Lebensraum im Osten

Immer erkenn­ba­rer wan­delt die israe­li­sche Regierung in den Fußstapfen ande­rer Unrechtsregime der Geschichte. Zu der Politik der ver­brann­ten Erde, des Aushungerns der Zivilbevölkerung, der Ermordung von 30 Partisanen (Terroristen) für jeden getö­te­ten Israeli und eth­ni­schen Säuberungen tritt die Eroberung von Lebensraum im Osten. Darüber berich­tet die "Tagesschau" am 16.12.24 und über einen lau­en Protest der Bundesregierung. Offenkundig ist es ein Unterschied, ob Putin Sicherheitsinteressen gel­tend macht, wenn er in ein ande­res Land ein­mar­schiert, oder ob dies Netanjahu tut.

Das alles sei­en Reaktionen auf ein Massaker der isla­mi­sti­schen Hamas, bin ich gehal­ten zu erklären.

An dem Massaker gibt es kei­nen Zweifel, so wenig wie dar­an, daß die Entführung hun­der­ter ZivlistInnen völ­ker­recht­lich und aus huma­ni­tä­ren Gründen zu ver­ur­tei­len ist. Doch selbst wenn man die Vorgeschichte außer Acht läßt, den Terror und Gegenterror erst mit dem 7.10.23 begin­nen läßt, bleibt die Frage nach Zielen und Methoden der israe­li­schen Kriegsführung. Und es bleibt vor allem das Problem, auf wes­sen Seite sich mehr oder weni­ger vor­be­halt­los die Bundesregierung und die poli­ti­sche Klasse der BRD schlagen.

Daß sie sich nicht mit den vom Internationalen Strafgerichtshof gesuch­ten mut­maß­li­chen Kriegsverbrechern der Hamas gemein machen, ver­steht sich. Ohnehin sind die Haftbefehle gegen die Verdächtigten obso­let, da sie von der israe­li­schen Armee liqui­diert wur­den. Bei den eben­falls mit Haftbefehl wegen mut­maß­li­cher Kriegsverbrechen beleg­ten Netanjahu und sei­nen ehe­ma­li­gen Verteidigungsminister Gallant legt man ande­re Maßstäbe an. Sie sind die Verwantwortlichen für das Vorgehen, das laut Amnesty International einen Völkermord dar­stellt und des­sen Siedlungspolitik vom Internationalen Gerichtshof als unrecht­mä­ßig ver­ur­teilt wird. In sei­ner Entscheidung vom 19.7.24 heißt es:

»… In sei­nem Gutachten beant­wor­tet der Gerichtshof die von der Generalversammlung gestell­ten Fragen mit der Schlussfolgerung, dass 

        • die fort­ge­setz­te Anwesenheit des Staates Israel im besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebiet rechts­wid­rig ist; 
        • der Staat Israel ver­pflich­tet ist, sei­ne rechts­wid­ri­ge Anwesenheit im besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebiet so schnell wie mög­lich zu beenden; 
        • der Staat Israel ver­pflich­tet ist, alle neu­en Siedlungsaktivitäten sofort ein­zu­stel­len und alle Siedler aus dem besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebiet zu evakuieren; 
        • der Staat Israel die Pflicht hat, den Schaden zu erset­zen, der allen betrof­fe­nen natür­li­chen oder juri­sti­schen Personen im besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebiet ent­stan­den ist;
        • alle Staaten ver­pflich­tet sind, die Situation, die sich aus der rechts­wid­ri­gen Anwesenheit des Staates Israel im besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebiet ergibt, nicht als recht­mä­ßig anzu­er­ken­nen und kei­ne Hilfe oder Unterstützung zur Aufrechterhaltung der Situation zu lei­sten, die durch die fort­ge­setz­te Anwesenheit des Staates Israel im besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebiet ent­stan­den ist; 
        • inter­na­tio­na­le Organisationen, ein­schließ­lich der Vereinten Nationen, ver­pflich­tet sind, die Situation, die sich aus der rechts­wid­ri­gen Anwesenheit des Staates Israel im besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebiet ergibt, nicht als recht­mä­ßig anzu­er­ken­nen; und 
        • die Vereinten Nationen, ins­be­son­de­re die Generalversammlung, die um die Stellungnahme gebe­ten hat, und der Sicherheitsrat, die genau­en Modalitäten und wei­te­re Maßnahmen prü­fen soll­ten, die erfor­der­lich sind, um die rechts­wid­ri­ge Anwesenheit des Staates Israel im besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebiet so schnell wie mög­lich zu been­den.«
          icj​-cij​.org (19.7.24)

