Melanie, ein Name bürgt für Qualität

Diesmal geht es nicht um Prof. Brinkmann, son­dern wie­der um Melanie Rannow von t‑online.de (" Linguistik und Kommunikations­wissenschaften stu­diert", ich "ver­su­che, Neues aus der Forschung so auf­zu­schrei­ben, dass Sie es mit Interesse und Erkenntnisgewinn lesen kön­nen"). Sie beglückt die Welt am 16.12.24 unter dem schö­nen Link who-ruft-weltweite-notlage-wegen-mpox-aus-droht-deutschland-die-naechste-pandemie-.html so:

Ganz zum Schluß bemerkt auch sie:

»Das RKI rech­net nach eige­nen Angaben nicht mit einem star­ken Anstieg der Fallzahlen (Stand August 2024). Im Vergleich zur Corona-Pandemie sind die Fallzahlen von Mpox deut­lich nied­ri­ger und die Übertragungsrate des Virus gerin­ger. Dass das Mpox-Virus eine glo­ba­le Pandemie aus­lö­sen wird, gilt daher als unwahr­schein­lich. Das RKI will die Situation aber wei­ter genau beobachten.«

Zu den Melanies gibt es viel Lustiges hier.

12 Antworten auf „Melanie, ein Name bürgt für Qualität“

  1. t‑online ist das kosten­lo­se Werbeblättchen, das man unauf­ge­for­dert im Briefkasten fin­det. Daher sind die soge­nann­ten jour­na­li­sti­schen und redak­tio­nel­len Leistungen auch unter die­sem Gesichtspunkt zu wür­di­gen. Traurig ist eher, dass es Zeitgenossen geben mag, die t‑online für ein tat­säch­lich jour­na­li­sti­sches Medium hal­ten. Würde dies mit dem Kleinkleckersdorfer Wochenboten auch der Fall sein, der zu 3/​4 aus gespon­sor­ten Artikeln und plum­per Werbung besteht? Hier muss man Melanie lobend erwäh­nen, da sie für Kurzweil sorgt. Vielleicht schreibt Melanie mal einen net­ten Beitrag über Wolperdinger und deren Schutz.

  2. "Felix Perrefort@FPerrefort 10h

    MUST HEAR: Diesem 22-minü­ti­gen Radio-Feature ist kei­ne Verharmlosung (mehr) vor­zu­wer­fen: good old jour­na­lism beim deutsch­land­funk: WOHLTUEND. Verbreiten, ver­brei­ten, ver­brei­ten … Das ist auch was für Whatsapp-Gruppen mit Mainstream-Familienmitgliedern."

    https://​www​.deutsch​land​funk​kul​tur​.de/​w​i​e​-​s​p​o​r​t​l​e​r​-​m​i​t​-​d​e​m​-​p​o​s​t​-​v​a​c​-​s​y​n​d​r​o​m​-​l​e​b​e​n​-​1​0​0​.​h​tml

  3. Praktische Anleitung zum Einstieg in die Recherche:
    Übrigens, PEM ist nicht gleich PEI, also PEI ist also kein Schreibfehler, lie­be Melanie.
    Mit PEI ist das Paul-Ehrlich-Institut gemeint, ich weiß, es ist alles so verwirrend.
    Frag nun jeman­den, ob er/​sie weiß, wel­che Listen des PEI gemeint sind. Du wirst stau­nen, was da an Inhalten auf Dich war­tet, lie­be Melanie.

    "FMH @dr_fmh 1h
    Replying to @FPerrefort

    PEM – post exer­tio­nal malai­se. Dieses kenn­zeich­nen­de und medi­zi­nisch cha­rak­te­ri­sie­ren­de Symptom sucht man beim PEI in den Listen – nach mei­nen Recherchen – vergebens.

