe".
»Da haben wir gemeinsam mit Schwarz Digits und verschiedenen Medienhäusern und Technologiepartnern eine Datenplattform gegründet, die es ermöglicht, KI-Modelle mithilfe von sicheren Daten zu trainieren…
Medienhäuser und Datenlieferanten können Daten auf dieser Plattform bereitstellen und andere Unternehmen – wie beispielsweise die Deutsche Bahn – können diese Daten nutzen, um ihre KI-Modelle gut zu trainieren. Der Vorteil ist, dass ich meinem KI-Modell danach auch noch Bahnsprechen beibringen kann, indem ich es mit meinen Datenbanken füttere und aber sicher sein kann, dass die Gesamtlösung in einem abgesicherten Raum bleibt.«
Die fiktive Interviewerin kommt dann zu dieser
»Frage: Was sind denn Ihre KI-Pläne bei der Bahn? Wird es vielleicht irgendwann möglich sein, dass ich in den Zug einsteige, einen reservierten Platz habe und der Platz genau weiß, in welcher Sitzhaltung bzw. Sitzpositionen ich am liebsten durch Deutschland mit der Bahn fahre? Ist das denkbar, dass man so viel KI dann schon einsetzt?
Dr. Daniela Gerd tom Markotten: Das wäre auf jeden Fall eine gute Idee. Was mir wichtig ist: Künstliche Intelligenz ist eine Technologie, die gekommen ist, um zu bleiben. Und die wir flächendeckend, auch um unser Sanierungsprogramm voranzutreiben, ausrollen müssen…«
Routinechecks? Altmodisch analog
Am 15.8.22 hatte die Managerin in einem großen "Zeit"-Interview mitgeteilt:
»… ZEIT ONLINE: Die Instandhaltung soll ebenfalls digitaler werden. Werden die Züge der Bahn künftig seltener ausfallen?
Gerd tom Markotten: Am häufigsten gehen Bremsen, Türen und Klimaanlagen kaputt. Wir rüsten sie deshalb mit Sensoren aus, die das frühzeitig erkennen, bevor ein Problem eintritt. Ziel ist, dass ein Zug nur in die Werkstatt fährt, wenn es wirklich sein muss und nicht zum Routinecheck…
ZEIT ONLINE: Für das Unglück bei Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten Anfang Juni waren womöglich marode Zugschwellen verantwortlich. Wie lässt sich das künftig verhindern?
Gerd tom Markotten: Wir müssen in aller Ruhe die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten und keine voreiligen oder gar falschen Schlüsse ziehen. Richtig ist: Wir modernisieren die Infrastruktur und bauen Sensorik ein. So können wir beispielsweise eine Weiche reparieren, bevor sie ausfällt. Bei einem Streckennetz von 33.000 Kilometern dauert es aber, bis wir überall Sensoren haben…«
Zu einem Dauerbrenner fällt ihr ein:
»ZEIT ONLINE: Fahrgäste bekommen von solchen Überlegungen nicht viel mit. Als Fahrgast hat man eher den Eindruck, dass die Digitalisierung stockt. Oft scheitert es schon daran, Reservierungen richtig anzuzeigen.
Gerd tom Markotten: Das kann zum Beispiel vorkommen, wenn ein Ersatzzug zum Einsatz kommt, der kürzer ist, dann können wir nicht alle Reservierungen übertragen. Um so etwas sollten sich die Kunden eigentlich keine Gedanken machen müssen, das muss einfach klappen…«
Nicht angesprochen werden kaputte Türen, gesperrte Toiletten, nur eingeschränkt nutzbare "Bord-Bistros", verkehrte Wagenreihungen etc. pp…

Vor inzwischen Jahrzehnten stieg man in einen ICE. Wenn man keine Karte (Entschuldigung: Ticket) hatte, kaufte man es bei der freundlichen Schaffnerin oder dem freundlichen Schaffner (Entschuldigung: Zugbegleiterin und Zugbegleiter). Man döste im Abteil dem Ziel entgegen, nur unterbrochen durch das "die Fahrkarten, bitte!". Der Service mit zwar nicht ganz günstigen Getränken und Snacks kam zum Abteil. Die Anzeigetafeln waren analog und klackten. Dafür klappte das mit den Zügen im Vergleich zu heute prima. Namen waren egal. Und ebenso Kundennummern. Eine analoge Bahncard genügte.