Hier geht es um gel­ten­des inter­na­tio­na­les Recht. Auch dann, wenn nach vor­herr­schen­der Sprachregelung die Entscheidung als anti­se­mi­tisch zu bewer­ten ist, weil sie nicht wie gebo­ten das Massaker vom Oktober 2023 erwähnt und damit in der kur­zen Denkweise der deut­schen Staatsräson das Existenzrecht Israels in Frage stellt.

Die welt­wei­te Verurteilung der israe­li­schen Besatzungspolitik anzu­er­ken­nen, bedeu­tet kei­ne auto­ma­ti­sche Parteinahme für isla­mi­sti­sche Organisationen (so wie die Kritik an der Eskalation in der Ukraine durch die NATO nicht mit einer Sympathie für die rus­si­sche Regierung ver­wech­selt wer­den darf). Bei dem, was in Deutschland als "Kampf gegen Antisemitismus" daher­kommt, geht es aller­dings oft­mals um ganz ande­re Themen. Die Absicherung der gegen­sei­ti­gen Rüstungs­geschäfte und Geheimdienstkooperationen gehört eben­so dazu wie glo­ba­le macht­po­li­ti­sche Beweggründe. Die Aussagen von Boris Pistorius, man habe zu lan­ge Syrien "Putin über­las­sen" und Deutschland müs­se es "bei der Stabilisierung der Region nicht nur um mili­tä­ri­sche, son­dern auch um poli­ti­sche Präsenz" gehen, deu­ten in die glei­che Richtung (tages​schau​.de, 11.12.24). Daß west­li­che Geheimdienste, poli­ti­sche Stiftungen und Regierungen seit Jahrzehnten eine Politik des "regime chan­ge" betrie­ben, wird dezent verschwiegen.

Dazu paßt:

zdf​.de (16.12.24)
fr​.de (15.12.24)

»Berlin – Etwas mehr als 230 Millionen Euro. So hoch ist der Wert der Waffenlieferungen Deutschlands an die Türkei in die­sem Jahr. Das ist so viel wie seit 2006 nicht mehr…

Eigentlich hat­te Deutschland die Exportgenehmigungen an die Türkei im Jahr 2016 zurück­ge­fah­ren – in Reaktion auf eine tür­ki­sche Militärkampagne in Nordsyrien. Seit September die­ses Jahres sind die Exporte aber wie­der enorm ange­stie­gen, vor allem an Bauteilen für U‑Boote, Torpedos und Lenkflugkörpern…

Die seit Jahren andau­ern­den Angriffe der Türkei auf die kur­di­schen Autonomiegebiete in Syrien und im Irak wer­den von Fachleuten als völ­ker­rechts­wid­rig ein­ge­stuft. Offiziell rich­ten sie sich gegen die kur­di­sche Widerstandsgruppe PKK, die nicht nur von der Türkei, son­dern auch in Europa wei­ter als Terrororganisation ein­ge­stuft wird. De fac­to tref­fen sie jedoch die kur­di­sche Selbstverwaltung und deren mili­tä­ri­schen Arm, das Militärbündnis SDF und die YPG, eine der wich­tig­sten Gruppen dar­in. Betroffen sind immer wie­der auch Zivilist:innen. Aktuell gibt es Anzeichen für eine geplan­te Besatzung bis­her kur­disch kon­trol­lier­ter Gebiete durch die Türkei, ähn­lich dem Vorgehen Israels im Süden Syriens…«

14 Antworten auf „Lebensraum im Osten“

  1. Der eini­ge Hinweise vor­her* erwähn­te Andreas Urban hat schon vor einem Jahr das Geschehen im Nahen Osten in den all­ge­mei­nen Krisenprozess ein­ge­ord­net, unter dem Titel «Ein wei­te­res Kapitel im glo­ba­len Barbarisierungsprozess» (Nov. '23).