    Dec 17, 2024 · 6:42 AM UTC"

    "FMH@dr_fmh 1h
    Replying to @dr_fmh @FPerrefort

    Bei Eudravigilance kennt man den Begriff PEM, die Datenbank lässt sich dazu aber nicht durch­su­chen. Seltsame Zufälle gibt es! @AnwaltUlbrich

    Dec 17, 2024 · 6:47 AM UTC"

    https://​xcan​cel​.com/​d​r​_​f​mh/

      1. Ach, eigent­lich woll­te ich die Melanie behut­sam auf die neu­ver­öf­fent­li­chen Listen des PEI hin­füh­ren, aber irgend­wie ist mir der instruk­ti­ve Leitfaden unter­wegs gerissen. 😉

        "FMH@dr_fmh 12h
        Replying to @FPerrefort

        Machen Sie doch bit­te eine Presseanfrage beim PEI, ob man an der Meldung vom 18.08.2023 trotz der erkenn­ba­ren char­gen­be­zo­ge­nen Häufungen in der Excel-Datei v. 28.11.2024 fest­hält! Und falls ja, war­um man SafeVac-Daten ver­wen­det, wenn die­se n. PEI-Einschätzung nicht vali­de sind."

  4. Immer wenn man denkt, düm­mer kann es nicht wer­den, kommt sowas:

    "Konkret frag­te der Leser auch, war­um der Aufkleber in dem Buch „Putin Herr des Geschehens?“ von Jaques Baud ange­bracht wor­den sei. In der Tat fragt man sich, war­um die­se Analyse des Russland-Ukraine-Konflikts mit Grundsätzen einer demo­kra­ti­schen Gesellschaft unver­ein­bar sein soll. In der Beschreibung der deut­schen Übersetzung des Buches vom Verlag Westend heißt es:

    „Auf der Grundlage von Dokumenten, die haupt­säch­lich von den USA, der Ukraine, der rus­si­schen Opposition und inter­na­tio­na­len Organisationen stam­men, stellt die­ses Buch einen sach­li­chen Blick auf die Realität dar und öff­net die Tür für eine ver­nünf­ti­ge­re und aus­ge­wo­ge­ne­re Einschätzung des Kriegs in der Ukraine.“

    Die Bibliothek ant­wor­te­te, dass sich meh­re­re Mitarbeiter mit sol­chen Klassifizierungen von Büchern beschäf­tig­ten und über das Anbringen von Warnhinweise ent­schei­den. Im Falle Baud sei man „der Empfehlung des biblio­the­ka­ri­schen Besprechungsdienstes“ gefolgt. Es gibt also einen zen­tra­len Dienst, der Bibliothekaren emp­fiehlt, die Leser vor einem unkri­ti­schen Lesen bestimm­ter Bücher zu war­nen. Aus die­ser Empfehlung wird dann zitiert:

    „J. Baud ana­ly­siert Medien aus ver­schie­de­nen Ländern in Bezug auf ihre Berichte über den Krieg in der Ukraine. Er prüft Zitate, ver­gleicht Quellen und führt Belege an, die auf unse­riö­sen Journalismus hin­deu­ten. Sein sach­li­cher Blick unter­schei­det sich von vie­len ande­ren Publikationen.“ (Quelle EKZ Medienwelten, Stand 09.12.2024)„

    Weil also der „sach­li­che Blick“ von Jacques Baud sich von vie­len ande­ren Publikationen unter­schei­det, sieht man sich beru­fen und berech­tigt, Autor und Buch mit einem Warnhinweis öffent­lich der Demokratiefeindlichkeit zu ver­däch­ti­gen. Das ist – mit Verlaub – tota­li­tär und nicht mehr weit ent­fernt von der Bücherverbotsliste Index Librorum Prohibitorum der Katholischen Kirche oder den DDR-Giftschränken für Bücher vom Klassenfeind.
    Die Ober-Inquisitoren des BIB

    Die Instanz, die sich beru­fen fühlt und anmaßt, dar­über zu ent­schei­den, was wis­sen­schaft­li­che Wahrheit und kor­rek­te poli­ti­sche Haltung ist, heißt Berufsverband Information Bibliothek (BIB) und sitzt in Hamburg. Offenbar sieht es die­ser Berufsverband der Bibliothekare als Teil sei­nes sat­zungs­ge­mä­ßen Dienstes „an der Entwicklung des Bibliotheks- und Informationswesens“, einen Index von Büchern mit uner­wünsch­ten Thesen zu erstel­len. Vielleicht haben ja Mitglieder eine Meinung hier­zu. Vielleicht ent­wickeln auch man­che Kommunen eine Meinung dazu, wenn sie davon erfah­ren, dass Bibliothekare das Geld der Steuerzahler, mit dem deren Arbeit finan­ziert wird, dazu nut­zen, den Lesern ihre (nicht-rech­te) poli­ti­sche und welt­an­schau­li­che Meinung auf­zu­drän­gen. Auf der Netzseite des ein­schlä­gi­gen BIB-Projekts Medien an den Rändern ist eine Mailadresse ange­ge­ben, unter der man dem BIB Anregungen geben kann.