Schade um die Deutsche Bahn. Deutschland lebt noch vom Ruf vergangener Tage. Dies wird sich jedoch sicherlich bald erledigt haben. Immer weiter so! Was nutzt die ganze Effizienz einem System, das an seiner eigenen Produktivität zugrunde geht.
Das Märchen von der Konkurrenz ist eine Lachnummer. Wenn hier jemand konkurriert, dann diejenigen die mit Warentermingeschäften um die höchsten Profite geifern. Ob Menschen mit Bus&Bahn pünktlich zur Arbeit kommen interessiert da niemanden.
https://www.youtube.com/watch?v=F4kWdrhrRU8
Zitat:
Bei Zügen kommt es nicht so sehr darauf an, wo sie hinfahren, sondern dass Du Dich entscheidest, einzusteigen.
🙂
Bin ich off-topic? Ich grüße alle, die sich gerade bei mir in der Nähe mit K.I. (in dem Fall mit der K.I. mit Autos) beschäftigen, nein, deren Namen sage ich nicht, zu privat. Aber weil es so kurz vor Weihnachten ist, ist die Wahrheit: ich gucke gerade ziemlich oft den Polarexpress und freue mich, dass mir das NOCH nicht so passiert wie im Film. Noch nicht. Wer weiß, was der K.I. bei der Bahn noch alles einfällt und wenn ich mal schnell nach Berlin-Spandau fahren will, komme ich am Nordpol an?! Oder doch in Paris?
~ ~ ~
Hach ja, alles "KI"… ?!
https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz
In den 1980ern war das ja noch nicht so en vogue und eher Science Fiction.
Erhellendes zu dem Thema, diesseits des damals bereits endemischen Stichwort-Blablas, lieferte mir die simple (und immer noch zutreffende) "Einordnung" eines Informatik-Professors:
es handle sich um ein Missverständnis, nämlich eine falsche (oder sagte er "irreführende"?) Übersetzung aus dem Englischen (was einleuchtete, denn der "Central Intelligence Agency" unterstellte man das "i" schließlich allenfalls im Sinne der 2. Bedeutung von https://www.merriam-webster.com/dictionary/intelligence ).
Zum Eigenwerbungs-Blabla von "Dr. Daniela Gerd tom Markotten" darf man sich die Frage stellen:
Wie "intelligent" muss man sein, um aus einer "Datenplattform, die jeden Tag vierhundert Millionen Ereignisse verarbeitet" rauszufiltern, ob *jemand* einen Anschlusszug erreicht?
Öfters erlebt:
1. "Verbindung wird voraussichtlich erreicht" (stimmte nicht, sei es wegen der unterschätzten Verspätung des Zuges in dem ich saß, oder der unterschätzten Pünktlichkeit des Anschlusszuges) bzw.
2. "Verbindung wird voraussichtlich nicht erreicht" (stimmte nicht, sei es wegen der überschätzten Verspätung des Zuges in dem ich saß, oder der unterschätzten Verspätung des Anschlusszuges).
Mittels derselben Datensätze (aka "Ereignisse", äh, "eines von 400 Millionen") aus dem DB-Navigator schaffte es meine beschränkte Humanintelligenz öfters – zumindest im 2. Fall – Anschlusszüge noch zu erreichen.
Offene Frage: wie viel Ärger wäre mir erspart geblieben wenn ich statt den Daten-"Ereignissen" (unter 1.) zu vertrauen, lieber bereits vorausschauend nach Alternativen (sei es andere Verbindungen mit mglw. anderen Verkehrsträgern oder eine nette Lokalität in Bahnhofsnähe) gesucht hätte?
Es ist wie mit anderen "Modellen" auch:
Sie arbeiten mit Berechnungen gewisser Wahrscheinlichkeiten (die natürlich ebenfalls mittels Parametern berechnet werden, deren Relevanz und [oft vermutete] Werte nur bedingt etwas mit der Realität zu tun haben müssen), die dann (z.B.) in binären Werten (etwa: "Zug wird erreicht", "Zug wird nicht erreicht") münden.