    «Diese bedin­gungs­lo­se Israel-Solidarität, die die zivi­li­sa­to­ri­sche Verwilderung der israe­li­schen Gesellschaft und die dem Nahost-Konflikt inhä­ren­ten, heu­te eska­lie­ren­den mas­si­ven Widersprüche im sel­ben Maße igno­riert wie vie­le Palästina-Sympathisanten die spie­gel­bild­li­che Barbarisierung unter den Palästinensern und den durch und durch bar­ba­ri­schen Charakter der Hamas, geht in der gegen­wär­ti­gen Lage bereits des­halb an sich selbst zuschan­den und ist Teil der uni­ver­sa­len Barbarisierung, da eine Befreiung von der Hamas bzw. vom Islamismus und Antisemitismus, den sie ver­kör­pert, ange­sichts der rasch vor­an­schrei­ten­den zivi­li­sa­to­ri­schen Verfallsprozesse vor dem Hintergrund der fina­len Krise gar kein rea­li­sti­sches Ziel ist. Denn Islamismus und Antisemitismus sind selbst unmit­tel­ba­re Produkte und Begleiterscheinungen jener Krise. Systemimmanent – solan­ge das System einst­wei­len noch kri­sen­haft vor sich hin pro­zes­siert und dabei immer mehr in struk­tu­rel­len und zivi­li­sa­to­ri­schen Verfall über­geht – besteht die ein­zi­ge Option dar­in, mit immer noch grö­ße­rer Gewalt und unter Vernichtung von immer noch mehr Menschenleben gegen die „Krisengespenster“ des in Agonie befind­li­chen Kapitalismus vor­zu­ge­hen; dies aller­dings bei kri­sen­be­dingt ste­tig schwin­den­dem Pouvoir der west­lich-demo­kra­ti­schen „Weltpolizisten“, die sich selbst kon­ti­nu­ier­lich den ver­zwei­felt bekämpf­ten Krisengespenstern annä­hern und sich daher auch gemes­sen am Grad der Verrohung immer weni­ger von die­sen unterscheiden.

    Die Zielstrebigkeit, mit der die Krise des waren­pro­du­zie­ren­den Systems auf die Barbarei zusteu­ert, impli­ziert frei­lich nicht, dass die Akteure jed­we­der Verantwortung für ihr Handeln ent­ho­ben wären. Diese Verantwortlichkeit gilt jedoch für Israel nicht weni­ger als für die Palästinenser bzw. die Hamas oder den „kol­lek­ti­ven Westen“. Israel hat Teil an der unauf­halt­sa­men glo­ba­len Verwilderung, die der ero­die­ren­de Kapitalismus aus sich her­vor­treibt, auch wenn es, wie es Robert Kurz aus­drück­te, sei­nen eige­nen Weg in die Barbarei beschreitet.»
    https://wertkritik.org/onewebmedia/Druckversionen/wertKRITIK_Urban_Weiteres%20Kapitel%20im%20globalen%20Barbarisierungsprozess.pdf

    *) https://​kodo​roc​.de/​2​0​2​4​/​1​2​/​1​5​/​d​a​s​-​b​u​e​r​g​e​r​l​i​c​h​e​-​s​u​b​j​e​k​t​-​w​i​r​d​-​a​n​-​s​i​c​h​-​s​e​l​b​e​r​-​i​r​r​e​-​u​n​d​-​g​e​h​t​-​t​e​n​d​e​n​z​i​e​l​l​-​z​u​r​-​f​i​n​a​l​e​n​-​w​e​l​t​-​u​n​d​-​s​e​l​b​s​t​v​e​r​n​i​c​h​t​u​n​g​-​u​e​b​er/

  2. "Hier geht es um gel­ten­des inter­na­tio­na­les Recht …"