    Was für Leute der Gruppe ange­hö­ren, die den Bibliothekaren bun­des­weit Empfehlungen gibt, vor wel­chen Büchern das inter­es­sier­te Publikum zu war­nen ist, lässt auf­hor­chen. Der BIB hat einen Expert*innenzirkel‚ Medien an den Rändern, der sich poten­ti­ell inop­por­tu­ne Bücher anschaut und bei Bedarf Empfehlungen abgibt. Eines der sechs Mitglieder stellt sich fol­gen­der­ma­ßen vor:

    „CHRISTIAN MESKÓ ist bibliotheks‑, informations‑, poli­tik­wis­sen­schaft­lich und unter ande­rem auch histo­risch und lite­ra­risch dar­an inter­es­siert, die oft als alter­na­tiv­los dar­ge­stell­ten Fassadenpersönlichkeiten spät­ka­pi­ta­li­sti­scher Gesellschaften im selbst­iro­ni­schen rezi­tier­wett­be­werb von cool­ness, sex, gewalt und nar­ziss­ti­scher Machtdemonstration schön in ihre Einzelteile zu zerlegen.“

    Ein ande­res Mitglied ist Professor Tom Becker, der an der FH Köln Bibliothekare aus­bil­det und so prak­ti­scher­wei­se beim Nachwuchs gleich das Verständnis für deren künf­ti­ge Aufgabe wecken kann, die in ihrer Urteilsfähigkeit ein­ge­schränk­ten Leser vor den Verlockungen welt­an­schau­lich frag­wür­di­ger Thesen zu schüt­zen. Die Inquisitoren beschrei­ben die Ziele ihres Projekts so:

    „Medien an den Rändern the­ma­ti­siert nicht nur (poli­ti­sche) Literatur am rech­ten Rand, son­dern greift gene­rell Medien auf, die umstrit­ten hin­sicht­lich ihrer Erwerbung sein kön­nen, vom Bilderbuch über das medi­zi­ni­sche Sachbuch, von Musik-CDs bis zu reli­gi­ös-eso­te­ri­schen Publikationen. Die Mitwirkenden hof­fen, den Kolleg:innen die viel­fach gewünsch­te Orientierung in der kon­tro­ver­sen Auseinandersetzung mit ‚Medien an den Rändern‘ geben zu kön­nen und zu einer fun­dier­ten Urteilsbildung bei umstrit­te­nen Werken beizutragen.“

    Auch wenn mein Herz links schlägt, bin ich über­zeugt, dass es mit demo­kra­ti­schen Prinzipien unver­ein­bar ist, wenn ein Verband steu­er­fi­nan­zier­ter Bibliothekare sich auf­schwingt, ein­sei­tig poli­ti­sche Literatur „am rech­ten Rand“ auf „welt­an­schau­li­che Vertretbarkeit“, also Vereinbarkeit mit ihrer Weltanschauung, zu prü­fen und den Bibliotheksnutzern ein abwer­ten­des Urteil auf­zu­drän­gen. Auf der Netzseite fin­det sich pas­send dazu eine „Fachdebatte zum Umgang mit rech­ten Werken“ aber nir­gends etwas zum Umgang mit lin­ken Werken. Die Weiterführende Literatur, die ange­führt wird, nennt 14 mal im Titel „Rechtspopulistisch“, „rechts“, „rech­te Verlage“ und ande­re Begriffe mit der poli­ti­schen Positionsbestimmung „rechts“. „Links“ kommt als sol­che nicht vor. Dabei hat die Welt durch­aus auch sehr schlim­me Erfahrungen mit men­schen­feind­li­chem lin­kem Totalitarismus gemacht. Erinnert sei an Stalin, Pol Pot und Mao.
    Eine stu­den­ti­sche Zensurempfehlung als Vorbild