Wenn dann "irgendwann", retrospektiv, das "Modell" seine eigenen Fehleinschätzungen ("wie oft wichen die berechneten An/Abfahrtzeiten an welchen Bahnhöfen von der Realität ab?") erkannt (und die Parameter entsprechend "angepasst" haben sollte), dann hat sich der ganze Aufwand (vielleicht) gelohnt.
Bis dahin braucht man als DB-Kunde noch ein bisschen mehr von der jahrelang eingeübten Geduld – und damit wird sicher weniger Unheil angerichtet als mit den aufgrund (dumm-?)dreister Modellrechnungen eingeführten, weltweit billionenteuren und z.T. gemeingefährlichen "Maßnahmen" zur "Bekämpfung von" XYZ (neuartige "Impfstoffe" und deren überwiegend "geleugnete" Nebenwirkungen gar nicht mit einbezogen).
Man sucht also "Management möglichst aus konkurrierenden Verkehrsindustrien".
Warum nicht noch viel breiter Personal und – genauso wichtig – Geld und Ressourcen aus dem Panzerbereich abwerben? Angeblich ist das Bahnpersonal an der Basis mehr und mehr genervt von den Zuständen im Betrieb. Vielleicht ließen sich Panzerfahrer zum Umschulen auf Lokführer überzeugen, indem man das Argument des gesicherten Überlebens anführt? Wer direkt aus der Kampfzone kommt, dem fällt vielleicht noch nicht einmal auf, wie chaotisch Dienstpläne und reale Schichten sind.
Falls jemand von der DB hier mitliest, es geht auch um die Durchsagen für die Reisenden.
Auf einer meiner Fahrten im ICE durch Norddeutschland im Sommer habe ich tatsächlich folgende Durchsage gehört:
"Ja, halli-hallöchen, liebe Liebenden, hier spricht Ihr XXX. Ihre Anschlüsse erreichen Sie etwas später oder früher, achten Sie auf folgende Infos XXX"
Die inhaltlichen Informationen aus der Durchsage waren kaum zu verstehen, genuschelt und durcheinander. Ich will nicht als "liebe Liebenden" angeredet werden, mir reicht einfach: "Wir erreichen Hamburg oder Hannover oder Lüneburg pünktlich." Oder: "Wir erreichen Hannover mit 10 Minuten Verspätung."
Ich freue mich aber jetzt in 2024 sehr, dass ich normal atmen darf und mich kein Zugpersonal belästigt wegen einer nicht getragenen oder falsch getragenen oder gar nicht vorhandenen Plastikmaske im Gesicht wegen gar nicht vorhandener Virenbedrohung. Vielen Dank dafür. Sollte das noch mal Verordnung werden, wissen Sie ja, ich werde im Auto fahren /mitfahren und Ihre Belästigungen durch Zugpersonal dadurch umgehen. Dafür gebe ich nämlich kein Geld aus, dass mir jemand vorschreibt, wie oder ob ich zu atmen habe oder wie ich mich kleiden soll während einer Zugfahrt, ob verhüllt oder nicht-verhüllt mit Plastik vor dem Gesicht.
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@AllerseeNixe
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Auf einer meiner Fahrten im ICE durch Norddeutschland im Sommer habe ich tatsächlich folgende Durchsage gehört:
"Ja, halli-hallöchen, liebe Liebenden, hier spricht Ihr XXX. Ihre Anschlüsse erreichen Sie etwas später oder früher, achten Sie auf folgende Infos XXX"
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Das war eine deutliche Verbesserung gegenüber dem, was ich kürzlich in Frankfurt mitbekam. Während eines längeren Stillstands vor der Einfahrt in den Hbf kamen immer wieder neue Durchsagen, welche Anschlüsse nach jetzigem Stand bestünden und welche nicht mehr.
Die obige Mitteilung war bei gleichem Inhalt an nutzbarer Information immerhin kürzer, was betriebswirtschaftlich als 'effizienter' gilt.
Ähnlich sparen könnte man m.E. auch bei den vielen verschiedenen Begründungen für die Verspätung. Einmal den folgenden Satz auf einen Datenträger sprechen, und alles ist klar, ohne daß jemals noch einer neu nachdenken und arbeiten (neu sprechen) muß: 'Grund für die Verspätung ist wie immer, daß bei uns alles kaputt ist.'
(die betreffende Fahrt begann übrigens in München schon mit 15 Minuten extra, die bis Köln auf 90 Minuen anwuchsen).