    In einer regel­ba­sier­ten Ordnung ist dies nicht rele­vant. Die Regeln wer­den je nach Interessenlage fall­be­zo­gen fest­ge­legt und durch­ge­setzt. Man kann jetzt ent­we­der stän­dig her­vor­he­ben, dass es inter­na­tio­na­les Recht ist, was gebro­chen wird, und wei­ter zuse­hen. Oder aber man schrei­tet ein und weist einen Staat Israel, der einen Genozid ver­übt, in die Grenzen. Natürlich ist allein der Gedanke hier­an ver­werf­lich und kommt einem Kapitalverbrechen gleich. Das gesamt Gerede hilft kei­nem Palästinenser zu über­le­ben, da Israel weiß, dass es inhalts­lee­res Geschwätz ist. Einige Staaten hat­ten den Mut, zumin­dest das Minimum an Anstand zu wah­ren und die diplo­ma­ti­schen Beziehungen abzu­bre­chen. Und den Mut, den Genozid klar als Genozid zu bezeich­nen. Zu den Maßnahmen des Jemen kann man nun ste­hen wie man will. Gewalt ist zumin­dest aus mei­ner Sicht immer ein abzu­leh­nen­des Mittel.

    Im Übrigen inter­pre­tiert der Staat Israel das "nie wie­der" offen­bar so, dass es lau­tet "nie wie­der gegen uns". Der Staat Israel reprä­sen­tiert nach dem Verständnis sei­ner "Führer" die Heimat des aus­er­wähl­ten Volkes. Da sind Palästinenser gera­de noch eine gedul­de­te Lebensform. Der Begriff "mensch­li­che Tiere" von Galant war schon ernst gemeint. Israel ist auch ein Musterbeispiel einer durch und durch mili­ta­ri­sier­ten und ideo­lo­gisch geschul­ten Bevölkerung. Anders könn­te dies auch nicht funk­tio­nie­ren. Man fühlt sich unwei­ger­lich erin­nert, wie Menschen vor eini­gen Jahrzehnten aus dem Fenster her­aus zum Spaß abge­schos­sen wur­den, wenn man tan­zen­de Soldatinnen und Soldaten sieht und liest, dass mög­li­cher­wei­se Scharfschützen bewusst auf Kinder zie­len (wobei die Verifizierung des Wahrheitsgehalts schwer ist).

  3. Wie das Uhrwerk der Orange. Man gehe ein­fach hin und ver­bie­te das Buch. Dann dre­he man einen gekonnt-sinn­ver­frem­de­ten Film glei­chen Namens. Et Voila – Zensur ist Kunstfreiheit!

    N'est pas?

  4. "Der Osnabrücker soll­te 3000 Euro für sei­ne kri­ti­schen Worte zah­len, wei­ger­te sich jedoch […] Am 16. August 2023 wur­de der Bauingenieur in der Mittagspause in Handschellen abge­führt und in die JVA Dortmund gebracht. Dort ver­büß­te er eine 30-tägi­ge Gefängnisstrafe. Dem Bericht nach ver­lor der Mann sei­nen Job.

    Nein, das ist kein Ausschnitt aus einem Historienfilm, und die Polizisten tru­gen auch kei­ne Pickelhauben. Bei der Politikerin han­delt es sich um Manuela Schwesig.

    https://​www​.ber​li​ner​-zei​tung​.de/​p​o​l​i​t​i​k​-​g​e​s​e​l​l​s​c​h​a​f​t​/​m​a​n​u​e​l​a​-​s​c​h​w​e​s​i​g​-​b​a​u​i​n​g​e​n​i​e​u​r​-​n​e​n​n​t​-​s​i​e​-​m​a​e​r​c​h​e​n​e​r​z​a​e​h​l​e​r​i​n​-​u​n​d​-​m​u​s​s​-​i​n​s​-​g​e​f​a​e​n​g​n​i​s​-​l​i​.​2​2​8​2​257

    1. @Bauingenieur…: Zunächst erneut der Hinweis, daß Kommentare, die nicht zum Thema eines Beitrags pas­sen, unter den ganz oben pla­zier­ten Beitrag gesetzt wer­den sollen. 