    Auf der Netzseite des Projekts wird bei­spiel­haft für die Dienste des Expert*innenzirkels an den rat­su­chen­den Biblitothekaren – ja sogar als erstes, pro­mi­nen­te­stes Beispiel – eine Besprechung von „Corona Fehlalarm?“ der Professorin für Biochemie Karina Reiss und des Professors für medi­zi­ni­sche Mikrobiologie Sucharit Bhakdi her­vor­ge­ho­ben. Das Buch stand lan­ge Zeit an der Spitze der Sachbuch-Bestsellerliste.

    Die Rezensenten sind zwei Studenten von Professor Tom Becker an der Fachhochschule Köln. Dass die­ser meint, eine Rezension die­ser Qualität und die­ses Inhalts als Empfehlung an alle deut­schen Bibliothekare ver­öf­fent­li­chen und gar als bei­spiel­haft her­vor­he­ben zu kön­nen, sagt sehr viel über das Projekt aus: näm­lich, dass es nur um die rich­ti­ge Haltung geht und Meinungsfreiheit dage­gen zweit­ran­gig ist. Die abschlie­ßen­de Empfehlung der bei­den Studenten lautet:

    „Aus den genann­ten Gründen und den auf­ge­führ­ten Meinungen ande­rer Autor:innen lässt sich das Buch in die Kategorie „Medien an den Rändern“ ein­ord­nen, eine Anschaffung in einer Bibliothek soll­te gründ­lich geprüft wer­den. Empfehlenswert ist, hier eine enge Kontextualisierung vor­zu­neh­men. Hierbei könn­te man Hinweise im Buch hin­ter­le­gen, die z.B. aus einem QR-Code oder zuver­läs­si­gen Quellen bestehen, die auf fach­lich fun­dier­te Rezensionen oder Stellungnahmen von medi­zi­ni­schen Institutionen verweisen.“

    Das wird damit begrün­det, dass:

    der Regierung ein „Großteil der Schuld an der Pandemie“ ange­la­stet wer­de und behaup­tet wer­de, es hand­le sich um eine „Medien-Epidemie, was die Fachschaft Medizin der Universität zu Kiel in einer Stellungnahme kri­ti­siert habe,
    die Effektivität der Maskenpflicht in Frage gestellt wer­de, wor­auf ein Hygieniker in einem Artikel auf t‑online sehr kri­tisch reagiert habe,
    ein ange­se­he­ner und bekann­ter Charité-Forscher im Buch zum schlich­ten ,Herrn Drosten‘ degra­diert werde,
    „ver­schie­de­ne und wahr­schein­lich auch berech­tig­te Aspekte der Pandemie zumeist nur aus einer Perspektive“ behan­delt wür­den und das zu Kritik an der Regierung und ver­schie­de­nen Wissenschaftler:innen füh­re, was die Fachschaft Biochemie der Universität zu Kiel kri­ti­siert habe,
    die Anzahl der auf­ge­führ­ten Quellen so groß sei, dass sie vom Leser – sprich den Rezensenten – nicht ordent­lich gesich­tet und auf ihre Qualität hin über­prüft wer­den könnten,
    dass „die brei­te Bevölkerung ihr Vertrauen in die Autor:innen als pro­mo­vier­te Wissenschaftler:innen“ set­zen könn­te, es sich aber „eher um eine kri­ti­sche Abhandlung“ handle,
    „der Titel neu­gie­rig machen und ein brei­tes Publikum anlocken"

    https://​nor​bert​haer​ing​.de/​p​r​o​p​a​g​a​n​d​a​-​z​e​n​s​u​r​/​b​e​r​u​f​s​v​e​r​b​h​a​n​d​-​i​n​f​o​r​m​a​t​i​o​n​-​b​i​b​lio

    https://​nor​bert​haer​ing​.de/​p​r​o​p​a​g​a​n​d​a​-​z​e​n​s​u​r​/​b​e​r​u​f​s​v​e​r​b​h​a​n​d​-​i​n​f​o​r​m​a​t​i​o​n​-​b​i​b​l​io/

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