      Inhaltlich: "Der Bauingenieur" hat­te Manuela Schwesig, als sie noch zum Bau von Nord Stream 2 stand, die­ser zufol­ge gefragt, ob sie vor­ha­be, "die Mordaktionen von den bepiss­ten Leuten in Moskau" zu unter­stüt­zen. Dafür ist er wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe ver­ur­teilt wor­den. In den Knast muß er, weil er sie nicht bezahlt.

      Die Quelle der Zeitung ist das Schmuddelportal "Apollo News" und die "Berliner Zeitung" bleibt trotz zwei Handvoll guter Beiträge zu Corona eine mie­ses Boulevardblatt. Siehe auch Bastian Barucker:

      "Der Verleger der @berlinerzeitung zur Pandemiepolitik: 'Ich glau­be, dass alle Verantwortlichen ver­sucht haben nach besten Wissen und Gewissen zu han­deln.' Anhand der 7 Artikel, die ich für die Zeitung dies­be­züg­lich geschrie­ben hat­te, lässt sich die­se These nicht bestä­ti­gen. Ein Dialog dar­über wäre wei­ter­hin wün­schens­wert." (https://x.com/BBarucker/status/1867667888644964607)

      1. @aa: Meiner Ansicht nach, passt der Kommentar ("Bauingenieur …") zum Thema des Artikels, denn es geht um die Folgen von Grenzüberschreitungen.

        "Inhaltlich": Diese Informationen fin­den sich unter dem geset­zen Link.

        Zur Quellenkritik: Vielleicht möch­test du einen Liste mit Portalen erstel­len, die dei­ne poli­ti­sche Sensibilität nicht ver­let­zen, und auf die­sem Blog zitier­fä­hig sind.

        Übrigens: Ich ver­mis­se hier noch den Kommentar zu den Flüchtingen auf dem Weihnachtsmarkt ("Schöne Flüchtlinge"), der zeigt, wie die Auswirkungen geo­po­li­ti­scher Konflikte (Flüchtlinge) auf den Wunsch nach Verdrängung ("fried­li­cher Weihnachtsmarkt") treffen.

        1. @Politkommissar: Wer schreibt wem vor, was er lesen darf? Ich für mei­nen Teil wer­de aller­dings dum­mes Zeug nicht für klug hal­ten, bloß weil jemand ande­res es anders sieht. Die Beliebigkeit des Kontaktschuldvorwurfs ist laaangweilig.

          1. @aa: Falsch: Es han­delt sich nicht um einen Kontaktschuldvorwurf, son­dern um einen Kontaktbeschuldigungsvorwurf. Da hast du was verwechselt.

    2. @Bauingenieur:

      Liest sich so als haet­te die Person das geaeu­ssert was ihr vor­ge­wor­fen wur­de. Selbst wur­de ich mal wegen einer email masivst sank­tio­niert. Als ich nach­zu­fra­gen ver­such­te was in der email drin gestan­den haet­te, ver­wies man mich auf mei­ne Festplatte, auf der die besag­te mail noch gespei­chert wae­re. Zwei Dinge blie­ben bis Heute unge­klaert. Zum Einen was in der angeb­li­chen email derin gestan­den haben soll, zum ande­ren woher man so genau wis­sen wol­le was auf mei­ner Festplatte sei. Bei der Sanktion blieb es, und auch ich ver­lor man­gels Vorenthalteung aerzt­li­cher Diagnosen letz­ten­en­des mei­nen Job. Allerdings nicht wegen der angeb­li­chen "email", die man ver­mut­lich erfun­den hat. Weil es der Arbeitgeber nicht schaff­te mich wegen Krankheit zu kün­di­gen, schaff­te er es im zwei­ten Anlauf mit "Outsourcing". Auch das war zwar nicht zu bewei­sen, wur­de aber vom Arbeitsgericht auch so aner­kannt. Ein, so der Arbeitsrichter: das AG prueft nicht die Aussagen des Klägers, ueber etwa­ige Sachverhalte am Arbeitsplatz. Die Kroenung aber, die Aussage mei­nes Anwaltes: Es wird ein leich­tes den Prozess zu gewin­nen, aber er riet mir nicht wie­der am Arbeitsplatz zu erschei­nen. Es ging zuvor auch um Gewalt am Arbeitsplatz und mehr. Die Justitz in die­sem Lande tritt zuwei­len hohl, und das wird sich wei­ter ver­staer­ken. Dass aber, der Justitz bewie­se­ne Sachverhalte, dem Wirken zu Grunde lie­gen mues­sen, hal­te ich nicht zwin­gend fuer gege­ben. Daher die rie­si­gen Probleme mit der "vier­ten Gewalt". So bewe­ge ich mich nicht etwa wei­ter­hin frei weil ich nie­man­dem etwas zu Leide getan habe, son­dern weil ich ver­mut­lich etwas "Schwein gehabt" habe. Vermuten tue ich aber zwei­er­lei. Die "omi­noe­se Email" die mir nie vor­ge­tra­gen wur­de lie­sse sich sehr ein­fach fael­schen. Ausserdem glau­be ich zu wis­sen daß eine prof­fes­sio­nell gefaelsch­te Email nicht iden­ti­fi­zier­bar ist. In Arbeitsgerichtsverfahren geht es unter Umstaenden um sehr viel Geld. Und geht es nicht gera­de um Mord, oder nicht erkenn­bar dar­um, kann es pas­sie­ren dass man einem Ermittlungsaufwand aus dem Wege geht. Man ver­sucht ver­mut­lich dadurch Gesicht zu wah­ren, dass man Exempel sta­tu­iert um sich eine Art Respekt zu ver­schaf­fen. "Der Buerger" ver­liert dabei, denn er kann nicht mehr beur­tei­len wie die Sachverhalte wirk­lich lie­gen. der Staat luegt, buch­staeb­lich wie gedruckt. Die erwaehn­ten Probleme zu den genann­ten Medien lei­sten dazu das ihri­ge. Bei den Fällen Ballweg und Füllmich geht es ja immer­hin noch um rela­tiv pro­mi­nen­te Leute, und im Fall Mollath hat­te der Geschädigte noch einen sehr guten Freund und Anwalt zur Seite. Herr Mollath tat im Nachhinein etwas sehr muti­ges und ehren­haf­tes. Nachdem der spek­ta­ku­lä­re Fall Furore mach­te, und er im Nachhinein einen Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit erlang­te, nutz­te er die Gelegenheit um öffent­lich kund zu tun dass etli­che Fälle wie sei­ner, wenig Chancen auf eine Aufklärung haben. Und somit sei­en vie­le Menschen ver­dammt grund­los gefan­gen zu sein und zu blei­ben. Viele die dem ent­kom­men sind, hät­ten ver­mut­lich ver­sucht sich nicht mehr in Gefahr zu bege­ben und ein­ge­schüch­tert geschwie­gen. Von Glück aber kann er froh sein, dem rela­tiv gesund ent­ron­nen zu sein. Gut wenn man teu­re Sportwagen repa­rie­ren kann. 🙂

      Im Artikel steht etwas von einem Jahr Verzögerung. Vieleicht falsch ver­stan­den, aber mei­nes Erachtens ver­jährt eine Beleidung recht schnell, schnel­ler als ein Jahr jeden­falls. Und im Artikel scheint der Beschuldigte den Vorwurf zu bestrei­ten. Möglich ist Alles.

      Aber zurück zum eigent­li­chen Punkt. In Deutschland herr­schen zwei­fels­frei recht­li­che "Mehrfachstandards". Das kann ich nur bestä­ti­gen. Mit der Bezichtigung auf so genann­te Verfolgungen wür­de ich mich der­zeit zurück­hal­ten. Das hät­te übri­gens ein Gericht zu ent­schei­den. 😉 Und bis es soweit wäre, könn­te ich dem wohl kaum mehr kund tun.

      Aber ob Märchen, An-eck-doten oder Geschichten, man muss in der tat sehr auf der Hut sein, was man sagt. Nicht nur bei "Märchen", son­dern immer mehr bei den Wahrheiten. Und das bereits ganz ohne Schimpfwörter! Und so ver­hält es sich mit Agriffskriegen .…… gegen .…… – nein ich schrei­be es jetzt nicht!

      Jedenfalls bin ich gespannt wie sich das "Happy-End", nach der Vertreibung des Bösen Herrn Assads nun gestal­tet. Was Gewalt ist bestimmt der Hegemon. Das wird wohl auch der Sinn der ein oder ande­ren Geschichte sein.

      Dass Israel in Syrien ein­ge­fal­len sei, kommt in den main­stream­m­e­di­en irgend­wie nicht rue­ber. Verloren haben aber vor­ab schon­mal die Russen, näm­lich zwei Stuetzpunkte und erheb­lich an Reputation. Ein gran­dio­ser Punktsieg fuer .… – nein ich schrei­be das nicht .… – pieeep

      A.….-Zeiten!

  5. Und schon anno 1982 hat Wolgang Pohrt notiert:

    «Dieser Krieg hät­te die Linksradikalen gleich­zei­tig rat­los gemacht, denn er bie­tet kei­ne Möglichkeit, Partei zu ergrei­fen, weil […] die Entwicklung Israels nur noch ein­mal zeigt, daß jeder Nationalstaat, auch dann, wenn huma­ni­tär geson­ne­ne Leute ihn aus lau­t­er­sten Motiven und mit den besten Absichten grün­den, dazu neigt, ein gefrä­ßi­ges Ungeheuer zu werden.»
    – «Linksradikalismus und natio­na­ler Befreiungskampf»
    https://​welt​ex​pe​ri​ment​.com/​b​o​x​/​p​o​h​r​t​_​1​9​8​2​_​l​i​n​k​s​r​a​d​i​k​a​l​i​s​m​u​s​-​u​n​d​-​n​a​t​i​o​n​a​l​e​r​-​b​e​f​r​e​i​u​n​g​s​k​a​m​p​f​.​pdf

    Das war, als der Konflikt noch zwi­schen halb­wegs säku­la­ren Parteien geführt wur­de. Inzwischen sind die «Allmächtiger-Gott-Kirchen» voll dabei und damit erst recht kei­ne Vermittlung mehr möglich.

    «The war that star­ted in 2023 bet­ween Hamas and Israel is dri­ven by various long-lasting pro­ce­s­ses, but it also brings to the fore a new cau­se that hither­to see­med mar­gi­nal: the armed militi­as of the Rabbinate and Islamic churches. The Rabbinate militi­as, embo­di­ed in Jewish sett­ler orga­nizati­ons, have taken over not only Palestinian lands, but, gra­du­al­ly, also Israeli socie­ty. The Islamic militi­as, repre­sen­ted by Hamas and the Islamic Jihad, rose to pro­mi­nence after the tra­di­tio­nal resi­stance groups of the Palestinians – pri­ma­ri­ly the PLO and the PFLP and, by exten­si­on, also the Palestinian Authority – wea­k­en­ed and pro­ved unable to rever­se, let alo­ne stop, the Israeli occupation.

    The rise of the­se militi­as, though, is hard­ly uni­que to Israel/​Palestine, or even the Middle East. It is part of a broa­der, glo­bal pro­cess, in which ‘pri­va­te’ mili­ta­ry orga­nizati­ons, finan­ced by sta­tes, church-rela­ted NGOs and/​or orga­ni­zed crime, fight for and against sta­tes as well as each other. The ascent of such groups is clo­se­ly rela­ted to the decli­ne of the nati­on-sta­te and its popu­lar armies, a model that deve­lo­ped in the wake of the French Revolution but no lon­ger reso­na­tes with the incre­a­sing­ly glo­ba­li­zed natu­re of capi­tal accumulation.»
    – Bichler/​Nitzan, «The Road to Gaza I» (2024)
    https://​bnar​chi​ves​.net/​i​d​/​e​p​r​i​n​t​/​8​30/

    S.a. dies., «Road to Gaza, Part II: The Capitalization of Everything» (2024)
    https://​bnar​chi​ves​.net/​i​d​/​e​p​r​i​n​t​/​8​46/

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